Mahavastu II - Die Geburt von Gotama: Unterschied zwischen den Versionen
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(1) Ein Bodhisattva führt bei seinem Übergang von Tuṣita seine vier großen Prüfungen durch: die Zeit seiner Wiedergeburt, den Ort, den Kontinent und die Familie. | (1) Ein Bodhisattva führt bei seinem Übergang von Tuṣita seine vier großen Prüfungen durch: die Zeit seiner Wiedergeburt, den Ort, den Kontinent und die Familie. | ||
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Zwischen seinen Augenbrauen hat er ein behaartes Muttermal. | Zwischen seinen Augenbrauen hat er ein behaartes Muttermal. | ||
Sein Kopf ist wie ein königlicher Turban geformt. | Sein Kopf ist wie ein königlicher Turban geformt. | ||
So ist der Erlöser mit den zweiunddreißig Merkmalen der Vortrefflichkeit. | So ist der Erlöser mit den zweiunddreißig Merkmalen der Vortrefflichkeit<ref> [https://archive.org/details/mahavastuiijjjones_202003_251_h/page/n17/mode/2up Mahāvastu II, J.J.Jones]</ref>. | ||
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[[Kategorie:Mahayana]] | |||
Aktuelle Version vom 14. Februar 2026, 19:50 Uhr
Mahavastu II - Die Geburt von Gotama (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)
Prolog
Om! Verehrung dem glorreichen, mächtigen Buddha und allen Buddhas, vergangenen, zukünftigen und gegenwärtigen.
Hier beginnt das Mahavastu.
Es gibt diese vier Stufen im Leben eines Bodhisattva. Welche sind das? Es sind die „natürliche“ Stufe, die „lösende“ Stufe, die „anpassende“ Stufe und die „beharrliche“ Stufe.
Ehre sei Aparajitadhvaja, einem Tathagata, einem Arhana und vollkommenen Buddha, in dessen Gegenwart dieser Shakyamuni, der Erhabene, als Weltenkönig die Wurzel der Güte pflanzte, als er sich in der „natürlichen“ Stufe seines Lebens befand.
Verehrung dem Sakyamuni der Vorzeit, einem Tathagata, einem Arhan, einem vollkommenen Buddha, in dessen Gegenwart eben dieser Sakyamuni, der Erhabene, als er sich in der "Entscheidungsphase" seiner Laufbahn als Oberhaupt einer Kaufmannsgilde befand, zum ersten Mal gelobte, die Wurzel der Güte zu erlangen, indem er sprach: "Möge ich in einer zukünftigen Zeit ein Buddha, ein Tathagata, ein Arhan, ein vollkommener Buddha werden, wie dieser erhabene Sakyamuni; und möge auch ich Sakyamuni genannt werden" und so weiter bis zu den Worten "und möge Kapilavastu auch meine Stadt sein."
Verehrung Samitavins, eines Tathagatas, eines Arhanas, eines vollkommenen Buddhas, in dessen Gegenwart dieser Erhabene, der Sakyamuni, als Weltkönig in der Phase der „Anpassung“ seines Wirkens ein Gelübde der Konformität ablegte.
Verehrung Dipamkaras, eines Tathagatas, eines Arhanas, eines vollkommenen Buddhas, der als Erster von diesem Erhabenen, der jetzt ist, verkündete: „Du wirst, o junger Mann, in ferner Zukunft, nach unermesslichen, unzählbaren, unendlichen Kalpas, ein Tathagata, ein Arhana, ein vollkommener Buddha namens Sakyamuni werden.“ (Ich werde diese Verkündigung über den Jüngling Megha im Kapitel über Dipamkara ausführlich wiedergeben. 2)
Nach dieser Zeit, als sich der Tathagata Dipamkara in der Phase der „Beharrlichkeit“ seines Wirkens befand, verkündeten unzählige nachfolgende Tathagatas die Worte „Du wirst ein Buddha werden“.
Anschließend verkündete der erhabene Sarvabhibhu: „Du, Mönch Abhijit, wirst in hunderttausend Kalpas ein Tathagata, ein Arhan, ein vollkommener Buddha namens Sakyamuni werden. (Ich werde dies und alles Weitere über den Mönch Abhijit später berichten.)
Ehre sei Vipasyin, einem Tathagata, einem Arhan, einem vollkommenen Buddha. Ehre sei Krakutsanda, einem Tathagata, einem Arhan, einem vollkommenen Buddha. Ehre sei Kasyapa, einem Tathagata, einem Arhan, einem vollkommenen Buddha, durch den dieser erhabene Sakyamuni zum Thronfolger ausgerufen und gesalbt wurde. Du, Jyotispala, wirst in ferner Zukunft, unmittelbar nach mir, ein Tathagata, ein Arhan, ein vollkommener Buddha werden und ebenfalls Sakyamuni genannt werden.“ (Ich werde die Prophezeiung des Mönchs Jyotispala ausführlich wiedergeben.)*
Und so sei allen Buddhas, vergangenen, zukünftigen und gegenwärtigen, Ehre erwiesen.
Hier endet der Prolog der „Ehrungen“.
Hier wird das Mahdvastu erwähnt, das auf der Redaktion des Vinaya Pitaka durch die edlen Mahasanghikas/Lokottaravadins des Mittleren Landes basiert.
Es gibt vier Arten von Ordinationen: die Selbstordination, die Ordination durch die Formel „Komm, Mönch“, die Ordination durch eine Gruppe von zehn Mönchen und die Ordination durch eine Gruppe von fünf Mönchen. Die sogenannte Selbstordination (3) war die des Erhabenen in der Nähe des Hodhi-Baumes.
Alle, die die zehn rechten Wege des Verhaltens befolgen, nähern sich dadurch der Erleuchtung, doch Sakyamuni erlangte in dieser Hinsicht besondere Verdienste. Nachdem er jene guten Taten vollbracht hatte, die ihn befähigten, die Lehre Buddhas zu empfangen, kam er schließlich nach Dipamkara. Und als er ihn sah, der unter den Wesen durch seine Schönheit auffiel, vollkommen liebenswert und vertrauenswürdig, umgeben von seinen Schülern, fasste Sakyamuni den Gedanken … Ihm nacheifern. „Das wäre gut“, sagte er, „wenn ich, erhaben über die Welt, zum Wohle der Welt lebend, zum Wohle dieser Welt wiedergeboren würde.“
Dipamkara, der um Sakyamunis Bemühungen um Erleuchtung und um dessen Gelübde wusste, verkündete, er werde Gleichheit mit sich selbst erlangen, kurzum, Gleichheit mit einem Selbstwerdenden. „In unermesslicher Zukunft“, sagte er, „wirst du ein Buddha werden, aus dem Hause der Sakya, ein Spross der Sakya, zum Wohle der Götter und Menschen.“
Er, dem der Erhabene, der Herr der Götter, prophezeit hatte, dass er unter den Menschen eine herausragende Stellung erlangen würde, lebte das Leben eines herausragenden, eines vornehmsten, eines vollendeten Mannes. Während seines Wirkens als Bodhisattva durchlebte er viele Leben, stets bestrebt, das Wohl und Glück der Menschen zu fördern – ein Bodhisattva um der Welt und seines eigenen Wohls willen. In allem, was er tat, folgten Nächstenliebe, Moral, Gerechtigkeit und Selbstverleugnung; er strebte nach dem Wohl der Welt und war frei von Eigennutz.
Der Eroberer gewann die Menschen für sich, indem er sie auf vier Arten ansprach: seine Großzügigkeit, seine Freundlichkeit, seine Wohltätigkeit und seine Gelassenheit in Wohlstand und Not. Es gab nichts, was er besaß, was er nicht bereit war aufzugeben. Immer wieder erfreute ihn der Anblick eines Bettlers. Immer wieder gab er seine Augen, sein Fleisch, seinen Sohn und seine Frau, seinen Reichtum und sein Getreide, sein Selbst und sein Leben selbst auf.
