Mahavastu II - Das zweite Avalokita-Sūtra: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 23. Februar 2026, 12:14 Uhr
Das Mahavastu II - Das zweite Avalokita-Sūtra - (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)
Das zweite Avalokita-Sūtra
Das lange zweite Avalokita-Sūtra ist eine Fortführung des ersten.
So habe ich es gehört. Einst weilte der Erhabene in Veśālī[1] im Hain von Āmrapālī[2] mit einer großen Schar von Mönchen und einer großen Menge von Bodhisattvas.[3] Da erhob sich ein Mönch namens Viśuddhamati[4] von seinem Sitz, legte sein Gewand über eine Schulter und kniete mit dem rechten Knie auf dem Boden nieder.
Er streckte dem Erhabenen seine gefalteten Hände (294) zum Gruß entgegen und sprach: „Möge der Erhabene offenbaren, was er sah, als er als Bodhisattva zum Bodhi-Baum kam und auf dem Bodhi-Thron[5] stand und zum Wohle und zum Wohlergehen der ganzen Welt seine Betrachtung anstellte.[6]
Dies wird zum Wohl und Glück der Menschheit dienen, der Welt Mitgefühl schenken und dem Wohl der großen Schar sowie der Devas, der Menschen und der großen Wesen, der Bodhisattvas, dienen. Die große Welt des Dharma[7] wird errichtet[8] und Trost wird gewiss sein.“[9]
Und bei dieser Gelegenheit rezitierte der Mönch Viśuddhamati diese Verse:
Wie, o Licht der Welt,[10] unendlich, frei von Leidenschaft, hast du die Nairañjanā zum Wohle aller Lebewesen durchquert?
O mächtiger Held, Tathāgata, großer Seher, verkünde, welche Vorzeichen es gab, als der Beste der Menschen hinüberging.
Wie, o Licht der Welt, wurde der Thron des Bodhi für dich geschmückt? Ich bitte dich inständig, mir dies zu sagen, o Guter und Wohltätiger.
Und, o Denkmal der Welt,[11] erzähle, wie du die höchste Erleuchtung erlangtest und wie du den Sohn der Finsternis[12] und sein Heer besiegtest.
O du Selbstständiges, wahres Wesen ohne Rang, verkünde, was deine zehn Kräfte sind[13]...,[14]
„Mit[15] der Kraft deiner Magie hast du die zehn Himmelsrichtungen erleuchtet, o Karawanenführer, o großer Seher, hundertfach geehrt von Menschen und Göttern.[16] Du schreitest wie ein König der Schwäne, weiß wie Schnee, rein, aus Dhritarashtras Schwanenfamilie,[17] der beste der Suras, dessen Körper keine Müdigkeit kennt. Du wanderst von Region zu Region, durchstreifst die Heerscharen der Devas, Asuras, Nāgas, Yakṣas und die Wohnstätten der Götter,(295) und lässt ihre goldenen Säulen matt erscheinen. Wie eine goldene Scheibe eine verbrannte Säule übertrifft,[18] so übertrifft der Meister die ganze Welt. Du bist eine blühende Blume; dein Körper ist mit Zeichen übersät.“ von solcher Vollkommenheit, wie der Himmel mit Sternen übersät ist.
Es gibt keine Grenzen[19] für die Hunderttausenden von Verdiensten, die sich durch das einmalige Anrufen des Namens des Sugata ansammeln. Niemand ist dir gleich auf der ganzen Welt; wie viel weniger ein Erhabener? So erleuchtest du alle zehn Regionen ringsum, wie die Sonne am Himmel. Dein Körper, o Daśabala, befreit vom Groben, ist mit den zweiunddreißig Zeichen der Vollkommenheit geschmückt wie mit einem Panzerhemd und leuchtet hell wie der Mond im Monat Kārttika.[20] Wie tausendstrahlige Sterne sind die vierundachtzig Anhänger des Meisters, durch die die Stimme des Erhabenen, vollkommen in ihren tausend Tönen und mit fünf Qualitäten ausgestattet, und seine Rede verstanden werden.[21]
Aus dem Mund des Erhabenen weht der Duft von Sandelholz. Er erhält die unermesslichen, grenzenlosen und unendlichen Buddha-Felder.[22] Er heilt[23] die Unfruchtbarkeit[24] von Bosheit und Torheit. Wären alle dreitausend Welten mit Bergen von Senfkörnern gefüllt, könnte man sie vielleicht einzeln zählen. Doch es ist unmöglich, all die unendlichen, unzähligen Geschöpfe in den zehn Regionen zu zählen, die den Sandelholzduft des Erhabenen riechen und wahrnehmen. Du bist in einem Zustand der Geduld;[25] du bist weise, unvergleichlich, ein Held mit großem Mitgefühl, majestätisch und mächtig, ein Heiler der Wesen, ein Retter, unbefleckt, würdig der Opfergaben derer, die zu dir Zuflucht kommen, ein überaus erhabener Sieger, ein Selbstständiger.[26] Wer kann je genug von deinem Lobpreis haben? So unermesslich ist deine Macht. Mögen wir zu dem Ort unendlicher Schönheit gelangen, wo die Leidenschaft stillt, wo das Herz Frieden findet, zur Zuflucht, zu dir[27], dem Sieger, dem Unbesiegbaren. Es mag möglich sein für Ein Reisender kann die Grenzen der Luft und des Meeres nicht erreichen[28]; es ist unmöglich, die Grenzen (296) der Macht des Eroberers zu erreichen. So ist der vollkommene Buddha von Macht erfüllt.
Ich bitte dich, Löwe, Herr der Menschen, Daśabala, der Unendliche, o Held, dessen Leidenschaft gestillt ist, erkläre mir auf meine Bitte hin, was ein durch Wissen friedvolles Herz und eine reine, von Anhaftung freie Welt ist.[29]
Tausende von Kalpas lang, unendlich lange, unvorstellbar lange, suchte der Allwissende, der Höchste der Zweibeiner, nach dem Guten.
Er übte Nächstenliebe, Moral, Geduld und Meditation und praktizierte Weisheit in früheren Leben über viele hundert Kalpas hinweg.
Der Glanz feuriger Edelsteine, die Blitze am Himmel und die Sterne erloschen. [30]
Es gibt keinen Deva, keinen Nāga, keinen Yakṣa, keinen Kumbhāṇḍa und keinen Rākṣasa, dessen Körper dem deinen gleicht, o Führer der Menschen.
„Von Suras und Asuras verehrt, gepriesen und geachtet bist du, o großer Seher, Lichtbringer, Herr der Zweibeiner, edles Wesen des Seins, Stiermensch, Denkmal der Menschen. Der Haarkranz auf der Stirn des Erhabenen, zwischen seinen Augenbrauen, leuchtet wie die Sonne; er ist hell wie der klare Vollmond im Monat Karttika. Die dunkelblauen, klaren Augen des Führers schimmern wie der Glanz des hellblauen Lotus, makellos, leuchtend und strahlend.
Die Zähne des Herrn der Männer und Frauen, die eine Freude anzusehen sind[31], makellos und weiß, wohlgeformt und ebenmäßig wie reiner Schnee,(297) finden ihren Platz[32] in deinem Mund, der rein ist wie ein zartes Blütenblatt, o Daśabala.
Die Zunge des Meisters, des Führers, bedeckt mit sanften, zarten Linien und mit einem exquisiten Geschmackssinn, hat den Glanz einer jungen Knospe; sie ist Göttlich und den Menschen wohlgefällig. Seine freudvolle, breite Stirn, seine Augenbrauen und sein Gesicht leuchten wie der Mond. O Daśabala, das dunkelblaue Haar auf dem Haupt des Erhabenen ist geordnet.
O Śākyanischer Löwe, dein Hals glänzt wie eine goldene[33] Muschel, als teile er den Körper des Siegers.[34] Der Körper des Erhabenen, mit seiner Büste wie die eines Löwen,[35] kann nicht geteilt werden.[36] Du erleuchtest alle Regionen der Welt.
O du, dessen Beredsamkeit unnachahmlich ist, o du unvergleichliches Meer (der Beredsamkeit), lass uns die Reifung unseres Karmas erkennen, während du diese Worte sprichst. Die ganze Welt huldigt dir, wendet sich[37] flehend mit erhobenen gefalteten Händen zu dir.
Nachdem der Mönch Viśuddhamati so gesprochen hatte, sagte der Erhabene zu ihm: „Gut ist es für dich, o Mönch, ja, gut ist es für dich, dass du meinst, man solle den Tathāgata um diese Gunst bitten. Strahlend ist deine Redegewandtheit, o Mönch, und gut ist deine Besonnenheit, dass dir dies eingefallen ist.[38] So werden auch die Früchte des Karmas für diese jungen Herren[40] deutlich, die diese Auslegung des Dharma beherrschen werden. Sie werden nicht in die Macht des bösen Māra fallen. Weder Menschen noch Dämonen werden eine Chance haben,[41] ihnen zu schaden. Und warum?
Weil diese Mönche, diese Wesen, in deren Namen du dies über die Bodhisattvas, die Großen Wesen, fragst,[42] eine edle Wurzel der Güte gelegt haben. Es ist zum Wohl aller Wesen, Mönch, dass du meinst, du solltest den Tathāgata über die Bodhisattvas, die Führer, befragen.“
O Mönch, es dient dem Wohl aller Wesen (298), dass du den Tathāgata nach den Bodhisattvas, den Großen Wesen, den Führern der Welt, befragst, die sich durch ihre Fähigkeit auszeichnen, jeden Zweifel zu zerstreuen und zu vertreiben.
O Mönch, es dient dem Wohl aller Wesen, dass du den Tathāgata nach den Bodhisattvas, den Großen Wesen, den Führern der Welt, befragst, die sich in höchstem Maße der Freigiebigkeit, der Geduld, der Meditation und der Weisheit widmen.“
Und bei dieser Gelegenheit rezitierte der Erhabene diese Verse:
Als ich von Tuṣita, dem Wohnsitz der Devas, herabstieg und in Gestalt eines weißen, sechszähnigen Elefanten in den Schoß der Hauptkönigin des Königs eintrat, da erbebten die dreitausend Welten.
Da erleuchtete ein strahlender goldener Glanz die dreitausend Welten, ja selbst den höchsten Himmel, als der Eroberer, in sich ruhend, in den Schoß eintrat.
Śakra mit seinen Hunderttausenden und die Koṭis aus Brahmās Reich kamen, um ihm Tag und Nacht unaufhörlich zu huldigen, und sie gingen nie fort, ohne entlassen worden zu sein.
Hunderttausend Musikinstrumente erklangen am Himmel, der von allen Devas bevölkert war.[43] Sie ließen himmlisches Sandelholzpulver herabregnen, und andere trugen Banner und Sonnenschirme in ihren Händen.
Sie ließen [44] wunderschöne, himmlische Blüten des blauen Lotus, Bienen und Pfauen sowie goldene Girlanden herabregnen, als der Eroberer, in sich ruhend, den Mutterleib betrat.
Als der Buddha, die Quintessenz des Seins, geboren wurde, brachte ihm der Herr der Devas in seiner Freude ein besonderes Gewand, hell, seiden und glänzend wie das Gold von Jāmbūnada. [45]
Und als der Bodhisattva auf dem Boden stand, machte er freudig sieben Schritte und sprach (299): „Siehe, ich werde dem Alter, das den Tod mit sich bringt, ein unvergleichliches Ende auf Erden setzen.“
Da erbebte die Erde sechsmal, und ein strahlender Glanz ergoss sich in alle Richtungen. Himmlische Stimmen sangen am Himmel, und achtzigtausend Devas erschienen.
Die Devas ließen himmlisches Sandelholzpulver, golden und hell, vom Himmel herabregnen. Die Devas[46], voller Freude und Begeisterung, bestreuten den Bodhisattva mit Korallenblüten.
Als der Bodhisattva der Welt[47] neunundzwanzig Jahre alt und reif war,[48] entsagte er seinem Königreich und den sieben kostbaren Schätzen[49] und legte das gelbe Gewand an.
Der weise Bodhisattva verließ seine Heimat und lebte sechs Jahre lang in Askese. Er betrat das Reich von Magadha, wo ihn die Tochter eines Dorfvorstehers erblickte.[50]
Voller Freude nahm der Bodhisattva das goldene Gefäß, den Krug, der mit Edelsteinen funkelte, vollkommen geformt[51] und von vollendeter Schönheit war, und die Seherin spülte ihm den Mund aus.
Sie reichte ihm stärkende Speisen von exquisitem Geschmack und betörendem Duft. Da ergriff sie tief bewegt den Entschluss[52]: „Möge ich ein Buddha werden, der mit den (zweiunddreißig) Zeichen geschmückt ist.
Möge ich diesen niederen Zustand des Begehrens[53] aufgeben und ein reines, unbeflecktes, heiliges Leben führen. Möge ich den Sinnesfreuden, der Quelle des Übels, der Wurzel der Leidenschaft, entsagen und den Buddhas folgen, die die Befleckung beseitigt haben und frei von den Begierden sind.“
Und als Senāpatis Tochter, glücklich in ihrem Herzen, diese Verse gesprochen hatte, streckte sie ihre gefalteten Hände in Verehrung vor dem Bodhisattva aus, weinte und sprach:
„Großen Gewinn hat Bimbisāra wohl errungen, mein Herr; er hat die Freiheit vom Kummer erlangt und das Wissen um das Wachstum.[54] (300) Denn in seinem Reich steht heute der Bodhisattva, der die unvergleichliche Erleuchtung erlangen wird.
„Nachdem er von meiner Speise gegessen hatte, ging Krakucchanda, der Selbstständige, zum Baum, dem Herrscher allen Wachstums, und erstrahlte in den zehn Himmelsrichtungen wie ein Opferpfahl aus Jāmbūnada-Gold.
Und er, der Konaka hieß und der der Opfergaben überaus würdig war, ging nach dem Verzehr meiner Speise zum Bodhi-Thron, erhaben im Herzen, unerschütterlich, sein Körper bedeckt mit den zweiunddreißig Zeichen.[55]
„Auch er, der damals Kāśyapa genannt wurde, dessen Körper wie Jāmbūnada-Gold war, der Weise, das Wesen des Seins, der Selbstbestimmte, ging, nachdem er meine Speise gegessen hatte, zum edlen Baum, dem König allen Wachstums.“
„Und all die Unvergleichlichen, die der Opfergaben würdig sind, die in einem glückverheißenden Kalpa weise sein werden, von allen Verunreinigungen befreit und frei von Begierden, möge ich sie alle aufgrund meiner unvergleichlichen Erleuchtung verehren können. Kein anderes Verlangen ist mein.“
Und die Devas im Himmel bestreuten den Bodhisattva mit Sandelholzpulver, während Senāpatis Tochter, voller Freude über ihren großen Gewinn, diese Worte sprach.
Und Sujātā, die reine Liebe zum Bodhisattva empfand, erinnerte sich erneut an ihre früheren Leben[56] und sprach: „Tausende von Koṭis, Nayutas von Buddhas aßen meine Speise und gingen zum Fuße des Bodhi-Baumes.“
Als der Bodhisattva den Fluss Nairañjanā erreicht hatte, verharrte er einen Augenblick. Mit seinen gleichmäßigen Fußsohlen[57] brachte er die Erde zum Beben. Und bei dieser Gelegenheit war das große Erdbeben furchterregend und haarsträubend.
Denn durch dieses gewaltige Erdbeben wurde das große System der dreitausend Welten so eben wie eine Handfläche. Und Sumeru,[58] der König der Berge, die Berge von Cakravāḍa[59] und Mahācakravāḍa, die sieben Gebirgsketten Nimindhara, Yugandhara, Īṣāndhara, Khadiraka, Aśvakarṇa, Vinataka und Sudarśana auf dem Kontinent sowie andere Kāla[60]-Berge sanken durch die Kraft des Bodhisattva zu Boden (301). Die großen Ozeane wurden heftig und deutlich spürbar bewegt.[61]
Bei dieser Gelegenheit wurde das große System der dreitausend Welten[62] erneut mit Hunderttausenden von Lotusblüten aus Jāmbūnada-Gold bedeckt, so groß wie ein Wagenrad, mit Hunderttausenden von Blättern wie dunkelblauem Beryll, mit weißen Korallenblüten und gelben[63] śirigarbhas.[64] Und ein strahlendes Licht in Form eines Schachbretts[65] erschien, und in diesem Licht kehrte Ruhe in die schrecklichen Höllen ein.
Alle Höllenbewohner wurden glücklich. Alle, die als Tiere wiedergeboren wurden, wurden glücklich. Alle Bewohner von Yamas Welt[66] wurden durch die Kraft des Bodhisattva glücklich und freundlich zueinander. Das große System der dreitausend Welten wurde in dieses strahlende Licht getaucht.
Bei dieser Gelegenheit schienen alle Wohnstätten der Herren der Devas, Nāgas, Yakṣas und Garuḍas[67] im großen System der dreitausend Welten, so strahlend sie auch waren, lichtlos.[68] Überall wurde ihnen bewusst, dass der Bodhisattva seine wahre Persönlichkeit erlangt hatte.[69]
Bei dieser Gelegenheit fanden alle Devas, Nāgas, Yakṣas, Gandharvas, Asuras, Garuḍas, Kinnaras und Mahoragas[70] durch die Macht des Bodhisattva keine Freude mehr in ihren eigenen Wohnstätten. Unfähig, die strahlende Herrlichkeit des Bodhisattva zu ertragen, kamen sie alle zum Bodhi-Thron und brachten Blumen, Girlanden, Parfums, Sonnenschirme, Banner, Musikinstrumente, Weihrauch und Salben.
Bei dieser Gelegenheit standen in den unzähligen, unendlichen Buddha-Feldern Bodhisattvas von überauser Schönheit am Himmel, die himmlische Gewänder fertigten und himmlische blaue, rote und weiße Lotusblumen trugen.
Bei dieser Gelegenheit wurde das gewaltige System der dreitausend Welten (302), das sich von der Erdoberfläche bis zum höchsten Reich erstreckte, erneut mit Hunderttausenden von Jāmbūnada-Goldlotusblüten von der Größe eines Wagenrades, mit Stängeln aus dunkelblauem Beryll und Myriaden[71] von Fäden, gelb wie Akazienedelsteine,[72] und der Ankunft von Bodhisattvas, Nāgas, Yakṣas, Asuras, Garuḍas, Kinnaras und Mahoragas erfüllt.
Dann überquerte der Bodhisattva vor dem großen Heer der Devas den Fluss Nairañjanā. Und bei dieser Gelegenheit erschienen achtzig Koṭis, Sonnenschirme aus Jāmbūnada-Gold, und standen über dem Bodhisattva, und achtzig Koṭis aus Silber, achtzig Koṭis aus Smaragd, achtzig Koṭis aus Elefantenstein,[73] achtzig Koṭis aus Rubin und achtzig Koṭis aus Edelsteinen. Und achtzig Koṭis von Nāgas, jeder Nāga begleitet von achtzig Koṭis von Nāgas, die roten Jasmin trugen, näherten sich dem Bodhisattva und verehrten ihn aufgrund des Verdienstes, den sie sich vor langer Zeit erworben hatten.
Da erhob sich Kāla, der Nāga-König, in Begleitung seines Volkes von seinem Wohnsitz, trat an den Bodhisattva heran, verneigte sich tief vor ihm, streckte ihm die gefalteten Hände entgegen und sprach, ihn anblickend, in Versen zu ihm.[74]
Als der Bodhisattva, zuversichtlich in seinem Streben nach Erleuchtung, nach Nairañjanā kam, erreichte er den Fuß des Bodhi-Baumes,in dem Scharen verschiedener Vögel sangen; der von prächtigen Pflanzen umgeben und mit bis zu dreitausend edlen Blüten und Früchten behangen war.
