Die zehn unerschöpflichen Schätze: Unterschied zwischen den Versionen
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Zu jener Zeit dachte der Bodhisattva: „Zu gegebener Zeit wird mein Körper sterben, ohne auch nur einen einzigen Nutzen gebracht zu haben. Daher ist es nur angemessen, dass ich ihn schnell verzichte, um ein Lebewesen zu retten.“ Nachdem er so nachgedacht hatte, brachte er ihm diese Gaben dar, ohne Reue. Dies ist mit innerem Geben gemeint. | |||
Was ist mit dem äußeren Geben des [[Bodhisattva]] gemeint? | |||
Söhne des Buddha, nehmt an, dieser Bodhisattva befände sich in der Blüte seiner Jahre, besäße ein schönes Äußeres mit vielen Zeichen, trüge prächtige Blumen und die besten Gewänder als Schmuck und habe gerade die Krönung zum König des Rades empfangen, der mit den sieben Schätzen reich beschenkt sei und über die vier Kontinente herrsche. | |||
Angenommen, ein Mann käme und spräche zum König: „Ich bin verarmt und leide sehr. Ich wünsche mir, dass der Barmherzige und Gütige mich aus Mitleid erbarme, mir den Thron überlasse und ihn mir gebe, damit ich den Reichtum und das Glück des Königs genieße.“ | |||
In diesem Moment würde der Bodhisattva denken: „Alle Ehre und Wohlstand sind vergänglich. Sobald sie vergangen sind, kann ich niemandem mehr Gutes tun. Daher ist es nur angemessen, dass ich seinen Wünschen nachkomme und sie vollständig erfülle.“ Mit diesen Gedanken würde er ihm ohne Reue seine Gabe zukommen lassen. Dies ist gemeint unter „äußerer Gabe“. | |||
Was ist mit dem inneren und äußeren Geben des Bodhisattva gemeint? | |||
Söhne des Buddha, nehmt an, dieser Bodhisattva weilte, wie oben beschrieben, auf dem Thron des sich drehenden Radkönigs, reichlich mit den sieben Schätzen ausgestattet und herrschend über die vier Kontinente. Da kam jemand und sprach zu ihm: „Der König bekleidet diese Position des sich drehenden Radkönigs schon lange. Ich hatte jedoch noch nicht die Gelegenheit, sie zu erlangen. Ich wünsche mir nur, dass der große König sie mir überlässt und gleichzeitig mein Minister oder Diener wird.“ | |||
Zu jener Zeit dachte der [[Bodhisattva]]: „Mein Körper, mein Reichtum, meine Juwelen und meine königliche Stellung sind allesamt vergängliche Dharmas, die dem Verfall und der Zerstörung unterworfen sind. Jetzt genieße ich die Blüte meiner Kraft, in der mein Reichtum diesen gesamten Kontinent umfasst. Wenn ein Bittsteller erscheint, sollte ich das Vergängliche nutzen, um das beständige Dharma zu suchen.“ | |||
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Version vom 21. Januar 2026, 09:23 Uhr
Die zehn unerschöpflichen Schätze ist das Kapitel 22 des Avatamsaka Sutra.
Übersetzung
Zu jener Zeit wandte sich der Bodhisattva des Waldes der verdienstvollen Eigenschaften erneut an die Bodhisattvas und sprach:
Söhne des Buddha, der Bodhisattva-Mahā Sattva besitzt zehn Arten von Schätzen, von denen alle Buddhas der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart gesprochen haben, sprechen werden und sprechen. Was sind also diese zehn?
Sie sind:
Der Schatz des Glaubens;
Der Schatz der moralischen Gebote;
Der Schatz des Schamgefühls;
Der Schatz der Furcht vor Tadel;
Der Schatz des Wissens;
Der Schatz des Gebens;
Der Schatz der Weisheit;
Der Schatz der Erinnerung;
Der Schatz des Behaltens; und
Der Schatz der Beredsamkeit.
Dies sind die zehn. Söhne Buddhas, was ist mit dem „Schatz des Glaubens“ des Bodhisattva-Mahā Sattva gemeint? Dieser Bodhisattva besitzt folgende Glaubensarten:
Glaube, dass alle Dharmas leer sind;
Glaube, dass alle Dharmas zeichenlos sind;
Glaube, dass alle Dharmas wunschlos sind;
Glaube, dass alle Dharmas ungeschaffen sind;
Glaube, dass alle Dharmas keine Grundlage für Unterscheidungen haben;
Glaube, dass alle Dharmas grundlos sind;
Glaube, dass alle Dharmas unermesslich sind;
Glaube, dass alle Dharmas unüberwindlich sind;
Glaube, dass alle Dharmas schwer zu transzendieren sind; und
Glaube, dass alle Dharmas unentstanden sind.
