Mahavastu II - Mañjarī-jātaka: Unterschied zwischen den Versionen

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== Mañjarī-jātaka ==
== Mañjarī-jātaka ==
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Als der Erhabene hervorgetreten war, die unübertroffene vollkommene Erleuchtung erlangt und das Rad des Dharma in Bewegung gesetzt hatte, erfuhren die Mönche, dass Yasodhara ihn als Jungen, als er Juwelen an junge Frauen verteilte, schüchtern berührt hatte.  
Als der Erhabene hervorgetreten war, die unübertroffene vollkommene Erleuchtung erlangt und das Rad des Dharma in Bewegung gesetzt hatte, erfuhren die Mönche, dass Yaśodharā ihn als Jungen, als er Juwelen an junge Frauen verteilte, schüchtern berührt hatte. Ein Mönch fragte den Erhabenen: „Wie, Herr, kam es, dass Yaśodharā dich als Jungen schüchtern berührte?“ Der Erhabene antwortete: „Mönche, wahrlich, dies war nicht das erste Mal, dass Yaśodharā mich schüchtern berührte. Es gab noch eine andere Gelegenheit.“ Die Mönche fragten: „Wirklich, Herr?“ Und der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“
Ein Mönch fragte den Erhabenen: „Wie, Herr, kam es, dass Yasodhara dich als Jungen schüchtern berührte?“  
Der Erhabene antwortete: „Mönche, wahrlich, das war nicht das erste Mal, dass Yasodhara mich schüchtern berührte. Es gab noch eine andere Gelegenheit.“ Die Mönche fragten: „Wirklich, Herr?“ Und der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“


Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, in der Stadt Benares in der Provinz Kasi lebte ein Brahmane aus dem Kausika-Clan. Er erkannte die Gefahr sinnlicher Genüsse und zog in den Himalaya, um das Leben eines Sehers zu führen.  
Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, in der Stadt Benares in der Provinz Kāśi lebte ein Brahmane des Kauśika-Clans. Er erkannte die Gefahren sinnlicher Genüsse und begab sich in den Himalaya, um das Leben eines Sehers anzunehmen. Dort, am Ufer des Ganges, errichtete er sich eine Einsiedelei und erlangte durch lange Hingabe an die Achtsamkeitspraxis nach dem Brahmanenweg[2] die vier Meditationen und die fünf Zweige des höheren Wissens. (49) Er konnte Mond und Sonne berühren[3] und war, kurz gesagt, ein Seher von großer Macht und Kraft. Doch ihm fehlte die Tugend der Großzügigkeit.
Dort, am Ufer des Ganges, errichtete er sich eine Einsiedelei und erlangte durch lange Hingabe an die asketische Praxis nach dem brahmanischen Weg die vier Meditationen und die fünf Zweige des höheren Wissens. Er konnte Mond und Sonne berühren und war, kurzum, ein Seher von großer Macht und Kraft. Doch ihm fehlte die Tugend der Großzügigkeit.


Nun starb ein Verwandter von ihm und wurde unter den Gandharva-Devas als Gandharva namens Paficasikha wiedergeboren. In seinem Leben als Deva gedachte er Kosika. „Ich frage mich“, sagte er, „in welcher Gegend Kogika lebt, oder ist er tot?“ Er dachte angestrengt darüber nach und erkannte, dass Kogika das Leben eines Sehers angenommen hatte und in einer Einsiedelei im Himalaya am Ufer des Ganges lebte, aber dass er nicht die Tugend der Großzügigkeit besaß.
Nun starb ein Verwandter[4] von ihm und wurde unter den Gandharva-Devas als Gandharva namens Pañcaśikha wiedergeboren. In seinem Leben als Deva erinnerte er sich an Kośika. „Ich frage mich“, sagte er, „in welcher Gegend Kośika lebt, oder ist er tot?“ Er konzentrierte sich auf die Angelegenheit und erkannte, dass Kośika sich dem Leben eines Sehers zugewandt hatte und in einer Einsiedelei im Himalaya am Ufer des Ganges lebte, aber dass ihm die Tugend der Großzügigkeit fehlte.


Paficasikha teilte dies daraufhin Sakra, dem Herrn der Devas, mit und sprach: „Er, der mir zu Lebzeiten ein lieber und geliebter Verwandter war, hat nun das Leben eines Sehers angenommen und lebt im Himalaya am Ufer des Ganges. Doch er besitzt nicht die Tugend der Großzügigkeit. Lasst uns seinetwegen hingehen und ihn zum Weg der Nächstenliebe bewegen.“
Pañcaśikha teilte dies Śakra, dem Herrn der Devas, mit und sprach: „Er, der mir zu Lebzeiten ein lieber und geliebter Verwandter war, hat sich nun dem Leben eines Sehers zugewandt und weilt im Himalaya am Ufer des Ganges. Doch ihm fehlt die Tugend der Großzügigkeit. Lasst uns seinetwegen hingehen und ihn zur Nächstenliebe ermahnen.“


Dann verkleideten sich Sakra, Candrama und Sirya, Matali, sein Wagenlenker, und der Deva Paficasikha um des Sehers Kodika willen als Brahmanen. Zur Essenszeit betraten sie nacheinander die Einsiedelei Kosikas. [Und Paficasikha, verwandelt in] einen Hund, durchlief verschiedene Metamorphosen.
Um des Sehers Kośika willen, verkleideten sich Śakra, Candrama und Sūrya,[5] Mātali, sein Wagenlenker[6], und der Deva Pañcaśikha als Brahmanen. Zur Essenszeit betraten sie nacheinander Kośikas Einsiedelei. [Und Pañcaśikha, verwandelt in] einen [[Hund]], durchlief verschiedene Metamorphosen.
''Kosika sprach'':
 
Ich kaufe weder noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Stück Getreide und nicht genug für zwei.
Kośika sprach:
''Der Hund antwortete'':
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; er hat nur ein kleines Stück Getreide, nicht genug[9] für zwei.
Von wenig soll man wenig geben, von dem, was mäßig ist, eine mäßige Menge. (50) Von viel soll man viel geben. Es gibt nie einen Grund, gar nichts zu geben.
 
Ich sage dir, Kosika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Der [[Hund]] antwortete:
Da kam Candra an, und Kosika sprach: Ich kaufe weder noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; Es ist nur ein kleines Stück Getreide und nicht genug für drei.
Man soll von Wenigem wenig geben, von Mäßigem mäßiges. (50) Man soll von Vielem viel geben. Es gibt niemals einen Grund, gar nichts zu geben.
Candra sagte: „Wer, wenn ein Gast neben ihm sitzt, sein Essen isst, ohne es zu teilen, ist wie ein Fisch, der einen Haken verschluckt. Ich sage dir, Kostka, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Da kam Surya hinzu, und Kosika sagte:  
 
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte an Lebensmitteln. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für vier.
Da kam Candra, und Kośika sprach:
''Surya sprach'':
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; er hat nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für drei.
Vergeblich ist das Opfer und vergeblich das Verlangen dessen (51), der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen isst, ohne zu teilen.
 