Wohin jene Lichter der Welt,[75] Krakucchanda, Konākamuni und der große Seher Kāśyapa, gekommen waren und Erleuchtung erlangt hatten, (303) dorthin ist nun dieses Licht der Welt, der Führer der Welt, der bedeutendste Seher der Śākyans, der Verwandten der Sonne, gekommen.[76]
Die Scharen der Devas, voller Freude und Begeisterung, verwandelten die Erde in eine wogende Blütenwolke.
Die Śuddhāvāsa-Devas kamen aus ihren Wohnstätten, versammelten sich und verehrten ehrfürchtig den Bodhisattva, den Führer der Welt.
Sie schmückten den Bodhi-Thron mit himmlischen und irdischen Blüten des Korallenbaums, den kostbarsten und schönsten[77].
Alle Bäume davor verehrten den Bodhi-Thron und verneigten sich vor ihm, denn dies ist der erhabene Ort, zu dem frühere Buddhas pilgerten.
Und die Göttin, die im Baum am Bodhi-Thron wohnte, sprach in der Sprache der Feen[78], als sie den Bodhisattva erblickte.
Sie schwenkte ihr Gewand und ließ himmlisches Sandelholzpulver herabrieseln; mit einem himmlischen Edelsteinpulver bestreute sie den tapferen Menschen.
Die Winde, die in den vier Himmelsrichtungen wehen und verschiedene himmlische und irdische Düfte verströmen, umwehten den Bodhisattva-Thron.
Helle himmlische Musikinstrumente spielten am Himmel verschiedene Lieder und erzeugten liebliche und bezaubernde Musik.
Der Bodhisattva-Thron strahlte in einem gewaltigen Glanz, der sogleich die ganze Welt der Devas umhüllte.
(304) Die juwelenbesetzten Paläste der Devas erbleichten[79] im goldenen Licht des Bodhisattva.
Tausende majestätische Devas, die am Himmel standen, bestreuten den Bodhisattva mit Korallenblüten.
Als Kala, der Naga, in Begleitung seiner Naga-Dienerinnen die unvergleichliche Stimme des großen Sehers vernahm, war er ergriffen, erfreut und entzückt.
Er gab seine himmlische Ruhe und die Freude an seinen Vergnügungen auf, kam und durchsuchte die vier Himmelsrichtungen und erblickte den tapferen Menschen.
Voller Freude und Begeisterung verehrte er den Bodhisattva, der wie die am Himmel aufgehende Sonne[80] mit all ihren Strahlen war, und sprach zu ihm:
„O Höchster der Menschen, wie die Zeichen[81] der früheren Buddhas waren, jene von Krakucchanda, von Konākamuni, dem Höchsten der Menschen, und von Kāśyapa,[83] dem Bezwinger, Tathāgata, dem Erhabensten der Menschen.
„Die Füße dieser großen Seher waren eben, mit netzartigen Mustern[84] bedeckt, wohlgeformt, von der Essenz des Lacks gefärbt und mit Radmotiven verziert. Ihre Fußsohlen leuchteten hell von Swastikas.
„Die Füße der Erlöser der Welt, deren Zehen stets nach rechts gewandt waren, erhellten die Erde, während sie sich bewegten.
„Ungebunden an ihren Füßen waren diese Erlöser, wie du es bist; Ihre Knöchel und Zehen glänzten nicht, wenn sie wund waren[85].[86]
(305) „Die Füße der Erlöser der Welt, die über die helle Erde wanderten, hatten lange Zehen, kupferfarbene Nägel, netzartige Muster und (andere) Merkmale.[87]
„Ihre Beine glichen denen der Antilope, ihre Knie und gut bedeckten Knöchel hatten die Farbe von Akazienholz; so waren die Wohltäter der Welt.
„Die Arme dieser großen Seher glichen Elefantenrüsseln, ihre Oberkörper denen von Löwen, im Umfang dem eines Banyanbaums.
„Der Glanz ihrer goldenen Haut war wie poliertes Gold. Ohne sich zu beugen, konnten sie mit den Händen ihre Knie berühren.
„Ihre Taillen waren rund und voll wie die des Königs der Tiere; ihre männlichen Geschlechtsorgane waren von einer Scheide umschlossen wie die eines königlichen Rosses.
„Ihr Verhalten war rein.[88] Ihre Knie waren wohlgeformt. Tiefe Nabel hatten die Buddhas der Vorzeit, die großen Seher.
„Die Körper jener großen Seher waren unbefleckt von Staub und Puder; die Haut jener Erlöser war glatt. Und so ist auch der Herr.
„Ihre Körperbehaarung wuchs in Reihen gerade nach oben, jedes einzelne Haar dunkelblau, nach rechts gerichtet. So ist auch der Herr, der Erlöser der Welt.
„Ihre Schultern und Augenbrauen waren wohlgeformt, genau wie die des Tapferen. Die Erlöser hatten göttlich gerade Glieder;[89] dies waren ihre Kennzeichen.
„Ihre Ober- und Unterarme glichen Schlangen,[90] allmählich dicker werdend.[91] So waren die Heerscharen Nārāyaṇas,[92] und so ist auch der Herr.
(306) „Lange, kupferfarbene Nägel hatten sie, wie der Gipfel des Berges Kailāsa.[93] Ihre Körper waren überaus strahlend mit ihren Zeichen und Markierungen.
Ihre Hälse glichen Muscheln und verdickten sich allmählich.[94] Diese Erlöser hatten Löwenkiefer und einen äußerst feinen Geschmackssinn.[95]
Vierzig runde Zähne besaßen diese großen Seher. Ihre Zähne waren strahlend weiß, genau wie die des Herrn.
Sie konnten ihr Gesicht mit ihren langen, schlanken Zungen bedecken;[96] damit leckten sie die Spitzen ihrer beiden Ohren und ihre Nasen.
Acht Eigenschaften[97] besaß die Stimme dieser großen Seher, die die Wahrheiten, die allen Lebewesen bekannt sein sollen, vollständig erfassten.
Ihre Stimme war göttlich;[98] sie klang wie der Ruf des Kuckucks. Der Klang ihrer Stimme war wie der einer Trommel; Ihre Stimme war angenehm.[99]
„Wie der goldene tausendstrahlige Lotus[100] erstrahlt, so erstrahlten die Gesichter der Erlöser, der Verwandten der Sonne.
„Lang und dunkelblau waren die Augen der großen Seher; ihre markanten Nasen leuchteten wie goldene Opferpfähle.
„Zwischen den Augenbrauen der hochgeborenen großen Seher befanden sich helle Muttermale, weich wie Baumwolle.
„Ihre Gesichter waren große Feuerkugeln, wie der Vollmond[101] (307) oder wie feurige Edelsteine; alle Regionen wurden von ihnen erleuchtet.[102]
„Ihr Haar war dunkelblau und weich wie Kācilinda,[103] jedes Haar nach rechts gewandt; so ist auch das des Herrn, des Erlösers der Welt.
„Die Erlöser trugen Turbane auf ihren Häuptern,[104] genau wie der Herr. Ihre Häupter konnten von Suras und Asuras nicht erblickt werden.
„Die Buddhas überstrahlten mit ihren Strahlen die strahlendsten,[105] wie der Mond an Glanz vom König des Lichts übertroffen wird.“
Und als er[106] diese und andere Zeichen und alle Kennzeichen des Bodhisattva gesehen hatte, sprach er diese Worte:
„Da diese Götter erschienen sind, um dich zu ehren, besteht kein Zweifel, großer Held, dass du heute ein Buddha wirst.
Mit der Waffe der Weisheit in deiner Hand wirst du ruhig die Fesseln des Māra, die bisher unüberwindliche Schlinge des Verlangens, den Kanal, der zum Dasein führt, zerreißen.[107]
Heute, o Höchster der Menschen, wirst du, nachdem du die Erleuchtung erlangt hast, das Fieber der Leidenschaft abwerfen, das noch immer in den Begierden lauert.[108]
Genau wie das Gewand,[109] der Mantel,[110] die Schale und die Farbe des Obergewandes[111], die ich bei jenen Erlösern sah, sind auch deine, o Erlöser der Welt.
„Alle Menschen wenden sich dir ehrfürchtig zu, wenn du dich wie ein Löwe bewegst. Heute wirst du ein Buddha werden.“
(308) Auf dem Bodhi-Thron stehend, konzentrierte er sich fest und energisch, unerschütterlich wie ein Fels und wie ein Eroberer.
Und als er die Worte Kālas, des Nāga, vernommen hatte, ging er freudig und erhaben zum Fuße des Bodhi-Baumes.
Der mächtige Kāla, der Nāga, erhob sich, als er die unvergleichliche Stimme des Bodhisattva hörte, eilig von seinem Wohnsitz.[112]
Und mit gefalteten Händen[113] pries er den heldenhaften Buddha, während er zum Bodhi-Thron ging.
Mögen diese Brisen stets sanft und angenehm wehen, erfüllt von wohlriechenden Düften, weder zu heiß noch zu kalt.
Mögen die Devas einen Blumenregen auf dich herabregnen lassen. So wird deine Einsamkeit sein, o Sugata, du bester Zweibeiner.
Geh, Herr, nach rechts, freudig, begeistert, jubelnd, froh, überglücklich, strahlend vor Glück.
Und wie tausend Musikinstrumente von den Devas am Himmel gespielt wurden, so wirst auch du, überglücklich, froh und voller Eifer, ein Buddha werden, einzigartig auf der ganzen Welt.
„Und da kein anderer Glanz erstrahlte,[118] und die himmlischen Gemäuer erbleichten,[119] und die Erde sechsmal erbebte, wirst du heute einer werden, der unvergleichlich würdig ist, Opfergaben entgegenzunehmen.
Und da die Devas jubelnd ihre Gewänder schwenkten, als die furchtbaren Reihen Māras durchbrochen wurden, und Sonnenschirme, Fahnen und Banner hochhielten, zweifle ich nicht daran, dass du heute ein Buddha werden wirst.
“ (309) „Und da die Trommeln süß durch den Himmel hallten, der ganz mit ihren Gewändern erfüllt war, und die Scharen der Devas Blumen herabregnen ließen, wirst du ein Selbstwerdender in der Welt der Menschen und Devas werden.
Und da Tausende jubelnder Devas am Himmel dich ehrfürchtig priesen, wirst du ein Buddha werden, von goldenem Glanz, einzigartig, der Opfergaben würdig, der beredteste unter den Menschen.“
Da näherte sich der Bodhisattva dem Fuß des Bodhi-Baumes.
Und in diesem Augenblick wurde der Bodhisattva vollständig mit feinen Stoffgirlanden bedeckt. Darüber wehten Banner und Fahnen. Er war mit einem Koti aus Sonnenschirmen geschmückt. Er war mit Edelsteinketten verziert und duftete nach Weihrauch. Um ihn herum wuchsen Juwelenbäume; er war ganz in Gewänder gehüllt und mit Sandelholzpulver bestreut. Er funkelte wie ein Meer aus Juwelen.
Bei dieser Gelegenheit nahmen mehrere hunderttausend Devas ihre Plätze im Himmel ein und verehrten den Bodhisattva mit Weihrauch in den Händen[121]. Sie verehrten den Bodhisattva mit Sonnenschirmen, Bannern und Fahnen in ihren Händen; mit himmlischen Lotusblumen;[122] mit himmlischem Sandelholzpulver; mit himmlischem Edelsteinpulver; mit himmlischen Blumen; Sie blickten ihn andächtig an und verehrten den Bodhisattva.
So sahen manche Devas den Bodhi-Baum als einen Baum aus Gold. Andere sahen ihn, ihrer Veranlagung entsprechend,[123] als einen Baum aus Silber; wieder andere als einen Baum aus Beryll; wieder andere als einen Baum aus Kristall; wieder andere als einen Baum aus Smaragd; wieder andere als einen Baum aus den sieben Edelsteinen und andere als einen Baum aus hunderttausend Edelsteinen.
Und wieder andere Devas sahen den Bodhi-Baum, ihrer Veranlagung entsprechend, als einen Baum aus rotem Sandelholz;
andere als einen Baum aus Aloe und Sandelholz; wieder andere (310) als einen Baum aus dem Juwel, das dem einen oder anderen gefiel[124];
wieder andere als einen Baum aus gelbem Sandelholz;
wieder andere als einen Baum aus Löwen-Sandelholz und andere als einen Baum aus saftigem Sandelholz.[125]
Und je nach ihrer Veranlagung sahen einige Devas den Bodhi-Baum als einen Baum aus Eisen-Sandelholz;[126]
andere als einen Baum aus himmlischer Aloe und Sandelholz; wieder andere als einen Baum aus Edelsteinen.
Andere Devas sahen den Bodhi-Baum mit jedem Juwel geschmückt; andere sahen ihn mit Edelsteinen funkeln;
wieder andere sahen ihn mit himmlisch blauem Beryll geschmückt; wieder andere sahen ihn mit weißen Korallen funkeln;
wieder andere mit Smaragden; wieder andere mit Elefantensteinen;[127] wieder andere mit...;
[128] wieder andere mit Suprabhasa-Steinen;[129] wieder andere sahen ihn mit ewigem Smaragd geschmückt;[130]
wieder andere mit Vollmondsteinen;[131] wieder andere mit wunderschönen Mondsteinen;[132]
wieder andere mit Sonnenscheinsteinen; wieder andere sahen ihn mit Kristall funkeln;
Andere sahen es geschmückt mit „Steinen der tapferen Sonne[134]“;
andere mit „Mondscheinsteinen[135]“; andere mit „Steinen des strahlenden Lichts[136]“;
andere mit „Blitzsteinen[137]“; andere mit Edelsteinen, die in allen Teilen funkelten;[138]
andere mit Edelsteinen, die wie Perlen glänzten;[139] andere mit Edelsteinen von unwiderstehlichem Licht;
[140] andere mit einer Masse[141] von Edelsteinen
andere mit Edelsteinen, die die erlesensten der ganzen Welt waren; andere mit Edelsteinen des Śakrābhilagna;[142] andere mit Blättern aus Edelsteinen; (311) andere mit Edelsteinen des „Schlangensteins“;
[143] andere mit dem Candana-Prabha[144];
andere mit dem „Rotaugenstein[145]“;
Andere mit kostbaren Gajapati-Edelsteinen;
[146] andere mit Maheśvaraāanta-Edelsteinen;
[147] andere mit Rasakas;[148] andere mit kostbaren Gomedaka-Edelsteinen;
[149] andere mit kostbaren Hasensteinen;
[150] andere mit kostbaren Lālāṭika-Edelsteinen;
[151] andere mit kostbaren śirigarbha-Edelsteinen;
[152] andere mit Tālika-Edelsteinen.
[153] Mit diesen und anderen kostbaren Stängeln sahen sie den Bodhi-Baum geschmückt.
Jene Devas, deren Wurzel der Tugend infolgedessen reifen wird,[154] bis sie die höchste Erleuchtung erlangen,[155] betrachteten den Bodhi-Baum entsprechend ihrer Wurzel der Tugend. Denn sie sahen den Bodhi-Baum (verschieden) geschmückt mit Strängen aus blauen, roten oder weißen Perlen oder mit Halsketten aus goldenen Fäden. oder mit Ohrringen; oder mit Siegelringen; oder mit Armreifen; oder mit Armbändern; oder mit Fußkettchen; oder mit Diademen; oder mit Handschmuck;[156] oder mit Armbändern;[157] oder mit Kränzen aus Juwelen, feinem Stoff oder Blumen; oder mit goldenen Oberarmbändern, Juwelenketten, goldenem Halsschmuck, Korallenblütenkränzen, Ketten aus Schwanen- oder Löwenfiguren,[158] Diamanten oder Swastikas. Mit diesen und anderen himmlischen Verzierungen sahen sie den Bodhi-Baum geschmückt.
Jene Devas, deren Tugendwurzel beim Anblick des Bodhi-Baumes erwachte, sahen ihn mit dem ihrem Stand angemessenen Schmuck geschmückt.[159] Verschiedene Devas sahen den Bodhi-Baum mit unterschiedlichen Verzierungen geschmückt, wie berichtet wurde.
Einige Devas sahen den Bodhi-Baum eine Yojana hoch, andere fünf, wieder andere zehn, (312) zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig und hundert.
Die Höhe des Bodhi-Baumes, wie sie ihn sahen, entsprach ihrem Wissen.[160] Manche Devas sahen den Bodhi-Baum tausend Yojanas hoch. Andere Devas, die im Laufe ihres langen Lebens früheren Eroberern gedient hatten, sahen den Bodhi-Baum hunderttausend Yojanas hoch.
Wieder andere Devas, denen durch die Wurzel der Tugend, die sie erworben hatten, die Flucht gelungen war,[161] sahen den Bodhi-Baum so hoch wie den höchsten Himmel.[162]
Dann erblickten einige Devas am Fuße des Bodhi-Baumes einen Thron aus allen Edelsteinen, der himmlisch war, viele Yojanas hoch, in himmlisches Gewand gehüllt, mit einem goldenen Netz bedeckt und mit einem Netz aus klingenden Ornamenten geschmückt.
Andere Devas schätzten die Höhe des Thrones auf hunderttausend Yojanas; andere auf eintausend; andere auf zweihundertfünfzig;[163] wieder andere auf zweihundert; andere auf fünfzig; andere auf vierzig; andere auf dreißig; andere auf zwanzig; andere auf zehn; andere auf vier; andere auf drei; andere auf zwei (313) und wieder andere auf eine. Andere Devas schätzten die Höhe des Thrones am Fuße des Bodhi-Baumes auf drei Kos, andere auf zwei und wieder andere auf eine. Andere Devas schätzten die Höhe des Thrones auf sieben Palmen; andere auf sechs; andere auf vier; andere auf drei; andere auf zwei und wieder andere auf eine. Andere Devas schätzten die Höhe des Thrones am Fuße des Bodhi-Baumes auf sieben Männer; andere auf sechs; andere auf fünf; andere auf vier; andere auf drei; andere auf zwei und wieder andere auf eine.
Da erkannten die Wesen mit grobstofflichem Wesen[164] den Bodhisattva auf einer Strohmatte sitzen und sprachen: „Solange er auf dieser Strohmatte sitzt, wird der Bodhisattva zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwachen.“
Dann, erneut in Gegenwart der Devas, Menschen und Asuras, näherte sich der Bodhisattva dem Bodhi-Baum und umrundete ihn dreimal, wobei er sich rechts von ihm hielt. Er erinnerte sich an frühere Tathagatas, setzte sich im Schneidersitz hin, richtete seinen Körper auf und konzentrierte seine Achtsamkeit.
Daraufhin, als der Bodhisattva am Fuße des Bodhi-Baums saß, erstrahlte sein Antlitz, leuchtete und glänzte wie die Sonne, die ihr Licht durch das große System der dreitausend Welten verbreitet.
In seinem Glanz erbleichte das gesamte große System der dreitausend Welten.[165] So wie (314) eine verbrannte, schwarze und tintenschwarze Säule vor einer Scheibe aus Jāmbūnada-Gold nicht glüht, leuchtet oder Licht reflektiert, so wurde das gewaltige System der dreitausend Welten von der Pracht des Bodhisattva übertroffen.
Da sahen die Devas, einschließlich derer des höchsten Himmels[166], den Bodhisattva sitzen. Ebenso sahen die Devas der Erde[167] ihn, der der Bodhisattva war. Ebenso sahen die Devas des Himmels, einschließlich der Cāturmahārājika-Devas, der Trāyastriṃśa-Devas, der Yāma-Devas, der Tuṣita-Devas, der Nirmāṇarati-Devas, der Paranirmitavaśavartin-Devas und der Devas im Wohnort Māras, den Bodhisattva auf dem Thron.