Wenn der Bodhisattva in der Lage ist, auf diese Weise mit allen Dharmas in Einklang zu kommen,
dann, nachdem er reinen Glauben entwickelt hat:
Wenn er von der Unbegreiflichkeit des Dharma des Buddha hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
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Wenn er von der Unvorstellbarkeit aller Buddhas hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit der Daseinsbereiche hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit des Dharma-Bereichs hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit des Bereichs des leeren Raums hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit des Nirvanas hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit der Vergangenheit hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Wenn er von der Unvorstellbarkeit der Zukunft hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert;
Immer wenn er von der Unvorstellbarkeit der Gegenwart hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert; und
immer wenn er von der Unvorstellbarkeit des Eintritts in alle Kal-Pas hört, wird sein Geist nicht eingeschüchtert.
Und warum ist das so? Dieser Bodhisattva bewahrt stets festen Glauben an die Buddhas, wissend, dass die Weisheit des Buddha grenzenlos und endlos ist, wissend, dass es in jeder der unzähligen Welten in den zehn Richtungen unzählige Buddhas gibt, die den Anuttara-Samyak-Saṃ Bodhi verwirklicht haben, jetzt verwirklicht haben und verwirklichen werden, die bereits in der Welt erschienen sind, jetzt in der Welt erscheinen und in der Welt erscheinen werden und die das Nirvana erreicht haben, jetzt in das Nirvana eintreten und in das Nirvana eintreten werden. So weiß er auch, dass die Weisheit der Buddhas weder zunimmt noch abnimmt, weder entsteht noch vergeht, weder fortschreitet noch zurückgeht, weder nah noch fern ist und weder erkannt noch aufgegeben werden kann.
Dieser Bodhisattva erlangt die Weisheit des Buddha und entwickelt grenzenlosen und unerschöpflichen Glauben. Nachdem er diesen Glauben erlangt hat, wird sein Entschluss unumkehrbar. Sein Geist wird nicht verwirrt oder ungeordnet, kann nicht verletzt werden, ist frei von befleckender Anhaftung, hat immer ein Fundament, stimmt mit den Aryas überein, weilt im Haus der Tathagatas, bewahrt und schützt die Linie aller Buddhas, stärkt den unerschütterlichen Glauben aller Bodhisattvas, stimmt mit den Wurzeln der Güte aller Tathagatas überein und bringt die geschickten Mittel aller Buddhas hervor. Dies ist gemeint mit dem Glaubensschatz des Bodhisattva-Mahā Sattva.
Wenn der Bodhisattva in diesem Glaubensschatz verweilt, ist er fähig, alle Lehren des Buddha zu hören und zu behalten, sie den Wesen zu lehren und ihnen allen das Erwachen zu ermöglichen.
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Söhne Buddhas, was ist mit dem „Schatz der moralischen Gebote“ des Bodhisattva Mahā Sattva gemeint?
Dieser Bodhisattva vollendet:
Das Gebot des universellen Nutzens;
Das Gebot, keine [falschen] Verbote anzunehmen;
Das Gebot des Nicht-Verweilens;
Das Gebot, keine Reue zu empfinden;
Das Gebot der Streitlosigkeit;
Das Gebot, niemandem zu schaden;
Das Gebot der Reinheit;
Das Gebot der Nicht-Begierde;
Das Gebot der Fehlerlosigkeit; und
Das Gebot der Nicht-Übertretung.
Was ist mit dem Gebot des universellen Nutzens gemeint? Das Annehmen und Befolgen reiner Gebote durch diesen Bodhisattva geschieht ursprünglich zum Wohle aller Wesen.
Was ist mit dem Gebot gemeint, keine [falschen] Verbote anzunehmen? Dieser Bodhisattva praktiziert keine der
Verbote nicht-buddhistischer Traditionen. Vielmehr hält er sich von Natur aus mit ganzer Kraft an dieselben reinen Gebote wie alle Buddhas, die Tatha Gatas, der drei Zeitebenen.