Ich sage dir, Kodika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Candra sprach:
Auch Matali kam an, und Kodika sprach:
Wer, wenn ein Gast neben ihm sitzt, sein Essen isst, ohne es zu teilen, ist wie ein Fisch, der einen Eisenhaken verschluckt.
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte an Lebensmitteln. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für fünf.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
''Matali sprach'':
 
Wahrhaftig ist das Opfer und verwirklicht das Verlangen dessen, der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Da kam Sūrya, und Kośika sprach:
Ich sage dir, Kodika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für vier.
Auch Sakra kam hinzu, und Kodika sprach:
 
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für sechs.
Sūrya sprach:
Sakra sprach: Wie derjenige, der Sarasvatt und der tiefen Gaya opfert, ist derjenige, der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Vergeblich ist das Opfer und vergeblich das Verlangen dessen (51), der, wenn ein Gast neben ihm sitzt, sein Essen isst, ohne es zu teilen.
Ich sage dir, Kodika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
Kodika sprach:
 
Auch Mātali kam an, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Lebensmittelvorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Stück Getreide, nicht genug für fünf.
 
Mātali sprach:
Wahrhaftig ist das Opfer und erfüllt der Wunsch dessen, der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Ich sage dir, Kośika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
 
Auch Śakra kam hinzu, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Lebensmittelvorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für sechs.
 
Śakra sprach:
Wie derjenige, der [[Sarasvati]] und der tiefen Gayā[12] opfert, ist der (52), der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Ich sage dir, Kośika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.
 
Kośika sprach:
Ihr seid erhabene Brahmanen, doch warum zeigt euer Hund seine verschiedenen Gestalten? Nun sagt mir, ihr Herren, wer jeder von euch ist.
Ihr seid erhabene Brahmanen, doch warum zeigt euer Hund seine verschiedenen Gestalten? Nun sagt mir, ihr Herren, wer jeder von euch ist.
Sakra antwortete:
Chandra und Surya sind hier, und dieser hier ist Matal, der Wagenlenker der Devas. Ich bin Sakra, der Herr der Dreiunddreißig Devas. Und dieser hier ist Pancastkha.
Die Trommel, die Klänge des Tamburins wecken ihn aus dem Schlaf. Pancastkha empfängt Speise und Trank, und wenn er erwacht, freut er sich.
In unseren früheren Leben warst du unser Verwandter, doch nun bist du ein sündiger Geizhals. Wir sind aus Mitleid mit dir hierher gekommen, um dich vor dem sündigen Verfall in die Hölle zu bewahren.
Diejenigen, die geizig sind, Zorn und Sünde verfallen (58) und die Brahmanen und Einsiedler verachten, gelangen nach einem Leben voller Übeltaten im Tod in die Hölle.
Doch diejenigen, die in dieser Welt weise und freudig Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen, gelangen nach einem tugendhaften Leben im Tod in einen Zustand der Glückseligkeit.


Kodika antwortete:
Śakra antwortete:
Nun, noch heute werde ich ein tugendhaftes Leben führen und Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen. Ich werde ihnen Speise und Trank geben. Nicht einmal Ambrosia würde ich trinken, ohne sie vorher mit ihnen zu teilen.
Candra und Sūrya sind hier, und dies ist Mātali, der Wagenlenker der Devas. Ich bin Śakra, der Herr der Dreiunddreißig Devas. Und dies hier ist Pañcaśikha.
Da ich stets so gebe, wird mein gesamter Reichtum bald aufgebraucht sein.“ So werde ich in einen Zustand der Glückseligkeit eingehen, nachdem ich diese maßlosen Begierden abgelegt habe.
 
Die Trommel,[13] die Klänge des Tamburins wecken ihn,[14] dessen Speise und Trank Pañcaśikha empfängt, aus dem Schlaf, und wenn er erwacht, freut er sich.[15]
In unseren früheren Leben[16] warst du unser Verwandter, doch nun bist du ein sündiger Geizhals. Wir sind aus Mitleid mit dir hierher gekommen, um dich vor dem Sündenfall in die Hölle zu bewahren.
 
Die Geizigen, die dem Zorn und der Sünde verfallen sind (53), die Brahmanen und Einsiedler verachten, gelangen nach einem Leben voller Übeltaten nach dem Tod in die Hölle.
 
Doch diejenigen, die in dieser Welt weise und freudig Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen, gelangen nach einem tugendhaften Leben hier nach dem Tod in einen Zustand der Glückseligkeit.
 
Kośika antwortete:
Nun, noch heute werde ich ein tugendhaftes Leben führen und Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen. Ich werde ihnen Speise und Trank geben.[17] Nicht einmal Ambrosia würde ich trinken, ohne sie vorher mit ihnen zu teilen.
Da ich stets so gebe, wird mein gesamter Besitz bald aufgebraucht sein.[18] Daher werde ich in einen Zustand der Glückseligkeit eingehen,[19] nachdem ich diese maßlosen Begierden abgelegt habe.
Auf dem majestätischen Gipfel des schönen Berges Gandhamādana[20] lebten die Töchter des Göttervaters in unbeschwerter Freude.[21]
Dorthin kam ein hochverehrter Seher[22], der einen blühenden Zweig des schönsten Baumes in seinen Händen trug.[23]
(54) „Gib uns diesen Zweig, würdiger Freund“, sagten sie, „und du wirst uns[24] so sein wie Śakra selbst.“[25]
 
Der Brahmane sah sie[26] betteln und gab dann eine Antwort, die einen Streit auslöste. „Ich brauche diese Blumen nicht“, sagte er, „lass sie die Beste von euch[27] anbinden.“
 
„Du, Brahmane“, sagten sie, „sollst du diese Angelegenheit beurteilen. Du, Herr, entscheide, wer von uns die Beste ist. Wem auch immer du den Zweig gibst, sie wird als die Beste von uns gelten.“
 
„Ihr schöngliedrigen Mädchen, solches Reden ist unschicklich. Welcher Brahmane[28] würde solch ein schändliches Wort aussprechen?“[29] Geht zum Herrn der Geschöpfe[30] und befragt ihn, denn er wird wissen, wer von euch die Beste ist.“
 
Da gingen sie, im Bewusstsein des höchsten Gutes[31], stolz und nach der Palme der Schönheit begehrend, zum Herrn der Dreiunddreißig. „Herr“, sagten sie, „entscheide, wer von uns die Beste ist.“
 