Ebenso sahen die Brahmā-Devas und diejenigen in Brahmās Gefolge,[168] die Devas, die Priester Brahmās waren,[169] die Mahā-Brahmā-Devas,[170] die Ābhā-Devas,[171] die Ābhāsvara-Devas,[172] die Śubha-Devas,[173] die Parīttaśubha-Devas, die Apramāṇaśubha-Devas, die Śubhakṛtsna-Devas, die Bṛhatphala-Devas,[174] die Avṛha-Devas,[175] die Atapa-Devas,[176] die Sudarśana-Devas,[177] und die Devas von Akaniṣṭha den Bodhisattva auf seinem Thron.
Und all jene Wesen, die am Rande des großen Systems der dreitausend Welten standen und mit der Wurzel der Tugend ausgestattet waren, sahen den Bodhisattva auf seinem Thron. Jene, die die Wurzel der Tugend[178] durch ihren Dienst an früheren Bezwingern gepflanzt und die Welt der Begierde[179] vollständig gemeistert hatten, sahen Māra nicht und wurden sich seiner auch nicht bewusst, da sie ihn durch die Kraft des Bodhisattva ehrten und verehrten.
Doch der böse Māra erkannte, dass seine eigene Macht verblasst war[180] und dass sich das gesamte große System der dreitausend Welten dem Bodhisattva zuwandte. Das Erhabene Wesen dachte darüber nach[181][182] und sprach: „Ich werde nicht zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwachen, bis ich den bösen Māra, der mit seinem Heer zu den Waffen gekommen ist, besiegt habe, damit die Menschen[183] erkennen, dass Māra von dem Erleuchteten bezwungen wurde und dass der Bodhisattva (315) bestrebt ist, seine Stärke in einem wundersamen Zauberakt[184] vor der Welt der Menschen und Devas zu demonstrieren, die dann sagen werden: ‚Der Bodhisattva hat Festigkeit, Stärke, Kraft und Zauberkraft erlangt.‘ Wenn sie von mir erfahren, werden sie den Gedanken an die höchste vollkommene Erleuchtung in sich tragen.“
Da rüstete der böse Māra, unglücklich, betrübt und von tiefem Kummer durchbohrt, den Bodhisattva als Rivalen ansah[185] und zog mit seinem vierarmigen Heer, das ein Gebiet von mehreren Yojanas einnahm[186], zum Bodhi-Baum, um den Bodhisattva zu sehen.
Doch er konnte den Blick nicht ertragen, und sein Blick wich zurück, aus Furcht[187] dass dieser ihm mit all seiner Macht begegnen würde. Wären diese gewaltigen, unerschütterlichen Welten aus dreitausend Teilen gewaltige Berge, so würde der Bodhisattva sie erschüttern, als wäre sie das kleinste Staubkorn, und die unzähligen Elemente der Welt so verstreuen, dass kein Staubkorn mehr ein anderes berühren könnte.
Doch dann erkannte der Bodhisattva in Māras Heer viele, die die Wurzeln der Tugend in sich trugen. Denn diese, die sahen, dass der Bodhisattva über solch magische und wundersame Kräfte verfügte, richteten ihre Gedanken auf die höchste, vollkommene Erleuchtung. Angesichts dieser Umstände wartete der Bodhisattva[188] und erklärte, er werde nicht zur höchsten, vollkommenen Erleuchtung erwachen, solange Māra und sein Heer unbesiegt seien.
Und bei dieser Gelegenheit sprach der Erhabene diesen Vers[189]:
Als Selbstwerdender stand der König der Śākyas, das vollkommen reine Wesen, lieblich wie eine Scheibe aus Jāmbūnada-Gold und frei von allen Begierden, am Fuße des Bodhi-Baumes.
Die Regionen der Welt waren in strahlendes Licht getaucht, während Māra von Furcht und Kummer ergriffen wurde. (316) „Wahrlich“, sprach er, „was wird aus mir werden? Ich finde keine Freude in diesem mein Heim[190]
„Einst waren all diese ätherischen Gemächer prächtige Paläste aus Sandelholz, Kristall und Korallen, geschmückt mit Goldketten. Möge ich diesen Ort heute nicht verlassen[191] müssen.
„Die vielen Fenster glichen hellen Halbmonden; die Kammern im Inneren waren mit weißen Korallen überzogen. Dort herrschte der unvergleichliche Glanz der Weltsonne. Doch was wird heute geschehen?
„Das Diadem wurde mir vom Haupt gerissen, und heute ist mein schöner Glanz vergangen. Meine Apsarasen haben ihren Gesang eingestellt. Möge ich diesen Ort heute nicht verlassen müssen.
“ „Wie das Licht der Himmelsgewölbe[192] durch das Gold von Jāmbūnada gebrochen[193] wird, so werden diese himmlischen Gewölbe[194] nun verfinstert[194], da der Bodhisattva erschienen ist.“
Und Māra sah den Erhabenen, das Selbstwerden, sitzend wie ein unwiderstehlicher Löwe (317), die Essenz der Reinheit, der Erlesenste aller Wesen. Er erstrahlte wie eine Säule aus Jāmbūnada-Gold.
Devas standen am Himmel, geschmückt mit Perlenketten, funkelnd mit goldenen Muscheln und von lieblicher Schönheit. Entzückt brachten sie Ketten aus goldenem Schmuck und schmückten den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Am Bodhi-Baum hingen leuchtende Swastikas und Halbmonde, durchsetzt mit Löwenfiguren.[195] Voller Ehrfurcht brachten die Devas Edelsteine, sogenannte „Blitzsteine“,[196] mit denen sie den Bodhi-Baum schmückten.
Sie brachten Edelsteine vom Typ „Mondstein“[197], „Sonnenkristall“[198] und „Sonnenstein“[199] und schmückten damit den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Sie brachten Edelsteine, die wie Perlen glänzten, strahlend und schön anzusehen, und schmückten voller Freude und Begeisterung den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Sie brachten kostbare Edelsteine vom Typ „Vollmondstein“[200] in einer glitzernden und schönen Juwelenkette. (318) Sie brachten kostbare Edelsteine vom Typ „Gomedaka“[201] und schmückten damit den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Andere brachten kostbare Edelsteine vom Typ „Rotaugenstein“[202] und reine Edelsteine vom Typ „Śirigarbha“[203] ...[204] und schmückten damit den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Sie brachten glänzende Korallen,[205] strahlend schöne Maheśvara-Edelsteine[206] und Karketana-Edelsteine[207] und schmückten den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Mit dunkelblauen, weißen und roten Perlen, strahlend schön, schmückten sie, entzückt und begeistert, den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Sie brachten kostbare Jyotika-Edelsteine[208], die Mond und Sonne an Pracht überstrahlten; sie brachten kostbare Viśesaprāpta-Edelsteine.[209]
Mit klarem Blick und voller Freude, erfüllt von magischer Kraft, brachten sie[210] strahlend schöne „Nāga-Steine“[211] und schmückten den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Tausende von Brahmās kamen zum Bodhi-Thron (319), und auch der Deva Śakra, Herr der Guhyakas,[212] sowie die Devas, die frühere Erlöser der Welt gesehen hatten, kamen, um sich vor dem Selbstwerdenden zu verneigen.
Die Ābhāsvara-Devas, die Śubha-Devas, die Subhakṛtsna-Devas...,[213] die Bṛhatphala-Devas, die Atapa-Devas, die Sudarśana-Devas und die Akaniṣṭha-Devas kamen und schmückten den Bodhi-Baum des Erhabenen.
Der gesamte Bodhi-Baum war bedeckt und sandte tausend unendliche Strahlen aus. Das ganze Buddha-Feld erstrahlte in himmlischem Glanz und überstrahlte alle tausend[214] Weltsysteme.
Und dies, so heißt es, war der Gedanke des Sohnes der Trägheit:[215] „Möge er mich nicht von meinem Thron verdrängen. So sei er der König der Devas, denn es gibt keinen seinesgleichen auf der ganzen Welt.
„Möge er auch der Buddha sein, der Herrscher des Dharma; mögen die Wohnstätten leer von Devas sein.[216] Denn er weist den Weg zu Glückseligkeit, Ruhe und Frieden. Möge ich nicht länger herrschen.
„Das Buddha-Feld wird überfüllt sein.[217] Ihr Kotis der Māras,[218] die ihr euch versammelt,[219] (320) in Rüstung und Panzerung, seid nicht nachlässig, wenn die Schlacht beginnt.“
Und als er so sein Heer versammelt hatte, zog Māra gegen den edlen Herrn der Bäume. Da sah der Dunkle den Bodhisattva wie tausend Sonnen am Himmel.
So dachte er in seinem schwankenden Herzen: „Er kann von mir nicht besiegt werden, denn er hat das unschätzbare Juwel[220] in die Welt gebracht und eine Gesinnung entwickelt, die ihn gleichgültig gegenüber einem Königreich macht.“
Dann brachte er himmlisches Pulver aus feinem Sandelholz, den kostbaren Stein von Jāmbūnada und himmlische, erlesene Parfums und bestreute den Bodhisattva voller Begeisterung damit.
Er warf sein Gewand über eine Schulter, hob die gefalteten Hände und kniete rechts neben dem Bodhisattva nieder. Ergriffen, aber mit festem Blick auf ihn gerichtet, sang er bei dieser Gelegenheit Loblieder auf den Bodhisattva.
„Du bist unvergleichlich schön, Tugendhafter; niemand ist dir an Schönheit gleich. (321) Ehrfürchtig, von den Devas verehrt, der erhabenste Held der Welt, stehst du am Fuße des Baumes.
„Es gibt keinen, der dir gleichkommt, geschweige denn einen Größeren, sei es ein Deva, ein Nāga oder ein Mensch. Du beherrschst mit deiner Herrlichkeit alle Himmelsrichtungen, wie der Mond, der aus einer Wolke hervortritt.
„Genieße nun[221] die Dinge, die du ehren sollst, die sieben erhabenen und kostbarsten Schätze.[222] Übe Herrschaft aus, weile auf Erden als König über die vier Kontinente und verachte Reichtum.[223]
„Wenn du die von dir eroberten Gebiete betrachtest, stolz und von unendlicher Macht, überstrahlst du an Glanz[224] Tausende von Devas, wie eine goldene Scheibe eine verkohlte Säule.
“ „O du Auserwähltes Wesen, dein Leib, bedeckt mit den zweiunddreißig Zeichen, erstrahlt. Fleißig auf deinem Thron verweilend, wirst du leuchten[225] und herrschen[226] wie Väter über ihre Söhne.
Du wirst die vier Kontinente unter deiner Herrschaft beherrschen[227]. Doch hier willst du keine Herrschaft haben. Mit der dir zur Verfügung stehenden magischen Kraft sollst du hinaus in die Welt gehen. Ich werde dein Schüler sein, wie ein einziger Sohn.“
„Mit tausend Frauen spielend (322), wie ein König der Devas, der Ruhm und magische Macht besitzt, werde ich dir die sieben Schätze gewähren. O Weiser, werde ein Weltenkönig.
Du wirst tausend Söhne haben, tapfer, heldenhaft, mächtig, von anmutiger Gestalt, Bezwinger der Heere ihrer Feinde, und du wirst diese Welt bis an die Grenzen des Ozeans erobern.
“ „Und nun seht, wie diese vielen Töchter Māras[228], die Blüten aus feinem Sandelholz tragen, vor uns am Himmel stehen, in reine Gewänder gehüllt und in Musik und Kunst bewandert.
Mit Lauten, Zimbeln, Trommeln, Muschelhörnern, Flöten, Trompeten,[229] Sambhārikas,[230] Nakulakas[231] und Kiṃphalas[232] singen sie nun[233] im Chor[234] am Fuße des Baumes.
Andere (Devas) schweben in der Luft und lassen Puder aus feinem Sandelholz und den kostbaren Stein Jāmbūnadas herabrieseln. Sie alle gehören dir.
O Prinz, erfreue dich an deinem prächtigen Palast, umgeben vom Klang der Bravos, der Trommeln, Muschelhörner und Zimbeln.“ Erfreue dich an Blumen, Düften und Salben (323), und ich werde dir dienen.
„Das Rad, der Elefant, das Pferd mit der schönen Mähne, der seltene Edelstein Beryll, [235] die vortreffliche Frau, der bewaffnete Schatzmeister, der Ratgeber – diese Schätze gehören dir.
„O Fürst, unter deiner Herrschaft weilend, werde ich begierig deinen sanften Worten lauschen, und wenn ich deinen Worten gehorcht habe, werde ich glücklich sein. In diesem Zustand werde ich nicht die Unwahrheit sprechen.
„Wenn ich auf der Wahrheit stehe, werde ich mir einen schönen, erhabenen Körper erlangen, bedeckt mit Zeichen der Vortrefflichkeit. Dann werde ich in strahlendem Glanz erstrahlen, o du, der du mit Zeichen der Vortrefflichkeit bedeckt bist.“
Der Bodhisattva, während er alle umliegenden Regionen betrachtete, sprach diese vollendete Rede mit seiner bezaubernden und süß klingenden Stimme. „Höre, Yakṣa“,[236] sprach er, „auf meine Worte.
Ich werde König der ganzen Welt sein, wenn ich die Erleuchtung erlangt habe, die Selbstbeherrschung, Frieden und Ruhe ist. Meine Söhne werden jene wachsamen Männer sein, die mir gehorchen und meinen Befehlen folgen.
Und ich werde sieben seltene Schätze (324) besitzen, wenn ich die höchste Erleuchtung erlangt habe. Doch es werden die sieben Bodhyanagas[237] sein, die von früheren Eroberern gelehrt wurden. Wer sie meistert, wird wachsam.
Und wenn ich die vier Grundlagen der magischen Kraft[238], den rechten Standard der Meditation[239] und die allwissenden Wahrheiten[240] erlangt habe, werde ich über die Regionen der Welt triumphieren.
„Die Sinnesfreuden sind verachtenswert und bringen kein Glück; der verständige Mensch erkennt darin keinen Nutzen.[241] Denn das ist der Weg in die Hölle der Tiere, in die Welt Yamas mit ihren vielen Geistern.
Diejenigen, deren Begierden falsch sind, die sich an der Lust ergötzen, sind in völliger Finsternis versunken, blind und ohne Licht – das sind die Menschen, die sinnlichen Begierden nachgehen.“
„Es ist etwas Übelriechendes, Verkommenes, Niederträchtiges. Reine Menschen finden daran keine Gefallen. Der Narr mag seine eigennützigen Gedanken darauf richten,[242] doch der Weise wird sein Herz nicht darauf richten.[243]
„Wie während eines Gewitters[244] der Blitz in ein Feld mit üppigem, reifem Reis einschlägt,[325] so werden Zustände des höchsten Guts durch sinnliche Genüsse fruchtlos.
„Weltmenschen[245] streben wahrlich dem Niedrigen nach; blind und unerwacht werden sie von Leidenschaft getrieben; sie werden getrieben, weil ihr Geist unerwacht ist. Der Bodhisattva wird sich nicht erlauben,[246] das Verlangen der Begierde zu spüren.
„Wie beim Auflösen eines Buddha-Feldes[247], während die Sonne am Himmel strahlt und ihre wohltuende Hitze es in Asche verwandelt,[247] so zerstören Zustände der Reinheit die Begierden der Sinne.
“ Wie ein Fürst, der seinen Feind besiegt hat, Freiheit, Ruhm und Wohlstand genießen kann, so möge derjenige, der den niederen Vergnügungen der Sinne nicht nachgeht, das vom Sieger verkündete Gute erlangen.
Wie ein Königssohn unglücklich ist, wenn getrocknete Exkremente mit einem widerlichen, üblen Geruch verbrennen, so sind sinnliche Genüsse dem Weisen verhasst.
Wie im letzten Sommermonat Salzwasser Durst verursachen kann, so spinnt der Unglückliche, der den Vergnügungen der Sinne nachjagt, in seiner Unwissenheit ein Netz der Begierde. [248]
Was die Körpersäfte in Leber, Nieren und Lunge [249] und die anderen Sekrete betrifft, die im Körper entstehen und durch Öffnungen an seiner Oberfläche austreten, so wird der Weise [250] daran keine Freude finden.
„Es gibt Schleim, Speichel, Rheuma, Auswurf, Galle, begleitet von Kopfschmerzen; sie fließen unaufhörlich, unrein und abscheulich; der Weise findet darin keine Freude.
„Wegen sinnlicher Begierde erleiden die Menschen vielfältiges Leid und stürzen sich ins Verderben,[251] in Krankheitszustände. Wie Bohnen und Hülsenfrüchte, die in einen Topf gegeben werden, so verkümmern die Menschen in den Höllen.
„Ihre Körper werden hier und da mit Messern zerhackt oder, wiederum, mit Speeren und Pfeilen gespalten. Die Toren begehen auf dreierlei Weise Unheil.[252] Möge der Bodhisattva darin niemals seine Freude finden.
„Wer aus Unverständnis ein Verlangen nach sinnlichen Genüssen entwickelt, wird von Formen verführt und getäuscht. So sucht er von selbst nach der Quelle der Krankheit, die Unheil bringt, wie ein Schakal nach einem Kadaver auf dem Friedhof sucht.
“ (327) O Sohn der Finsternis, singe nicht, um mich zu täuschen, das Lob der sinnlichen Genüsse, die von den Weisen so verachtet werden. Wie er einen Graben voller glühender Kohlen meiden würde, so sollte der Bodhisattva die Sinnesfreuden meiden.
Denn hätte er den Sinnesfreuden nachgejagt, hätte er diesen Ort, der von Vögeln wimmelt und voller Bäume ist, nicht erreicht; ebensowenig könnte er, hätte er den Sinnesfreuden nachgejagt, seinen Körper mit den Zeichen der Tugend bedecken.[253]
„Doch indem er die Tugend bewahrte, ein makelloses, heiliges Leben führte und den Buddhas nachfolgte, frei von Leidenschaft und Begierden, und nachdem er nach vielen Koti Kalpas Geduld entwickelt hatte, wurde seine Person ausgezeichnet.
„In früheren Leben war ich von makelloser Tugend und mit Ruhe erfüllt, stets wachsam, den vielfältigen, endlosen Weg reinigend, und heute werde ich die edle, höchste Erleuchtung erlangen.“
Da trat Sārthavāha,[254] Māras Sohn, der dem Erhabenen wohlgesinnt und wachsam war, vor seinen Vater und sprach zu ihm: „Höre, Vater“, sagte er, „auf meine Worte. Schüre keinen misstrauischen Hass.“[255]
„Als dieser unvergleichliche, tugendhafte Mann geboren wurde, erbebte die Erde mit ihren Felsen sechsmal (328). Die zehn Himmelsrichtungen wurden erleuchtet.“ Himmlische Musikinstrumente erklangen, ohne dass jemand sie spielte.[256]
„Götter hielten himmlische Sonnenschirme hoch, und das Buddha-Feld war mit Bannern und Fahnen bedeckt. Scharen von Göttern[257] und Heerscharen von Göttern schwenkten ihre Gewänder. Edle Männer wurden wachsam.
„Er wird das Auge der ganzen Welt werden,[258] ein Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Er wird die Finsternis zerstreuen, die jene umhüllt, die im Elend sind. Hege in deinem schwachen Verstand kein Misstrauen gegen ihn.
„Denn er wird eine Zuflucht für die ganze Welt werden, ein Schutz, eine Insel,[259] eine Zuflucht und eine Ruhestätte.[260] Jene Menschen und Götter, die ihm nicht vertrauen, gelangen in die schreckliche Hölle Avīcis.
„Er ist unvergleichlich auf der Welt, würdig aller Opfergaben. Er ist der Welt stets gütig und barmherzig.“ Wenn alle Männer und Frauen dies erkennen, werden sie hier auf der ganzen Welt gesegnet sein.