Was bedeutet das Gebot des Nicht-Verweilens? Wenn dieser Bodhisattva die Gebote befolgt, verweilt sein Geist nicht im Reich der Begierde, nicht im Reich der Form und nicht im formlosen Reich. Warum? Nicht um dort wiedergeboren zu werden, befolgt er die Gebote.
Was bedeutet das Gebot, keine Reue zu haben? Diesem Bodhisattva gelingt es stets, friedvoll zu verweilen, frei von Reue. Und wie ist das möglich? Dies liegt daran, dass er keine schweren karmischen Vergehen begeht, sich nicht der Schmeichelei und Täuschung hingibt und die reinen moralischen Gebote nicht bricht.
Was bedeutet das moralische Gebot der Streitlosigkeit? Dieser Bodhisattva betrachtet bereits bestehende Regeln nicht als falsch und erlässt keine neuen. Sein Geist stimmt stets mit den moralischen Geboten überein, die zum Nirvana führen, erfüllt sie vollständig und bleibt frei von jeglichen Verstößen.
Er missbraucht sein Einhalten der moralischen Gebote nicht, um andere Wesen zu quälen und ihnen dadurch Leid zuzufügen.
Vielmehr hält er die moralischen Gebote einzig und allein in dem Wunsch ein, dass alle stets glücklich seien.
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2.943
Was bedeutet das moralische Gebot der Gewaltlosigkeit? Dieser Bodhisattva übt sich aufgrund der moralischen Gebote nicht in Beschwörungstechniken und der Herstellung von Heiltränken mit der Absicht, Wesen zu schaden. Vielmehr hält er die moralischen Gebote einzig und allein ein, um alle Wesen zu retten und zu beschützen.
Was bedeutet das moralische Gebot der Reinheit?
Dieser Bodhisattva verfällt keinen extremen Ansichten und befolgt keine unreinen Gebote.
Vielmehr betrachtet er nur das bedingte Entstehen, indem er die zur Befreiung führenden moralischen Gebote befolgt.
Was bedeutet das moralische Gebot der Nicht-Hasssucht? Dieser Bodhisattva zeigt keinerlei außergewöhnliches Auftreten, um seine besonderen Qualitäten zur Schau zu stellen, sondern befolgt die moralischen Gebote nur, um die zur Befreiung führenden Dharmas vollständig zu erfüllen.
Was bedeutet das moralische Gebot, frei von Fehlern zu sein?
Dieser Bodhisattva verkündet nicht arrogant: „Ich befolge die moralischen Gebote“, und wann immer er diejenigen sieht, die die Gebote brechen, verzichtet er darauf, sie herabzusetzen oder zu verunglimpfen, um sie zu beschämen. Vielmehr konzentriert er sich ganz darauf, die moralischen Gebote einzuhalten.
Was bedeutet das moralische Gebot der Nichtübertretung?
Dieser Bodhisattva verzichtet für immer auf Töten, Stehlen, sexuelles Fehlverhalten, falsche, spaltende, beleidigende und sinnlose Rede, Habgier, Böswilligkeit und falsche Ansichten.
Er erfüllt die zehn Arten guter karmischer Taten vollständig.
Wenn dieser Bodhisattva das moralische Gebot der Nichtübertretung befolgt, denkt er: „Wenn ein Wesen die reinen Gebote verletzt, entspringt dies stets verkehrten Ansichten.
Nur der Buddha, der Bhagavat, kann erkennen, welche Ursachen und Umstände Wesen dazu veranlassen, verkehrte Ansichten anzunehmen und dann die reinen Gebote zu verletzen. Ich sollte den unübertroffenen Bodhi verwirklichen und dann den wahren Dharma ausführlich erklären, damit die Wesen verkehrte Ansichten aufgeben können.“
Dies ist mit dem zweiten Schatz des Bodhisattva Mahā Sattva, dem Schatz der moralischen Gebote, gemeint.
Ihr Söhne Buddhas, was ist mit dem Schatz des Bodhisattva Mahā Sattva, dem Schatz des Schamgefühls, gemeint?
Dieser Bodhisattva erinnert sich an all seine vergangenen bösen Taten und empfindet daraufhin Scham. Das heißt, er denkt bei sich:
In der anfangslosen Vergangenheit bis zur Gegenwart habe ich mit allen anderen Wesen in den Rollen von Vater, Mutter, älterem Bruder, jüngerem Bruder, älterer Schwester, jüngerer Schwester, Sohn und Tochter gedient.