Der Zerstörer der Festungen[32] sah die Jungfrauen so eifrig[33] in ihrer Suche und antwortete freudig: „Ihr seid in allem gleich, ihr schönen Jungfrauen. (55) Wer hat denn[34] diesen Streit entfacht?“
 
„Der große Seher Nārada, der die ganze Welt durchstreift und wahrhaft tapfer ist, sprach zu uns auf dem Berg Gandhamādana: ‚Geht und fragt den Herrn der Geschöpfe.‘“
 
[Śakra sprach zu Mātali:][35]
„In einer fernen Gegend, am Ufer des Ganges, an den Hängen des Himalayas, wohnt Kośika, dessen Nahrung knapp ist. Bring ihm, o Wagenlenker der Devas,[36] Ambrosia.“
 
[Kośika sprach zu ihm:][37]
„Während ich mich darauf vorbereite, Agni zu opfern, kommst du wie ein Licht, das die Dunkelheit der Welt vertreibt, wie eine Sonne in der Welt. Welcher Gott bist du und warum kommst du?
 
„Nie zuvor haben meine Augen etwas Vergleichbares erblickt.[38] Weiß wie eine Perle ist es, unvergleichlich, duftend und schön anzusehen. Welcher Gott bist du und warum kommst du?“
 
[Mātali antwortete:]
„Mächtiger Seher, ich wurde vom großen Indra gesandt. Ich kam in Eile, um dir diese ambrosische Speise zu bringen.“ Wisse, dass ich Mātali bin, der Wagenlenker der Devas. Nimm von dieser Speise, der erlesensten, die man sich wünschen kann.
 
„Durch den Verzehr dieser Speise wirst du zwölf Übel vernichten[39]: Hunger, Durst, Unzufriedenheit, Alter, Müdigkeit, (56) Zorn, Feindschaft, Streit, Verleumdung, Kälte, Hitze und Trägheit. Sie ist die höchste Essenz.“
 
[Kośika sprach:]
„O Mātali, es ziemt sich nicht für mich, allein zu essen. Obwohl ich früher der Ansicht war, dass das Essen ohne Teilen das Ideal sei, billige ich es nun nicht mehr.[40] Denn wer isst, ohne zu teilen, findet kein Glück.
 
„Freundesverräter[41], Räuber, Frauenvergewaltiger und Räuber – mit ihnen sind Geizige gleichzusetzen. Ich würde die Ambrosia nicht kosten[42], ohne sie zuvor zu teilen.“
 
Die vier Jungfrauen, seine eigenen Töchter Glaube, Hoffnung, Ruhm und Ehre,[43] wurden in strahlender Pracht vom König der Devas zu der Einsiedelei gesandt, in der Kośika lebte.
 
Als Kośika, der fromme und nachdenkliche Seher, die vier Jungfrauen strahlend und freistehend, jede in ihrem eigenen Himmelsviertel, sah, sprach er sie der Reihe nach an.
 
„O Göttin, die du im Osten stehst wie der Stern der Heilung[44], mit deinem schlanken, goldenen Leib,[45] (57) ich bitte dich, mir zu sagen, wer du bist.“
 
[Ruhm sprach:]
„Ich bin Ruhm, von den Menschen verehrt, stets den Großen dienend und nach ihrem Erfolg strebend.“ „Ich bin vor dich gekommen, o Weiser, um dich zu bitten, mich mit Ambrosia zu beschenken.“
 
[Kośika antwortete:]
„Obwohl ein Mensch mit Tugend, Charakter, Weisheit und Geschick in allem, was er tut, begabt ist, [erreicht er ohne dich nichts.][46] Dies ist nicht gut von dir.
 
„Ein Mensch, der faul, ungeschickt, unansehnlich und obendrein hässlich ist, wird durch deine Hilfe, o Herrlichkeit, reich und erfolgreich und kommandiert den wohlgeborenen Mann[47] wie einen Sklaven herum.“
 
[Kośika wandte sich als Nächstes an Glauben:][48]
 
„Du, die du strahlend und herrlich vor Herrlichkeit erstrahlst, wie du dem lieblichen Nordosten gegenüberstehst,[49] mit deinem goldenen, schlanken Leib,[50] bitte sage mir, welche Göttin du bist.“
 
[Glaube antwortete:]
„Ich bin Glaube, von den Menschen verehrt, stets den Großen dienend und nach ihrem Erfolg strebend. Ich bin vor dich getreten, o Weiser, um dich um Ambrosia zu bitten.“
 
[Kośika sagte:]
„Seine[51] Frau mag von hohem Stand,[52] ehrenhaft,(58) keusch und fromm sein, doch ein Mann kann sie, die Tochter einer guten Familie[53], verlassen und sein Vertrauen einer Sklavin[54] schenken.
 
„Durch Glauben zeigen Menschen mitunter Moral, Bildung[55] und Selbstbeherrschung. Doch wenn der Glaube irrt, erscheint er dann nicht wie ein Zerstörer?[56] Was du tust, ist nicht gut.“
 
„Ich sage es dir ins Gesicht. Ich kenne dich als Narren und Spieler. Ein solcher wie du verdient weder einen Sitzplatz noch Wasser, geschweige denn Ambrosia. Verschwinde, du gefällst mir nicht.“
 
[Kośika wandte sich als Nächstes an Hoffnung:]
„Du, die du mit deinem schlanken, goldenen Leib wie der Stern der Heilung stehst, wenn die Nacht schwindet[57] und die Sonne aufgeht, bitte sage mir, welche Göttin du bist.
 
„Wie eine verirrte Hirschkuh, die aus Furcht vor dem Pfeil des Jägers[58] von der Herde vertrieben und getrennt wurdest, wendest du mir deine scheuen Augen zu. Sanftmütige Göttin, welche Gefährtin siehst du hier? Fürchtest du dich nicht, allein zu sein?“
 
[Hoffnung antwortete:]
„Kein Freund von mir ist hierher gekommen. Ich bin eine Göttin aus Masakkasāra.[59] Ich bin Hoffnung und komme hierher, um um Ambrosia zu bitten.(59) O weiser Mann, gib mir daher Ambrosia.“
 
[Kośika sagte:]
„In der Hoffnung bestellen die Bauern ihre Felder, und Söhne und Frauen versammeln sich, um ihnen zu helfen. Doch Regen zerstört ihre Arbeit, oder Blitz schlägt ein und vernichtet sie. Dies, was du tust, ist nicht gut.
„In der Hoffnung besteigen die Menschen Schiffe auf der Suche nach Reichtum und überqueren die Meere. Doch sie sinken mit ihren Schiffen[60], oder sie entkommen kläglich mit dem Leben und verlieren all ihren Gewinn.
„Ich sage es dir ins Gesicht. Ich kenne dich als Narren und Spieler. Ein solcher wie du verdient weder einen Sitzplatz noch Wasser, geschweige denn Ambrosia. Verschwinde, du gefällst mir nicht.“
 