„Doch wer dem Verdienstvollen, dem von seinen Leidenschaften befreiten Śākyanischen Löwen misstraut, dem wird wahrlich kein Wohlstand zuteilwerden. Und wenn er stirbt, wird er sogleich ins Reich des Unheils eingehen.“
(329) „Er könnte dieses tapfere Heer[261] zerstreuen und, indem er dich aus dem Ozean emporhebt und wirft, unzählige Felder verwüsten. An Stärke ist ihm kein Heer[262] gleich.“
„Er, fest entschlossen und wachsam, könnte das gesamte Wasser des fließenden Meeres, des Ozeans, der Heimat der Asuras, mit all seiner umgebenden Pracht austrocknen. Gewiss, er kann über Māras gesamtes Heer triumphieren.
Er könnte Brahmā, Śakra, Guhyakas, Nāgas, Suras, Menschen und Mahoragas bezwingen. Wie eine goldene Scheibe einen ausgebrannten Pfahl überstrahlt, so könnte der Eroberer mit seinem gewaltigen Körper Nārāyaṇa in den Schatten stellen.[263][264]
Er könnte einen edlen Berg namens Cakravāḍa in seiner Handfläche umfassen und ihn zu Staub zerfallen lassen. Der Held, fest entschlossen und wachsam, der zum Fuße des Bodhi-Baumes gegangen ist, kann nicht wanken.
Der Mond würde vom Himmel auf die Erde fallen, und die Erde stünde von selbst[265] am Himmel; Alle Flüsse würden stromaufwärts fließen, eher als dieser standhaft entschlossene Mann sich umstimmen ließe.
(330) „Wie ein sechszähniger Nāga, ein mächtiger Elefantenherrscher von sechzig Jahren und stattlicher Gestalt, mit seinem Fuß einen Topf aus ungebranntem Ton zerschmettern konnte, so konnte auch er, der Bodhisattva, mit Māras Heer fertigwerden.“
Doch Māra, beunruhigt, antwortete Sārthavāha: „Warum fürchtest du dich? Sei nicht so einfältig. Mein Heer ist gerüstet, gepanzert und gepanzert. Wir werden dem Entschlossenen einen Weg in den Weg legen.
Er, den ich Jahrtausende lang erzogen habe, mein ältester Sohn, verlässt mich nun.[266] Nun ist er ein Anhänger Gotamas geworden, bereit, Māra und sein Heer zu vernichten.“
[Sārthavāha antwortete:]
„Wie die schöne, leuchtende und duftende Blume, die nur selten[267] am blühenden Feigenbaum wächst, so erscheinen auch diese Buddhas, die ihre Leidenschaften abgelegt haben und frei von Begierden sind, erst nach Nayutas, Koṭis und Kalpas.
„Aus Mitleid möchte ich, dass mein ungläubiger[268] Vater, der moralisch vom rechten Weg abgekommen ist,[269] glaubt.[270] Denn es liegt in der Natur der Söhne, so zu handeln. Ich bin mitfühlend, nicht unfreundlich.
„Es wäre leichter[271] für einen Mann, der den Gipfel des Sumeru (331) bestieg und sich von dort hinabstürzt, um seinen Körper beim Fall zu schützen, als für jemanden, der dem Bodhisattva Unfreundlichkeit entgegenbringt.
“ „Es wäre für einen geistig behinderten Mann, der in einen mit glühenden Kohlen gefüllten Graben fällt, leichter, sich beim Aufprall zu schützen, als für jemanden, der dem Bodhisattva Unfreundlichkeit entgegenbringt.
Es wäre leichter für einen Mann, der ein geschärftes Messer nimmt, es in den Mund nimmt und wieder herauszieht, sich zu schützen und Glück zu erlangen, als für jemanden, der den Bodhisattva hart behandelt.
Es wäre leichter für einen Mann, der tausend oder ein Koti lang auf einem mit Rasiermessern gepflasterten Weg geht, sich zu schützen und Glück zu erlangen, als für jemanden, der den Bodhisattva hart behandelt.
Es wäre leichter für einen törichten Mann, der geschmolzenes Kupfer trinkt, sich zu schützen, selbst wenn seine inneren Organe, seine Leber, seine Nieren und seine Lunge verletzt werden, als für jemanden, der den Bodhisattva hart behandelt.
“ „Es wäre für einen Mann, der eine glühende Eisenkugel verschluckt, leichter, seine Sicherheit zu gewährleisten, selbst wenn sein Magen brennt und seine Leber, Nieren und Lunge durchbohrt sind, (332) als für jemanden, der den Bodhisattva hart behandelt.
Es wäre für einen Mann, dem ein Felsbrocken von der Größe Cakravāḍas vom Himmel auf den Kopf fällt, leichter, seine Sicherheit zu gewährleisten und Glück zu haben, als für jemanden, der den Bodhisattva hart behandelt.[272]
„Es wäre für einen Mann, auf dessen Körper glühende Kohlen, Messer und Äxte vom Himmel fielen, leichter, seine Sicherheit zu gewährleisten und Glück zu haben, als für jemanden, der den Bodhisattva grausam behandelte.
Du könntest dieses System der tausend Welten für Kotis von Kalpas in deiner Hand halten und die vielfältigen Gedanken der Menschen leichter erkennen, als[273] du diesen Weisen von seinem Lager entfernen könntest.“
„Es wäre möglich, dass inmitten des fließenden Ozeans ein Feuer lodert, dessen rötliche Rauchsäule so hoch wie Sumeru emporsteigt, eher als dass man diesen Weisen von seinem Lager heben könnte.
„Der Eroberer, tugendhaft und unvergleichlich, der einst in Ruhe, Askese und Hingabe vollkommen war[274], brüllt, wie ein ungestümer König der Tiere, Māras Heer an.
(333) „Wie ein von Geburt an Blinder orientierungslos umherirrt[275] und in ein tiefes Loch fällt, so wird es, o Māra, mit deinem Heer sein.
„Sieh, Vater, wie diese Devas, von anmutiger Gestalt und verdienstvollem Karma, den Bodhisattva jubelnd mit feinem Sandelholzpulver bestreuten.
“ „Die ganze Welt ist voller Devas, die all ihre Wohnstätten verlassen und sich hier versammelt haben. Vom Himmel aus streuen sie Blütenstaub aus; voller Freude bestreuen sie den Bodhisattva.
„Hege keine bösen Gedanken, du, dessen Weisheit groß ist. Denn die großen Karawanenführer sind schwer anzugreifen. Mein Vater würde betrübt, elend, unglücklich und ruiniert aus dem Staubhaufen auferstehen.
„Doch jene, die Liebe und Ehrfurcht für ihn empfinden und die bei ihm Zuflucht suchen, werden bald diese Ebene des Leidens verlassen und Unsterblichkeit und Schmerzlosigkeit erlangen.“
Dann brachte Janīsuta, von großem Verständnis, leuchtende und bezaubernde Blumen in seine Hände und streute sie auf das erlesenste Wesen der ganzen Welt. Er sagte zu seinem Vater:
(334) „Er könnte dein ganzes Heer zu Asche vernichten.
Wie ein Blinder, der einen Schatz findet, sich nicht freuen kann, weil er ihn nicht sehen kann,[279] so sät du, Sohn der Trägheit, Misstrauen gegen denjenigen,[280] der der Opfergaben so würdig ist.
Wie ein törichter Mann, der, wenn ein Schauer Goldstücke von der Größe eines Würfels auf ihn herabregnet, wütend hinausgeht und ruft: ‚Ich will sterben!‘, so ist mein Vater, der den Großen Seher nicht dulden will.
Wie ein Mann, der ein duftendes, helles und schönes Haus aus Sandelholz besitzt, es verlässt und in eine Grube fällt, so ist mein Vater, der den Großen Seher nicht dulden will.
„Wie ein Mann, der von seinem Platz in einem juwelenbesetzten, hellen und strahlenden Palast aufsteht und beim Hinausgehen in einen Graben mit glühenden Kohlen fällt, so ist mein Vater, der den Großen Seher nicht dulden will.“
„Wie ein Mann, der einen Palast aus Jāmbūnada-Gold, strahlend und schön, besitzt und sich ins Meer stürzt, so ist mein Vater, der den Großen Seher nicht dulden will.
Wie ein Mann, der seine goldene Halskette (335) abnimmt und eine kupferne trägt, wenn er ausgeht, so säest du, Sohn der Trägheit, Misstrauen gegen den Seher, der der Opfergaben würdig ist.
Wie ein Mann, der einen Becher Ambrosia ablehnt und in seiner Torheit einen Becher Gift trinkt, so säest du, obwohl du den erhabenen der Opfergaben würdig kennst, in deiner Trägheit Misstrauen gegen ihn.
Wie ein Mann, der sich mit strahlend dunkelblauen Augen die Augen ausreißt, so säest du, Sohn der Trägheit, Misstrauen gegen den Weisen, der der Opfergaben würdig ist.
“ „O Māra, bewahre deine Achtsamkeit. Nimm diese schöne himmlische Perlenkette an, die die Himmelsrichtungen mit ihrem Glanz erleuchtet. Vater, lass kein Misstrauen in ihm aufkommen.
Sieh, wie er mit seiner strahlenden Schönheit die ganze Welt erleuchtet und Meru und den Großen Cakravāḍa durchdringt; wie er einem mächtigen Felsen mitten im Ozean gleicht.
Sieh, wie er, am Fuße des Baumes stehend, die Devas auf dem Gipfel des Sumeru überstrahlt. Nicht aus sinnlichen Vergnügungen steht er dort. O Sohn der Dunkelheit, lass kein Misstrauen in ihm aufkommen.
Es gibt, Vater, kein Wesen in den drei Welten, das so tugendhaft ist wie er. Wie der Herr des Lichts, den man nicht ansehen kann, so ist der Weise, der am Fuße des Bodhi-Baumes sitzt.
“ „Wie der Eroberer Krakucchanda, der am Fuße des Baumes saß und die vier Himmelsrichtungen erleuchtete, so ist sein Körper mit den Zeichen der Vollkommenheit bedeckt. Vater, säe kein Misstrauen gegen ihn.“ Und er, der Weltenretter, der Konāka genannt wurde und der mit seinem klaren Blick die Dunkelheit vertrieb und die Himmelsrichtungen mit seinem Glanz erleuchtete, saß hier am Fuße des Baumes. Und er, der Kāśyapa genannt wurde, der Allsehende und Würdige, saß hier und erwachte als Held zur höchsten Erleuchtung.[284]
„Diejenigen, die in günstigen Kalpas die Welt retteten, nachdem sie die Erleuchtung erlangt hatten, die Weisen, Götter der Götter, der alten Zeit saßen hier am Fuße des Baumes und erwachten als Helden zur gesegneten höchsten Erleuchtung.[285]
„Viertausend Eroberer der alten Zeit saßen hier am Fuße des Baumes, des Herrn über alles Wachsende.“ Auch künftige wohltätige Erlöser der Welt werden hier die höchste Erleuchtung erlangen.“
(337) Nachdem er diesen treffend benannten Vers [286] Mahāsmṛti gesprochen hatte, warf er, von Herzen erfreut und von einem guten Impuls bewegt, Gotama eine Perlenkette zu.
Dann hielt Vidyupratiṣṭha [287], ein weiterer Sohn Māras, ein himmlisches, prächtig gewebtes Gewand in der Hand und blickte den Bodhisattva, den Seher, voller Herzensfreude an und pries ihn auf seinem Bodhi-Thron.
„…[288] Niemand ist dir gleich auf der ganzen Welt. So hast du, o großer Seher, in früheren Leben gelebt.
„Du hast seit Urzeiten unendlich viele Kalpas lang in Selbstverleugnung gelebt. Du hast deiner prächtigen Königsstadt, deinen Elefantenherden, deinen Pferden und manch einem schönen Streitwagen entsagt. Darum, o Auserwähltestes aller Wesen, erleuchtest du die Himmelsrichtungen[289] der Welt.
„Du hast deiner Gemahlin und sogar deinem eigenen Fleisch, deinen Söhnen und Töchtern, deinen eigenen Augen und einst[290] deinem geliebten Haupt entsagt. Darum erleuchtest du die Regionen ringsum.
„Du hast strahlenden Himmelsjuwelen und unzähligen, mit Edelsteinen geschmückten Gemächern entsagt, die wie Sterne am Himmel funkeln und wie Blitze zucken. (338) Nun strahlst du in den Augen der Menschen.“
„ Nachdem er diesen Vers gesprochen hatte, warf Vidyupratiṣṭha, der andere Sohn Māras, von einem edlen Impuls ergriffen, dem Herrn der Menschen Tausende von Koṭis (Kleider) zu.
Andere wohlgesinnte Freunde versuchten, Māra davon abzuhalten, Misstrauen gegenüber dem Erhabenen zu säen. „Dieser Großmütige von reinem Glanz“, sagten sie, „der Weise, kann nicht mehr von seinem Thron gestürzt werden.“
Doch der verdorbene Sohn der Finsternis schenkte ihren Worten kein Gehör[293] und nährte weiterhin seinen Neid und Zorn. Von Boshaftigkeit und Verblendung getrieben, schürte er sein Misstrauen noch weiter.
Māra rüstete Hunderte seiner Anhänger,[294] kapitulierte mit seinem gewaltigen Heer. Begierig darauf, die Erleuchtung zu vereiteln, nährte er in seiner Torheit seine bösen Gedanken.
Tausende von Nayutas, darunter Koṭis der Yakṣas, Nāgas, Asuras, Menschen und Mahoragas,[295] sowie Söhne der Gandharvas, mächtig und stark, näherten sich dem Baum, dem Herrn allen Wachstums.
Mit einem gewaltigen, furchterregenden Felsen in den Händen,[339] gepanzert und gepanzert, von furchterregender Erscheinung, schleuderte Māra Blitze und Donnerkeile, als er auf den edlen Herrn der Bäume zuging.
Bewaffnet mit Schwertern und Pfeilen, Mit Beilen, Messern und scharfen Rasiermessern, wehenden Bannern und Triumphrufen zogen sie gegen den Löwen und gegen den Herrn der Bäume.
Löwen und Tiger, Pferde und Elefanten, Ochsen und Stiere, Esel und andere Pferdeartige[296] sowie Schlangen mit ausgestreckten Giftzähnen stürmten gegen den Bodhisattva.
Andere trugen riesige Fackeln in den Händen; ihre Köpfe waren erleuchtet, ihre Gestalten[297] verzerrt, flach und mit abgebrochenen Nasen.[298] Māras Heer stand am Fuße des Bodhi-Baumes.
Tausende von Streitwagen standen nahe dem Bodhi-Baum, geschmückt mit Bannern, Fahnen und Trommeln,[299] die in ihrem Netz glitzerten und klaren Klang erzeugten. Denn auch auf den Bannern waren Trommeln angebracht.
Dreißig Yojanas ringsum wimmelten Tausende schrecklicher Yakshas. Auch oben am Himmel, in alle Richtungen (340), waren Yakshas von furchterregendstem Aussehen.
Der Sohn der Finsternis ergriff sein geschärftes Messer, trat eine Furchenlänge vor und sprach aus seinem bösen Herzen zum Bodhisattva: „Erhebe dich schnell von deinem Sitz“, sagte er.
„Dreißig Yojanas ringsum wimmeln Tausende schrecklicher Yakshas. Du kannst, Mönch, nirgendwohin entkommen. Heute werde ich dich zerreißen wie einen Schilfhalm.“
Da sprach der Bodhisattva eine vollkommene,[300] sanfte und wohlklingende Rede: „Obwohl all diese Wesen[301] Geschöpfe Māras sind, können sie[302] mir nicht das Haar rühren.“
[Māra antwortete:]
„Du bist ganz allein, Mönch, da du am Fuße des Baumes stehst. Du hast kein Heer wie meines. Durch welche Macht sollte Māras Heer nicht in der Lage sein, auch nur ein Haar von dir zu rühren?“
[Der Bodhisattva antwortete:]
„In Nächstenliebe, Moral, Geduld, Kraft, Meditation, höchster Weisheit und unendlichem Werden über viele Koti von Kalpas hinweg ist mir niemand auf der ganzen Welt gleich.
In Liebe und Mitgefühl verweilend (341), das Leben lebend, das zur Erleuchtung führt[303], um der Menschen willen, werde ich, wenn ich zur Erleuchtung erwacht bin, das Wissen eines Buddha erlangen und die Menschen befreien.
“ „In meinen früheren Leben, o Sohn der Finsternis, war ich von makelloser Tugend für unendlich viele Nayutas, Kotis und Kalpas, standhaft und unzerbrechlich wie ein Diamant. Ich bin es, der heute die höchste Erleuchtung erlangen wird.
Wie groß dein Heer auch sein mag, o Sohn der Finsternis, und selbst wenn es ganz unter deiner Herrschaft steht, selbst wenn es in Reihen wie Cakravāḍas Heer marschiert, es kann mir nicht das Haar rühren.
Äußerliche Zeichen sind ohne Wirklichkeit; mein Gelübde ist erfüllt. In mir ist kein Bewusstsein des Seins … kein Bewusstsein von Māra, noch von Schaden, und da ich so bedingt bin, hast du keine Macht über mich, du Böser.
Ich habe kein Bewusstsein von Form, Klang, Geschmack, Geruch oder Berührung.“ Da ich so bedingt bin, kannst du mir nichts anhaben, Māra.
„Ich habe kein Bewusstsein der Skandhas[310] noch der Elemente.[311] Doch ich habe mein Bewusstsein dessen, was in mir ist, deutlich gemacht.[312] Wie das Firmament ohne Existenz ist, so ist auch das Wesen aller Phänomene.“
(342) Da schlug der Bodhisattva mit seiner hellen, mit Schwimmhäuten versehenen rechten Hand auf die Erde. Die ganze Welt erbebte sechsmal, und ein furchtbares Getöse ertönte.
Als ob ein Mann ein klar klingendes Metallgefäß schlagen würde, so hallte die ganze Welt wider, als der Bodhisattva die Erde berührte.
Māras Heer geriet daraufhin in Panik und floh in ihrer Verzweiflung viele Yojanas weit, ohne einen Blick in irgendeine Richtung zu werfen, als sie den Buddha wie den König der Strahlen erblickten.[313]
Einige flogen in ihren Streitwagen über die Erde, wie Wolken, die am Himmel grollen. Wie Elefanten, die im Meer zappeln, so erging es Māras erschrockenem Heer.
Devas ließen himmlische Blumen regnen und streuten Sandelholzpulver herab. Über dreißig Yojanas hinweg bestreuten sie den Bodhisattva mit Korallenblüten.
Tausende von Devas am Himmel schwenkten safranfarbene Gewänder; einige warfen Perlenketten; (343) Andere priesen ihn in Versen und Liedern, während der bestürzte Sohn der Finsternis schweigend grübelte.
Nach vollen sieben Tagen hatte das vom Unglück verfolgte Heer Māras, geblendet und orientierungslos, mühsam den Rand eines Waldes erreicht, während der Buddha wie der König der Strahlen erstrahlte.
Hunderte von Streitwagen zerschellten aneinander, und nun sahen sie[314] die große Erde beben. Sie nahmen andere Gestalten an und griffen den edlen Herrn der Bäume an. Doch sie erreichten nicht die Gestalten der Helden der Vorzeit;[315] sie waren alle Gestalten, die von Furcht eingeschüchtert waren.
Wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel am Boden, so lag der Sohn der Finsternis auf der Erdoberfläche. Sieben volle Tage lang hatte er, mit seiner Macht und seinem Heer, verwirrt und benommen, nicht die Kraft, sich zu bewegen.
Die Devas nahmen materielle Gestalt an[316], alle in Harmonie und voller Freude, und ließen einen Strom von Sandelholzpulver herabrieseln, so groß wie ein Würfel, himmlisch und selten. Devas im Himmel erhoben Tausende von Nayutas, Kotis, Fahnen. (344) Das Buddha-Feld war mit Bannern und Bändern geschmückt, als der Bodhisattva auf den Boden aufschlug.