In dieser Zeit haben wir, erfüllt von Gier, Hass, Verblendung, Arroganz, Stolz, Schmeichelei, Täuschung und allen anderen Arten von Leiden, einander geschadet, einander angegriffen und ausgeraubt und einander vergewaltigt, verletzt und getötet. Es gibt keine böse Tat, die wir nicht begangen hätten.
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Alle anderen Wesen haben ebenfalls so gehandelt, wodurch sie aufgrund der Leiden in vollem Maße die vielfältigen Arten von Übeltaten begangen haben.
Deshalb haben wir es versäumt, einander zu respektieren, einander zu achten, einander zu gehorchen, einander Rücksicht zu nehmen, einander zu inspirieren und zu leiten, einander zu beschützen und zu lieben, einander zu töten und einander Feind zu sein.
Wenn ich über meine eigenen und die vergangenen, zukünftigen und gegenwärtigen Taten anderer Wesen nachdenke, die frei von jeglichem Schamgefühl sind, erkenne ich, dass keiner der Buddhas der drei Zeitepochen dies nicht weiß und sieht. Wenn ich es jetzt nicht schamlose Taten wie diese einstelle, werden die Buddhas der drei Zeitepochen dies an mir bemerken.
Wie könnte ich dann einfach so weitermachen und es versäumen, dem ein Ende zu setzen? Dies wäre völlig undenkbar.
Daher sollte ich mich darauf konzentrieren, solches Verhalten abzulegen, anuttara-samyak-saṃ bodhi zu verwirklichen und den Wesen den wahren Dharma ausführlich zu erklären.
Dies ist mit dem dritten Schatz des Bodhisattva-Mahā-Sattva gemeint, dem Schatz des Schamgefühls.
Ihr Söhne Buddhas, was ist mit dem Schatz des Bodhisattva-Mahā-Sattva gemeint, der Furcht vor Schuld?
Dieser Bodhisattva empfindet Furcht vor Schuld für all die vergangenen Fälle, in denen er sich aufgrund unersättlichen Verlangens nach den Objekten der fünf Begierden zunehmend Gier, Hass, Verblendung und den anderen Leiden hingab.
Er denkt dann: „Ich sollte mich nun von jedem weiteren Engagement in diesen Bestrebungen fernhalten.“
Er hegt auch diesen Gedanken:
Wesen ohne Weisheit verursachen alles Leid und verfallen in alle Übel, indem sie einander weder respektieren noch achten, bis sie schließlich zu immer erbitterteren Feinden werden und keines dieser Übel nicht in Hülle und Fülle begehen.
Nachdem sie diese begangen haben, empfinden sie Freude daran und suchen Lob für ihre Taten. Da sie blind sind und das Auge der Weisheit nicht besitzen, haben sie nichts erkannt oder gesehen.
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Nachdem sie im Mutterleib geboren wurden, sind sie geboren, zu einem unreinen Körper herangewachsen und erreichen schließlich den Punkt, an dem sie weiße Haare und ein faltiges Gesicht haben.
In der Betrachtung dieses Umstands erkennen die Weisen dass es sich hierbei um eine Angelegenheit unreiner Lehren handelt, die allein aufgrund sexueller Begierde entstehen.
Dies ist etwas, das alle Buddhas der drei Zeitalter wissen und sehen.
Wenn ich nun solche Bestrebungen fortsetzen würde, würde ich alle Buddhas der drei Zeitalter betrügen und täuschen.
Daher sollte ich eine Furcht vor Tadel entwickeln, schnell den Bodhi-Zustand der Reinheit erlangen und dann den Wesen ausführlich den wahren Dharma erklären.
Dies ist gemeint mit dem vierten Schatz des Bodhisattva-Mahā Sattva, dem Schatz der Furcht vor Tadel.
Söhne Buddhas, was ist mit dem Schatz des Wissens des Bodhisattva-Mahā Sattva gemeint? Dieser Bodhisattva weiß:
Weil dieser Umstand existiert, existiert auch jener andere Umstand;
Weil dieser Umstand nicht existiert, existiert auch jener andere Umstand nicht;
Weil dieser Umstand entsteht, wird auch jener andere Umstand entstehen;
Weil dieser Umstand endet, endet auch jener andere Umstand;
Dies ist ein weltliches Dharma;
Dies ist ein welttranszendierendes Dharma;
Dies ist ein bedingtes Dharma;
Dies ist ein unbedingtes Dharma;
Dies ist ein moralisch bestimmtes Dharma; und
Dies ist ein moralisch unbestimmtes Dharma.