[Kośika wandte sich dann an die Ehre:]
„Wer bist du, die du hier [ ][61] in Blütenbüscheln gehüllt bist, mit Löwenarmbändern,[62] einem glänzenden Gürtel,[63] flammendem Haar,[64] und wohlklingenden Ohrringen? Dein Teint gleicht dem der Uśira,[65] und du bist ein strahlender Anblick.
„Du, die du hierher gekommen bist wie eine Pflanze in der Regenzeit, im Herbst, mit ihrer Krone aus scharlachroten Blättern, vom Wind bewegt,[66] ich frage dich, mit dem goldenen, schlanken Leib, wer bist du?“
 
[Die Ehre antwortete:]
„Ich bin die Ehre, von den Menschen verehrt, die stets Männern von hohem Rang dient. (60) Ich bin in deine Gegenwart gekommen, um Ambrosia zu erbitten.[67] Doch ich kann dich, mächtiger Seher, nicht darum bitten.“
 
[Kośika sagte:]
„Keine Frau von niedrigem Stand ist hier, das weiß ich. O du Schöne, du sollst empfangen, was dir zusteht. [68] [69] Auch wenn du nicht darum bittest, werde ich dir diese Ambrosia darbringen, diesen lebensspendenden Trank gebe ich dir.
Ich lade dich, mit dem schlanken, goldenen Leib, in meine Zuflucht ein. Ich möchte dich mit allem Guten ehren. Obwohl ich mich zuvor geweigert habe, diese Ambrosia zu teilen, ist genug davon für dich und mich da.“
Dieser Rückzugsort war mit unzähligen Blumen übersät und vom süßen Gesang der Vögel erfüllt. Die hellhäutige Ehrenvolle betrat den gut bewässerten Ort, der reich an Früchten und Wurzeln war.
Hier blühten viele Baumkronen, darunter der Salbaum, der Piyalbaum, die Brotfrucht, der Tindukabaum,[70] der Śobhāñjanabaum,[71] der Lodhrabaum,[72] [ ],[73] der Trompetenblumenbaum,[74] und der duftende Mucilindakabaum.[75]
Am Eingang standen der Jujubebaum, viele Tamālas, der heilige Feigenbaum, der Banyanbaum und der prächtige Feigenbaum, der Tilakabaum,[76] der Kadambabaum,[77] der Campakabaum[78] sowie Reis- und Hirsepflanzen.[79]
(61) Dort war ein Lager aus … Duftendes Kuśa-Gras und mit Hirschfell bedeckt. Kośika sagte zu Ehren[80]: „Bitte, Liebste, setz dich bequem auf dieses Lager.“


Auf dem majestätischen Gipfel des schönen Berges Gandhamddana lebten die Töchter des Göttervaters in unbeschwerter Freude.
Und als sie auf dem Lager aus Kuśa-Gras saß, brachte Kośika, mit verfilztem Haar und Antilopenfell[81], ihr eigenhändig, was sie sich wünschte,[82] die Ambrosia auf frisch gepflückten Blättern, und freudig[83] überreichte ihr die große Seherin die Ambrosia.[84]
Da kam ein edler Seher, allseits verehrt, der in seinen Händen einen blühenden Zweig des schönsten Baumes trug.
Freudig nahm sie das Geschenk sogleich entgegen und wandte sich voller Begeisterung an den verfilzten Einsiedler: „O Kośika, groß ist die Ehre, die du mir erwiesen hast. Nun gehe ich, um auf Dreiunddreißig zu warten.
(54) „Gib uns diesen Zweig, würdige Freundin“, sagten sie, „und du wirst uns so sein wie Sakra selbst.
Stolz auf die ihr von Kośika erwiesene Ehre, kam sie zu den Dreiunddreißig, begierig auf den Preis. Dort angekommen, sprach sie zu dem hundertäugigen Śakra: „Hier ist die Ambrosia. Dies ist mein Siegeslohn, o Vāsava! [85]


Der Brahmane sah sie an, während sie bettelte, und gab dann eine Antwort, die einen Streit auslöste. „Ich brauche diese Blumen nicht“, sagte er, „lasst sie derjenigen von euch geben, die die Beste ist.
Der Bote Mātali war bereits zurückgekehrt und stand nun vor der Versammlung der Devas. Zu ihm [Śakra] sprach er: „Geh noch einmal und erkundige dich, warum Ehre die Ambrosia erhalten hat.“ [86]
Und Mātali zog seinen Wagen von seinem Platz.[87] (62) Es war ein goldener Wagen aus reinem Gold, der wie die Sonne funkelte und mit verschiedenen goldenen Bildern geschmückt war.


„Du, Brahmane“, sagten sie, „sollst du diese Angelegenheit entscheiden. Du, Herr, entscheide, wer von uns die Beste ist. Wem auch immer du den Zweig gibst, sie wird als die Beste von uns gelten.
Da waren Elefanten, Affen, Tiger und Leoparden, voller Leben,[88] und auch Antilopen aus Beryll erschienen.[89] Alle waren prächtig, strahlend und schön, wie die Steine ​​und der Beryll zuvor.
Unten befand sich ein Manesī[90] und oben ein Kupsara[90], und der Wagen war auch mit goldenen Halbmonden geschmückt.[91] Und als er diesen prächtigsten aller Wagen bestieg, ließ Mātali die ganze Erde in ihren zehn Himmelsrichtungen jubeln.


„Ihr schönen Mädchen, solches Reden ist unschicklich. Welcher Brahmane ist es, der ein solch schändliches Wort sprechen würde?“ „Geht zum Herrn der Geschöpfe und befragt ihn, denn er wird wissen, wer von euch der Beste ist.
Die ganze Erde erbebte mit ihren Schlangen, Felsen, Bäumen und Ozeanen. Schnell und rasch gelangte er zu dem Ort, wo Kośika wohnte.