Himmlische Musik erfüllte die Luft, und himmlische Chöre der Devas erklangen; Devas im Himmel ließen einen Blütenregen herabregnen, als der Bodhisattva auf den Boden aufschlug.
Und alle Bäume der Erde erblühten mit Blüten von unendlichem Duft. „Alle äußeren Zeichen sind leer; mein Gelübde ist erfüllt.“[317] So lautete sein spontaner Ausruf.
Im Götterpalast über den Wolken, im Palast des Naga im Meer und in den Festungen der Asuras erklangen betörende Klänge, als der Bodhisattva auf den Boden schlug.
Als der Bodhisattva Strahlen aus seiner guten und strahlenden Handfläche aussandte, fielen sie auf die ganze Welt, mit Ausnahme der Höllen, der Welt der Tiere und der Welten Yamas. [318]
Als sie die Erde erbeben sahen, fielen die Kotis von Māras Anhängern zu Boden. Sie sahen den Weisen, der die Erleuchtung erlangt hatte, wie tausend Monde am Himmel.
(345) Einer nach dem anderen versuchten sie aufzustehen, doch umso mehr lagen sie ausgestreckt am Boden. Wie bunte Tücher, die vom Himmel gefallen sind, so präsentierte sich Māras Schar.
Der edle Bodhisattva, ohne zu zittern, frei von Furcht, ein unvergleichliches Feld des Verdienstes, der einst das höchste Dharma praktiziert hatte, erstrahlte in der Welt wie der König der Strahlen.
„Dies ist das Übel“, (erklärte er), „dies ist das Entstehen des Übels. Dies ist sein Aufhören und der beste Weg. Wenn dies existiert, erscheint jenes; wenn dies zerstört wird, verschwindet jenes.“
„Unwissenheit[319] ist die Ursache des Entstehens.[320]“ Dies wird zur Ursache des Bewusstseins.[321] Durch das Bewusstsein entsteht[322] Individualität.[323] Dies wird zur Ursache der sechs Sinnesorgane.[324]
„Diese sechs Sinnesorgane führen somit zum Kontakt.[325] Und der Kontakt wird zur Ursache der Gefühle. Wer fühlt, wird von Verlangen erfüllt. Durch das Verlangen entsteht das Begehren.
„Durch das Begehren gelangen die Menschen von einem Leben ins nächste.[326] Daher entstehen Geburt, Alter, Tod und Krankheit.
(346) Kummer, Klagen, Sorgen,[327] Krankheit und Verzweiflung entstehen.“
Als der Bodhisattva das Dharma der Kausalität erforscht hatte,[328] wurde ihm durch seine vollkommene Allwissenheit das Ende dieser Dinge klar.
Da er ihre Natur so erkannte, erlangte er die unvergleichliche, edle, höchste Erleuchtung.
Und als der Eroberer die edle, höchste Erleuchtung, die klare, grenzenlose Vision, erlangt hatte, erhob sich in alle Regionen von einem Ende der drei Welten zum anderen der ungehinderte Ruf derer, die es wussten.[329]
Unzählige Trommeln wurden geschlagen, und ihr Dröhnen war allgegenwärtig. Männer und Frauen erlangten Befreiung vom Leid, und auch Devas, Nāgas, Menschen und Mahoragas.
Śuddhāvāsa-Devas kamen, Tausende von Koṭis, unzählige Nayutas. Mit vereinten Händen priesen sie den Daśabala, der ins Jenseits vorgedrungen war.[330]
„Wie der Monarch von Wie Felsen[331] mitten im Ozean, wie Indras Banner, Vaijayanta auf Sumerus Gipfel, wie tausend Sonnen am Himmel, so erstrahlt der Eroberer am Fuße des Bodhi-Baumes.
„Du, o Herr der Menschen, hast jene Erleuchtung erlangt, für die du in deinen früheren Leben Gaben gabst, (347) für die du deine Moral unbefleckt bewahrtest, für die du nach höchster Weisheit strebtest.
„Du bist ein Mann der Vision, der die Dunkelheit vertreibt, der Bewahrer dessen, was dem Verfall preisgegeben ist,[332] der Auserwählteste unter den Wesen, der Erlanger der Selbstständigkeit, der edle Karawanenführer der Menschen; niemand ist dir gleich auf der ganzen Welt.
“ „Das ganze Universum wird von dir erleuchtet, wie vom Mond, wenn er aus einer Wolke hervortritt. So fällt himmlischer Glanz auf Devas, Nāgas, Suras und Mahoragas.
Man könnte Sumeru, den König der Felsen, dem Erdboden gleichmachen und hundert bergähnliche Staubkörner zu Staub zermahlen, so klein wie ein Senfkorn, doch es ist unmöglich, den Buddha-Glanz der Eroberer zu trüben.
“ Man könnte die Tropfen im großen Ozean des Wassers zählen, indem man sie in die Hand nimmt, obwohl es Tausende von Kotis und Hunderte von Nayutas gäbe, doch man kann den Glanz der Eroberer nicht erfassen.
Es mag möglich sein, das System der dreitausend Welten bis zum höchsten Himmel, die ganze Erde, Bäume, Wind und Feuer zu kennen (348) und die Gräser, Kletterpflanzen, Kräuter und Samen zu zählen, doch es ist unmöglich, den ganzen Glanz[333] des Buddha zu trüben.
Es mag möglich sein, durch hundert- oder tausendmaliges Durchbohren des Firmaments den höchsten Punkt des Himmels und alle Hunderte der vier Himmelsrichtungen zu bestimmen, doch es ist unmöglich, den ganzen Glanz des Buddha zu trüben.
Es mag möglich sein, alle Wesen zu zählen,[334] die Haare an ihren Körpern und die Haare auf ihren Köpfen und ihre Körper, die vergangenen und die zukünftigen, doch es ist unmöglich, den Glanz der Eroberer zu trüben.
„Wesen, die von solch großem Wert gehört haben, werden den Erlöser der Welt in tiefer Andacht gedenken. Ihnen wird Frieden zuteilwerden, sobald sie die Sphären des Leidens verlassen haben, und schon bald wird ihnen die Erleuchtung zuteilwerden.“
Und weiter, ihr Mönche, als der Tathāgata zur unübertroffenen vollkommenen Erleuchtung erwacht war, saß er ganze sieben Tage lang allein im Schneidersitz. Dann Devas der Erde, Devas des Himmels, Caturmahārājika-Devas, Trāyastriṃśa-Devas, Yāma-Devas, Tuṣita-Devas, Nirmāṇarati-Devas, Paranirmitavaśavartin-Devas, Mahābrahmā-Devas, Brahmā-Devas, Devas, die Priester von Brahmā waren, Ābhā-Devas, Parīttābhā-Devas, Apramāṇābhā-Devas, Ābhāsvara-Devas, Śubha-Devas, (349) Apramāṇaśubha-Devas, Śubhakṛtsna-Devas, Vṛhatphala-Devas, Avṛha-Devas, Atapa-Devas, Sudṛśa[335]-Devas und die Sieben volle Tage lang ehrten, verehrten und beteten die Akaniṣṭha-Devas den Tathāgata auf seinem edlen Bodhi-Thron. Und sieben volle Tage lang erstrahlte das gesamte Universum der dreitausend Welten in einem einzigen Glanz.
Bei dieser Gelegenheit sprach der Erhabene folgende Verse:
Sieben volle Tage lang erhob sich der vollkommene Buddha, das Monument der ganzen Welt, nach seinem Erwachen zur höchsten Erleuchtung nicht von seinem Thron.
Tausende von Koṭis, Göttern, versammelten sich am Himmel und ließen sieben volle Nächte lang einen Blütenregen herabregnen.
Blaue, rote, Campaka- und weiße Lotusblüten, lieblich, tausendblättrig und strahlend, ließen die Devas herabregnen.
Und Māra war daraufhin bestürzt und schrieb mit seinem Stab auf den Boden: „Besiegt bin ich vom Deva der Devas, vom mächtigen Sākyan-Löwen.“
Die Trāyastriṃśa-Devas, die Yāma-Devas, die Tuṣita-Devas, die Nirmāṇarati-Devas, die Paranirmitavaśavartin-Devas, Devas, die noch immer in einer Welt sinnlicher Genüsse weilen,
verstreuten himmlische Blüten, rotes Sandelholz, himmlische Aloe und Campaka vom Himmel. Das Buddha-Feld erblühte in einem Regen von Blüten, so groß wie ein Würfel.
Tausende von Koṭis der Brahmās versammelten sich am Himmel und schütteten ein feines Pulver aus himmlischem rotem Sandelholz herab.
Unter den Erdenwesen befanden sich die selbstleuchtenden Śuddhāvāsa-Devas; überall, von einem Ende zum anderen, wimmelten sie.
Die Luft war erfüllt von Sonnenschirmen, Fahnen und Bannern (350), die dem glorreichen, vollkommenen Buddha höchste Ehre erwiesen.
Ein strahlendes Licht erstrahlte und durchflutete das Buddha-Feld. Die höchsten Bereiche der Weltsysteme nahmen die Farbe des Feuers an.
In den Höllen kehrte überall im Buddha-Feld Ruhe ein; glühende Kohlen erloschen, und die Bewohner wurden glücklich.
Jene Wesen in der Hölle, die ihre höllische Strafe des Leidens verbüßt hatten, wurden sogleich unter den Devas wiedergeboren.
In Saṃjīva, Kālasūtra, Tapana, Pratāpana und Raurava wurde das Feuer durch die Strahlen des Erlösers der Welt gelöscht.
In Avīci, Saṃghāta und den getrennten Höllen[340] wurde das Feuer überall durch die Strahlen des Erlösers der Welt gelöscht.
In allen getrennten Höllen der Weltsysteme wurde das Feuer durch die Strahlen des Erlösers der Welt gelöscht.
Diejenigen, die im Reich der Tiere gewöhnlich blutiges Fleisch aßen, wurden vom Buddha mit Liebe erfüllt und fügten einander kein Leid zu.
Der Bodhi-Baum war mit Sonnenschirmen, Bannern und Fahnen geschmückt und mit von Devas geschaffenen Minaretten[341] bedeckt.
Ringsum, abseits des Bodhi-Throns, lagen Baumstümpfe, Dornen, Tonscherben, Kies und Kiesel.
Doch der Bodhi-Thron war von einem juwelenbesetzten Boden umgeben, den die Devas des Buddha-Feldes hier geschaffen hatten.
(351) Tausende von Devas standen mit Weihrauchgefäßen auf dem Boden und verehrten den Führer der Welt.
Der gesamte Boden darunter war mit Lotusblumen bedeckt, in der Farbe des Goldes von Jāmbūnada, die durch die Kraft des Buddha emporwuchsen.
Und die kranken, leidenden und hilflosen Wesen wurden gesund und glücklich, gebadet im Licht des Buddha.
Die von Geburt an Blinden erlangten das Augenlicht und konnten die Dinge sehen. Sie sprachen miteinander von dem Mächtigen, der die Erleuchtung erlangt hatte.
Leidenschaft, Hass und Torheit wurden besänftigt, als der Śākyan-Löwe, der große Seher, die Erleuchtung erlangte.
Paläste und prächtige Wohnhäuser, mit Giebeln und Anmut, wandten sich alle dem mächtigen Bodhisattva zu.
Alle Männer und Frauen und Kinnaras auf dem Buddha-Feld wandten sich dem mächtigen Bodhisattva zu.
Devas, Männer und Frauen, Deva-Söhne und schöne Deva-Mädchen, wandten sich alle dem Bodhi-Baum des großen Sehers zu.
Nāgas, Gandharvas, Yakṣas, Kumbhāṇḍas und Rākṣasas wandten sich alle dem Bodhi-Baum des großen Sehers zu.
Junge Knaben und junge Mädchen, im Bett liegend oder sitzend, erhoben sich und wandten sich Howards, dem Bodhi-Baum des großen Sehers, zu.
Alle Edelsteine, himmlische und seltene, (352) Schmuckstücke der Devas, dorthin gerichtet.
Die Juwelen der Nāgas, Yakṣas, Piśācas und Rākṣasas wandten sich alle dem Bodhi-Baum zu.
Fußkettchen, Armbänder und Armreifen wandten sich dem Ort zu, an dem die safranfarbenen Gewänder des erleuchteten Buddha hingen.
Perlenketten, prächtige Halsketten und der Schmuck der Menschen wandten sich dem unbeweglichen Bodhi-Baum zu.
Perlenketten, funkelnde Ornamente, Edelsteinohrringe, Goldketten und Siegelringe wandten sich dem unbeweglichen Bodhi-Baum zu.
Alle unvorstellbaren Wesen auf dem Buddha-Feld wandten sich, bewusst oder unbewusst, dem unbeweglichen Bodhi-Baum zu.
Kühle, duftende und angenehme Winde wehten über das Buddha-Feld des Erleuchteten.
Alle Devas auf dem Buddha-Feld, Nāgas, Menschen, Asuras, Kinnaras und Yakṣas blickten auf ihren Führer.
Mit Weihrauchgefäßen in der Hand und voller Freude über ihn, beteten sie das Licht der Welt an, das auf dem Bodhi-Thron stand.
Mit erhobenen Händen verehrten sie ihn und priesen ihn in Versen. (353) Sie erwiesen dem Buddha ihre Ehre, indem sie nahe dem Bodhi-Thron standen.
Alle sahen ihn dort sitzen, den lichtbringenden Erlöser der Welt. Niemand nahm ihn aus der Ferne wahr, nicht einmal aus einer Fadenlänge.
Niemand auf der Welt sah den Buddha von hinten, aber alle Himmelsrichtungen sahen ihn von Angesicht zu Angesicht.
Niemand sah den Führer der Welt von links oder von rechts, aber alle sahen den großen Helden direkt vor sich.
Sogleich wurde Weihrauch auf dem Buddha-Feld verbrannt, und sein Duft erfüllte alle entferntesten Winkel des Buddha-Feldes[348].
Es ist unmöglich, all die Kotis zu zählen, die die Herrlichkeit Buddhas sahen, als sie sich dem Bodhi-Baum näherten.
Gras und Holz, Kräuter und Bäume – alles wandte sich dem Bodhi-Baum des großen Sehers zu.
Wer, der von solch wunderbaren Zeichen[349] des Weltenführers hörte, wäre nicht erfreut? Wer außer einem Diener Māras?
Der ganze Ruhm, der dem mächtigen Buddha bei Erlangung der Erleuchtung zuteilwurde, konnte selbst von einem mit magischer Redekunst begabten Menschen nicht in Worte gefasst werden.[350]
Als jene, die den vollkommenen Buddha auf dem Bodhi-Thron stehend sahen und ihn verehrten, von den Zeichen hörten, waren sie froh, weil sie verstanden.
Und Mönche, die fest in der Moral verankert sind,[351] werden tiefe Verzückung empfinden, wenn sie dieses Sutra hören.
(354) Freude werden jene empfinden, die mit Geduld und Sanftmut begabt sind, die körperlich und geistig aktiv sind und nach der Erkenntnis des Buddha streben.
Freude werden jene empfinden, die, zur höchsten Erleuchtung erwacht, die Menschen trösten, indem sie ihnen die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburt versprechen.[352]
Freude werden jene empfinden, die frühere Buddhas, die besten der Zweimalgeborenen,[353] verehrt haben, wenn sie dieses Sutra des großen Sehers hören.
Diejenigen, die Bedürftige mit Speise und Trank versorgten, werden dem Buddha Ehre erweisen, wenn sie dieses Sutra hören.
Diejenigen, die den Armen mit ihrem Reichtum halfen, werden dem Buddha Ehre erweisen, wenn sie dieses Sutra hören.
Diejenigen, die einst prächtige Tempel für die Buddhas errichteten, werden sich freuen, wenn sie die schönsten Paläste von allen kennenlernen.
Diejenigen, die einst den wahren Dharma des Erlösers der Welt bewahrten und auf Gewinn und Ansehen verzichteten, werden sich freuen.
Diejenigen, deren Leben nicht mehr wiederholt werden muss und die von Karma befreit sind, das Vergeltung fordert, die Geliebten des Erlösers der Welt, werden ihm Ehre erweisen.
Es wird Verzückung für diejenigen geben, die den gütigen, vollkommenen Buddha, den Besten der Zweibeiner, gesehen haben und ihm große Ehre erweisen werden.
Es wird Verzückung geben für jene, die, nachdem sie den Löwen, den großen Nāga, das Monument der Welt, gesehen haben, ihm große Ehre erweisen.
(355) Es wird Verzückung geben für jene, die, begierig nach Erkenntnis des Buddha, dem Banner des Erlösers der Welt Ehre erweisen.
Es wird Verzückung geben für jene, die, nachdem sie den Buddha, den Lichtbringer, den Unbesiegbaren, gesehen haben, ihm große Ehre erweisen.
Es wird Verzückung geben für jene, die, nachdem sie den guten Führer, das Licht der Welt, gesehen haben, ihn mit unendlicher Ehre verehren.
Es wird Verzückung geben für jene, die, wenn sie die beiden Erlöser der Welt, die Tathagatas namens Kusuma, sehen,[358] sie verehren.
Es wird Freude geben für jene, die Maru, den vollkommenen Buddha, den besten der Zweibeiner, den erlesensten Redner, erblicken und ihn verehren.
Es wird Freude geben für jene, die Puṣpa, den höchsten Buddha, den besten der Zweibeiner, erblicken und ihm höchste Ehrerbietung erweisen.
Es wird Schrecken geben für jene, die, habgierig, auf Ruhm bedacht und auf falsches Wissen vertrauend, dieses Sutra wenig beachtet haben.
Es wird kein Leid geben für jene, die, obwohl sie die Gesellschaft genießen[359] und inmitten der Menge leben, die Abgeschiedenheit des Buddha beachtet haben.
Selbst die Unmoralischen werden sich, wenn sie den Buddha so sprechen hören, dem Licht der Welt zuwenden und ihm eifrige Verehrung erweisen.
Es wird Freude geben für die zukünftigen tapferen und gesegneten Bodhisattvas, die vom Buddha ausgerufen wurden.
(356) Diejenigen, die niemals vom Wissen um den Buddha ablassen, werden gesegnet sein, wenn sie dieses Sutra hören.
Diejenigen, die mit demütigem Geist im Wissen um den Buddha geschult sind und frühere Buddhas, auserwählte Wesen und Herren der Menschen verehrt, geehrt und angebetet haben, werden entzückt sein, wenn sie von der Schönheit des Besten der Menschen hören.[360]
Und diejenigen, die vollkommen und ganz rein sind, ausgestattet mit Hunderten von Kotis guter Eigenschaften; diejenigen, die sich an der Lehre des Sugata erfreuen und[361] den Dharma aufrechterhalten, wenn er zu zerfallen droht.[362]
Und diejenigen, die beständig und fromm sind[363] und nicht verleumderisch und leichtfertig[364] noch stolz sind, werden entzückt sein, wenn sie von der Schönheit des edlen Siegers hören.
Diejenigen, die das Wissen um einen Buddha nicht aufgeben; Jene, deren unvergleichliche, unendliche Erleuchtung makellos ist, und jene, die in unermüdlicher Hingabe verweilen, werden entzückt sein, wenn sie von der Schönheit des edlen Siegers hören.
Mönche, als der Tathāgata einst als Bodhisattva wirkte, erhob er sich über die Welt, indem er mit vier moralischen Zuständen ausgestattet war.[365] Welche vier? Makellose Moral,[366] (357)...,[367] ein allen Wesen wohlgesinntes[368] Herz und[369] ein allen Wesen hingegebenes Herz. Mit diesen vier moralischen Zuständen ausgestattet, Mönche, erlangte der Tathāgata, als er als Bodhisattva wirkte, eine solche Allwissenheit.
