Brahmacharya: Unterschied zwischen den Versionen
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* Das Kapitel 11.5 des [[Atharvaveda|Atharva Veda]]<ref> https://en.wikisource.org/wiki/Atharva-Veda_Samhita/Book_XI/Hymn_5 </ref> behandelt das Thema ''brahmacārin''. | |||
* Das [[Brahma Purana]] sagt | * Das [[Brahma Purana]] sagt in Kapitel 113 : 7. Opfergaben, Almosen und Askese fördern nicht den Wohlstand dessen, der gegen die Regeln guten Benehmens verstößt. 8. Wer sich tugendhaft verhält, erlangt die Langlebigkeit Brahmās. Tugend und gutes Benehmen sollten stets bewahrt werden. Tugend ist das Symbol guten Benehmens. <ref> [https://www.wisdomlib.org/hinduism/book/brahma-purana-english/d/doc216270.html Brahma Purana Chapter 11]] - Conduct of the Good</ref> | ||
* In Linga Purana heißt es in Kapitel 1.8, dass im Falle von Haushältern auch die Ausübung des Geschlechtsverkehrs mit ihren eigenen Frauen und die geistige, körperliche und verbale Enthaltung davon mit anderen Frauen als Brahmacharya verstanden werden sollte. | * In Linga Purana heißt es in Kapitel 1.8, dass im Falle von Haushältern auch die Ausübung des Geschlechtsverkehrs mit ihren eigenen Frauen und die geistige, körperliche und verbale Enthaltung davon mit anderen Frauen als Brahmacharya verstanden werden sollte. | ||
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* In der traditionellen indischen Lebensweise (vier Lebensalter) bezeichnet es die erste Stufe: das Leben des Schülers/der Schülerin bis ca. 25 Jahre, das von Keuschheit und Lernen geprägt ist. | * In der traditionellen indischen Lebensweise (vier Lebensalter) bezeichnet es die erste Stufe: das Leben des Schülers/der Schülerin bis ca. 25 Jahre, das von Keuschheit und Lernen geprägt ist. | ||
* Nutzen: Erhöhte Lebensfreude, Bewusstheit, Ruhe und Ausgeglichenheit. | * Nutzen: Erhöhte Lebensfreude, Bewusstheit, Ruhe und Ausgeglichenheit. | ||
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Brahmacharya wird hier oft als „reines Verhalten“ oder „edles Verhalten“ übersetzt, wobei [[Brahma]] das Höchste oder Heilige darstellt und Charya Verhalten oder Praxis darstellt. | |||
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== Literatur == | == Literatur == | ||
* Sivananda : [https://www.dlshq.org/download/practice-of-brahmacharya/ Practice of Brahmacharya] | * Sivananda : [https://www.dlshq.org/download/practice-of-brahmacharya/ Practice of Brahmacharya] | ||
Aktuelle Version vom 13. März 2026, 14:17 Uhr
Brahmacharya ist u.a. das vierte der fünf Yama im Asthanga - Yoga.
Brahmacharya bedeutet wörtlich „von Brahma geführt“. Es wird als Maßhalten, bewusster Umgang mit Lebensenergie (Prana), Vermeidung sexueller Ausschweifung und ganzheitliche Enthaltsamkeit interpretiert, um spirituelle Klarheit, Kraft und innere Stabilität zu fördern. Brahmacharya ist ein Konzept der Selbstkontrolle, das hilft, die eigene Lebensenergie zu zentrieren, statt sie in kurzfristigen Sinnesreizen zu verlieren.
Schriftstellen
- Yoga Sutra 2.38 hebt die Vorteile des Praktizierens von Brahmacharya (Zölibat oder Mäßigung) hervor : Brahmacharya Pratishthayam Viryalabhah. Durch den Verzicht auf übermäßige Sinnesfreuden und die Konzentration seiner Energie auf spirituelle Ziele können Menschen mehr Vitalität und innere Stärke erreichen.
- Das Kapitel 11.5 des Atharva Veda[1] behandelt das Thema brahmacārin.
- Das Brahma Purana sagt in Kapitel 113 : 7. Opfergaben, Almosen und Askese fördern nicht den Wohlstand dessen, der gegen die Regeln guten Benehmens verstößt. 8. Wer sich tugendhaft verhält, erlangt die Langlebigkeit Brahmās. Tugend und gutes Benehmen sollten stets bewahrt werden. Tugend ist das Symbol guten Benehmens. [2]
- In Linga Purana heißt es in Kapitel 1.8, dass im Falle von Haushältern auch die Ausübung des Geschlechtsverkehrs mit ihren eigenen Frauen und die geistige, körperliche und verbale Enthaltung davon mit anderen Frauen als Brahmacharya verstanden werden sollte.