Da gingen sie, im Bewusstsein des höchsten Gutes, stolz und nach der Palme der Schönheit strebend, zum Herrn der Dreiunddreißig und sprachen: „Herr“, sagten sie, „entscheide, wer von uns der Beste ist.“
Dann Mātali [sagte…][92] „Ich bin sein Bote. Der Zerstörer der Festungen[93] fragt dich, warum du meinst, Ehre sei besser als Ruhm, Glaube und Hoffnung.“


Der Zerstörer der Festungen, der die Jungfrauen so ernsthaft in ihrer Suche sah, antwortete freudig: „Ihr seid in allem gleich, ihr schönen Jungfrauen. Wer hat denn diesen Streit entfacht?
[Kośika antwortete…]
„O Mātali, Ruhm erscheint mir wie ein bruchstückhafter Jade.[94] Glaube wiederum, o Wagenlenker der Götter, ist wankelmütig,(63) und Hoffnung, so scheint es mir, neigt dazu, ihr Wort zu brechen.“


„Der große Seher Narada, der die ganze Welt durchstreift und wahrhaft tapfer ist, sprach zu uns auf dem Berg Gandhamddana: ‚Geht und fragt den Herrn der Geschöpfe.‘“
„Doch Ehre ist gnädig und vollkommen rein. Wenn die Männer an der Spitze der Schlacht den Mut verloren haben und schwer getroffen sind,[95] zerstreut werden[96] und von Pfeilen beschossen werden,[97] zügelt die Ehre die innersten Gedanken ihrer Herzen.


[Sakra sprach zu Matali:]
„Ehre ist das Beste unter den Menschen, o Mātali. Sie ist begehrenswert für Jung und Alt.[98] Sie wandelt den Zorn des Feindes in Liebe. Sie zügelt die innersten Gedanken des Herzens.“


„In einer fernen Gegend, am Ufer des Ganges, an den Hängen des Himalayas, wohnt Kosika, dessen Nahrung knapp ist. Bring ihm, o Wagenlenker der Götter, Ambrosia.“
„Wer hat dir diesen Glauben[99] eingepflanzt, Kośika?“ War es der mächtige Indra oder Sahāmpati?[100] O Verwandter Indras,[101] Indra sehnt sich nach dir, o jüngerer Bruder seines Standes.“[102]


[Kosika sprach zu ihm:]
Dann legte Kośika seine Körperlichkeit ab,[103] begabt mit Tugend und unvergleichlich,[104] und nachdem er sich in seinem Rückzug reiche Verdienste erworben hatte, ging er mit dem Tod seines Körpers zu den Freuden des Himmels ein.


„Während ich mich darauf vorbereite, [[Agni]] zu opfern, kommst du wie ein Licht, das die Dunkelheit der Welt vertreibt, wie eine Sonne in der Welt.“ Welcher Gott seid Ihr und warum kommt Ihr?
Möge es sein, ihr Mönche, dass ihr zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit meint, der Seher des Kauśika-Clans, Nārada,[105] sei jemand anderes gewesen. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, (64) Mönche, war zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit der Seher des Kauśika-Clans, Nārada. Mögt ihr auch meinen, dass zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit jemand anderes die Tochter Śakras, des Herrn der Devas, war. Sie wurde Ehre genannt. Aber das dürft ihr nicht denken. Und warum? Weil es Yaśodharā war, die zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit die Tochter Śakras, des Herrn der Devas, war, die Ehre genannt wurde. Auch damals streichelte sie mich schüchtern, wie schon bei jener anderen Gelegenheit.


„Nie zuvor haben meine Augen etwas Vergleichbares erblickt.“ Weiß wie eine Perle ist es, unvergleichlich, duftend und schön anzusehen. Welcher Gott seid Ihr und warum kommt Ihr?
Hier endet das Mañjarī-Jātaka.


(Matali antwortete:] „Mächtiger Seher, ich wurde vom großen Indra gesandt. Ich eilte, Euch diese himmlische Speise zu bringen. Wisst, dass ich Matali bin,
* Anmerkungen zum Mañjarī-Jātaka:
der Wagenlenker der Götter. Esst von dieser erlesensten Speise, die man sich wünschen kann.
Dieses Jātaka wird im Kolophon (S. 64 im Text) so genannt. Aber keine der verschiedenen Bedeutungen von mañjarī scheint es als Titel passend zu machen. Wahrscheinlich sollte das Wort in matsarī, „Geizkragen“ (Pali maccharin), geändert werden.
(52e)
Denn das Thema der Geschichte ist die Lasterhaftigkeit des Geizes.
Abgesehen vom Nidāna ähnelt dieses Jātaka  dem Pali [[https://www.palikanon.com/english/pali_names/s/sudhabhojana_jat_535.htm Śudhābhojana Jātaka] Nr. 1. 535 [https://www.discoveringbuddha.org/wp-content/uploads/2016/08/Inde-Jataka-Pali-Vol-1-Fausboll-1877.pdf Fausböll] (J. 5. 382 ff.).


</poem>
</poem>

Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 12:33 Uhr

Das Mahavastu II - Gotamas Jugend (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)

Mañjarī-jātaka

Als der Erhabene hervorgetreten war, die unübertroffene vollkommene Erleuchtung erlangt und das Rad des Dharma in Bewegung gesetzt hatte, erfuhren die Mönche, dass Yaśodharā ihn als Jungen, als er Juwelen an junge Frauen verteilte, schüchtern berührt hatte. Ein Mönch fragte den Erhabenen: „Wie, Herr, kam es, dass Yaśodharā dich als Jungen schüchtern berührte?“ Der Erhabene antwortete: „Mönche, wahrlich, dies war nicht das erste Mal, dass Yaśodharā mich schüchtern berührte. Es gab noch eine andere Gelegenheit.“ Die Mönche fragten: „Wirklich, Herr?“ Und der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“

Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, in der Stadt Benares in der Provinz Kāśi lebte ein Brahmane des Kauśika-Clans. Er erkannte die Gefahren sinnlicher Genüsse und begab sich in den Himalaya, um das Leben eines Sehers anzunehmen. Dort, am Ufer des Ganges, errichtete er sich eine Einsiedelei und erlangte durch lange Hingabe an die Achtsamkeitspraxis nach dem Brahmanenweg[2] die vier Meditationen und die fünf Zweige des höheren Wissens. (49) Er konnte Mond und Sonne berühren[3] und war, kurz gesagt, ein Seher von großer Macht und Kraft. Doch ihm fehlte die Tugend der Großzügigkeit.

Nun starb ein Verwandter[4] von ihm und wurde unter den Gandharva-Devas als Gandharva namens Pañcaśikha wiedergeboren. In seinem Leben als Deva erinnerte er sich an Kośika. „Ich frage mich“, sagte er, „in welcher Gegend Kośika lebt, oder ist er tot?“ Er konzentrierte sich auf die Angelegenheit und erkannte, dass Kośika sich dem Leben eines Sehers zugewandt hatte und in einer Einsiedelei im Himalaya am Ufer des Ganges lebte, aber dass ihm die Tugend der Großzügigkeit fehlte.