So durchlief er ein Nayuta von hunderttausend Geburten (4), ein Bodhisattva, der sich dem Wohl aller Wesen widmete, der die richtige Gelegenheit und das angemessene Verhalten erkannte und die Verschiedenheit der menschlichen Individualität verstand. In der Sehnsucht nach der rechten Zeit gelangte er in die Welt der Tusita-Devas. Dort befreite sich der Sugata von der Vergänglichkeit des Daseins und trat in seine letzte Existenz ein.
Um die Erlösung vom Dasein zu erlangen, ernährte sich der Erhabene, durch seine Bußübungen und Askese extrem abgemagert, sein Leben lang nur von einem Sesamsamen und einer Jujube. Doch nach äußerster Selbstkasteiung erkannte er, dass dies nicht der Weg zur Erlösung war.
Nachdem er sich im Fluss Nairanjana gebadet hatte, ließ er sich furchtlos wie ein Löwe in der Stadt Gaya nieder.
In der ersten Nachtwache reinigte der Erhabene sein „Götterauge“ von allen Fehlern und erfasste das Kommen und Gehen der Menschen. In der mittleren Nachtwache erinnerte er sich an frühere Existenzen anderer und an seine eigene und erkannte die verschiedenen Begebenheiten vergangener Leben. In der letzten Nachtwache erwachte er augenblicklich und spontan zu dem, was der Lenker der fügsamen Menschen erkennen wird: zur Gelassenheit eines Selbstwerdenden.
Hier enden die Verse zum Thema des Mahdvastu.
Der Erhabene, der vollkommene Buddha, verweilte, nachdem er sein Ziel vollständig erreicht hatte, in Sravasti,^ im Jeta-Hain im Park des Anathapindika,« und lehrte dort Götter und Menschen. (Dieser Anlass wird noch ausführlich beschrieben.)
Kapitel I : Die Geburt von Gotama
(1) Ein Bodhisattva führt bei seinem Übergang von Tuṣita seine vier großen Prüfungen durch: die Zeit seiner Wiedergeburt, den Ort, den Kontinent und die Familie.
Bodhisattvas werden in zwei Familienklassen geboren: entweder in einer Adelsfamilie oder in einer Brahmanenfamilie. Wenn die Adligen die Erde beherrschen, werden die Bodhisattvas in einer Adelsfamilie geboren. Wenn die Brahmanen die Erde beherrschen, werden sie in einer Brahmanenfamilie geboren. Und, ihr Mönche, jede Familie, in die ein Bodhisattva hineingeboren wird, besitzt sechzig Eigenschaften. Welche sechzig?
Diese Familie ist auserwählt. Sie hat nichts mit Belanglosem zu tun. Sie ist von hoher Geburt und Abstammung, mit einer langen und angesehenen Ahnenreihe.
Sie ist reich an Frauen und Männern. Sie ist nicht habgierig und frei von Fehlern, Niedrigkeit oder Gemeinheit. Sie ist weise und tugendhaft;
Sie strebt nicht nach Ehre, sondern nutzt seinen Reichtum. Sie ist treu in Freundschaft, dankbar und fromm. Ihr Handeln ist nicht von Bevorzugung, Bosheit, Torheit oder Furcht motiviert. Es ist untadelig und gastfreundlich. Sie ist männlich gesinnt, standhaft, edel und überaus heldenhaft. Sie ehrt Schreine, Devas und alte Freunde. Sie ist eifrig in Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Sie genießt Kontinuität, ist berühmt und unter den Devas hoch angesehen. Sie ist das Erste, das Höchste, das Vornehmste unter den Familien und hat Vorrang vor anderen Familien. Sie übt große Macht aus und verfügt über ein großes, unermüdliches, treues und loyales Gefolge. Sie respektiert Mütter und Väter, Einsiedler, Brahmanen und Adlige. Sie ist reich an Reichtümern, Schätzen und Kornspeichern, an Elefanten, Pferden, Ziegen und Schafen, an weiblichen und männlichen Sklaven und an männlichen Dienern. Sie ist unantastbar für Fremde, Rivalen und Feinde.
Jede Familie, in die ein Bodhisattva hineingeboren wird, ist mit diesen sechzig Eigenschaften ausgestattet. Alle Wesen, die in einer solchen Familie wiedergeboren werden, erlangen das „Große Mitgefühl“.
Als es dann für den Bodhisattva an der Zeit war, Tuṣita zu verlassen, traf er seine großen Vorbereitungen. Tausende von Devas, darunter die Cāturmahārājika-Devas und alle Kāmāvacara-Devas, versammelten sich zur Zeit des Abschieds des Bodhisattva in Tuṣita. Bimbisāra wurde als Erster angesprochen und ihm wurde geboten: „Werde in Rājagṛha wiedergeboren. Da du in der Disziplin unterwiesen wurdest, wird die große Menge dann ihren Weg annehmen.“ Ebenso erhoben sich der Kaufmann Abhaya und andere wohlhabende Laien und Brahmanen rasch, um Tuṣita zu verlassen.
Als Nächstes wurde Udayana, dem König der Vatsas, geboten: „Werde in Kauśambī wiedergeboren. Da du in der Disziplin unterwiesen wurdest, wird die große Menge ihrem Weg folgen.“ Ebenso wurde der Laie Ghoṣila und anderen wohlhabenden Adligen und Brahmanen geboten. Auf diese Weise begleiteten Tausende von Devas den Erhabenen auf seinem Weg in die neue Geburt und wurden in den sechzehn großen Provinzen von Jambudvīpa in den Familien wohlhabender Adliger, Brahmanen und Laien wiedergeboren. Sie sagten zueinander: „Zweifellos wird die große Menge, da du in der großen Disziplin unterwiesen wurdest, ebenfalls ihrem Weg folgen.“
Der Bodhisattva dachte über den Ort seiner Wiedergeburt nach. „Dieser König Śuddhodana“, dachte er, „ist würdig, mein Vater zu sein.“ Daraufhin suchte er sich eine gütige, von guter Geburt, reinen Leibes, zärtlicher Leidenschaft und von kurzer Lebensspanne, deren Leben nur noch sieben Nächte und zehn Monate währte.
(3) Die Mütter aller Bodhisattvas sterben am letzten der sieben Tage nach der Geburt des Höchsten der Menschen. Warum aber sterben die Mütter eines Allwissenden so kurz nach der Geburt des Besten der Menschen?
Während er noch in Tuṣita weilt, kümmert sich der Bodhisattva darum und sucht nach einer Mutter mit gutem Karma.
„Ich werde hinabsteigen“, spricht er, „in den Schoß einer Frau, die nur noch sieben Nächte und zehn Monate ihres Lebens hat.“
Und warum? „Weil“, spricht er, „es sich nicht ziemt, dass jene, die einen Unvergleichlichen wie mich gebiert, sich danach der Liebe hingibt.“
Denn wenn die Mütter eines Sugata sich den Freuden der Liebe hingeben würden, würden die Devas sagen, der König verletze seine Pflicht.
Der Erhabene verkündet wahrlich zu jeder Zeit die Verderbtheit sinnlicher Begierden. Sollte sich denn die Mutter des Erlösers der Welt den sinnlichen Genüssen hingeben?
(Um ein Beispiel zu nehmen) den Juwelenkästchen in den Palästen der Fürsten: Der Beste der Menschen ist das Juwel, seine Mutter das Kästchen.
Auf der Suche nach einer Mutter, deren Leben auf Erden nur kurz währen sollte, erblickt der Bodhisattva in Kapilavastu die Hauptkönigin Śuddhodanas. Und sie war anmutig, von guter Geburt, rein an Leib, zärtlich in ihren Gefühlen und von kurzer Dauer; denn von ihrer Lebensspanne blieben nur sieben Nächte und zehn Monate.
Da dachte der Bodhisattva bei sich: „Sie ist würdig, meine Mutter zu sein.“
Während er die Welt betrachtet, erblickt er am Hofe Śuddhodanas Māyā, eine Frau, die der Gemahlin eines Unsterblichen gleicht, strahlend wie der Blitz.