- Die Chandogya Upanishade beschreibt in Buch 8 Aktivitäten und Lebensstil, die Brahmacharya sind: Was die Menschen nun Yajña (Opfer) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn nur durch Brahmacharya erreicht der Wissende diese Welt (von Brahman). Und was die Menschen Ishta (Anbetung) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn nur die Anbetung mittels Brahmacharya erreicht den Atman (das befreite Selbst). Nun, was die Menschen Sattrayana (Opfersitzung) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn nur durch Brahmacharya erlangt man seine Erlösung von Sat (Wesen). Und was die Leute Mauna (Schweigegelübde) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn nur durch Brahmacharya versteht man den Atman und meditiert dann. Was die Menschen nun Anasakayana (Fastengelübde) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn dieser Atman, den man durch Brahmacharya erlangt, geht nie verloren. Und was die Menschen Aranyayana (Leben eines Einsiedlers) nennen, ist in Wirklichkeit Brahmacharya, denn die Welt von Brahman gehört denen, die durch Brahmacharya die Meere Ara und Nya in der Welt von Brahman erreichen. Für sie gibt es Freiheit in allen Welten. Brahmacharya wird als Sakrament und Opfer gepriesen, das, wenn es einmal vervollkommnet ist, zur Verwirklichung des Selbst (Atman) führt und danach zur Gewohnheit wird, das Selbst in anderen und allem zu erfahren.( Chandogya Upanishad, VIII.5.1 – VIII.5.4 )
- In der Mundaka Upanishad in Buch 3, Kapitel 1, heißt es ähnlich: सत्येन लभ्यस्तपसा ह्येष आत्मा सम्यग्ज्ञानेन ब्रह्मचर्येण नित्यम् । Durch kontinuierliches Streben nach Satya (Wahrhaftigkeit), Tapas (Ausdauer, Sparmaßnahmen), Samyagjñāna (richtiges Wissen) und Brahmacarya erreicht man Atman (das Selbst). — Mundaka Upanishad, III.1.5[18]
- Das Tattva Vaisharadi und das Yoga Sara Sangraha behaupten, dass Brahmacharya zu einer Steigerung der Jñana-Shakti (Wissenskraft) und der Kriya-Shakti (Handlungskraft) führt.
- Das Epos Mahabharata erklärt, dass Brahmacharya eine von zwölf Tugenden ist, ein wesentlicher Bestandteil von Angas im Yoga und der Weg zur Vervollkommnung von Ausdauer und dem Streben nach Wissen. Es beschreibt in Buch Fünf (Udyoga Parva) das Ziel von Brahmacharya als Wissen über Brahman. Brahmacharya führe zur Vereinigung mit dem Höchsten Selbst (Kapitel 43). Durch die Unterdrückung des Verlangens ermöglicht die Praxis der Selbstbeherrschung dem Schüler, zu lernen, dem Guru in Gedanken, Worten und Taten Aufmerksamkeit zu schenken und die in den Veden und Upanishaden verkörperte Wahrheit zu entdecken. Die Praxis des Studierens und Lernens „die Hilfe der Zeit“ sowie persönlichen Einsatz, Können, Diskussion und Übung, werden alle durch die Kraft von Brahmacharya unterstützt.
Kernaspekte und Bedeutung von Brahmacharya

- Ursprung: Zusammengesetzt aus Brahma (Göttliches/Absolutes) und Charya (Verhalten/Weg).
- Maßhalten statt Verzicht: Es geht nicht nur um erzwungenen Zölibat, sondern darum, Sinne und Handlungen zu kontrollieren, um Energie nicht unnötig zu verschwenden.
- Energiebündelung: Durch Brahmacharya wird vitale Energie gesammelt und positiv genutzt, was laut Yogasutras 2,38 (brahmacarya pratiṣṭhāyāṁ vīrya-lābhaḥ) zu einem Gewinn an Kraft und Ausstrahlung führt. Brahmacharya wird aber oft nur auf die sexuelle Enthaltsamkeit oder Keuschheit eingeschränkt.
Nach ayurvedischen u.a. Yoga-Theorien wird dabei Retas (Shukra Dhatu - reproduktives Gewebe, die Samenflüssigkeit oder die Fortpflanzungsenergie) in Ojas (Odschas) gewandelt, die Essenz, die aus der Verdauung aller sieben Gewebe (Dhatus) entsteht, . Diese wird als die subtilste Essenz betrachtet, die für Immunität, Vitalität, Stabilität und Ausstrahlung verantwortlich ist.
Anwendung im Alltag
- Maßhalten: Bewusster Umgang mit Genussmitteln, Medien und Konsum.
- Sexuelle Ethik: Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten, das anderen Leid zufügt.
- Fokus: Konzentration auf das Wesentliche und Ausrichtung des Lebens auf das Göttliche oder höhere Ziele.
In den Ashramas:
- In der traditionellen indischen Lebensweise (vier Lebensalter) bezeichnet es die erste Stufe: das Leben des Schülers/der Schülerin bis ca. 25 Jahre, das von Keuschheit und Lernen geprägt ist.
- Nutzen: Erhöhte Lebensfreude, Bewusstheit, Ruhe und Ausgeglichenheit.
Mahayana
Brahmacharya wird hier oft als „reines Verhalten“ oder „edles Verhalten“ übersetzt, wobei Brahma das Höchste oder Heilige darstellt und Charya Verhalten oder Praxis darstellt.
Referenzen
- ↑ https://en.wikisource.org/wiki/Atharva-Veda_Samhita/Book_XI/Hymn_5
- ↑ Brahma Purana Chapter 11] - Conduct of the Good
Literatur
- Sivananda : Practice of Brahmacharya
- Khandelwal, M. (2001). "Sexual Fluids, Emotions, Morality – Notes on the Gendering of Brahmacharya". In Sobo, Elisa Janine; Bell, Sandra (eds.). Celibacy, Culture, and Society: The Anthropology of Sexual Abstinence. University of Wisconsin Press. S. 157–174. ISBN 978-0-299-17164-3.