Was bedeutet: „Weil dieser Umstand existiert, existiert auch dieser andere Umstand“?
Es bedeutet, dass Handlungen aufgrund von Unwissenheit existieren.
Was bedeutet: „Weil dieser Umstand nicht existiert, existiert auch dieser andere Umstand nicht“?
Es bedeutet, dass Name und Form nicht existieren, weil Bewusstsein nicht existiert.
Was bedeutet: „Weil dieser Umstand entsteht, wird auch dieser andere Umstand entstehen“?
Es bedeutet, dass Leiden durch das Entstehen von Begierde entsteht.
Was bedeutet: „Weil dieser Umstand aufhört, hört auch dieser andere Umstand auf“?
Es bedeutet, dass Geburt aufhört, weil das Werden aufhört.
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Was sind „weltliche Dharmas“? Sie sind Form, Gefühl, Wahrnehmung, karmische Formungsfaktoren und Bewusstsein.
Was sind „welttranszendierende Dharmas“? Sie sind moralische Gebote, meditative Konzentration, Weisheit, Befreiung und das Wissen und die Vision der Befreiung.
Was sind „bedingte Dharmas“? Sie sind die Begierdenwelt, die Formwelt, die formlose Welt und die Welten der Wesen.Was sind „unbedingte Dharmas“?
Sie sind der leere Raum, Nirvana, das Aufhören durch Analyse objektiver Bedingungen, das Aufhören ohne Analyse objektiver Bedingungen, das bedingte Entstehen und die bleibende Natur der Dharmas.
Was versteht man unter „moralisch determinierten Dharmas“? Es handelt sich um die vier Wahrheiten der Āryas, die vier Früchte des Śramaṇa, die vier Arten der Redekunst,325 die vier Furchtlosigkeiten, die vier Stufen der Achtsamkeit, die vier rechten Anstrengungen, die vier Grundlagen der psychischen Kraft, die fünf Wurzeln, die fünf Kräfte, die sieben Erleuchtungsfaktoren und den achtfachen Pfad der Āryas.
Was versteht man unter „moralisch unbestimmten Dharmas“?
Sie sind:
Ob die Welt begrenzt, unbegrenzt, sowohl begrenzt als auch unbegrenzt oder weder begrenzt noch unbegrenzt ist;
Ob die Welt ewig, nicht ewig, sowohl ewig als auch unendlich oder weder ewig noch nicht ewig ist;
Ob die Tathā gata nach dem Nirvāṇa existieren, nicht existieren, sowohl existieren als auch nicht existieren oder weder existieren noch nicht existieren;
Ob das Selbst und die Wesen existieren, nicht existieren, sowohl existieren als auch nicht existieren oder weder existieren noch nicht existieren;
Wie viele Tathā gatas in der Vergangenheit ins Parinirvāṇa eingegangen sind;
Wie viele Śrā vaka-Schüler und Pratyekabuddhas in der Vergangenheit ins Parinirvāṇa eingegangen sind;
Wie viele Tathā gatas, wie viele Śrāvaka-Schüler und Pratyekabuddhas und wie viele Wesen es in der Zukunft geben wird;
Wie viele Tathā Gatas, wie viele ŚrāVaka-Schüler und Pratyeka-Buddhas und wie viele Wesen weilen jetzt in der Gegenwart?
Wer war der erste TathāGata, der jemals in die Welt kam?
Welche Śrā Vaka-Schüler und Pratyeka-Buddhas waren die allerersten, die in die Welt kamen?
Welche Wesen waren die allerersten, die ins Dasein traten?
Welcher der TathāGatas wird der allerletzte sein, der in die Welt kommt?
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Welcher der Śrāvaka-Schüler und welcher der Pratyekabuddhas wird als allerletzter in die Welt treten?
Welche Wesen werden als allerletzter erscheinen?
Welches Dharma war das allererste?
Welches Dharma wird das allerletzte sein?
Woher die Welt kam und wohin sie gehen wird?
Wie viele Welten erschaffen und wie viele zerstört werden?
Woher kommen Welten und wohin gehen sie?
Wann begann das Samsara?
Was wird das Ende des Samsara ausmachen?
