Mahavastu II - Das Jātaka von Surūpa: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Mönche sagten zum Erhabenen: „Um eines weisen Ausspruchs willen[1] opferte der Erhabene Fleisch und Blut.“ Der Erhabene antwortete: „Das war nicht das erste Mal, dass ich Fleisch und Blut um eines weisen Ausspruchs willen opferte; ich tat es schon einmal.“ Die Mönche fragten: „Gab es noch einen anderen Anlass, Herr?“ Der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“ | Die Mönche sagten zum Erhabenen: „Um eines weisen Ausspruchs willen[1] opferte der Erhabene Fleisch und Blut.“ Der Erhabene antwortete: „Das war nicht das erste Mal, dass ich Fleisch und Blut um eines weisen Ausspruchs willen opferte; ich tat es schon einmal.“ Die Mönche fragten: „Gab es noch einen anderen Anlass, Herr?“ Der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“ | ||
Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, da lebte im Himalaya ein Hirsch namens Surūpa. Er war lieblich, anmutig und schön, mit roten Hufen und rotem Geweih, pechschwarzen Augen und einem gefleckten[2] Fell. Er führte eine Hirschherde an und war klug, intelligent und durch die Wurzel der Tugend und durch Verdienste gestärkt.[3] | Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, da lebte im Himalaya ein Hirsch namens Surūpa. Er war lieblich, anmutig und schön, mit roten Hufen und rotem Geweih, pechschwarzen Augen und einem gefleckten[2] Fell. Er führte eine Hirschherde an und war klug, intelligent und durch die Wurzel der Tugend und durch Verdienste gestärkt.[3] | ||
Durch die vielen Verdienste des Hirsches lebte die gesamte Herde in den Ausläufern des Himalayas in Frieden. Sie ernährten sich von allerlei Nahrung und tranken kühles Wasser, ohne Furcht und Schrecken. Gesegnet mit einem guten Anführer, konnten ihnen weder Menschen noch wilde Tiere etwas anhaben. | Durch die vielen Verdienste des Hirsches lebte die gesamte Herde in den Ausläufern des Himalayas in Frieden. Sie ernährten sich von allerlei Nahrung und tranken kühles Wasser, ohne Furcht und Schrecken. Gesegnet mit einem guten Anführer, konnten ihnen weder Menschen noch wilde Tiere etwas anhaben. | ||
Bei Kälte führte der Hirsch seine Herde in die warmen, bei Hitze in die kühlen Gebiete. Er war bei Devas, Nāgas, Yakṣas, Kinnaras, Waldgeistern, wilden Tieren und anderen Geschöpfen gleichermaßen beliebt. | Bei Kälte führte der Hirsch seine Herde in die warmen, bei Hitze in die kühlen Gebiete. | ||
Er war bei Devas, Nāgas, Yakṣas, Kinnaras, Waldgeistern, wilden Tieren und anderen Geschöpfen gleichermaßen beliebt. | |||
Doch Mönche, allen voran Śakra, der Herr der Devas, wollten den Hirsch prüfen. Er verkleidete sich als Jäger, ging zu dem Ort, wo der König der Hirsche weilte, und sprach zu ihm: „Ich kenne einen weisen Spruch. Wenn du dich mir stellst, wirst du ihn hören.“ | Doch Mönche, allen voran Śakra, der Herr der Devas, wollten den Hirsch prüfen. Er verkleidete sich als Jäger, ging zu dem Ort, wo der König der Hirsche weilte, und sprach zu ihm: „Ich kenne einen weisen Spruch. Wenn du dich mir stellst, wirst du ihn hören.“ | ||
Aktuelle Version vom 22. Februar 2026, 13:38 Uhr
Das Mahavastu II - Das Śarupa-Jātaka - (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)
Jātaka von Surūpa (König der Hirsche)
Die Mönche sagten zum Erhabenen: „Um eines weisen Ausspruchs willen[1] opferte der Erhabene Fleisch und Blut.“ Der Erhabene antwortete: „Das war nicht das erste Mal, dass ich Fleisch und Blut um eines weisen Ausspruchs willen opferte; ich tat es schon einmal.“ Die Mönche fragten: „Gab es noch einen anderen Anlass, Herr?“ Der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“
Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, da lebte im Himalaya ein Hirsch namens Surūpa. Er war lieblich, anmutig und schön, mit roten Hufen und rotem Geweih, pechschwarzen Augen und einem gefleckten[2] Fell. Er führte eine Hirschherde an und war klug, intelligent und durch die Wurzel der Tugend und durch Verdienste gestärkt.[3]
Durch die vielen Verdienste des Hirsches lebte die gesamte Herde in den Ausläufern des Himalayas in Frieden. Sie ernährten sich von allerlei Nahrung und tranken kühles Wasser, ohne Furcht und Schrecken. Gesegnet mit einem guten Anführer, konnten ihnen weder Menschen noch wilde Tiere etwas anhaben.
Bei Kälte führte der Hirsch seine Herde in die warmen, bei Hitze in die kühlen Gebiete.
Er war bei Devas, Nāgas, Yakṣas, Kinnaras, Waldgeistern, wilden Tieren und anderen Geschöpfen gleichermaßen beliebt.
Doch Mönche, allen voran Śakra, der Herr der Devas, wollten den Hirsch prüfen. Er verkleidete sich als Jäger, ging zu dem Ort, wo der König der Hirsche weilte, und sprach zu ihm: „Ich kenne einen weisen Spruch. Wenn du dich mir stellst, wirst du ihn hören.“
Als der König der Hirsche die Worte des Jägers hörte, freute er sich und dachte: „Wenn ich im Gegenzug für dieses vergängliche Dasein[4] eine weise Lehre vernehmen darf, ist mir ein großer Gewinn.“
Und zum Jäger sagte der König der Hirsche: „Um dieser weisen Lehre willen gebe ich mich hin. Lass mich sie schnell und ohne Verzögerung hören.“
Śakra, der Herr der Devas, war erfreut über den tiefen Respekt vor dem Dharma, den der König der Hirsche zeigte, und sprach zu ihm: „Der Schmutz und Staub an den Füßen rechtschaffener Menschen[5] ist besser als ein Berg aus Gold. Denn der Schmutz und Staub an den Füßen rechtschaffener Menschen mindert den Kummer, ein Berg aus Gold mehrt ihn.“
Dann, nachdem Śakra den König der Hirsche so geprüft hatte, verschwand er.
Ein Jäger sprach zu einem Hirsch namens Surūpa: „Ich habe einen weisen Spruch. Gib mir dein Fleisch, und du wirst ihn von mir hören.“
[Der Hirsch antwortete:]
Wenn ich im Gegenzug für mein vergängliches Fleisch einen weisen Spruch hören darf, gebe ich dir mein Fleisch. Sprich schnell diesen weisen Spruch.
Der Jäger antwortete:
Der Staub an den Füßen rechtschaffener Menschen ist besser als ein Berg aus Gold. Dieser Staub mindert den Kummer; jener Berg mehrt ihn. [6]
Der Erhabene sprach: „Möncht ihr Mönche wieder meinen, dass der Herr der Hirschherde im Himalaya, der überzeugende und rechtschaffene Hirsch namens Surūpa, zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. (257) Das dürft ihr nicht denken.
Denn ich, Mönche, war zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit der Herr der Hirschherde im Himalaya, der überzeugende und rechtschaffene Hirsch namens Surūpa. Damals gab ich, um einer weisen Lehre willen, Fleisch und Blut auf, so wie ich es jetzt tue. [7]
Hier endet die Jātaka von Surūpa, dem König der Hirsche.“