Als er in ihr seine Mutter erblickte, sprach er zu den Unsterblichen: „Ich scheide nun fort. Zum letzten Mal nehme ich zum Wohle der Götter und Menschen Wohnung im Schoß einer Frau.“
Die Götter, geschmückt mit kostbaren Juwelen, erhoben ihre gefalteten Hände und sprachen zu ihm: „O Höchster Mensch, dessen Schönheit erhaben ist, möge dein Gelübde in Erfüllung gehen.
Auch wir werden, um der Welt willen und dir Ehre zu erweisen, o Makelloser, dem süßen Genuss sinnlicher Freuden entsagen und in die Welt der Menschen eingehen.“
Jubelnd ließen sie einen Schauer leuchtender Korallenblüten vom Himmel herab und priesen ihn mit süßen Worten: „Wie wunderbar ist es“, sprachen sie, „dass du nicht nach den Wohnstätten der Unsterblichen strebst, wo süßer Friede herrscht und wo es weder Leid noch Schmerz gibt, und dass du nicht nach den Freuden der Sinne gierst.“
„Wunderbar ist es auch, dass du, o tapferer Sura, die Deva-Heerscharen übertrumpfst und wie ein goldener Berg erstrahlst, die zehn Himmelsrichtungen erleuchtest.
„Du, dessen Weisheit unendlich ist, übertrumpfst die Devas Maheśvara und Dānava, die Heerscharen Māras und die Sterne am Himmel.
„Wie könnten wir da nicht ungern von dir weichen, o Herr allen Seins?
Du zudem, o Lotusäugiger, wirst der Gefährte der Menschen und Devas sein.“
So jubelten die frohen Heerscharen der Devas in den zehn Himmelsrichtungen, als derjenige, dessen Augen wie der hundertblättrige Lotus leuchteten, von uns ging.
So sprach man in der Stadt Tusita, als die unvergleichliche Māyā, Śuddhodanas Hauptkönigin, zum König ging und zu ihm sprach:
(5) Mit Augen wie die eines jungen Rehkitzes, strahlend wie die Gemahlin eines Gandharvas und von dunkler Hautfarbe, sprach sie eindringlich und lieblich zu Śuddhodana:
„Mit Juwelen geschmückt, in meinem schönsten Gewand und in Begleitung meiner Freunde möchte ich die Nacht fern von dir verbringen, der du die Freude der Śākyans bist.
„O König, ich möchte hinaufsteigen in den höchsten Teil von Dhṛtarāśtras schönem Palast, um dort in der lotusgleichen, reinen Behausung zu ruhen.“
Erfreut über die bezaubernde Rede seiner Königin, wandte sich König Śuddhodana voller Freude an seine Höflinge:
„Sagt mir schnell, wo Dhṛtarāśtra liegt. Lasst es mit schönen Blumen umranken und mit unzähligen Blumen bestreuen, damit es einem himmlischen Wohnsitz eines Devas gleicht.“
„Schmückt Dhṛtarāśtra rasch mit leuchtenden Stoffgirlanden. Lasst es mit einem goldenen Netz bedecken, sodass es dem schönen Gipfel Sumerus gleicht.
„Lasst ein ganzes Heer, bewaffnet mit Speeren, Pfeilen und Lanzen, sogleich Dhṛtarāśtras prächtigen Palast bewachen.“
Die Befehle des Königs wurden ausgeführt, und als alles vorbereitet war, traten seine Höflinge an den König heran und sprachen zu ihm:
„Möge unser großer Beschützer das Menschengeschlecht noch tausend Jahre lang behüten!
Alles ist bereit. Der edle Palast erstrahlt in voller Pracht und wird euch mit Freude erfüllen.“
Da erhob sich Māyā, gleich der Gemahlin eines Unsterblichen, von ihrem lieblichen Lager und sprach zum König, als die Sonne untergegangen war: „Ich werde mich um Gottesfurcht gegenüber allen Lebewesen und um ein keusches Leben bemühen. Ich werde mich von Diebstahl, Trunkenheit und leichtfertigen Reden fernhalten.
Ich werde, mein Herr, mich von Unfreundlichkeit und Verleumdung fernhalten. Ich werde, o König, mich von Beschimpfungen fernhalten. Das ist mein Entschluss.“
„Ich werde weder den Neid auf die Freuden anderer hegen noch Lebewesen Schaden zufügen. Und ich werde falschen Glaubensvorstellungen abschwören.
Ich werde, o König, diese elf Gebote der Tugend befolgen. Diesen Entschluss hat mich die ganze Nacht hindurch bewegt.
So bitte ich dich, o König, begehre mich nicht mit sinnlichen Gedanken.
Sorge dafür, dass du mich, der ich Keuschheit bewahren will, nicht beleidigst.“
Der König erwiderte: „Ich werde all deine Wünsche erfüllen. Sei unbesorgt, du, die du ein edles Leben begonnen hast. Ich und mein ganzes Reich stehen unter deinem Befehl.“
Sogleich nahm sie all ihre tausend Dienerinnen, ging hinauf in das schöne Haus und legte sich nieder, ihr sehnlichster Wunsch erfüllt.
Und dann verging die Zeit auf diesem Bett von der Farbe des schneeweißen Lotus in Stille, zufrieden, ruhig und beherrscht.
Sie legte ihren schönen Leib auf die rechte Seite und klammerte sich an das Bett, wie eine blühende Kletterpflanze an einen Baum.
Als sie die Königin auf ihrem Bett erblickten, schön wie eine himmlische Jungfrau, kamen Scharen von Devas aus ihrem Reich in Tuṣita herab und ließen sich auf der Terrasse nieder.
(7) Alle diese Unsterblichen neigten ekstatisch ihre Häupter und erhoben ihre gefalteten Hände, um die tugendhafte Māyā, die Mutter des Eroberers, zu preisen, während sie auf dem Bett lag.
Dann kam in großer Aufregung eine große Schar von Deva-Mädchen mit prächtigen Girlanden, begierig darauf, die Mutter des Eroberers zu sehen, und ließ sich auf der Terrasse nieder.
Als sie gekommen waren und Māyā auf ihrem Bett in einer Schönheit sahen, die wie ein Blitzschlag strahlte, waren sie von großer Freude und Glückseligkeit erfüllt und überschütteten sie mit Blumen vom Himmel.
Nachdem sie eine Weile diese wundersame und liebliche, wenn auch menschliche Gestalt betrachtet hatten, sagten sie zueinander: „Es gibt keine wie sie, nicht einmal unter den Gemahlinnen der Götter.“
„Ach, liebe Freunde, seht die Schönheit dieser Frau! Wie würdig ist sie doch einer Eroberermutter! Wie sie auf ihrem Lager liegt, strahlt sie, ist anmutig und glänzt wie Gold.“
„Sie wird einen großen Mann gebären, der sich an Nächstenliebe, Selbstbeherrschung und Moral erfreut, der allen Āśravas ein Ende setzt und der frei von Leidenschaft ist.
Was willst du mehr, o Königin?“
„O Frau, deren Bauch mit seinem hellen Flaumhaar sich wie eine Handfläche wölbt, aus dir wird der geboren werden, dessen Gedanken grenzenlos sind, der stets unbefleckt und frei von allem Unreinen ist.“
„Diese Frau hat sich im Laufe der Zeit unvergleichliche Tugend erworben und wird einen Sohn gebären, dessen Wert unermesslich ist und der durch die über lange Zeit erworbenen Verdienste stark ist.
Du bist eine würdige Frau, die Erhabenste unter den Frauen. Und dein Sohn wird der Erhabenste unter den Männern sein, der die Begierde abgelegt hat und frei von Leidenschaft ist. Was willst du mehr, o Königin?“
Dann wurden die Rākṣasas in ihren verschiedenen Gestalten folgendermaßen befohlen: „Ihr Träger tapferer Waffen, nehmt schnell Stellung in allen Himmelsrichtungen und befreit alle seine Räume von Hindernissen.“
(8) Neben ihnen hielt die Schar der gespaltenzüngigen Nāgas, deren Zorn beim leisesten Windhauch entfacht wird, Wache in den Himmelsregionen.