Pañcaśikha teilte dies Śakra, dem Herrn der Devas, mit und sprach: „Er, der mir zu Lebzeiten ein lieber und geliebter Verwandter war, hat sich nun dem Leben eines Sehers zugewandt und weilt im Himalaya am Ufer des Ganges. Doch ihm fehlt die Tugend der Großzügigkeit. Lasst uns seinetwegen hingehen und ihn zur Nächstenliebe ermahnen.“

Um des Sehers Kośika willen, verkleideten sich Śakra, Candrama und Sūrya,[5] Mātali, sein Wagenlenker[6], und der Deva Pañcaśikha als Brahmanen. Zur Essenszeit betraten sie nacheinander Kośikas Einsiedelei. [Und Pañcaśikha, verwandelt in] einen Hund, durchlief verschiedene Metamorphosen.

Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; er hat nur ein kleines Stück Getreide, nicht genug[9] für zwei.

Der Hund antwortete:
Man soll von Wenigem wenig geben, von Mäßigem mäßiges. (50) Man soll von Vielem viel geben. Es gibt niemals einen Grund, gar nichts zu geben.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.

Da kam Candra, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; er hat nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für drei.

Candra sprach:
Wer, wenn ein Gast neben ihm sitzt, sein Essen isst, ohne es zu teilen, ist wie ein Fisch, der einen Eisenhaken verschluckt.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.

Da kam Sūrya, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Vorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für vier.

Sūrya sprach:
Vergeblich ist das Opfer und vergeblich das Verlangen dessen (51), der, wenn ein Gast neben ihm sitzt, sein Essen isst, ohne es zu teilen.
Ich sage dir, Kośika, iss nur, nachdem du geteilt hast. So wirst du den edlen Weg beschreiten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.

Auch Mātali kam an, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Lebensmittelvorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Stück Getreide, nicht genug für fünf.

Mātali sprach:
Wahrhaftig ist das Opfer und erfüllt der Wunsch dessen, der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Ich sage dir, Kośika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.

Auch Śakra kam hinzu, und Kośika sprach:
Ich kaufe weder, noch verkaufe ich. Ich habe keinerlei Lebensmittelvorräte. Mein Essen ist spärlich; es ist nur ein kleines Maß Getreide, nicht genug für sechs.

Śakra sprach:
Wie derjenige, der Sarasvati und der tiefen Gayā[12] opfert, ist der (52), der, wenn ein Gast mit ihm sitzt, sein Essen erst nach dem Teilen isst.
Ich sage dir, Kośika, iss nur nach dem Teilen. So wirst du den edlen Pfad betreten. Wer nur für sich selbst lebt, findet kein Glück.

Kośika sprach:
Ihr seid erhabene Brahmanen, doch warum zeigt euer Hund seine verschiedenen Gestalten? Nun sagt mir, ihr Herren, wer jeder von euch ist.

Śakra antwortete:
Candra und Sūrya sind hier, und dies ist Mātali, der Wagenlenker der Devas. Ich bin Śakra, der Herr der Dreiunddreißig Devas. Und dies hier ist Pañcaśikha.

Die Trommel,[13] die Klänge des Tamburins wecken ihn,[14] dessen Speise und Trank Pañcaśikha empfängt, aus dem Schlaf, und wenn er erwacht, freut er sich.[15]
In unseren früheren Leben[16] warst du unser Verwandter, doch nun bist du ein sündiger Geizhals. Wir sind aus Mitleid mit dir hierher gekommen, um dich vor dem Sündenfall in die Hölle zu bewahren.

Die Geizigen, die dem Zorn und der Sünde verfallen sind (53), die Brahmanen und Einsiedler verachten, gelangen nach einem Leben voller Übeltaten nach dem Tod in die Hölle.

Doch diejenigen, die in dieser Welt weise und freudig Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen, gelangen nach einem tugendhaften Leben hier nach dem Tod in einen Zustand der Glückseligkeit.

Kośika antwortete:
Nun, noch heute werde ich ein tugendhaftes Leben führen und Brahmanen und Einsiedlern Gaben darbringen. Ich werde ihnen Speise und Trank geben.[17] Nicht einmal Ambrosia würde ich trinken, ohne sie vorher mit ihnen zu teilen.
Da ich stets so gebe, wird mein gesamter Besitz bald aufgebraucht sein.[18] Daher werde ich in einen Zustand der Glückseligkeit eingehen,[19] nachdem ich diese maßlosen Begierden abgelegt habe.
Auf dem majestätischen Gipfel des schönen Berges Gandhamādana[20] lebten die Töchter des Göttervaters in unbeschwerter Freude.[21]
Dorthin kam ein hochverehrter Seher[22], der einen blühenden Zweig des schönsten Baumes in seinen Händen trug.[23]
(54) „Gib uns diesen Zweig, würdiger Freund“, sagten sie, „und du wirst uns[24] so sein wie Śakra selbst.“[25]

Der Brahmane sah sie[26] betteln und gab dann eine Antwort, die einen Streit auslöste. „Ich brauche diese Blumen nicht“, sagte er, „lass sie die Beste von euch[27] anbinden.“

„Du, Brahmane“, sagten sie, „sollst du diese Angelegenheit beurteilen. Du, Herr, entscheide, wer von uns die Beste ist. Wem auch immer du den Zweig gibst, sie wird als die Beste von uns gelten.“

„Ihr schöngliedrigen Mädchen, solches Reden ist unschicklich. Welcher Brahmane[28] würde solch ein schändliches Wort aussprechen?“[29] Geht zum Herrn der Geschöpfe[30] und befragt ihn, denn er wird wissen, wer von euch die Beste ist.“

Da gingen sie, im Bewusstsein des höchsten Gutes[31], stolz und nach der Palme der Schönheit begehrend, zum Herrn der Dreiunddreißig. „Herr“, sagten sie, „entscheide, wer von uns die Beste ist.“

Der Zerstörer der Festungen[32] sah die Jungfrauen so eifrig[33] in ihrer Suche und antwortete freudig: „Ihr seid in allem gleich, ihr schönen Jungfrauen. (55) Wer hat denn[34] diesen Streit entfacht?“

„Der große Seher Nārada, der die ganze Welt durchstreift und wahrhaft tapfer ist, sprach zu uns auf dem Berg Gandhamādana: ‚Geht und fragt den Herrn der Geschöpfe.‘“

[Śakra sprach zu Mātali:][35]
„In einer fernen Gegend, am Ufer des Ganges, an den Hängen des Himalayas, wohnt Kośika, dessen Nahrung knapp ist. Bring ihm, o Wagenlenker der Devas,[36] Ambrosia.“

[Kośika sprach zu ihm:][37]
„Während ich mich darauf vorbereite, Agni zu opfern, kommst du wie ein Licht, das die Dunkelheit der Welt vertreibt, wie eine Sonne in der Welt. Welcher Gott bist du und warum kommst du?

