Bodhisattva-Gelübde: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Gelübde dient der Stärkung des Bodhisattva-Geistes ([[Bodhichitta|bodhicitta]]) und soll zur täglichen Praxis von Mitgefühl und Weisheit motivieren, zum Wohle aller fühlenden Wesen. | Das Gelübde dient der Stärkung des Bodhisattva-Geistes ([[Bodhichitta|bodhicitta]]) und soll zur täglichen Praxis von Mitgefühl und Weisheit motivieren, zum Wohle aller fühlenden Wesen. | ||
== Die vier chinesisch-japanischen großen Gelübde == <ref>https://www.buddhaland.de/forum/thread/12823-bodhisattva-gel%C3%BCbde/ Diskussion Gelübde</ref> | |||
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<br>Unerschöplich sind die eitlen Vehaftungen(Gier, Hass und Unwissenheit), ich gelobe, sie alle zu überwinden. | <br>Unerschöplich sind die eitlen Vehaftungen(Gier, Hass und Unwissenheit), ich gelobe, sie alle zu überwinden. | ||
Version vom 23. Dezember 2025, 17:15 Uhr
Das Bodhisattva - Gelübde (auch: Vier bedeutsame Gelübde) ist ein im chinesischen Buddhismus und im japanischen Zen häufig rezitierter essenzieller Text.
Im tibetischen Buddhismus ist dieses Gelübde die Grundlage für die Mahayana-Praxis. Die Essenz ist : Möge ich Buddhaschaft zum Wohle aller fühlenden Wesen erreichen.
Das Gelübde dient der Stärkung des Bodhisattva-Geistes (bodhicitta) und soll zur täglichen Praxis von Mitgefühl und Weisheit motivieren, zum Wohle aller fühlenden Wesen.
== Die vier chinesisch-japanischen großen Gelübde == [1]
Zahllos sind die Lebewesen, ich gelobe, sie alle zu retten.
Unerschöplich sind die eitlen Vehaftungen(Gier, Hass und Unwissenheit), ich gelobe, sie alle zu überwinden.
Unzählig sind die Tore der Wahrheit(Dharma), ich gelobe, sie alle zu durchschreiten.
Unübertroffen ist der Weg des Erwachens des Buddha, ich gelobe, ihn zu gehen.
- Das Mahayana kennt hier 18 Hauptgelübde, die nach Asanga die vier Ursachen der Niederlage unterbinden sowie 48 Nebengelübde.
- Der Amitabha-Buddhismus verwendet diesbezüglich 48 auf Dharmakara(jap. Hozo-biku)[2] beruhende Gelübde.
- Das Brahmajala Sutra des Mahayana zählt 10 Hauptgelübde und 48 Nebengelübde auf[3].
Die Gelübde beziehen sich auf das Aufgaben unheilsamer Taten. Die ersten vier der 18 Hauptgelübde sind :
- Aus Verlangen nach Profit und Respekt uns selbst loben und andere tadeln/herabsetzen.
- Aus Anhaftung den Besitz nicht mit den Bedürftigen zu teilen oder aus Geiz den Dharma nicht zu lehren, wenn darum auf angemessene Art gebeten wird.
- Nicht zuhören, wenn jemand sich entschuldigt und statt dessen Gedanken der Wut zu folgen und ihn schlagen.
- Die Lehren des Mahayana zu verwerfen und eine eigene oder die Fälschung eines anderen als erhabenen Mahayana-Dharma lehren.
Diese Gelübde werden von einem Bodhisattva zusammen mit den 6 Paramitas praktiziert. Nach Asanga sind die ersten vier genauso wichtig wie die vier Wurzelfehltritte des Pratimoksha.
Trisamvara
Im Vajrayana wird trisaṃvara (t. sdom pa gsum སྡོམ་པ་གསུམ་ / sdom gsum སྡོམ་གསུམ་) als „drei Sätze von Gelübden“, „drei Gelübde“, „drei Beschränkungen“ usw. übersetzt[4].
In der Vajrayana-Tradition gibt es drei Gelübdearten:
- die Pratimokṣa-Gelübde
- die Bodhisattv-Gelübde
- die Samaya-Gelübde
Dudjom Rinpoche erklärte dazu[5] : Das Wesen der Pratimokṣa-Gelübde, der Gelübde zur individuellen Befreiung, besteht darin, alle negativen Absichten und Handlungen von Körper, Rede und Geist, die anderen schaden könnten, vollständig aufzugeben. Das Wesen der Bodhisattva-Gelübde besteht darin, alle Arten von Tugenden, die anderen Nutzen bringen, von ganzem Herzen zu praktizieren. Im Kern dieser beiden Gelübde steht die Zähmung des eigenen unruhigen Geistes durch Achtsamkeit, Wachsamkeit und Gewissenhaftigkeit sowie die Schulung, die allumfassende Reinheit von Erscheinung und Sein zu erkennen. Dies ist das Wesen der Gelübde des geheimen Mantras.
Wichtige Kommentare
- Sakya Pandita, Klare Unterscheidung der drei Gelübdearten
- Ngari Panchen Pema Wangyal, Feststellung der drei Gelübdearten
In den Mahayana-Sutras, wie dem Dasabhumika-Sutra, werden drei Arten von Gelübden beschrieben:
- die Pratimokṣa-Gelübde (tib. so thar gyi sdom pa) des Begierdenreichs,
- die Dhyāna-Gelübde (tib. sam gtan gyi sdom pa) des Formreichs,
- die reinen Gelübde (tib. zag med kyi sdom pa), die von jenen abgelegt werden, die die drei Daseinsbereiche transzendiert haben und den Zustand eines edlen Wesens erreicht haben.
Literatur
- The Bodhisattva Vow, A Practical Guide to Helping Others, Geshe Kelsang Gyatso (Kadampa.org[6])
- Geshe Thubten Ngawang : Die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes, Hamburg, dharma edition, 1998
- Tenzin Peljor : Buddhistische Ethik - Zusammenstellung buddhistischer Gelübde
- Four vows
- Das Bodhisattva-Gelübde, Die Regeln nach Asanga, Candragomin und Shantideva und dessen Erläuterungen, Susa Nientiedt, Dirk Nientiedt, Verrückter Yogi Verlag, 2008, ISBN-10: 3940197149 / ISBN-13: 978-3940197146
- 37 Übungen eines Bodhisattva
Referenzen
- ↑ https://www.buddhaland.de/forum/thread/12823-bodhisattva-gel%C3%BCbde/ Diskussion Gelübde
- ↑ http://www.nembutsu.info/hsrdharm.htm
- ↑ http://www.sutrasmantras.info/sutra32.html
- ↑ [https://84000.co/glossary/15387 sdom pa gsum - trisaṃvara
- ↑ The Mirror
- ↑ http://kadampa.org/en/books/the-bodhisattva-vow
Weblinks
- Wiki zum Bodhisattva-Gelübde
- Berzin : Die Wurzelgelübde des Bodhisattva
- The Bodhisattva Vow
- The four bodhisattva vows
- Die 10 Bodhisattva-Gelübde