Neben ihnen standen die Yakṣas, eine gewaltige Schar mit flammenden Kämmen, die den Auftrag hatten, alle Bösen abzuwehren, aber niemanden zu töten.
Und als Nächstes stand die zahlreiche Schar der Gandharvas, von anmutiger Gestalt und mit glänzenden Bögen, um den reinen Geist im Augenblick seiner Herabkunft zu bewachen.
Auch die Vier Herren der Welt standen mit ihrem Gefolge in der Luft. „Denn heute“, sprachen sie, „steigt der Erhabene zur Erde herab, um der Welt Wohlergehen, Glück und Wohlstand zu bringen.“
Zusammen mit den dreiunddreißig Devas stand ihr Anführer, der Träger des Rades, in der Luft und sprach: „Bald wird der Erhabene in seinem Streben nach dem höchsten Glück der Welt seinen letzten Abstieg vollziehen.“
Eine große Schar von Devas, die ihre gefalteten Hände erhoben und sich vor Māyās Füßen verneigten, erwartete den Eroberer aus Tuṣita und sprach liebliche Worte:
„O du, der du durch die Reinigung gestärkt bist, nun ist es Zeit für dich, in dein letztes Dasein einzutreten. Deine Mutter ist bereit. Erbarme dich der leidenden Menschheit.“
„Siehe, ich scheide.“ So sprach der Erhabene und verkündete die frohe Botschaft. Und in diesem Augenblick sah die Mutter des Eroberers im Traum den, der die Reife erlangt hatte,
in Gestalt eines edlen Elefanten in ihren Körper treten, leichtfüßig, makellos, glänzend wie schneeweißes Silber, mit sechs Stoßzähnen, einem anmutig schwingenden Rüssel und einem purpurroten Kopf.
Bodhisattvas steigen nicht während der dunklen Hälfte des Monats in den Mutterleib hinab, sondern in der Vollmondnacht des Monats Pauṣa.
Bodhisattvas treten in den Leib einer Mutter ein, die fastet, die unter den Frauen herausragend ist, die fröhlich und vornehm ist, sich von Niederträchtigem fernhält, die gütig und rein von Leib und Seele ist, von guter Geburt und Familie, anmutig, schön, berühmt, groß und wohlproportioniert und gebildet ist und die in der Blüte ihres Lebens steht, gelehrt, weise, achtsam, gelassen, in jeder Hinsicht rechtschaffen und vollkommen ist – die beste aller Frauen.
Der Bodhisattva strahlte eine solche Strahlkraft aus, dass ein ganzes Buddha-Feld erleuchtet wurde.
Da fragt ein Deva einen anderen: „Warum strahlt die erhabene Sura so hell, dass sie den Mondstrahl übertrifft und rein wie Gold ist und die Herren der Asuras, der Menschen und der feurigen Höllen erfreut?“
Und jener Deva antwortet:
„Dieser Glanz ist ein Gruß der befreienden, sündenlosen Herrlichkeit jener, die überall den Menschen beistehen, die in den Wirren des Kreislaufs der Wiedergeburt (Saṃsāra) gefangen und von Trunkenheit überwältigt sind.“
- Der Bodhisattva sprach:
„Verlasst eure Städte, ihr Unsterblichen. Wahrlich, dies ist nicht die Zeit für ihre Vergnügungen. Vielmehr ist es die Zeit, die Festungen des Alters und des Todes mit der Kraft des Wissens zu zerschmettern.“
Der Bodhisattva kehrte nachdenklich, in sich ruhend und mit klarem Verstand in den Mutterleib zurück.
Der tapfere Mann, der mit Löwengebrüll schreit, verlässt, wenn seine Zeit gekommen ist, im Augenblick sein Dasein und erscheint wieder im Haus eines Königs.
(10) Ihn, der ganz Tuṣita mit lieblichem Glanz erleuchtet und nun die Städte der Devas verlässt, den unübertroffenen Sieger preise ich.
Dieses unvergleichliche Licht der Welt erleuchtet mit seiner Schönheit die ganze Welt, einschließlich Brahmās Welt und aller Menschen, Brahmanen und Einsiedler.
Seht dieses Wunder, dieses Staunen, dass der mächtige Meister, achtsam und in sich ruhend, in den Mutterleib zurückgekehrt ist.
Dass der Allerbeste unter den Menschen, der die Zeichen der Vollkommenheit trägt, achtsam und in sich ruhend, seinen Platz im Mutterleib eingenommen hat.
Sobald der Bodhisattva herabgestiegen war, erbebte die Erde sechsmal heftig.
Dieses Beben hatte etwas Ergreifendes, etwas Freudiges, Erfreuliches, Bewundernswertes, Heiteres, Zuversichtliches, Anmutiges, Fröhliches und Friedliches an sich, das weder Schaden noch Furcht verursachte. Denn während die Erde bebte, zerstörte sie kein Leben, weder Tier noch Pflanze.
Dann erbebte die Erde, umgeben vom Ozean und dem Berg Meru, sechsmal. Und die Welten erstrahlten in hellem und lieblichem Glanz durch den Glanz dessen, der die große Dunkelheit vertreibt. Alle Nāga-Könige und -Herren versammelten sich eifrig, um Wache zu halten.
Auch die Vier Großen Herren der Welt wachten über den Erlöser der Welt, damit kein böswilliges Wesen demjenigen Schaden zufügte, der die Macht Namucis brechen sollte.
Śakra, der Herr der Devas, und die Devas Suyāma, Santuṣita und Sunirmita, der Deva Vaśavartin, der große Brahmā und die Śuddhāvāsa-Devas eilten eifrig herbei, um den Bodhisattva zu bewachen, als er in den Mutterleib eingetreten war.
Dann kamen Tausende von Koṭis entzückter Devas nach Kapilavastu, um ihn zu beschützen, dessen Weisheit die erlesenste ist.
Die Stadt Kapilavastu ist zur bedeutendsten aller Städte geworden, gleich einer Stadt der Devas. Sie erstrahlt im Glanz der Scharen von Unsterblichen, die sie betreten, und deren Ankunft so schnell ist wie ein Gedanke.
Tausende von erhabenen Scharen, vollkommen makellos, eilen herbei, um ihre Plätze im Himmel einzunehmen und Māyā zu dienen.
Hinter ihnen nehmen Tausende von Deva-Anführern mit makellosen Kämmen in großer Zahl ihre Plätze ein, um den zu beschützen, dessen Wert groß ist.
Hinter diesen Deva-Herren nehmen Tausende von Nayutas der Kāmāvacara-Devas in der schwebenden Luft ihre Plätze ein.
Hinter diesen Deva-Heerscharen wiederum nehmen A-Suras, Scharen von A-Suras mit gespaltener Zunge, Yakṣas von seltsamen Gestalten und Horden von Rākṣasas ihre Plätze ein.
So wurde die Luft, erfüllt von Hunderttausenden von Unsterblichen, verherrlicht und vollkommen gereinigt, denn so groß war die Tugend, die der Wohltäter in sich trug.
Als der Mächtige und Ehrfürchtige seinen Wohnsitz in Tuṣita verließ und die Gestalt eines Elefanten von der Farbe eines schneeweißen Ebers annahm, stieg er, achtsam, beherrscht und tugendhaft, in den Leib seiner Mutter hinab, während sie hoch oben im Palast fastend und in reines Gewand gehüllt lag.
(12) Im Morgengrauen sprach sie zu ihrem gnädigen Gemahl: „Edler König, in meinem Traum sah ich einen weißen, majestätischen Elefanten in meinen Leib hinabsteigen.“
Als der König dies hörte, rief er die Wahrsager und befahl ihnen, die volle Bedeutung dieses Traums zu deuten.
Die Wahrsager antworteten dem König: „Derjenige, der die zweiunddreißig Zeichen trägt, ist in den Leib der Königin hinabgestiegen.
O König, freue dich über den, der in deiner Familie erschienen ist.“ O Herrscher der Erde, das heldenhafte Kind in deinem Leib ist das unvergleichliche Große Wesen.
„Nach dem, was ich selbst von den alten Meistern gelernt habe, stehen ihm, o tapferer König, zwei Wege offen.