Dies ist mit „moralisch unbestimmten Dharmas“ gemeint.
Der Bodhisattva Mahā Sattva denkt folgendermaßen: „Von allen Wesen im Inneren des Samsāra besitzt keines umfassendes Wissen. Sie
sind nicht in der Lage, all diese Dharmas vollständig zu erkennen. Ich sollte mir vornehmen, den Schatz des reichen Wissens zu bewahren, Anuttara-Samyak-Saṃ Bodhi zu erlangen und den Wesen den wahren Dharma zu erklären.“
Dies ist gemeint mit dem fünften Schatz des Bodhisattva-Mahā Sattva, dem Schatz des umfassenden Wissens.
Ihr Söhne Buddhas, was ist mit dem Schatz des Gebens des Bodhisattva-Mahā Sattva gemeint? Dieser Bodhisattva praktiziert zehn Arten des Gebens, nämlich: geteiltes Geben, umfassendes Geben, inneres Geben, äußeres Geben, inneres und äußeres Geben, allumfassendes Geben, vergangenes Geben, zukünftiges Geben, gegenwärtiges Geben und letztendliches Geben.
Söhne des Buddha, was bedeutet geteiltes Geben?
Die natürliche Veranlagung dieses Bodhisattva ist auf Menschlichkeit, Güte und die Freude am gütigen Geben ausgerichtet. Wenn er köstliche Speisen erhält, nimmt er sie nicht ausschließlich für sich, sondern sieht es als wesentlich an, sie anderen Wesen zu geben, und erst dann erlaubt er sich selbst zu essen. Was auch immer er erhält, er behandelt es auf die gleiche Weise.
Als er dann isst, denkt er: „Mein Körper ist erfüllt von achtzigtausend verschiedenen Mikrobenarten, die alle von mir abhängig sind, um zu überleben. Wenn mein Körper satt und glücklich ist, dann sind auch sie satt und glücklich. Wenn mein eigener Körper Hunger leidet, dann leiden auch sie.
Mögen durch meine Annahme von diesem Essen und Trinken alle Wesen satt werden.“ Als er dann selbst isst, um sie zu nähren, verspürt er keine Gier nach dem Geschmack.
Dann kommt ihm noch dieser Gedanke: „Während der langen Nacht des Daseins war ich meinem Körper innig verbunden und habe, im Wunsch, ihn zu sättigen, Essen und Trinken angenommen.“
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Indem ich nun diese Speise nehme und sie den Wesen gütig schenke, möge ich für immer alles Verlangen und jede Anhaftung an den Körper abstreifen.“ Dies ist mit geteiltem Geben gemeint.
Was bedeutet das erschöpfende Geben des Bodhisattva?
Söhne des Buddha, angenommen, dieser Bodhisattva erwirbt allerlei köstliche Getränke und Speisen, Weihrauch, Blumen, Roben und andere Dinge, um sein Leben zu erhalten, und wenn er sie dann für sich selbst verwendet, erlangt er dadurch Glück und ein langes Leben.
Wenn er sich davon abhält und stattdessen diese Dinge an andere weitergibt, wird er arm, erleidet Leid und stirbt vorzeitig.
Es könnte sein, dass eines Tages jemand kommt und zu ihm sagt:
„Gib mir jetzt alles, was du besitzt.“ Der Bodhisattva könnte dann denken: „Von Anbeginn der Zeit bis heute habe ich unzählige Leichen aufgrund von Hunger und Verhungern begraben.“ Nie zuvor habe ich so viel aufgegeben, wie auch nur ein Haar, um anderen Wesen zu helfen, damit ich den Nutzen daraus ziehen konnte. Nun, wie schon in der Vergangenheit, bin ich erneut gezwungen, dieses Leben aufzugeben. Deshalb sollte ich, um anderen Wesen zu helfen, nun alles ohne Vorbehalt aufgeben, selbst wenn dies mein Leben beendet. Dies ist
das, was mit erschöpfendem Geben gemeint ist.
Was ist mit dem inneren Geben des Bodhisattva gemeint?
Söhne des Buddha, stellt euch vor, dieser Bodhisattva sei gerade in der Blüte seiner Jugend, körperlich wohl entwickelt, von anmutiger Erscheinung und sein Körper mit Düften, Blumen und Gewändern geschmückt.