„Nie zuvor haben meine Augen etwas Vergleichbares erblickt.[38] Weiß wie eine Perle ist es, unvergleichlich, duftend und schön anzusehen. Welcher Gott bist du und warum kommst du?“

[Mātali antwortete:]
„Mächtiger Seher, ich wurde vom großen Indra gesandt. Ich kam in Eile, um dir diese ambrosische Speise zu bringen.“ Wisse, dass ich Mātali bin, der Wagenlenker der Devas. Nimm von dieser Speise, der erlesensten, die man sich wünschen kann.

„Durch den Verzehr dieser Speise wirst du zwölf Übel vernichten[39]: Hunger, Durst, Unzufriedenheit, Alter, Müdigkeit, (56) Zorn, Feindschaft, Streit, Verleumdung, Kälte, Hitze und Trägheit. Sie ist die höchste Essenz.“

[Kośika sprach:]
„O Mātali, es ziemt sich nicht für mich, allein zu essen. Obwohl ich früher der Ansicht war, dass das Essen ohne Teilen das Ideal sei, billige ich es nun nicht mehr.[40] Denn wer isst, ohne zu teilen, findet kein Glück.

„Freundesverräter[41], Räuber, Frauenvergewaltiger und Räuber – mit ihnen sind Geizige gleichzusetzen. Ich würde die Ambrosia nicht kosten[42], ohne sie zuvor zu teilen.“

Die vier Jungfrauen, seine eigenen Töchter Glaube, Hoffnung, Ruhm und Ehre,[43] wurden in strahlender Pracht vom König der Devas zu der Einsiedelei gesandt, in der Kośika lebte.

Als Kośika, der fromme und nachdenkliche Seher, die vier Jungfrauen strahlend und freistehend, jede in ihrem eigenen Himmelsviertel, sah, sprach er sie der Reihe nach an.

„O Göttin, die du im Osten stehst wie der Stern der Heilung[44], mit deinem schlanken, goldenen Leib,[45] (57) ich bitte dich, mir zu sagen, wer du bist.“

[Ruhm sprach:]
„Ich bin Ruhm, von den Menschen verehrt, stets den Großen dienend und nach ihrem Erfolg strebend.“ „Ich bin vor dich gekommen, o Weiser, um dich zu bitten, mich mit Ambrosia zu beschenken.“

[Kośika antwortete:]
„Obwohl ein Mensch mit Tugend, Charakter, Weisheit und Geschick in allem, was er tut, begabt ist, [erreicht er ohne dich nichts.][46] Dies ist nicht gut von dir.

„Ein Mensch, der faul, ungeschickt, unansehnlich und obendrein hässlich ist, wird durch deine Hilfe, o Herrlichkeit, reich und erfolgreich und kommandiert den wohlgeborenen Mann[47] wie einen Sklaven herum.“

[Kośika wandte sich als Nächstes an Glauben:][48]

„Du, die du strahlend und herrlich vor Herrlichkeit erstrahlst, wie du dem lieblichen Nordosten gegenüberstehst,[49] mit deinem goldenen, schlanken Leib,[50] bitte sage mir, welche Göttin du bist.“

[Glaube antwortete:]
„Ich bin Glaube, von den Menschen verehrt, stets den Großen dienend und nach ihrem Erfolg strebend. Ich bin vor dich getreten, o Weiser, um dich um Ambrosia zu bitten.“

[Kośika sagte:]
„Seine[51] Frau mag von hohem Stand,[52] ehrenhaft,(58) keusch und fromm sein, doch ein Mann kann sie, die Tochter einer guten Familie[53], verlassen und sein Vertrauen einer Sklavin[54] schenken.

„Durch Glauben zeigen Menschen mitunter Moral, Bildung[55] und Selbstbeherrschung. Doch wenn der Glaube irrt, erscheint er dann nicht wie ein Zerstörer?[56] Was du tust, ist nicht gut.“

„Ich sage es dir ins Gesicht. Ich kenne dich als Narren und Spieler. Ein solcher wie du verdient weder einen Sitzplatz noch Wasser, geschweige denn Ambrosia. Verschwinde, du gefällst mir nicht.“

[Kośika wandte sich als Nächstes an Hoffnung:]
„Du, die du mit deinem schlanken, goldenen Leib wie der Stern der Heilung stehst, wenn die Nacht schwindet[57] und die Sonne aufgeht, bitte sage mir, welche Göttin du bist.

„Wie eine verirrte Hirschkuh, die aus Furcht vor dem Pfeil des Jägers[58] von der Herde vertrieben und getrennt wurdest, wendest du mir deine scheuen Augen zu. Sanftmütige Göttin, welche Gefährtin siehst du hier? Fürchtest du dich nicht, allein zu sein?“

[Hoffnung antwortete:]
„Kein Freund von mir ist hierher gekommen. Ich bin eine Göttin aus Masakkasāra.[59] Ich bin Hoffnung und komme hierher, um um Ambrosia zu bitten.(59) O weiser Mann, gib mir daher Ambrosia.“

[Kośika sagte:]
„In der Hoffnung bestellen die Bauern ihre Felder, und Söhne und Frauen versammeln sich, um ihnen zu helfen. Doch Regen zerstört ihre Arbeit, oder Blitz schlägt ein und vernichtet sie. Dies, was du tust, ist nicht gut.
„In der Hoffnung besteigen die Menschen Schiffe auf der Suche nach Reichtum und überqueren die Meere. Doch sie sinken mit ihren Schiffen[60], oder sie entkommen kläglich mit dem Leben und verlieren all ihren Gewinn.
„Ich sage es dir ins Gesicht. Ich kenne dich als Narren und Spieler. Ein solcher wie du verdient weder einen Sitzplatz noch Wasser, geschweige denn Ambrosia. Verschwinde, du gefällst mir nicht.“

[Kośika wandte sich dann an die Ehre:]
„Wer bist du, die du hier [ ][61] in Blütenbüscheln gehüllt bist, mit Löwenarmbändern,[62] einem glänzenden Gürtel,[63] flammendem Haar,[64] und wohlklingenden Ohrringen? Dein Teint gleicht dem der Uśira,[65] und du bist ein strahlender Anblick.
„Du, die du hierher gekommen bist wie eine Pflanze in der Regenzeit, im Herbst, mit ihrer Krone aus scharlachroten Blättern, vom Wind bewegt,[66] ich frage dich, mit dem goldenen, schlanken Leib, wer bist du?“

[Die Ehre antwortete:]
„Ich bin die Ehre, von den Menschen verehrt, die stets Männern von hohem Rang dient. (60) Ich bin in deine Gegenwart gekommen, um Ambrosia zu erbitten.[67] Doch ich kann dich, mächtiger Seher, nicht darum bitten.“