„Wenn er auf Erden bleibt, wird er ein mächtiger Herrscher werden, reich an Schätzen, mächtig, stets siegreich und mit hunderttausend Königen in seinem Gefolge.
„Doch wenn er sich dem religiösen Leben zuwendet und auf die Herrschaft über die vier Kontinente verzichtet, wird er ein selbstgeführter Buddha werden, der Führer der Menschen und Götter.“
Die Śākyanerin erzählte ihrem gnädigen Gemahl von ihrem Traum. „Ich sah“, sagte sie, „einen weißen, majestätischen Elefanten herabsteigen und in meinen Leib eindringen.“
Als der König dies hörte, versammelte er die Wahrsager und sprach zu ihnen: „Erklärt mir die volle Bedeutung dieses Traums.“
Die Wahrsager antworteten dem König: „Derjenige, der die zweiunddreißig Zeichen trägt, ist in den Leib der Königin herabgestiegen.
„Wenn er aber weiterhin zu Hause bleibt, wird er die ganze Erde erobern.
Er wird tausend Suras als Söhne haben, solche Helden werden sie sein.
„Doch wenn er sein Reich, das so reich an unerschöpflichen Reichtümern ist, aufgibt und sich dem religiösen Leben zuwendet, wird er ein Buddha werden, allwissend und allsehend.“
- Der große Brahmā sprach:
„Die Frau, die im Traum die Sonne vom Himmel in ihren Leib eintreten sah, wird einen Sohn gebären, der ihr Juwel und der Schatz ihres Gatten ist. Er wird ein Weltkönig sein.
Die Frau, die im Traum den Mond vom Himmel in ihren Leib eintreten sah, wird einen Sohn gebären, der Mensch und Gott zugleich ist. Er wird ein mächtiger Weltkönig sein.
Die Frau, die im Traum die Sonne vom Himmel in ihren Leib eintreten sah, wird einen Sohn gebären, der die Zeichen der Vollkommenheit trägt. Er wird ein mächtiger Weltkönig sein.
Die Frau, die im Traum einen weißen Elefanten in ihren Leib eintreten sah, wird ein Wesen gebären, so erlesen wie der Elefant unter den Tieren. Er wird ein Buddha sein, der das Gute und das Wahre kennt.“
Die Königin wird gefragt: „Wen gebierst du?“ Und sie antwortet: „Einen Weltkönig.“
(14) „Ich trage einen Weltherrscher, einen auserwählten Mann, einen tapferen König, der meinen Schoß mit seiner goldenen Schönheit erleuchtet und mit den Zeichen der Vollkommenheit gesegnet ist.“
Doch die Devas im Himmel lobten ihn mit dem Titel „Der Erhabene“ und sprachen: „Er wird ein Buddha werden, kein Weltherrscher.“ Und der große Brahmā rezitierte diesen Vers:
„Du trägst einen, der unter den Menschen wie ein Elefant ist, der größte Schatz, der Zerstörer der Gewalt und des Rausches, der Vertreiber dunkler und trüber Torheit, der Quell guter Eigenschaften, der Besitzer unermesslichen Reichtums, ein königlicher Seher, dessen Wagenrad kein Hindernis kennt, dessen Strahlkraft unsterblich ist.“
- Die Königin antwortete:
„Da Leidenschaft und Bosheit nicht länger über mich herrschen, die ich den Samen des Königs der Menschen empfangen habe, besteht kein Zweifel daran, dass er von solcher Pracht sein wird, wie du sagst.“
Sobald der Bodhisattva in den Leib seiner Mutter eintritt, fühlt sich seine Mutter[70] wohl, ob sie sich bewegt, steht, sitzt oder liegt, dank der Kraft des Bodhisattva. Keine Waffe kann ihren Körper durchdringen, noch können Gift, Feuer oder Schwert ihr etwas anhaben, dank der Kraft des Bodhisattva. Deva-Mädchen kümmern sich um sie mit himmlischen Zubereitungen zur Reinigung und Massage ihres Körpers. Sie ist in himmlische Gewänder gehüllt und mit himmlischen Juwelen geschmückt, dank der Kraft des Bodhisattva. Sie empfängt himmlische Düfte, Girlanden, Kosmetika und Weihrauch, dank der Kraft des Bodhisattva.
Mahā-Maudgalyāyana berichtet weiter, dass, sobald der Bodhisattva in den Leib seiner Mutter eingetreten ist, aufgrund seiner Macht alle ihre Begleiter sie vollkommenen Gehorsams und Treues würdig erachten und ihr ihre Dienste anbieten. Der Bodhisattva kann seine Mutter sehen. Nichts, nicht einmal ein Vogel, berührt sie. Sie wird gesund und munter. Sie genießt eine ausgeglichene Verdauungswärme, weder zu kalt noch zu heiß, was eine regelmäßige Verdauung gewährleistet. Sie erhält die erlesensten festen und weichen Speisen von bestem und erlesenstem Geschmack. Sie wird frei von Leidenschaft und führt ein unbeeinträchtigtes, makelloses, unbeflecktes und absolut reines und keusches Leben. Im Herzen dieser herausragenden Frau entsteht keine Leidenschaft für irgendeinen Mann, nicht einmal für König Śuddhodana. Sie lebt gemäß den fünf moralischen Geboten und befolgt sie in vollem Umfang.
Sobald der Bodhisattva in den Schoß seiner Mutter eingegangen ist, betreten alle Nāga-Könige und -Herrscher, ob aus Eiern, aus dem Mutterleib, aus Feuchtigkeit oder auf natürliche Weise geboren, ihren Wohnort und bestreuen sie mit himmlischem Sandelholzpulver, himmlischem Tamāla-Blattpulver, himmlischem Aloeholzpulver, himmlischem Keśara-Pulver und himmlischen Blüten. Sie preisen sie mit vollkommenem, überschwänglichem Lob. Nachdem sie sie mit himmlischem Sandelholzpulver bestreut haben, bestreuen sie sie mit himmlischem Aloeholzpulver, Keśara-Pulver und Tamāla-Pulver. Und nachdem sie sie mit einem Schauer himmlischer Blüten bestreut und sie mit vollkommenem und überschwänglichem Lob gepriesen haben, grüßen sie dreimal die Mutter des Bodhisattva von rechts und gehen ihres Weges. Und all dies geschieht durch die Kraft des Bodhisattva.
Sobald der Bodhisattva in den Schoß seiner Mutter eingetreten ist, betreten alle Suparṇa-Könige und -Herren, die Caturmahārājika-Devas, die Trāyastriṃśa-Devas, die Yāma-Devas, die Tuṣita-Devas, die Nirmāṇarati-Devas, die Paranirmitavaśavartin-Devas und die Brahmā-Devas ihren Wohnort und bestreuen sie mit himmlischem Pulver aus Sandel- und Aloeholz. Sie bestreuen sie mit himmlischem Pulver aus Tamāla-Blättern, lassen himmlische Blütenströme auf sie herabregnen und preisen sie mit vollkommenem, vollendetem und absolut reinem Lob. Dann grüßen sie sie dreimal von rechts und gehen ihres Weges. All dies geschieht durch die Kraft des Bodhisattva.
Wenn der Bodhisattva in den Mutterleib eintritt, nimmt er weder eine zu hohe noch eine zu niedrige Position ein. Er liegt weder auf dem Gesicht noch auf dem Rücken, noch auf der linken Seite, noch hockt er auf den Fersen. Vielmehr sitzt er mit gekreuzten Beinen auf der rechten Seite seiner Mutter. Er ist nicht von Galle, Schleim, Blut oder anderen Verunreinigungen befleckt, sondern bleibt rein. Denn während der Bodhisattva im Mutterleib ist, wird sein Körper mit Parfüm eingerieben und gereinigt.
Er kann seine Mutter sehen, und sie wiederum sieht den Bodhisattva in ihrem Leib wie einen Körper aus reinem Gold und ist von diesem Anblick entzückt.