Bei dieser Gelegenheit sprach der Erhabene folgende Verse:
Moral ist der wertvollste Schatz in der Lehre des Erlösers der Welt. Weder Gold noch Silber gelten dem Mönch als erstrebenswerter Reichtum.
Wer der Lehre des Meisters treu folgt, achtet auf die Moral. Der unmoralische Mensch wird von uns ferngehalten; er ist kein Schüler Buddhas.
Die besten Zweibeiner, die Erlöser der Welt, die großen Helden, denen die zweiunddreißig Zeichen verliehen sind, blicken auf jene, deren Moral makellos ist.[370]
In seiner Waldheimat weilend,[371] eifrig für Liebe und Moral, tapfer und gelassen – dies ist der Schatz des Einsiedlers.
Mit wenig begehrend und mit wenig zufrieden, tapfer und gelassen, gewissenhaft und skrupulös[372] – dies ist der Schatz des Einsiedlers.
Denn alle Mönche sind wahrhaft moralisch, wenn sie das Netz der Begierde zerrissen und die sieben Bodhyanas[373] entwickelt haben – dies ist der Schatz des Einsiedlers.
Der Weise, der keine Leidenschaft für das Dasein hegt, entwickelt die Leere und die Ruhe; vielfältiges Leid hat für ihn keine Bedeutung – dies ist der Schatz des Einsiedlers.
Sehr reich wird der, der so seinen Weg geht; Wer so handelt, wird selbst als Mönch reich.
(358) Ein tugendhafter Mönch gilt als wohlhabend, denn Reichtum erlangt er nicht durch Perlen und Korallen.
Der Mönch soll tugendhaft leben, in Frieden wohnen und niemandem schaden. Nicht durch den Erwerb der Mönchskutte gelangt er ins Paradies.
Durch vollkommene Tugendhaftigkeit entgeht er allen ungünstigen Zeiten. Der Meister lobt nicht den Mönch, der Geburt und Besitz über alles stellt.
Hat er sich der Tugendhaftigkeit verschrieben, ist ihm der Himmel nicht schwer zu erreichen. Er ist allen, wo immer er hingeht, lieb und beliebt.
Bewahre deine Tugendhaftigkeit mit Bedacht, denn du strebst nach den drei Glücksgütern: Lob, Reichtum und, nach dem Tod, die Freude im Himmel. [374] Tugendhaftigkeit ist das schönste Gewand und ein strahlender Schmuck. Der Mönch, der sich durch seine Moral auszeichnet[375], wird in seiner Nächstenliebe nicht behindert.[376]
Sein Leib strahlt von reiner Moral, und wenn der Tod kommt, verspürt er kein Brennen[377].
Wenn seine Moral rein ist, ist das Erreichen der Vollendung nicht schwer. Dann gibt es zudem den Himmel, und er sieht den Erlöser der Welt.
Obwohl er sich durch seine reine Moral auszeichnet, ist der Mönch dennoch sanftmütig und macht sich nicht durch lautes Reden bemerkbar.
Moralisch und furchtlos, fürchtet er sich nie. Niemals verfällt er[378] übermäßiger Zuneigung, die[379] zum Übel führt.[380]
(359) Der moralisch gesinnte Mensch hat wenige Wünsche und wenige Sorgen, sondern ist mit Tugend zufrieden. Er erlangt schnell Konzentration und erlangt Gelassenheit.[381]
Mit seiner bewahrten Moral gewinnt der Mönch Zuversicht; Auch wird er nicht geblendet[382], wenn er die Jünger des Eroberers gesehen hat.
Der Mönch, dessen Moral rein ist, kann, in sich ruhend und achtsam, sich an seine früheren Leben während Tausender Kalpas erinnern.
Dank seiner Moral kann der große Held, das Denkmal der ganzen Welt, die Brahmā-Welt betrachten.[383]
Durch seine reine Moral wird sein göttliches Auge[384] geschärft. Kein Ort auf den Buddha-Feldern entgeht seinem Blick.
Mit vollendeter Moral kennt der unendliche Tathāgata, der Führer, das Vergehen und Entstehen aller Wesen.
Der moralisch gefestigte Mensch durchstreift die Welt wachsam und tatkräftig; es fällt ihm nicht schwer, den wohlklingenden Klang des Namens Buddhas zu vernehmen.[385]
Der moralisch gefestigte Mensch wird den Menschen lieb und wohlgefällig, überall geehrt, verehrt und geachtet, reinen Herzens und sündenlos.
Durch seine reine Moral kann ein Mensch sehen, wie jemand zum höchsten strahlenden Palast, dem Aufenthaltsort der Apsarasen, eingeht.
Durch seine reine Moral kann ein Mensch sehen, wie jemand zum hellen Gipfel des Sumeru, dem Wohnsitz der Trāyastriṃśa-Devas, eingeht.[386]
Durch seine reine Moral kann er die Yāma-Devas und jene himmlische Stadt sehen, die von Apsarasen bevölkert ist.
(360) Aufgrund seiner vollkommenen Reinheit sieht er die Tuṣita-Devas und ihre strahlenden, juwelenbesetzten Paläste.
Aufgrund seiner vollkommenen Reinheit sieht er die Nirmāṇarati-Devas, die Devas (namens) Sunirmita, die ihren eigenen Schmuck erschaffen.[387]
Aufgrund seiner vollkommenen Reinheit sieht er die strahlenden Paranirmitavaśavartin-Devas in ihren eigenen Palästen stehen.
Aufgrund seiner vollkommenen Reinheit sieht er den Wohnsitz Māras[388], bedeckt mit einem Baldachin aus Juwelen und bevölkert von Scharen von Apsarasen.
Indem er seinen Geist auf die Moral richtet, sieht er die Brahmā-Devas und ihren Palast aus Jāmbūnada-Gold, umrandet mit Juwelen.
Der tugendhafte Mönch sieht die Devas in Brahmās Gefolge und die Devas, die seine Priester sind[389], in ihren Palästen stehen.
Der tugendhafte Mönch sieht die Devas, die Brahmās Begleiter sind[390], und die Mahā-Brahmā-Devas in ihren Palästen stehen.
Mit Moralität erfüllt, sieht er die Ābhā-Devas und ihre prächtigen, juwelenbesetzten Paläste.
Der tugendhafte Mönch sieht die mächtigen Śubha-Devas, die Śubhakṛtsna und die Apramāṇābhā-Devas.
Durch seine reine Moral sieht er die Parīttaśubha-Devas und Tausende von Devas in der materiellen Welt.
Durch seine vollkommene Reinheit sieht er die Vṛhatphala-Devas, die Avṛha-Devas, die Atapa-Devas, die Sudṛśa-Devas und die Sudarśana-Devas. (361) Durch seine vollkommene Moral sieht er sogar die Śuddhāvāsa-Devas.
Die Mönche, deren Moral stets strahlte, sehen jene, die vollständig entschlafen sind[391], dort, wie ein Feuer vom Wasser gelöscht wurde.
Er[392], der die Zeichen der Auszeichnung trägt, war in seinen früheren Leben stets unbefleckt in seiner Moral. So wird er zum Daśabala, dem Meister, und sein Körper erstrahlt im Glanz der Vollkommenheit.
Stets wachsam in Moral und Konzentration, lebte der Eroberer in unzähligen Kalpas der Vergangenheit. So wird er zum Herrn des Dharma in der Welt, wie die Sonne zum Herrn des Lichts.
Indem er unzählige Kalpas lang reine Moral übt, wird der Sugata mit Zeichen geschmückt und erstrahlt in vollem Glanz. Aus seinem Mund strömt der Duft von Sandelholz.
Stet diese guten Eigenschaften vor Augen und bewahrt die vom Eroberer gepriesene Moral, so verweilt ihr mit jubelnden Herzen im Wald.[393] Wer den erhabenen Weisen ehrt, wird erhaben.
Die Buddhas der alten Zeit waren Karawanenführer, die ihre Leidenschaften gezügelt hatten, verehrt und geehrt wurden und in sich ruhend waren.(362) Sie weckten die Sehnsucht nach der edlen Erleuchtung. Als die Bodhisattvas von diesen guten Eigenschaften hörten, waren sie überglücklich.[394]
Nochmals, ihr Mönche, der Tathāgata ist rein in Moral, Konzentration, Weisheit, Befreiung, im Wissen um die Befreiung, in Geduld, in Sanftmut,[395] in Liebe und Mitgefühl.
Und, ihr Mönche,[396] da der Tathāgata so vollkommen rein ist, ist es unmöglich, den Verdienst dessen zu bestimmen, der ihm mit Blumen, Girlanden, Parfums, Fahnen und Bannern, Musik und Salben Ehre erweist. Sein Verdienst kann nur durch einen der drei Wege[397] bis zum Nirvana[398] vollständig aufgebraucht werden. Und warum? Weil, ihr Mönche, der Tathāgata in allen guten Eigenschaften unendlich ist, so sind auch die ihm dargebrachten Opfergaben unendlich, unaufhörlich, unvorstellbar, unvergleichlich, unermesslich, grenzenlos und unaussprechlich.
Nochmals, ihr Mönche, es macht keinen Unterschied, ob man den Tathāgata verehrt, solange er noch lebt, und ihn mit Blumen, Parfums, Girlanden, Sonnenschirmen, Fahnen, Bannern, Musik, Weihrauch, Salben, Speisen, Getränken, Wagen und Kleidern ehrt, oder ob man ihn ehrt, wenn er bereits verstorben ist, indem man ihm einen Kranz aus Senfblüten umlegt.[399]
Und bei dieser Gelegenheit sprach der Erhabene diese Verse[400]:
Wer, der seine Gedanken zum Wohle aller Lebewesen auf die Erleuchtung richtet und ehrfürchtig den Gipfel des Erlösers der Welt grüßt[401], wird in all seinen Leben auf dem Weg zur Erleuchtung achtsam, nachdenklich, tugendhaft und zuversichtlich sein.
(363) Wer einen Gipfel ehrfürchtig grüßt, wird in all seinen Leben von Devas, Nāgas, Yakṣas und Rakṣas geehrt.
Er meidet die acht ungünstigen Zeitpunkte, die ich erwähnt habe[402], und erlangt[403] jenen einen strahlenden Augenblick, in dem ein Buddha erscheint.
Er wird mit Schönheit beschenkt, mit Zeichen der Vortrefflichkeit geschmückt, mit heller Hautfarbe gesegnet und erhaben.
Wer das Licht der Welt erblickt und es immer wieder ehrt, wird reich und wohlhabend, tugendhaft und frei von Neid.[404]
Er lässt sich nicht von Äußerlichkeiten täuschen,[405] da er deren Vergänglichkeit[406] und Leere[407] erkannt hat. Er gewinnt schnell Vertrauen und ist im Dharma bewandert.
Er wird in wohlhabenden und angesehenen Kaufmannsfamilien wiedergeboren. Er wird überaus wohltätig, mutig, freigiebig und nicht geizig.
Welche angesehenen und prachtvollen Familien es auch in Jambūdvīpa geben mag, unter ihnen wird er als Held wiedergeboren; er meidet niedere Familien.
Wer einen Tope ehrfurchtsvoll gegrüßt hat, wird überall ein wohlhabender, strahlender und geehrter Hausvater.
Er wird ein wohlhabender Brahmane, weise und gelehrt. Ein wohlhabender Adliger, reich und wohlhabend.
Er wird auch ein gerechter König, ein Herrscher in Jambūdvīpa, der es und die gesamte von Bergen umgebene Erde regiert.
Er wird ein mächtiger Weltkönig, ein Herrscher, der die sieben Schätze besitzt. (364) Fest in seinem Reich verankert, verehrt er den Buddha immer wieder.
Wenn er stirbt, erfüllt vom Vertrauen in die Lehre des Buddha, steigt er in den Himmel auf. Er wird sogar zu Śakra, König der Devas, einem Herrscher auf dem Gipfel des Meru.
Er wird zu Suyāma, Herr der Devas, und auch zu Santuṣita; und Nirmita, ebenfalls ein Herr der Devas, und Vaśavartin, ein Herrscher der Devas.
Er wird sogar zu Brahmā in der Brahmā-Welt, einem weisen Herrscher, der von den Kotis der Devas verehrt wird, weil er ehrfürchtig einen Tope gegrüßt hat.
Selbst in Hunderten von Kotis von Kalpas lässt sich die Geschichte all jener, die ehrfürchtig einen Tope des Erlösers der Welt gegrüßt haben, nicht vollständig erzählen.
Wahrlich, wer, seine Gedanken auf Erleuchtung richtend, ein Denkmal des Meisters verehrt, erblindet in Kotis von Kalpas weder auf einem noch auf beiden Augen.
Wer ehrfürchtig ein Denkmal des Erlösers der Welt gegrüßt hat, erlangt klare, große, blaue und strahlende Augen.
Wer ehrfürchtig einen Tope gegrüßt hat, wird mit Kraft und Energie erfüllt; er verfällt nicht in Trägheit, sondern ist stets wachsam.
Wer einen Tope ehrfürchtig grüßt, der an Kraft, Ausdauer und Mut fest ist, erlangt schnell Glück.
Wahrlich, er stirbt weder durch Feuer noch durch Gift noch durch Waffen, sondern stirbt als Weiser am Ende seines vollen Lebens.
Wer einen Tope ehrfürchtig grüßt, wird in Hauptstädten, Königreichen und Städten für seine Schönheit, seinen Wohlstand und seinen Reichtum berühmt.
Er wird rein an Leib und Seele und in reiner Rechtschaffenheit gefestigt. Daher strebt er auf seinem Weg zur Erleuchtung nicht nach sinnlichen Genüssen.
(365) Wahrlich, wer, seine Gedanken auf die Erleuchtung richtend, einen Blumenkranz bindet und ihn auf einen Tope legt, wird nicht vernichtet.
Denn wenn er von dieser Welt scheidet und stirbt, gelangt er zu den Trāyastriṃśa-Göttern und erhält dort schnell ein strahlendes, juwelenbesetztes Haus.
Wer Girlanden auf einem Tope niederlegt, genießt unter den Trāyastriṃśa-Devas giebelständige Paläste, die von Apsarasen bevölkert sind.
Ihm wird ein himmlischer Lotusteich voller vollkommenen Wassers zuteil, dessen Boden aus goldenem Sand besteht, der mit Beryll und Kristall bestreut ist.
Und wenn er, erfüllt von Weisheit, seinen Genuss himmlischen Wohlstands vollendet hat, verlässt er die Deva-Welt und wird ein reicher Mann.
Aufgrund seiner Verdienste erlangt er die Gunst des Tathāgata. Inbrünstig und wachsam verehrt er den Besten der Zweibeiner.
Wer den Höchsten der Zweibeiner verehrt hat, wird weder von Leidenschaft überwältigt noch von Hass verzehrt; er verfällt niemals der Verblendung.
Nachdem er den Erlöser der Welt angebetet hat, wird er in all seinen Leben frei von Leidenschaft, Hass und Torheit und hat seine Sinne unter Kontrolle.
Wer Girlanden an einem Denkmal niederlegt, wird zu jeder Zeit geehrt, tausende von Leben lang, hunderte von Leben.
Wer Girlanden an einem Denkmal niederlegt, wird sogar zum Weltkönig und zum Herrn Śakra; und zu einem Brahmā in der Brahmā-Welt.
Wer eine Girlande aus feiner Seide an einem Denkmal des Erlösers der Welt (366) anbringt, erreicht in all seinen Bestrebungen sowohl unter den Göttern als auch unter den Menschen.
Er meidet niedere Familien und wird nicht unter ihnen wiedergeboren. Er wird reich und wohlhabend, ein Herrscher in Jambūdvīpa.
Wer einen Tathāgata verehrt, zeichnet sich überall durch Schönheit, Reichtum, einen strahlenden Teint und magische Kräfte aus.
Er hat eine Erinnerung an frühere Leben und lässt sich nicht von Leidenschaften mitreißen. Er erkennt die Verderbtheit sinnlicher Begierden und wendet sich dem heiligen Leben zu.
Wer den Besten der Zweibeiner verehrt hat, lässt sich weder von Formen, Klängen noch Geschmäckern überwältigen und begeht keine böse Tat.
Auch von Gerüchen und Berührungen lässt er sich nicht verführen, sondern wird achtsam und nachdenklich, wenn er den Führer verehrt hat.
Räuberkönige rauben nicht den Reichtum dessen, der den Tathāgata verehrt hat, und auch Feuer kann ihn nicht zerstören.
Wer dem Führer der Welt eine Girlande aus feiner Seide und Blumen dargebracht hat, erfährt keinen Kummer und keinen Schmerz des Kummers.[411]
Wer das Licht der Welt verehrt hat, wird in all seinen Leben überall immun gegen Kummer und Unterdrückung, ein mächtiger Weltherrscher.
Wer den Erlöser der Welt verehrt hat, besitzt wohlgeformte[412] Hände und Füße und erlangt eine prächtige Gestalt; er ist mit Schönheit beschenkt.
Er meidet das Böse auf seinem Weg zur Erleuchtung.
Er erblickt die besten Menschen, die in der Welt so selten sind.
(367) Nachdem er tausende von Kalpas (Koti) und hunderte von Kalpas (Nayutas) des Wohlbefindens genossen hat, erwacht er, erfüllt von Weisheit, zur höchsten Erleuchtung.
Er errichtet einen Pavillon aus Girlanden über den Reliquien[413] des Erlösers der Welt und wird zu einem mächtigen König mit einem treuen Gefolge.
Er entsagt jenen üblen Zuständen, die von den Aryanern abgelehnt werden, und erlangt jene guten Zustände, die von den Buddhas gepriesen werden.
Er wird von Göttern, Nagas und allen Weisen der Welt geliebt und verehrt, geehrt und hochgeschätzt.
Mächtig und mit einem großen und glanzvollen Gefolge ehrt er den Besten aller Zweibeiner, den unbesiegbaren, vollkommenen Buddha.
In welchem Haushalt er, erfüllt vom Glanz seiner Verdienste, auch geboren wird, so wird diese Familie in Königreich und Stadt geehrt.
Wer seine Gedanken der Erleuchtung zuwendet und einen Kranzstand errichtet, dem wird das Glück zuteil, das die Buddhas gepriesen haben.
Er wird weder bucklig noch lahm und kahl; sondern er schreitet fest, geschmückt mit den zweiunddreißig Zeichen, wohin er auch wiedergeboren wird.
Wenn er Bedürftige sieht, hilft er ihnen mit seinem Reichtum, und unversehrt schreitet er auf dem Weg der Erleuchtung voran.
In seiner Erhabenheit hat er der Erde entsagt, er wird erhabenen Herzens und wird niemals niedergeschlagen.
Wer den Weg der Erleuchtung beschritten hat, geht seinen Weg und entsagt Söhnen, Töchtern und liebenswerten Ehefrauen.
Nicht wortgewandt,[415] aber von anmutigem und schönem Antlitz (368), wird er zu keiner Zeit von Neid oder Hochmut geplagt.
Wer den Weg der Erleuchtung beschritten hat, ist frei von Neid, gütig, geduldig, wohlwollend und mit guten Eigenschaften ausgestattet.
Er ist ein seltener Schatz auf Erden. Tadellos und würdig aller Opfergaben, wer den Weg der Erleuchtung beschritten hat.
Es wäre für ein Kind leichter, die Sterne am funkelnden Himmel zu zählen, als die Tugenden dieses Mannes in Worte zu fassen.
Es wäre leichter, die Gedanken aller Geschöpfe – vergangene, gegenwärtige und zukünftige,[416] zu kennen, als die Tugend dieses Mannes in Worte zu fassen.
Es wäre für ein Kleinkind leichter, die Anzahl der Sandkörner und die Tausenden von Koṭis der Nāgas in den vier großen Ozeanen zu nennen, als die Tugend dieses Mannes zu beschreiben.