Stellt euch außerdem vor, er habe gerade die Salbung der Krone erhalten, durch die er zum Rang des Rad drehenden Königs aufstieg, reichlich mit den sieben Schätzen ausgestattet sei und über die vier Kontinente herrsche.
Stellt euch nun vor, jemand käme und spräche zu diesem König:
O großer König, du solltest wissen, dass ich nun die Zeichen des Alters erleiden und von schwerer Krankheit befallen bin. Ich bin einsam, abgemagert, schwach und dem Tod nahe.
Doch wenn ich nur imstande wäre, Wenn ich vom Leichnam des Königs seine Hände, Füße, sein Blut, sein Fleisch, seinen Kopf, seine Augen, seine Knochen und sein Knochenmark bekäme, dann hätte ich gewiss Hoffnung auf Überleben. Ich wünsche mir nur, o großer König, dass du nicht länger darüber nachdenkst und dich nicht von Selbstmitleid leiten lässt, sondern vielmehr mein Leid gütig erkennst und mir diese Gaben gewährst.
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Zu jener Zeit dachte der Bodhisattva: „Zu gegebener Zeit wird mein Körper sterben, ohne auch nur einen einzigen Nutzen gebracht zu haben. Daher ist es nur angemessen, dass ich ihn schnell verzichte, um ein Lebewesen zu retten.“ Nachdem er so nachgedacht hatte, brachte er ihm diese Gaben dar, ohne Reue. Dies ist mit innerem Geben gemeint.
Was ist mit dem äußeren Geben des Bodhisattva gemeint?
Söhne des Buddha, nehmt an, dieser Bodhisattva befände sich in der Blüte seiner Jahre, besäße ein schönes Äußeres mit vielen Zeichen, trüge prächtige Blumen und die besten Gewänder als Schmuck und habe gerade die Krönung zum König des Rades empfangen, der mit den sieben Schätzen reich beschenkt sei und über die vier Kontinente herrsche.
Angenommen, ein Mann käme und spräche zum König: „Ich bin verarmt und leide sehr. Ich wünsche mir, dass der Barmherzige und Gütige mich aus Mitleid erbarme, mir den Thron überlasse und ihn mir gebe, damit ich den Reichtum und das Glück des Königs genieße.“
In diesem Moment würde der Bodhisattva denken: „Alle Ehre und Wohlstand sind vergänglich. Sobald sie vergangen sind, kann ich niemandem mehr Gutes tun. Daher ist es nur angemessen, dass ich seinen Wünschen nachkomme und sie vollständig erfülle.“ Mit diesen Gedanken würde er ihm ohne Reue seine Gabe zukommen lassen. Dies ist gemeint unter „äußerer Gabe“.
Was ist mit dem inneren und äußeren Geben des Bodhisattva gemeint?
Söhne des Buddha, nehmt an, dieser Bodhisattva weilte, wie oben beschrieben, auf dem Thron des sich drehenden Radkönigs, reichlich mit den sieben Schätzen ausgestattet und herrschend über die vier Kontinente. Da kam jemand und sprach zu ihm: „Der König bekleidet diese Position des sich drehenden Radkönigs schon lange. Ich hatte jedoch noch nicht die Gelegenheit, sie zu erlangen. Ich wünsche mir nur, dass der große König sie mir überlässt und gleichzeitig mein Minister oder Diener wird.“
Zu jener Zeit dachte der Bodhisattva: „Mein Körper, mein Reichtum, meine Juwelen und meine königliche Stellung sind allesamt vergängliche Dharmas, die dem Verfall und der Zerstörung unterworfen sind. Jetzt genieße ich die Blüte meiner Kraft, in der mein Reichtum diesen gesamten Kontinent umfasst. Wenn ein Bittsteller erscheint, sollte ich das Vergängliche nutzen, um das beständige Dharma zu suchen.“
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Weil der Entschluss ihrer großen Gelübde unveränderlich bleibt;
weil sie geschickt alle Dharmas anhäufen;
weil sie von allen Buddhas mit schützender Achtsamkeit betrachtet werden; und
weil sie erkennen, dass alle Dharmas bloßen Beschwörungen gleichen.
Dies sind die zehn Arten unerschöpflicher Dharmas, durch die sie alles, was in der Welt geschieht, zu einem ultimativen und unerschöpflichen Schatz machen können.
Ende von Kapitel 22
Literatur
- [1] kalavinka.org The Ten Inexhaustible Treasuries
- cttbusa: The Ten Inexhaustible Treasuries