So wie ein Beryll in einem Kristallkästchen in ihren Schoß gelegt wird, so sieht seine Mutter den Bodhisattva wie einen Körper aus reinem Gold, der ihren Leib erleuchtet.
(17) Scharen von Devas kommen Tag und Nacht, um sich nach seinem Wohlergehen zu erkundigen. Der Bodhisattva freut sich darüber und grüßt sie mit erhobener rechter Hand, ohne jedoch seine Mutter zu verletzen. Weder die Devas noch die Nāgas noch die Yakṣas noch die Māruts noch die Rākṣasas noch die Piśācas verlassen ihn Tag und Nacht.
Es wird weder über Zuneigung noch über sinnliche Genüsse noch über irgendetwas anderes Belangloses gesprochen. Sie sprechen von nichts anderem als von der Schönheit des Bodhisattva, seiner Anmut, seinem Wesen, seiner Macht, seinem Teint, seiner Herrlichkeit und seiner Tugend.
Ihre Verehrung des Bodhisattva im Mutterleib hört nicht auf. Himmlische Musikinstrumente erklingen, himmlische Düfte von Aloeholz werden verströmt und himmlische Blumen und Puder regnen herab. Und Tausende von Apsarasen singen und tanzen umher. Die Mutter des Bodhisattva lacht und unterhält sich mit Tausenden von Deva-Mädchen. Und wenn sie einschläft, fächeln ihr die Deva-Mädchen mit Korallenbaumgirlanden Luft zu. (All dies geschieht) durch die Kraft des Bodhisattva.
So vollkommen ist also dieser Abstieg in den Mutterleib, unübertroffen im großen System der dreitausend Welten.
Und nun seht ein weiteres Wunder, das Wunder des Gesprächs, das die vollkommenste Ekstase hervorrief, das unter dieser großen Schar von Devas herrschte.
Sie sprachen nicht von sinnlichen Genüssen, nicht von Apsarasen, nicht von Gesang, nicht von Instrumentalmusik, nicht von Essen und Trinken.
Sie sprachen nicht von Juwelen, nicht von Kleidung. Kein Gedanke an Kutschen oder Lustgärten kam ihnen in den Sinn. „Oh! Welch ein Licht ist das unvergleichliche Licht des Führers, der durch sein Verdienst stark ist! Es überstrahlt die Welten der Menschen und Götter.“ So lauten die Gespräche dort.
(18) „Oh! Welch ein Bild ist die Vorstellung, die dem Karma dessen entspricht, der Vollkommenheit erlangt hat!“ So vielfältig sind die Gespräche in dieser Versammlung.
Mit diesen reinen Lobgesängen auf den, dessen Weisheit erhaben ist, vertreiben sie sich die Zeit. So lauten die Gespräche in dieser Versammlung.
Und so freuen sich die Götter, während sie diese vielfältigen Themen erzählen und von seiner Schönheit, seiner Hautfarbe, seiner Macht, seiner Vortrefflichkeit und seinem tapferen Verhalten berichten.
Die Mütter aller Bodhisattvas werden geboren, wenn der zehnte Monat vollendet ist.
Der Śākyan Subhūti sandte eine Botschaft an den König: „Die Königin soll herkommen; hier wird sie erlöst.“ Der König erwiderte, sie solle kommen und einen Zweig des Sāl-Baumes abbrechen.
Bereitet rasch Lumbinis Hain vor, indem ihr ihn von Gras, Unrat und Laub befreit. Macht ihn zu einem Meer aus schönen, duftenden Blumen und erfüllt ihn mit wohlriechendem Wasser.
Im Hain Lumbinis mögen spielerische Brisen, erfüllt vom Duft der Tamāla-Blätter, einen betörenden Duft verbreiten. Mögen die stürmischen Brisen sich legen.
Mögen Wolken, erfüllt vom Duft des Aloeholzes, rasch vom Himmel herabsteigen und Lumbinis Hain beschatten, sodass er vom Aroma kostbarer Puder erfüllt ist.
Schmücke jeden schönen Weg mit Jute, Wolle und Seide, damit sie den Kalpavṛkṣa-Bäumen des Herrn der Devas im Himmel gleichen.
Devas und Deva-Mädchen mit duftenden Girlanden kommen zu Lumbinis Hain.
(19) Mit Ohrringen aus Kristalljuwelen und prächtigen Gewändern geschmückt und duftende Girlanden tragend, schweben sie die Wege des Himmels herab.
Manche tragen Körbe gefüllt mit Korallenblüten, andere Körbe mit gelben Sandelholzblüten oder auch Körbe mit gewebtem Stoff.
Mit Freude im Herzen wenden die Apsarasen, geschmückt mit Girlanden aus Land- und Wasserblumen sowie Edelsteinen und Juwelen, ihre Gesichter Jambudvīpa zu.
Göttinnen schweben durch die Luft und tragen 84.000 goldene und juwelenbesetzte Sonnenschirme.
Die Luft, erfüllt von Hunderten hochfliegenden Wimpeln aus gewebtem Stoff, gleicht strahlenden Gipfeln aus Kristall, Edelsteinen und Korallen.
Und Dampfwolken, gleich dem Atem von Elefanten, glitzern in der Luft mit ihrem blumigen Duft, einer Mischung aus Lotus, Seerose und Kamelien.
Erfreute Schlangenherrscher verstreuen süß duftende Dampfwolken in der Luft. Und es gab Hunderte weiterer Wunder.
Als Māyā, die Mutter des Eroberers, umgeben von ihren Freundinnen, den schönen Hain betrat, fuhr sie in ihrem prächtigen Wagen dahin, eine Königin wie die Gemahlin eines Unsterblichen, die die Herrschaft der Freude kannte.
Sie kam spielerisch dorthin, stützte ihren Arm auf einen Zweig des gewellten Feigenbaums und streckte sich vergnügt, als sie den Erhabenen gebären würde.
Da strömten neunzigtausend Deva-Mädchen schnell herbei, erhoben ihre gefalteten Hände und wandten sich voller Andacht an Māyā.
(20) „Heute, o Königin, wirst du den gebären, der Alter und Krankheit besiegt, einen edlen Jüngling unsterblichen Geschlechts, geehrt und geliebt im Himmel und auf Erden, einen Wohltäter der Götter und Menschen.
Sei nicht ängstlich, denn wir werden dir beistehen. Sag uns nur, was zu tun ist, und siehe da!“ Es ist alles vollbracht.
Da versammelten sich die Vier Großen Herren der Welt mit ihren dichten himmlischen Haaren, begleitet von ihrem Gefolge, eilig dort und näherten sich der Königin von rechts.
Und alle Deva-Heerscharen, die in der Luft schwebten, um Māyā zu begleiten, trugen duftende Girlanden in ihren Händen und bildeten mit ihren Begleitern einen strahlenden Anblick.
Auch die Mutter eines Bodhisattva wird nicht im Liegen oder Sitzen geboren wie andere Frauen, sondern im Stehen. Und der Bodhisattva, achtsam und besonnen, entsteigt seiner Mutter von rechts, ohne ihr Leid zuzufügen.
Denn die Höchsten der Menschen werden von rechts ihrer Mutter geboren; hier verweilen alle tapferen Männer im Mutterleib.
Warum reißt diese Seite der Mutter des Eroberers nicht, wenn sie den Besten der Menschen gebiert, und warum entstehen keine Schmerzen?
Die Tathagatas werden mit einem Körper geboren, der aus Geist besteht, und so wird der Körper der Mutter weder verletzt noch entstehen Schmerzen.
Erschöpft von seinem Aufenthalt im Mutterleib, macht der Bodhisattva sieben Schritte.
Sobald er geboren ist, schreitet er sieben Mal über die Erde, betrachtet ihre Regionen und lacht laut.
(21) Hört nun, was die Überlieferung darüber sagt, warum er sieben Schritte macht und nicht acht oder sechs.
Als der Weise, der Wohltäter der ganzen Welt, von seinem Aufenthalt im Mutterleib ermüdet war, trat er eifrig hervor, da es sein letzter Aufenthalt dort war.