Es wäre leichter, in einem Augenblick die Haare aller Geschöpfe in den sechs Daseinsbereichen des Universums zu zählen,[417] als die Tugend dieses Mannes zu beschreiben.
Es wäre für ein Kleinkind leichter, die ganze Erde, die inmitten der Wasserwüste steht, zu vermessen, als die Tugend dieses Mannes zu beschreiben.
Es wäre für einen Gelehrten leichter, die Bäume zu zählen, angefangen bei denen, die seit einem Kalpa im Reich der Devas wachsen, dann die, die in der Zwischenzeit hier auf Erden stehen, und die, die in Zukunft wachsen werden, ihre Blüten und Früchte, als das Ausmaß der Tugend dieses Sohnes des Buddha zu beschreiben.
Es wäre leichter, die angenehmen, goldenen Strahlen dieser Sonne (369) zu zählen, als das Ausmaß der Tugend eines Sohnes Buddhas zu beziffern.
Wer ihm im Laufe von hundert Leben[418] Unrecht tut, wird aus der Gemeinschaft der Götter und Menschen verbannt; die Hölle ist sein Aufenthaltsort.
Wer in seiner Torheit[419] Bodhisattvas misshandelt, wird blind und hilflos.
Nach seinem Tod gelangt er in das schreckliche und furchtbare Avīci, wo er mit seinem gewaltigen Körper[420] bittere Qualen erleidet.
Dort wird er mit einem Körper von einer Yojana Länge wiedergeboren und in seiner ganzen Ausdehnung vom Feuer gequält.
Sein Körper hat fünftausend Köpfe, und in jedem Kopf befinden sich fünfhundert Zungen.
An jeder Zungenspitze sind Hunderte von Schwertklingen[421] befestigt.
Dies ist die schreckliche Qual, die er erleidet. Dies ist die Frucht seines Karmas.
Wenn er Avīci verlässt, gelangt er nach Tapana und Pratāpana, und dort leidet der törichte Mensch für seine früheren Missetaten.
Wahrlich, es ist nicht leicht für den, der in seiner Torheit die Söhne Buddhas misshandelt, als Mensch wiedergeboren zu werden.
Hunderttausende, ja Hunderte von Nayutas von Leben lang erleidet er bitteres Leid. Und das ist die Ursache seiner Qualen.
Ein schreckliches Gift, ätzend und das Mark verzehrend, erwartet den (370), der die mächtigen Söhne Buddhas misshandelt hat.
Er leidet Hunger und Durst; dies ist die Frucht schlechten Karmas. Und selbst wenn er etwas zu essen bekommt, kann er es nie wirklich genießen.
Nach seinem Tod wird er in Yamas Welt von riesigen Aasfressern verschlungen. Wer Mönche misshandelt hat, findet niemals Zuflucht.
Wenn er von dort wieder hinübergeht und seine Zeit abgelaufen ist, und in die Welt der Menschen zurückkehrt, ist er von Geburt an blind, geisteskrank, wahnsinnig und verrückt.
Seine Rede ist unverständlich, verlogen und klingt übel. Und wenn er die Welt der Menschen verlässt, gelangt er sogleich in eine Sphäre des Leids.
Wer in seiner Torheit die Söhne Buddhas misshandelt hat, sieht Buddha tausende von Kalpas lang nicht.
Wer den Söhnen Buddhas in seinem Haus gerechten Schutz gewährt, entgeht jeder Sphäre des Leids und gelangt schnell in den Himmel.
Er wird reich und wohlhabend, mächtig und selbstsicher, erfüllt von Achtsamkeit und Weisheit, gesegnet und frei von Kummer.
Und wenn die Lichter der Welt ins Nirvana eingegangen sind, verehrt er[423] die Buddha-Statuen immer wieder, wann immer er sie sieht.
Wer, der solche Wahrheiten[424] vom Buddha vernimmt, wird nicht immer wieder Vertrauen in die Söhne des Buddha setzen?
Wer Tausende von Buddhas ehrt, ja, Hunderte von Nayutas, so viele Kalpas lang, wie es Sandkörner im Ganges gibt,
und wer den wahren Dharma, den der Erlöser der Welt verkündet hat, selbst in seiner Zerfallszeit[425] (371) auch nur für eine Nacht oder einen Tag unterstützt, wird sich Verdienste erwerben.
Er[426] wird geehrt und in der Erkenntnis des Buddha gefestigt; und auch die Buddhas werden geehrt, wenn der Dharma, der im Zerfall begriffen ist, unterstützt wird.
Wer die Lehre des Meisters bewahrt, wenn das wahre Dharma zu zerbrechen droht, dem widerfährt über Tausende von Kalpas hinweg kein Leid.
Er findet Ruhe in seinem Körper und erliegt keiner Krankheit. Selbst tausendfaches Unglück kann ihn nicht vernichten.
Wer die Lehre des Meisters bewahrt hat, erlangt Geduld, Sanftmut, Güte, Demut und Freundlichkeit gegenüber anderen.
Gelassen und freudig erträgt er die Verachtung, die ihm stets entgegengebracht wurde, wenn das Dharma unterdrückt wurde.[427][428] Wer das Dharma des edlen Siegers unterstützt, wenn es zu zerbrechen droht, entgeht allen ungünstigen Zeiten.[429]
Wer das Dharma des edlen Siegers unterstützt, wenn es zu zerbrechen droht, wird stets mit Zeichen der Vollkommenheit geschmückt, wie der Himmel mit Sternen übersät ist.
Wer den Dharma des edlen Eroberers in seiner Zerfallszeit unterstützt, entgeht der Wiedergeburt in niederen Familien, in denen es kein gesegnetes Wohlergehen gibt. Er erlangt Reichtum, Glück und Wohlstand.
(372) Wer den Dharma des edlen Eroberers in seiner Zerfallszeit unterstützt, erlangt durch seine Energie überragende Stärke und durchstreift stolz die ganze Erde, um Hunderttausende von Buddhas zu ehren.
Wer den Dharma des edlen Eroberers in seiner Zerfallszeit unterstützt und sich dabei achtsam und tugendhaft verhält, wird unter Menschen und Unsterblichen am höchsten verehrt, ein Weiser, der in Jambūdvīpa am höchsten gepriesen wird.
Wer den Dharma des edlen Eroberers in seiner Zerfallszeit unterstützt, erlangt die schönste Gestalt und ist Menschen, Frauen und Devas gleichermaßen lieb, strahlend, gepriesen und tugendhaft.[430]
Wer auch in Zeiten des Zerfalls die Lehre des edlen Siegers verteidigt, dem wird für hunderttausend Kalpas die Kraft der Tugend und allwissende Fülle zuteil. Und er verliert diese Ehre nicht.[431]
Diejenigen, denen der Meister, der Daśabala,[432] der Gott der Götter, dieses Sutra offenbart hat, werden unerschütterliche Freude empfinden, wenn ihr Tod eintritt.
Sie[433] werden den Nirvana-Gewesenen von der Lehre des edlen Siegers erzählen.[434] (373) Sie halten aus Respekt vor ihnen an ihr fest und bringen unzähligen Denkmälern Gaben dar und ehren den Sangha aus Respekt vor dem Erhabenen.
Wenn die Lehre des edlen Siegers zerbricht, halten sie am Weg der edlen Lehre[435] des Meisters fest. Wer diese edle und gerechte Tat unterlässt, dem wird kein gerechtes Ende zuteilwerden.[436]
Alle Wesen werden zu Erlösern der Welt, allsehend, ihre Leidenschaften gezügelt und ihre Begierden vernichtet. Tausende Male (nayutas) werden sie das Lob einer Blumenopfergabe[437] an den edlen Eroberer verkünden.
Stets meidet er das Böse und praktiziert voller Freude den vollkommenen Dharma.[438] Und wenn er in seinen verschiedenen Leben lange Zeit dem Guten nachgejagt hat, wird er zu einem unvergleichlichen Buddha auf Erden.
Hört mich, mit heiterem Herzen und frei von Begierden, wenn ich den Lobpreis dessen verkünde, der ein winziges Stückchen Weihrauch, feiner als ein Senfkorn, an den Schreinen des Erhabenen verbrennt.
Er wandelt tugendhaft durch die Welt, immun gegen Krankheit, fest im Glauben und wachsam. Auf seinen Wegen leitet er die Welten und wird den Menschen lieb und geliebt.
(374) Wenn er ein Reich erlangt hat, als mächtiger und weiser Herrscher der Welt, von goldener Schönheit, geschmückt[439] mit den Zeichen der Vollkommenheit, verehrt er den Eroberer. Und stets empfängt er wohlriechende Salben.
Für ihn gibt es keinen körperlichen oder seelischen Schmerz. In seinen verschiedenen Leben entgeht er bescheidenen Verhältnissen. Er wird reich, wohlhabend und wohlhabend. Er durchschreitet alle Welten und ist in allem erfolgreich.
Er erscheint den Menschen, wenn sie ihn nach dem höchsten Dharma fragen, den der Eroberer lehrte. Er zerstreut Zweifel mit seinen Worten, und wer dem Dharma folgt, erlangt Freude.
Er begeht keine Sünde aus Mangel an Weisheit, sondern zeichnet sich durch sein Wissen höchster Erkenntnis aus. Sein Verhalten ist göttlich rein, gerecht und gütig. Er klärt den Blick und vertreibt die Dunkelheit.
In der Welt der Menschen verfällt er nicht in Wut, Hass und Torheit. Indem er ein reines, unbeflecktes, heiliges Leben führt, wirkt er unendlich viel Gutes.
Er wird niemandem gegenüber böswillig und erleidet niemals Vermögensverlust. Kein Übel[440] trifft den Menschen durch ihn, der an den Schreinen des Eroberers Weihrauch verbrannt hat.
(375) Rein, unbefleckt, frei von Sünde, ruhig, gelassen, vollkommen friedvoll, erlangt er, nachdem er Hunderte von Nayutas von Kotis von Kalpas durchlaufen hat, mit erhabenem Herzen die unvergleichliche Erleuchtung.
Nachdem er auf vollkommen schmerzfreie Weise Tausende von Nayutas von Kotis von Wesen errichtet und das unvergleichliche Rad in der ganzen Welt in Bewegung gesetzt hat, scheidet er danach dahin, seine Leidenschaften gestillt und seine Begierden gebrochen.
Wer eine Fahne auf Denkmälern des Erhabenen gehisst hat, wird den Entschluss fassen, ein Buddha[441] auf Erden zu werden.
Er wird von den Menschen geehrt, während er den Weg des Siegers auf edelste Weise beschreitet.
Er erlangt großen Ruhm und wird weise und lobenswert. Er wird einen reinen und makellosen Körper erlangen.
Er wird von den Menschen hoch geachtet und von Devas und Nāgas verehrt.
Sein Körper ist stets goldfarben, und er wird zum Besitzer prächtiger Gewänder aus Baumwolle, Wolle, Flachs, Jute[442] und Seide.
Wo immer es in Jambūdvīpa edle Familien gibt, wohlhabend, hochherzig und reich, unter ihnen wird er wiedergeboren.[443] (376) Er entgeht der Wiedergeburt in armen, niederen Familien.
Kein Wesen, das seine Herrschaft anerkennt, wird verdorbenen Herzens. Er verurteilt[444] die bösen Taten anderer und wird rein in seiner Moral und stets wachsam. Er ist weder geizig noch habgierig.[445] Er wird freigiebig und erlangt Kummerlosigkeit. Er verleitet andere nicht dazu, gewinnorientiert zu leben.[446] Er erlangt einen guten Ruf und wird stets gepriesen.
Wenn er den Buddha, den großen Karawanenführer, sieht, ehrt er ihn stets mit Sonnenschirmen, Fahnen und Bannern, Weihrauch und Girlanden und lebt immer ein unbeflecktes, heiliges Leben.
In der Welt der Menschen hochverehrt und geehrt, erlangt er unter den Devas eine himmlische, prachtvolle Residenz, strahlend schön und reich geschmückt mit Juwelen, Edelsteinen und Kristallen.
Er erlangt strahlende Herrschaft auf dem Gipfel des Meru. Alle Devas werden seine Schüler und verneigen sich vor ihm. Indem er den Dharma lehrt, erfüllt er sie mit Freude. Niemals wird er auch nur im Geringsten nachlässig. [447]
Nach seinem Tod wird er in der Welt der Menschen ein edler Weltherrscher, der bedeutendste aller Könige. Niemand hegt Groll gegen ihn. [377] Er wird den Menschen lieb und geliebt.
Nachdem er Tausende von Nayutas, Kotis und Kalpas lang dauerhaftes Glück in der Welt der Sterblichen erfahren hat, geht er zum alten Ort der früheren Eroberer [448] und erwacht dort zu zeitloser, unsterblicher und schmerzloser Erleuchtung.
Wenn ein Mann dem Auserwähltesten unter den Wesen, dessen Leidenschaft gestillt ist, eine Fahne überreicht, dauert es nicht lange, bis er dafür belohnt wird. Er wird reich an Schätzen und unvergleichlich weise, und sein Gefolge wird stolz auf ihn sein.
Den erworbenen Reichtum teilt er und nutzt ihn. Er kennt weder Furcht noch Niedergeschlagenheit. Er zieht als zufriedener König durch seine Dörfer und sein Reich und hegt niemals einen bösen Gedanken gegen sie.
Er wird ein angesehener, wohlhabender Kaufmann, ein Hausbesitzer mit wunderbaren Schätzen, ein Königssohn, ein Minister oder gar ein mächtiger Herrscher.
Er meidet alle niederen Familien und wird in die vornehmste Familie hineingeboren,[449] die sich durch Reichtum auszeichnet. Er ist stets wachsam und sein Herz ist frei von Bindungen.[450] Er verschmäht sinnliche Genüsse wie einen Topf mit Exkrementen.
(378) Er erlangt herausragende Schönheit und den richtigen Zeitpunkt,[451] und wird ein Herr aus vornehms Familie. Seine Anhänger sind ihm treu ergeben, und er genießt hohes Ansehen.
Er verursacht in den Herzen anderer keinen Kummer, sondern ist stets gelassen und wachsam. Weder Feuer noch Waffen können ihm etwas anhaben. Er wird stets bewundert und ist tugendhaft.
Da er tugendhaft ist, lebt er nicht in Trägheit. Als Mensch ist er stets achtsam, beherrscht und frei von Herzen…[452]
Körperlich aktiv, wird er vornehm, reinen Herzens, erhaben und wahrhaftig. Er wird denen Freude bringen, die von Furcht geplagt sind, und er wird anderen als Zuflucht und sicherer Hafen dienen.
Im Bewusstsein des großen Wissens verankert und der Menschheit große Dienste erwiesen,[453] wird er wahrlich zum Bodhi-Thron am Baum gelangen, der Herr über alles Wachsende ist, und dort, ohnegleichen, zur vollkommenen Erleuchtung erwachen.
Wäre dieses Buddha-Feld[454] von Grund auf vollständig mit Jāmbūnada-Gold (379) gefüllt, so wäre es leichter, all diesen Ruhm zu zerstören, als den Ruhm dessen, der auch nur ein Licht über den Buddha-Thron gehalten hat.
Sein Körper verliert seinen Glanz nicht. Er sitzt[455] auf einem festen Thron aus Kristall[456]. Wer ein Licht auf die Schreine des Erhabenen gelegt hat, wird selbst, vom Licht erfüllt, durch die ganze Welt wandeln.
Und wenn ein Eroberer in der Welt erscheint, erlangt er Zugang zum Tathāgata, und ebenso sein Sohn, sein Bruder, sein Vater und seine Verwandten. Bald wird er die Gesamtheit des Wissens erlangen.
Wenn unzählige Buddha-Felder mit Senfkörnern gefüllt wären, wäre es leichter, sie zu zählen oder zu wiegen, als den Ruhm dessen zu beschreiben, der ein Licht über Buddhas Spitze gehalten hat.
Am würdigsten ist der Buddha, der den edelsten Weg beschritten hat und der Opfergaben am würdigsten ist. Wer ihm Ehre erwiesen hat, ein Meer guter Eigenschaften, wird den höchsten, unvergleichlichen Lohn erhalten.
Wenn das gesamte bewohnbare Universum[457] mit kostbaren Beryll-Edelsteinen gefüllt wäre, wäre es leichter, all diesen Ruhm zu zerstören als den Ruhm dessen, der ein Licht über Buddhas Spitze gehalten hat.
(380) Wenn das gesamte bewohnbare Universum von Grund auf mit Geld[458] gefüllt wäre, wäre es leichter, all diesen Ruhm zu zerstören als den Ruhm dessen, der ein Licht über Buddhas Spitze gehalten hat.
Wenn tausende Buddha-Felder von Grund auf mit feinem Sandelholz erfüllt wären, wäre es leichter, all diesen Glanz zu zerstören als den Glanz dessen, der ein Licht über Buddhas Kopf gehalten hat.
Wenn tausende Buddha-Felder mit Gewändern aus dem Stoff der strahlenden Götterwelt erfüllt wären, wäre es leichter, all diesen Glanz zu zerstören als den Glanz dessen, der ein Licht über Buddhas Kopf gehalten hat.
Unter den Göttern gibt es himmlische und wundersame Juwelen, ebenso unter den Nagas, Asuras, Menschen und Mahoragas; es wäre leichter, all diesen Glanz zu zerstören als den Glanz dessen, der ein Licht über Buddhas Kopf gehalten hat.
Wenn die Erde[459] erfüllt wäre von allen göttlichen Düften der Welt der Menschen und Götter, wäre es leichter, all diesen Glanz zu zerstören als den Glanz dessen, der ein Licht über Buddhas Kopf gehalten hat.
Es wäre leichter, die Grenzen der Himmelsrichtungen und ihrer Zwischenpunkte zu kennen[460] und zu sagen: „So unermesslich ist der Raum“ (381), als die Grenzen des Verdienstkörpers dessen zu beziffern, der ein Licht über den Scheitel des Buddha gehalten hat.
Ein Sonnenschirm wurde von demjenigen gestiftet, der dem Besten der Menschen vertraute, dem Erhabenen unter den Devas, dem höchsten Buddha, dem Frommen, dem Tapferen, damit die Sonne den Körper des Buddha nicht versenge.
Ich bin es, der diese edelste Pflicht erfüllte.[461] Hunderttausendmal war ich[462] Śakra unter den Devas. Hunderttausendmal war ich auch Brahmā in der Brahmā-Welt, denn dafür gab ich einem Eroberer einen Sonnenschirm.
Hunderttausendmal und mehr war ich ein Weltherrscher, der über alle Regionen der Welt herrschte. Ich war ein wohlhabender Kaufmann mit reichhaltigen Vorräten und ein reicher und tugendhafter Hausvater.
Zwanzig Kotis der erhabenen Sugatas studierte ich.[463] Ich verehrte sie und ehrte sie mit Betten und Liegen.[464] Ich besprengte ihre Wohnstätten[465] mit Duftstoffen. Ich vertrieb alle üblen Gerüche und schützte sie vor Hitze und Kälte.
Ich war[466] froh und überglücklich, als ich sie mit strahlendem und schönem Schmuck ehrte und (382) einen Sonnenschutz über die Schreine der Eroberer legte.
Strahlend wird seine Gestalt, erfüllt von den zweiunddreißig Kennzeichen der Vortrefflichkeit. Sein Körper erstrahlt stets in ihnen wie eine prächtige Goldsäule. Auch die niederen Tugenden[467] erfüllen seinen Körper, und er ist so lieblich wie ein Körper aus Jāmbūnada-Gold.
Er erlangt höchstes Wissen und wird ein herausragender Arzt[468], während er den Pfaden des Eroberers folgt. Sein Reichtum vergeht nie. Er wird von den Devas verehrt und geehrt.