[Kośika sagte:]
„Keine Frau von niedrigem Stand ist hier, das weiß ich. O du Schöne, du sollst empfangen, was dir zusteht. [68] [69] Auch wenn du nicht darum bittest, werde ich dir diese Ambrosia darbringen, diesen lebensspendenden Trank gebe ich dir.
Ich lade dich, mit dem schlanken, goldenen Leib, in meine Zuflucht ein. Ich möchte dich mit allem Guten ehren. Obwohl ich mich zuvor geweigert habe, diese Ambrosia zu teilen, ist genug davon für dich und mich da.“
Dieser Rückzugsort war mit unzähligen Blumen übersät und vom süßen Gesang der Vögel erfüllt. Die hellhäutige Ehrenvolle betrat den gut bewässerten Ort, der reich an Früchten und Wurzeln war.
Hier blühten viele Baumkronen, darunter der Salbaum, der Piyalbaum, die Brotfrucht, der Tindukabaum,[70] der Śobhāñjanabaum,[71] der Lodhrabaum,[72] [ ],[73] der Trompetenblumenbaum,[74] und der duftende Mucilindakabaum.[75]
Am Eingang standen der Jujubebaum, viele Tamālas, der heilige Feigenbaum, der Banyanbaum und der prächtige Feigenbaum, der Tilakabaum,[76] der Kadambabaum,[77] der Campakabaum[78] sowie Reis- und Hirsepflanzen.[79]
(61) Dort war ein Lager aus … Duftendes Kuśa-Gras und mit Hirschfell bedeckt. Kośika sagte zu Ehren[80]: „Bitte, Liebste, setz dich bequem auf dieses Lager.“

Und als sie auf dem Lager aus Kuśa-Gras saß, brachte Kośika, mit verfilztem Haar und Antilopenfell[81], ihr eigenhändig, was sie sich wünschte,[82] die Ambrosia auf frisch gepflückten Blättern, und freudig[83] überreichte ihr die große Seherin die Ambrosia.[84]
Freudig nahm sie das Geschenk sogleich entgegen und wandte sich voller Begeisterung an den verfilzten Einsiedler: „O Kośika, groß ist die Ehre, die du mir erwiesen hast. Nun gehe ich, um auf Dreiunddreißig zu warten.“
Stolz auf die ihr von Kośika erwiesene Ehre, kam sie zu den Dreiunddreißig, begierig auf den Preis. Dort angekommen, sprach sie zu dem hundertäugigen Śakra: „Hier ist die Ambrosia. Dies ist mein Siegeslohn, o Vāsava! [85]“

Der Bote Mātali war bereits zurückgekehrt und stand nun vor der Versammlung der Devas. Zu ihm [Śakra] sprach er: „Geh noch einmal und erkundige dich, warum Ehre die Ambrosia erhalten hat.“ [86]
Und Mātali zog seinen Wagen von seinem Platz.[87] (62) Es war ein goldener Wagen aus reinem Gold, der wie die Sonne funkelte und mit verschiedenen goldenen Bildern geschmückt war.

Da waren Elefanten, Affen, Tiger und Leoparden, voller Leben,[88] und auch Antilopen aus Beryll erschienen.[89] Alle waren prächtig, strahlend und schön, wie die Steine ​​und der Beryll zuvor.
Unten befand sich ein Manesī[90] und oben ein Kupsara[90], und der Wagen war auch mit goldenen Halbmonden geschmückt.[91] Und als er diesen prächtigsten aller Wagen bestieg, ließ Mātali die ganze Erde in ihren zehn Himmelsrichtungen jubeln.

Die ganze Erde erbebte mit ihren Schlangen, Felsen, Bäumen und Ozeanen. Schnell und rasch gelangte er zu dem Ort, wo Kośika wohnte.

Dann Mātali [sagte…][92] „Ich bin sein Bote. Der Zerstörer der Festungen[93] fragt dich, warum du meinst, Ehre sei besser als Ruhm, Glaube und Hoffnung.“

[Kośika antwortete…]
„O Mātali, Ruhm erscheint mir wie ein bruchstückhafter Jade.[94] Glaube wiederum, o Wagenlenker der Götter, ist wankelmütig,(63) und Hoffnung, so scheint es mir, neigt dazu, ihr Wort zu brechen.“

„Doch Ehre ist gnädig und vollkommen rein. Wenn die Männer an der Spitze der Schlacht den Mut verloren haben und schwer getroffen sind,[95] zerstreut werden[96] und von Pfeilen beschossen werden,[97] zügelt die Ehre die innersten Gedanken ihrer Herzen.

„Ehre ist das Beste unter den Menschen, o Mātali. Sie ist begehrenswert für Jung und Alt.[98] Sie wandelt den Zorn des Feindes in Liebe. Sie zügelt die innersten Gedanken des Herzens.“

„Wer hat dir diesen Glauben[99] eingepflanzt, Kośika?“ War es der mächtige Indra oder Sahāmpati?[100] O Verwandter Indras,[101] Indra sehnt sich nach dir, o jüngerer Bruder seines Standes.“[102]

Dann legte Kośika seine Körperlichkeit ab,[103] begabt mit Tugend und unvergleichlich,[104] und nachdem er sich in seinem Rückzug reiche Verdienste erworben hatte, ging er mit dem Tod seines Körpers zu den Freuden des Himmels ein.

Möge es sein, ihr Mönche, dass ihr zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit meint, der Seher des Kauśika-Clans, Nārada,[105] sei jemand anderes gewesen. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, (64) Mönche, war zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit der Seher des Kauśika-Clans, Nārada. Mögt ihr auch meinen, dass zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit jemand anderes die Tochter Śakras, des Herrn der Devas, war. Sie wurde Ehre genannt. Aber das dürft ihr nicht denken. Und warum? Weil es Yaśodharā war, die zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit die Tochter Śakras, des Herrn der Devas, war, die Ehre genannt wurde. Auch damals streichelte sie mich schüchtern, wie schon bei jener anderen Gelegenheit.

Hier endet das Mañjarī-Jātaka.

  • Anmerkungen zum Mañjarī-Jātaka:

Dieses Jātaka wird im Kolophon (S. 64 im Text) so genannt. Aber keine der verschiedenen Bedeutungen von mañjarī scheint es als Titel passend zu machen. Wahrscheinlich sollte das Wort in matsarī, „Geizkragen“ (Pali maccharin), geändert werden.
Denn das Thema der Geschichte ist die Lasterhaftigkeit des Geizes.
Abgesehen vom Nidāna ähnelt dieses Jātaka dem Pali [Śudhābhojana Jātaka Nr. 1. 535 Fausböll (J. 5. 382 ff.).

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Referenzen