Nachdem er seine sieben Schritte getan hatte, schwebte eine Schar von Devas herab, und der Weise wurde von den Herren der Welt in ihre Arme aufgenommen.
Dann fiel ein feiner Regen himmlischer Blüten, vermischt mit dem Staub des Korallenbaums und dem Duft des himmlischen Sandelholzes.
Lange Zeit verströmten die jubelnden Devas den göttlichsten Weihrauch, um die Pracht des Allwissenden zu schmücken.
Ich will hier auch die Überlieferung, die erbauliche Lehre darüber erzählen, warum der Unvergleichliche die Regionen der Welt durchstreift.
Er findet unter keinem Wesen, seien es Devas oder Menschen, eines, dessen Geburt der seinen, dessen Empfängnis der seinen gleicht.
Wie glänzendes Gold ist die Seite der Mutter des Siegers, aus der der Allwissende in seine letzte Existenz geboren wird.
Schon bei seiner Geburt kam dem überaus beredten Menschen folgender Gedanke: „Gibt es jemanden, der mir an Intelligenz gleichkommt?
Gibt es jemanden, der wie ich unter dem Kreislauf der Wiedergeburt (Saṃsāra) leidet?“ Um diesen Zweifel zu klären, durchstreift der Verwandte der Sonne alle Regionen der Welt.
Da erblickt der Fürst der Sprecher, während er die Regionen überblickt, Tausende von Koṭis von Devas, und deshalb lacht er.
Sobald er[108] geboren ist, sprechen die Devas aus Māras Welt zu ihm: „Du wirst ein reicher Weltherrscher über die vier Kontinente werden.“
Doch er lacht darüber und spricht: „Ihr kennt mich nicht, wie ich wirklich bin. Denn ich werde der Höchste der Menschen werden, allwissend und allsehend.“
Und die Lehrer sind sich über diese Zukunft einig,[109] denn so wurde die Lehre der tapferen Männer wohl verkündet.
Den Helden, den seine Mutter gebar, indem sie sich an dem blühenden Salbaum stützte, ihn, den unvergleichlichen Eroberer, preise ich.
Möge der soeben geborene Sugata mit festen Füßen auf der Erde stehen. Er hat sieben Schritte getan und alle Regionen durchstreift.
Und während er dahinschritt, folgten ihm von selbst ein Fächer und ein Sonnenschirm, damit keine Bremsen und Mücken sich auf dem Leib des Allwissenden niederließen.
Sobald der Sugata geboren war, empfingen die Devas zuerst den Eroberer, und danach trugen die Menschen den Unvergleichlichen in ihren Armen.
Die Devas begrüßten den Sugata, der die zweiunddreißig Merkmale der Vollkommenheit aufwies, und danach trugen die Menschen den Unvergleichlichen in ihren Armen.
Das Licht der Menschen erlosch, denn die Welt wurde in strahlendes Licht getaucht, sobald der Sugata, der Fackelträger der Menschen und Devas, geboren war.
Sobald der Sugata geboren war, suchte sein Volk nach Wasser. Und siehe da! Vor ihren Augen entsprangen randvolle Brunnen.
Zwei Krüge mit Wasser erschienen, einer mit kaltem, der andere mit warmem Wasser, mit denen sie den goldenen Leib des Sugata badeten.
Wiederum aufgrund der Kraft des Bodhisattva war die Mutter des Bodhisattva unmittelbar nach dessen Geburt unverletzt und ohne Narben. Ihr Leib war unversehrt und in Frieden.
Ebenso erschien unmittelbar nach der Geburt des Bodhisattva inmitten der vier Millionen Kontinente ein Zweig des heiligen Feigenbaums, das edelste aller irdischen Geschöpfe.
In der Mitte der Insel entstand durch die Kraft des Bodhisattva ein Sandelholzwald, der dem Bodhisattva Freude und Genuss schenkte.
Dann kamen Tausende von Devas und Apsarasen mit duftenden Girlanden, um dem Bodhisattva Ehre zu erweisen.
Ein Deva fragte einen anderen: „Wohin gehst du?“ Und die andere Antwort lautet:
„Sie, die Gemahlin des Königs, wird jenen unvergleichlichen Spross gebären, der so strahlend ist wie die Blüte des Lotus. Hier auf Erden wird er das höchste Gut erlangen und Māra und seine Macht besiegen. Zu diesem Helden kehre ich zurück.“
(24) „Sein Körper ist unberührt von den Unreinheiten des Mutterleibs, wie die anmutige Lotusblume, die im Schlamm der Teiche erblüht. Schön wie die aufgehende Sonne übertrifft er die Unsterblichen in Brahmās Himmel.
Kaum war er in einer Familie der Śākyans geboren, tat der Weise sieben mächtige Schritte. Er überblickte die Regionen der Welt, lachte laut auf und sprach: „Dies ist nun mein allerletztes Dasein.“
Und viele Devas hielten einen glitzernden Sonnenschirm am Himmel empor, unvergleichlich mit Edelsteinen und Perlen besetzt und alle anderen an Pracht überstrahlend, und schwenkten Girlanden aus Korallenbaumblüten.
Sie hielten einen schönen, goldenen Sonnenschirm am Himmel empor, der wie eine Muschel im Sonnenlicht glänzte, während sie kunstvoll gefertigte Fächer in ihren Händen schwenkten und den Eroberer fächelten.
Zwei Wasserkrüge erschienen augenblicklich am Himmel, der eine duftend, angenehm warm, wohltuend und heilsam für die Menschen, der andere gesund, belebend und eiskalt.
Dann legten auf dem Gipfel des Meru verschiedene Devas ihre mit allerlei Düften erfüllten Gewänder ab und schwenkten sie, in langen Reihen zu allen Seiten stehend, kraftvoll.
Sechsmal ließen sie die feste Erde erbeben.
Devas in ihren Palästen, strahlend in Gold, Silber und Edelsteinen, beobachteten, begleitet vom Klang der Musikinstrumente, die glückverheißende Geburt des Eroberers. Sie erleuchteten den Himmel mit Mond, Sonne und Sternen.
„Dies ist der große Seher, der, nachdem er den großen Ozean des Lebens durch die Welten der Devas, Nāgas und Yakṣas durchquert hat, jenes eine Reich des Friedens erreichen wird.“ So verkündeten die entzückten Devas ihn.
Unmittelbar nach der Geburt des Bodhisattva erschienen fünfhundert junge Sākyaner mit Sundarananda an ihrer Spitze, fünfhundert Jungfrauen mit Yaśodharā an ihrer Spitze, fünfhundert Diener mit Chandaka an ihrer Spitze, fünfhundert Pferde mit Kaṇṭhaka an ihrer Spitze, fünfhundert Elefanten mit dem jungen Elefanten Candana an ihrer Spitze und fünfhundert Schätze. Fünfhundert Könige sandten Boten, um ihn zu begrüßen.
Dann befahl König Śuddhodana: „Bringt nun die Königin fort.“ Womit wird der Bodhisattva getragen werden? In einer juwelenbesetzten Sänfte, die der Deva Viśvakarma angefertigt hat.
Wer wird diese Sänfte tragen? Die Vier Großen Herren stehen bereit und sprechen: „Wir werden die Auserwählten tragen.“
(26) Der Bodhisattva steigt zusammen mit seiner Mutter Māyā in die Sänfte. Śakra, der Herr der Devas, und der Große Brahmā bilden eine Eskorte.
König Śuddhodana befahl seinen Ministern: „Führt nun das Kind, die Stärke der Śākyans, zum Tempel, damit es zu Füßen der Göttin Abhayā betet.“
Gehorsam gegenüber dem Befehl des Königs sprachen seine Minister: „Wir werden ihn dazu bringen, sein Haupt zu Füßen der Göttin Abhayā zu verneigen.“
Doch als sie vor die Göttin traten, streckte das Kind seine Füße (und nicht seinen Kopf) aus, während die Göttin Abhayā stattdessen ihr eigenes Haupt zu Füßen des Kindes verneigte.
Widerwillig betrat der Held, der große Erlöser der Welt, der Lehrer der Könige, den Schrein.