Niemals ergötzt er sich an sinnlichen Genüssen. Rein in seiner Moral, lebt er stets ein heiliges Leben. Er wandert fort und zieht sich in den Wald zurück. Er meditiert eifrig und erlangt Ansehen.[469]
Niemals lässt er in der Meditation nach[470], und niemals gibt er den Gedanken an die Erleuchtung auf. In Liebe verweilend und stets von Herzen erfreut ist er, der den Schreinen des Eroberers einen Sonnenschutz spendet.
Der Schmerz des Kummers überkommt nicht den, der den Helden mit Musik geehrt hat. Seine Stimme wird in der Welt der Menschen wohlklingend und rein.
Er erlangt ein scharfes Gehör und ein erhabenes Herz (383), klares Sehen und Nachdenklichkeit. Er wird mit einem guten Geruchssinn begabt,[471] der an den Schreinen des Siegers ein Musikinstrument gespielt hat.
Die zarte Schönheit seiner Zunge wird lilienartig, wie eine purpurrote[472] Lotusblume, gleich der der Götter, wenn sie ihren lieblichen Klang erklingen lässt.
Er wird weder dumm,[473] noch stumm,[474] noch bucklig, noch lahm, noch verkrüppelt. Wer an den Schreinen des Siegers ein Musikinstrument gespielt hat, wird herausragend, von höchster Seelen- und Leibeskraft.
Niemand wird ihm Böses wollen, weder Deva, Nāga, Mensch noch Mahoraga. Voller Zuversicht wird derjenige durch die ganze Welt ziehen, der an den Schreinen des Eroberers ein Musikinstrument gespielt hat.
Niemals wird er schwach, blass, krank, aussätzig oder fleckig werden. Derjenige, der an den Schreinen des Eroberers ein Musikinstrument gespielt hat, wird einen von allen gepriesenen Körper haben.
Großes Herz und aufrechte Glieder, strahlend schön wie der goldene Amarant, fest in seiner Konzentration und unerschütterlich wird er (384), der an den Schreinen des Eroberers ein Musikinstrument gespielt hat.
Wer an den Schreinen des Eroberers ein Musikinstrument gespielt hat, wird die Herrschaft unter den Devas erlangen.[475] Und wenn er in die Welt der Menschen kommt,[476] wird er geehrt, strahlend vor Energie und unbesiegbar.
Nie spricht er ein unfreundliches oder hartes Wort zu irgendjemandem. Wer an den Schreinen des Siegers ein Musikinstrument gespielt hat, meidet jede Verleumdung und spricht die Wahrheit.
Wer die Schreine des Siegers geschmückt und die Tathāgatas gereinigt hat, wer, rein von Rede, einen Tathāgatas gereinigt und den Staub abgewaschen hat, zum Gedenken an den Makellosen.[477]
Wenn er diese Pflicht, die ihm gebührende Tat des Dienstes, erfüllt hat,[478] wird er in aller Welt frei von Krankheit sein.
Wer an den Schreinen des Siegers Kārīṣi dargebracht hat,[479] wird von den Menschen gepriesen.
Er wird untadelig in seiner Moral, fest in seiner Meditation, genießt den Dienst (anderer) und einflussreichen[480] Reichtum. Wer an den Schreinen des Siegers Kārīṣi dargebracht hat, übt große Macht über die Menschen aus.
Wenn er anmutige Frauen sieht, denkt er an den Friedhof. [481] (385) Er wird nicht von sinnlichen Begierden bewegt.
Auch sein Herz ist nicht erregt. Wer an den Schreinen des Siegers Kārīṣi dargebracht hat, gibt jegliches Gewinnstreben gänzlich auf.
Er wird anderen kein Leid zufügen. Er wird seine Freude nicht im Genuss von Speisen finden. Wer an den Schreinen des Siegers Kārīṣi dargebracht hat, wird weder arm noch krank.
Keine Gruppierung wird ihm feindlich gesinnt. Er verehrt stets treu die Buddhas, den Buddha, den Dharma und die Jünger des Eroberers, die an den Schreinen des Eroberers Kārīṣi dargebracht haben.
Selbst wenn Tausende grenzenloser Buddha-Felder gänzlich mit Jāmbūnada-Gold gefüllt wären, wäre es leichter, all diesen Ruhm zu zerstören als den Ruhm dessen, der auch nur einen Tropfen Öl an der Spitze des Eroberers geopfert hat.
Stets beherrscht er sich selbst und irrt niemals impulsiv umher.
Ganzheitlich wird er, der an den Schreinen des Eroberers Kārīṣi dargebracht hat.
Er meidet jeden Irrweg, der zu vielfältigen Übeln führt. Ihm, der an den Schreinen des Eroberers Kārīṣi dargebracht hat, wird der Weg zum Himmel klar sein.
Es ist unmöglich, den verdienstvollen Körper dessen zu zerstören, der, indem er seine Gedanken dem Erlöser der Welt zuwendet,[482] (386) an den Schreinen des Siegers auch nur einen einzigen Tropfen Öl, selbst einen Hundertstel Tropfen, darbringt.
Wenn ein Mensch, um Verdienste zu erwerben, Ziegelsteine nimmt und sie zu den Schreinen des Erhabenen trägt, wird sein Geruch niemals unangenehm sein; sein Körper wird nach Sandelholz duften.
Wer den Höchsten Mann mit einem Tope gereinigt hat, wird für Tausende von Nayutas, Kotis und Kalpas von prächtigem Körperbau und reinen Gliedern, klarer Stimme und den Zeichen der Vollkommenheit besitzend.
Wer den Höchsten Mann mit einem Tope gereinigt hat, erlangt eine edle, duftende, himmlische, bezaubernde Residenz aus feinem Sandelholz, und dort wird er niemals Begierde verspüren.
Wer den Höchsten Mann gereinigt hat, gewinnt tausende liebliche und duftende Apsarasen, doch verspürt er niemals Begierde nach ihnen.
Wer den Höchsten Mann gereinigt hat, gewinnt die edelsten, vollkommenen Gärten, die im Wasser von Lotusteichen glänzen und von himmlischen Lotusblumen geschmückt sind.
(387) Wer den Höchsten Mann gereinigt hat, gewinnt ein ihm gebührendes Gefolge. Er vernimmt die klaren, himmlischen Stimmen, den Gesang der Suren und Asuras.
Wer den Höchsten Mann gereinigt hat, wird die Devas über Dharma sprechen hören: „Alle Bestandteile des Lebens[483] sind krank und unbeständig. Die Gabe[484] der edlen Wohltäter muss angenommen werden.“
Er überwindet das Alter und gelangt in den Himmel, von wo aus er nicht mehr in ein Reich des Leidens gelangt. Wer eine Tope des Höchsten Menschen gereinigt hat, sieht den Buddha in der Welt der Sterblichen.
Wer eine Tope des Höchsten Menschen gereinigt hat, hält die Worte der Devas für gut[485] und errichtet als Deva[486] viele Topes für den Buddha. Und wenn er seine Zeit erfüllt hat, erscheint er in der Welt der Sterblichen.
Wer den Kopf des Höchsten Menschen gereinigt hat, erinnert sich, sobald er geboren ist, an die Buddhas, die er einst über unzählige Kalpas verehrt und geehrt hat. Er erinnert sich an ihre Namen, ihre Anzahl[487] und ihren Dharma.
Wer dem Erhabenen mit einer Salbung eine erlesene, wohlriechende Verehrung[488] darbringt, ist in der ganzen Welt erfolgreich und empfängt das Beste, denn er hat das beste Parfüm gegeben.[489]
(388) Und wenn die Lehre des Siegers zerbricht, erscheint er nicht hier in Jambudvīpa. Doch zu jener Zeit wandelt derjenige, der einen Kopf mit Parfüm gesalbt hat, im Himmel.
Er meidet alle schändlichen und widerlichen Sinnesfreuden und ist dauerhaft im Leib der Tugend verankert. Wer einen Kopf mit Parfüm gesalbt hat, lebt hier ewig das heilige Leben.
Wenn er von hier in den Himmel eingeht, zählt er seinen unermesslichen Gewinn tausendfach.[490] Wer einen Hut mit Parfüm gesalbt hat, tut vielen Göttern Gutes.
Und wenn die Menschen wohlhabend, gütig, sanftmütig und freundlich sind, dann steht derjenige, der einen Hut mit Parfüm gesalbt hat, wieder in Jambudvīpa.
Er entkommt jeder Trostlosigkeit und gelangt zum Sieger. Freudig, glücklich und liebenswürdig wird er, der einen Hut mit Parfüm gesalbt hat.
Er wird eloquent und von angenehmem Ton, den Menschen lieb, geliebt und verehrt. (389) Friedlich ist das Wohlbefinden dessen, der einen Hut mit Parfüm gesalbt hat.
Wer einen Hut mit Parfüm salbt, wird ebenfalls ein edler Herrscher, ein Kaufmann, ein königlicher Minister, ein tugendhafter Hausvater und sogar ein Buddha, ein Lichtbringer, ein Herr des Dharma.
Wer, jubelnd, freudig und voller Eifer, eine Edelsteinkette an den Schreinen des Eroberers anbringt, wird ein König, mit den Zeichen der Vortrefflichkeit, ein mächtiger, geehrter Herrscher.
Ihm wird ein prächtiges, strahlendes und angenehmes Gemächer aus Edelsteinen, von wunderbarer Schönheit und schön anzusehen, der schönste aller Paläste, erbaut aus kostbaren Steinen und geschmückt mit kostbaren Gesimsen, zuteil. [491]
Er gewinnt eine prächtige Königsstadt voller Frauen und Männer, eben, wohlgebaut und gut angelegt, mit unermesslichem Reichtum im umliegenden Land. [492]
Reichlich mit Nahrung versorgt, friedlich, frei von groben Steinen, mit Blumen übersät, mit bunten Stoffgirlanden geschmückt, voller bezaubernder Klänge, lieblich anzusehen (390), gut bewacht und inmitten blühender Reisfelder gelegen;
(Eine Stadt mit) lieblichen Parks, die von süßen Rufen widerhallen, funkelnd im Lichterglanz, mit geräumigen Eingängen, fröhlich mit Fahnen und Bannern behängt und mit Sonnenschirmen beschattet – insgesamt ein lieblicher Anblick.
Dort gibt es keine Diebe, keine Schurken und keine Gauner. In diesem Reich pfändet man nicht den Besitz anderer. Mit rechtem Benehmen[493] ausgestattet[494], sind sie ihrem Reich stets freundlich gesinnt.[495]
Dann begibt sich der tugendhafte Mensch zu den Devas, und im Himmel wird er gefragt: „Welche gute Tat sollen wir vollbringen, und wie sollen wir leben, wenn wir in die Welt der Sterblichen zurückkehren?“
Schnell erreicht er die Buddhas, die der Verehrung würdig sind, und wenn er sie sieht, verehrt er die Erlöser der Welt. Nachdem er seine Verehrungshandlung vollzogen hat, erweckt er den Wunsch nach Erleuchtung, und so verkünden die Buddhas, die frei von Leidenschaft sind,[496] über ihn:
„Er erlangt großes Wissen und große Macht, etabliert sich in einem Zustand der Erhabenheit und ist der Erste unter den Wesen. Wer dem Erhabenen einen einzigen vertrauensvollen Gedanken widmet, wird tausend Kalpas lang den Fängen des Leidens entgehen.“
„Dies[497] ist es, was ich verkünde und spreche. Niemand soll an dem zweifeln, was ich sage,(391), damit er nicht, nachdem er sein Wissen über den Buddha verloren hat, später in Avīci elend und unglücklich wird.“
Wer die Schreine des Lichts der Welt, eines großen Feldes des Verdienstes, mit Netzen schmückt,[498] entgeht in seiner Wachsamkeit dem Netz Māras und wird ein König der Menschen, ein Daśabala, frei von Begierden.
In seiner Wachsamkeit entkommt er Zuständen der Trostlosigkeit und verehrt stets den Buddha, der frei von Leidenschaften ist.[499] Er wird immer ein mächtiger Weltherrscher. In der ganzen Welt erscheint er als tugendhafter Mann.
Unter den Devas wird er ein geehrter Herr der Devas. Schnell erlangt er dort die Lebensspanne der Devas, ihren Ruhm, ihre Schönheit, ihre Leichtigkeit und unvergleichliche Herrschaft.
Er erlangt das Sehen, das Hören, den Geruchssinn und den Tastsinn der Devas.[500] Er wird verehrt und mächtig sein und kein Verlangen nach Vergnügen mit den Apsarasen verspüren.
Nach seinem Tod gelangt er in die Welt der Menschen, wo er einen wohlriechenden Körper annimmt. und von herausragender Schönheit. Wer ein Netz über die Schreine des Siegers gespannt hat[501], erleidet niemals Verlust.
(392) Er wird tapfer, tiefgläubig, wachsam und findet keine Freude an sinnlichen Genüssen. Wer ein Netz über die Schreine des Siegers gespannt hat und sich von der Welt zurückzieht[502], erlangt Erhabenheit.
Ihm entgeht jede ungünstige Zeit; für ihn sind die besonderen günstigen Zeiten bestimmt. Wer ein Netz über die Schreine des Siegers gespannt hat, erweist den Buddhas unvergleichliche Verehrung.
Niemals gibt er den Gedanken an die Erleuchtung auf. Er wird niemals moralisch verdorben oder zügellos. Wer ein Netz über die Schreine des Siegers gespannt hat, erlangt das leidenschaftslose, reine Dharma.
Er wird stets ein unschönes Aussehen und jeglichen Mangel an Verständnis vermeiden. Wer ein Netz über die Schreine des Siegers gespannt hat, schreitet mit Auszeichnung durch die ganze Welt.
Wer ein Netz über die Schreine des Eroberers spannt, dem wird reine Speise zuteil. Er wird prächtige und leuchtende Gewänder tragen, farbenprächtig und schön anzusehen.
Wer freudig und voller Eifer verwelkte Blumen von den Schreinen des Eroberers entfernt und dabei Böses und harte Worte verabscheut (393), wird die Gunst des Daśabala, des Karawanenführers, gewinnen.
Er wird liebenswürdig, rein an Leib und Seele, vom Volk geachtet und geehrt. Sein König wird nicht zornig auf denjenigen, der verwelkte Blumen von einem Schrein entfernt.
Ein Bodhisattva, der, in der Tugendhaftigkeit gefestigt, die vor langer Zeit dort niedergelegten, verwelkten Blumen von den Schreinen des Eroberers nimmt und wegwirft, wird alle falschen Wege verlassen.
Er wird stets vor Kummer und Hass bewahrt bleiben. Er wird alle Leidenschaften in seinem Körper gänzlich meiden. Unendlich viele Kalpas lang wird derjenige, der verwelkte Blumen von einem Schrein entfernt, Zuversicht genießen.
Er wird zu einem Buddha, einem Karawanenführer in der Welt[503], der von den Göttern mit unendlichem Glanz geehrt wird. Wer verwelkte Blumen von einem Schrein entfernt, wird geschmückt und rein an Leib und Seele.
Es gibt eine prächtige Belohnung[504] für denjenigen, der verwelkte Blumen von Schreinen entfernt und an ihrer Stelle die fünf schönen Himmelsblumen, die Korallenbaumblume und die Trompetenblume, setzt.[505]
Weder Gift noch Waffe können ihn angreifen, noch Feuer noch die glühende Fackel. (394) Böse Räuber haben keine Macht über denjenigen, der verwelkte Blumen von Schreinen entfernt.
Es ist schwer zu beschreiben, welch großes Verdienst derjenige erwirbt, der freudig und voller Eifer welkende Blumen vom Kopf des Eroberers entfernt hat.[506]
Er wird groß[507] und stattlich an Leib und Seele und vollbringt stets die edelsten Taten. Die höchste Erleuchtung ist demjenigen nahe, der die verwelkten Blüten vom Kopf des Eroberers verstreut.
Wer, den Wunsch nach Erleuchtung zur höchsten Wahrheit hegt und Sandelholzpulver auf den Führer streut, wird in der Welt ewig geehrt und ist liebenswürdig, glücklich und ruhmreich.
Die ganze Welt verneigt sich vor ihm wie vor ihrem König, Devas, Nāgas, Menschen und Mahoragas. Fortan herrscht er als Held über Tausende blühender Welten.
Diejenigen, die unter seiner Herrschaft leben, verweilen im Wissen um die erhabene Weisheit. Sie lassen alle Sünden hinter sich und praktizieren das Dharma unter Devas und Menschen.
Sein Gefolge wird loyal, (395) tugendhaft, achtsam und intelligent. Er reist voller Zuversicht durch die ganze Welt. Er bringt den Menschen Freude, denn das ist sein Wunsch.
Seine Stimme wird voll und klar. Wenn er den Männern Befehle erteilt, ist sein Ton freundlich und sanft. Niemand wird es wagen, sich über ihn zu erheben. [508] Er wird von der Menge verehrt.
Er ist liebenswürdig, großzügig, wohltätig und hat ein Gespür für das Gemeinwohl. [509] Wer sich ehrfürchtig vor einem Tope des Eroberers verneigt, schreit nicht und verfällt nicht in Wut.
Er verfällt nicht länger in Einsamkeit. Er meidet niedere Familien in aller Welt. Wer ehrfürchtig einen Tope des Buddha grüßt, wird reich und reich.
Und wenn er in die Götterwelt aufsteigt, wird er ein Herr der Götter. Wenn er ein Mensch wird, ist er ein König. Wer ehrfürchtig einen Tope des Buddha grüßt, erleidet niemals Verlust.
Niemals wird er ein unpassendes Wort sprechen, sondern stets wohlgesprochene Worte finden. Die Menschen können nicht genug von seinen Worten bekommen[510] und sehnen sich danach, dass er auch nur ein einziges gutes Wort spricht.
(396) Als er seine Zeit erfüllt hat, sieht er[511] den Eroberer. Er wird in einer königlichen Stadt weilen, die von angenehmen Klängen erfüllt ist. Auf Indras Säule stehend, mit Blumen in den Händen, wird er sie voller Eifer auf den Erlöser der Welt herabschütten.
Er sieht den Eroberer in seinem eigenen Haus, wie er seine Speise isst und vom Dharma spricht. Voller Glauben verehrt er den Eroberer. Er nimmt eine Schale und nähert sich dem Führer.
Der Eroberer, der seine Gedanken und sein edles Verhalten kennt, nimmt die Schale von ihm an. In der Götterwelt wird ihm Ruhm zuteilwerden, und in der Welt der Menschen wird er sich auszeichnen, unvergleichlich und der Opfergaben würdig sein.
Im Wissen, dass die Schale vom Sugata angenommen wurde[512], ist er begeistert und voller Freude. Dann wandte er sich der Götterwelt zu und fasste folgenden Entschluss:
„Möge ich Wesen befreien, die großes Leid erfahren. Möge ich den Blinden in aller Welt ein Auge sein. Möge ich, nachdem ich das Licht erlangt habe, Finsternis und Dunkelheit vertreiben. Möge ich jene Wesen hinüberführen, die den anderen Weg noch nicht gegangen sind.
„Möge ich in meinem befreiten Zustand die Unfreien befreien. Möge ich, nachdem ich die Ruhe, die erhabene höchste Erleuchtung, erlangt habe, ohne zu zittern durch die ganze Welt schreiten. Möge ich, nachdem ich zum Wissen erwacht bin, jene erlösen, die leiden.“
(397) Der Eroberer, sich dieses Gelübdes bewusst, denn was in seinem Herzen war, wusste er, lächelte und verkündete: „Du wirst ein Buddha werden, ein Erlöser der Welt.“
So sprach der Erhabene, und Viśuddhamati, der Mönch, und die Welt der Devas, Menschen und Asuras waren erfreut und jubelten über seine Worte.
Hier endet das Sūtra namens Avalokita, ein Supplement[515] des Mahāvastu.