Doch als man ihn aufforderte, die Göttin mit dem Kopf zu grüßen, streckte er die Füße aus.
Da sprach die Göttin Abhayā: „Es ziemt sich nicht, dass er mich verehrt. Sollte er sich vor irgendjemandem verneigen, so wird dessen Kopf gewiss in sieben Teile gespalten.“
Als das Kind geboren war, wurden alle Wesen, selbst jene in Avīci, reich und glücklich. Die Devas und die Göttin Abhayā verneigten sich freudig vor ihm.
- Schlussstrophen:
Als der Herrscher der Welt geboren wurde, gedieh alles im Reich des Königs. Daher wurde er, der den Menschen ein Segen war, Sarvārthasiddha genannt.
(27) Als das Kind den Königspalast betreten hatte, befahl der König seinem Priester, sogleich die Weisen zu holen, die mit den Regeln und der Bedeutung der Zeichen vertraut waren.
Als die heiligen Devas, die Maheśvaras, dies erfuhren, erschienen, damit die ungebildete Menge der Wiedergeborenen die Zeichen nicht deuten konnte.
Frei von Hochmut, Stolz und Arroganz näherten sich achttausend Maheśvaras mit erhobenen Händen dem Neugeborenen, der von Devas und Menschen gleichermaßen verehrt wurde.
In reinen Gewändern und Roben standen sie still vor dem Tor des Königspalastes und sprachen mit sanfter Stimme wie der Ruf des Kuckucks zum Türhüter:
„Geh zu Śuddhodana und sage ihm: ‚Hier sind achttausend Männer, die die Regeln und die Bedeutung der Zeichen kennen und eintreten möchten, wenn es dir gefällt.‘“
„So sei es“, sagte der Türhüter gehorsam und betrat den Palast. Er hob die gefalteten Hände und sprach freudig zum Herrn der Erde:
„O König, unvergleichlich an Vollkommenheit, dessen Ruhm hell erstrahlt, Bezwinger deiner Feinde, mögest du dein Reich noch lange regieren. Männer wie Unsterbliche stehen vor deinen Toren und sehnen sich nach Einlass.“
„Angesichts ihrer klaren, vollen Augen, ihrer sanften Stimmen und ihres Schrittes, der dem eines Elefanten in der Brunft gleicht, zweifele ich, ob es sich um Menschen oder nicht um Söhne der Unsterblichen handelt.
Wenn sie umhergehen, befleckt der Staub der Erde ihre edlen Füße nicht. Man sieht keine Fußspuren von ihnen auf dem Boden – auch dies ist ein Wunder.
Majestätisch und ruhig sind ihre Gesten, edel ihre Haltung und beherrscht ihr Blickfeld. Sie erfreuen alle, die sie erblicken.
(28) Und hier ist noch ein Wunder: Ihre Körper werfen keine Schatten, und man hört kein Geräusch, wenn sie sich bewegen.
O König, zweifellos sind sie gekommen, um deinen edlen Sohn zu sehen. Freue dich, diese Devas zu sehen und zu begrüßen, die nicht aus dem Mutterleib geboren wurden.
Sie tragen schöne, duftende Girlanden in ihren Händen. Ihre Gesten sind anmutig, und ihre Gestalten sind bezaubernd und von Glanz erfüllt.“ „Zweifellos sind dies erhabene Devas.“
Als Śuddhodana diese Worte hörte, durchfuhr ihn ein Schauer der Freude, und er erwiderte: „Gewiss, lasst sie eilends diesen edlen Palast betreten.“
„Und warum? Weil solche Gestalten nicht gewöhnlichen Menschen entsprechen. Menschen besitzen nicht die Majestät, die diese Wesen haben.“
Da kehrte der Türhüter zu den Maheśvaras zurück, verneigte sich mit erhobenen Händen und sprach freudig:
„Seine Majestät ist erfreut, meine Herren, dass ihr auf sein Geheiß den Palast des tapferen Königs betretet, der einer Festung der Devas würdig ist.“
Als die achttausend Maheśvaras dies hörten, betraten sie den königlichen Palast des Oberhaupts seines unbesiegten Geschlechts.
Und Śuddhodana, eine stattliche und stattliche Gestalt, erblickte die Maheśvaras noch in einiger Entfernung und erhob sich mit seinem Hofstaat, um sie zu empfangen.
Der tapfere König sprach zu ihnen: „Ich habe euch alle herzlich willkommen geheißen. Wir sind erfreut über euer Aussehen, eure Ruhe, eure Selbstbeherrschung und eure Stärke.“
(29) „Hier sind unsere Ehrenplätze. Nehmt bitte sogleich Platz, meine Herren, um uns zu erfreuen.“
Da setzten sich jene, die frei von Hochmut, Stolz und Arroganz und untadelig waren, auf diese Sitze, deren Füße hell erleuchtet und mit vielen Edelsteinen geschmückt waren.
Nachdem sie eine Weile gewartet hatten, wandte sich einer von ihnen an den König: „Eure Majestät möge den Grund unseres Kommens hier erfahren.
Euer Sohn ist geboren, o König, von vollkommener Schönheit und von allen als schön angesehen, der alle Merkmale der Tugend in vollkommener Weise verkörpert.
Denn wir, die wir die Zeichenlehre beherrschen, können die Zeichen der Tugend und des Lasters erkennen. Wenn es Euch nicht zu schwerfällt, möchten wir jenen sehen, der die Zeichen eines großen Mannes trägt.“
Der König erwiderte: „Kommt und seht meinen Sohn, dessen guter Ruf gewiss ist[137], der Göttern und Menschen Freude bereitet und die Merkmale der Vollkommenheit in sich trägt.“
Dann nahm er den Tugendhaften, in zarte, weiche, farbenfrohe Wolle gehüllt, in seine Arme und führte ihn, dessen Beredsamkeit klar ist[138], vor die edlen Suras.
Als die Maheśvaras aus der Ferne das würdevolle Herannahen des Daśabala[140] beobachteten, waren sie von Freude ergriffen und neigten ihre mit glitzernden Diademen gekrönten Häupter zur Erde.
Dann sprachen sie zum König: „Großen Gewinn hast du, o mächtiger König, denn in deiner Familie ist ein großer Mann geboren, der die zweiunddreißig Merkmale besitzt.
Diese sind
Er hat Füße mit ebenem Profil.
Seine Fußsohlen sind mit radähnlichen Mustern verziert.
Er hat lange Zehen und Finger.
Seine Fersen sind breit und stehen hervor.
Seine Füße sind stark gewölbt.
(30) Seine Beine gleichen denen einer Antilope.
Sein Körper ist von göttlicher Geraderheit.
Er kann im Stehen seine Knie mit den Händen berühren. Sein Geschlechtsorgan ist von einer Vorhaut umschlossen.
Sein Körper ist wie der eines Banyanbaums proportioniert.
Seine Hände und Füße sind weich und zart.
Seine Hände und Füße sind mit Schwimmhäuten versehen.
Sein Körper ist vollkommen geformt.
Die Daunen auf seinem Körper wachsen in einzelnen Haaren, eines pro Pore. Die Daunen auf seinem Körper wachsen gerade nach oben.
Er hat eine glatte Haut.
Er hat eine [ ] Haut.
Er bewegt sich wie ein Schwan.
Zwischen seinen Schulterblättern befindet sich keine Vertiefung.
Sein Körper weist sieben konvexe Flächen auf.
Er hat einen ausgezeichneten Geschmackssinn.
Seine Haut ist goldfarben.
Er hat die Brust eines Löwen.
Seine Zähne sind gerade.
Seine Eckzähne sind strahlend weiß.
Seine Brust ist gleichmäßig rund.
Seine Zunge ist lang und schlank.
Seine Stimme ist wie die Brahmas.
Seine Augen sind blau.
Seine Wimpern sind wie die einer Kuh.
Zwischen seinen Augenbrauen hat er ein behaartes Muttermal.
Sein Kopf ist wie ein königlicher Turban geformt.
So ist der Erlöser mit den zweiunddreißig Merkmalen der Vortrefflichkeit[1].