Lalitavistara Sutra: Unterschied zwischen den Versionen
Adm1 (Diskussion | Beiträge) |
Adm1 (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
Der Text besteht aus 27 Kapiteln. | Der Text besteht aus 27 Kapiteln. | ||
Buddha Shakyamuni wird hier nicht als gewöhnlicher Mensch<ref> http://www.holybooks.com/life-buddha-pali-canon/ The Life of the Buddha according to the Pali Canon</ref> sondern als von vornherein mit vollkommenem Wissen ausgestatteter Sohn von [[Mahāmāyā|Mahamaya]] dargestellt. Er habe den Weg zur [[Bodhi|Erleuchtung]] nur zum Schein noch einmal durchlaufen, um den Suchern den Weg zu weisen. Das Gelübde welches er als Sumegha vor [[1000_Buddhas|Buddha Dipankara]] ablegte und seine Vorbereitung auf die Buddhaschaft im Tushita-Himmel seien nur Mittel gewesen, um allen Wesen den Pfad zur Buddhaschaft zu zeigen. | Buddha Shakyamuni wird hier wie im [[Mahavastu]] nicht als gewöhnlicher Mensch<ref> http://www.holybooks.com/life-buddha-pali-canon/ The Life of the Buddha according to the Pali Canon</ref> sondern als von vornherein mit vollkommenem Wissen ausgestatteter Sohn von [[Mahāmāyā|Mahamaya]] dargestellt. Er habe den Weg zur [[Bodhi|Erleuchtung]] nur zum Schein noch einmal durchlaufen, um den Suchern den Weg zu weisen. Das Gelübde welches er als Sumegha vor [[1000_Buddhas|Buddha Dipankara]] ablegte und seine Vorbereitung auf die Buddhaschaft im Tushita-Himmel seien nur Mittel gewesen, um allen Wesen den Pfad zur Buddhaschaft zu zeigen. | ||
[[Datei:Siddharta_Gautama_Borobudur.jpg|300px|thumb|right|Borobodur - Siddharta_Gautama]] | [[Datei:Siddharta_Gautama_Borobudur.jpg|300px|thumb|right|Borobodur - Siddharta_Gautama]] | ||
Version vom 15. Februar 2026, 11:04 Uhr

Das Lalitavistara Sutra (Volles Spiel - Sutra) beinhaltet eine Biografie des Budda Gautama aus der Sicht des Mahayana, die etwa im zweiten Jahrhundert n. Chr. entstand als Zusammenfassung langer Überlieferungen in Pali und Sanskrit.
Der Indologe Winternitz vermutete, dass es sich ursprünglich um eine Schrift aus dem Sarvastivada handelte.
Der Text besteht aus 27 Kapiteln.
Buddha Shakyamuni wird hier wie im Mahavastu nicht als gewöhnlicher Mensch[1] sondern als von vornherein mit vollkommenem Wissen ausgestatteter Sohn von Mahamaya dargestellt. Er habe den Weg zur Erleuchtung nur zum Schein noch einmal durchlaufen, um den Suchern den Weg zu weisen. Das Gelübde welches er als Sumegha vor Buddha Dipankara ablegte und seine Vorbereitung auf die Buddhaschaft im Tushita-Himmel seien nur Mittel gewesen, um allen Wesen den Pfad zur Buddhaschaft zu zeigen.

Inhalt
Das Sutra besteht aus 27 Kapiteln. Die folgende Gliederung ist eine Kurzfassung der Kapitelzusammenfassung aus der Einleitung zum vollständigen Werk des Dharmachakra-Übersetzungskomitees.
Kapitel 1
Im ersten Kapitel des Sutra weilt der Buddha mit einer großen Schar von Schülern in Jetavana. Eines Abends erscheint ihm eine Gruppe göttlicher Wesen und bittet ihn, die Geschichte seiner Erleuchtung zum Wohle aller Wesen zu erzählen. Der Buddha willigt ein.
Der Bodhisattva in Tushita vor seiner Geburt als Siddhartha Gautama.
Kapitel 2
Am nächsten Morgen erzählt der Buddha den versammelten Schülern seine Geschichte. Er beginnt sie mit der Schilderung seines früheren Lebens, in dem der zukünftige Buddha in den himmlischen Sphären lebte, umgeben von göttlichen Freuden. In seinem früheren Leben war er als Bodhisattva bekannt. Der Bodhisattva genießt die unermesslichen Freuden seines himmlischen Daseins, doch eines Tages rufen ihn die Musikinstrumente des himmlischen Palastes aufgrund seiner früheren Bestrebungen und erinnern ihn an sein früheres Versprechen, Erleuchtung zu erlangen.
Kapitel 3
Als der Bodhisattva an seine früheren Versprechen erinnert wird, verkündet er zum Entsetzen der Götter dieser Welt, dass er seine göttlichen Freuden aufgeben wird, um in der menschlichen Welt wiedergeboren zu werden und dort die vollständige Erleuchtung zu erlangen.
Kapitel 4
Bevor er die himmlischen Reiche verlässt, erteilt der Bodhisattva den Göttern eine letzte Lehre.
Kapitel 5
Der Bodhisattva setzt Maitreya als seinen Regenten in den himmlischen Reichen ein und begibt sich, begleitet von großen göttlichen Opfergaben und glückverheißenden Zeichen, in die menschliche Welt. Königin Maya liegt da.
Kapitel 6

Der Bodhisattva tritt durch den Schoß der Königin Māyā in die menschliche Welt ein und verweilt während der Schwangerschaft in einem wunderschönen Tempel, wo er die Glückseligkeit der Versenkung genießt.
Kapitel 7
Der Bodhisattva wird im Hain von Lumbini geboren und verkündet seine Absicht, die vollständige Erleuchtung zu erlangen.
Kapitel 8
Der neugeborene Bodhisattva besucht einen Tempel, wo sich die Steinstatuen erheben, um ihn zu begrüßen.
Kapitel 9
Sein Vater Śuddhodana gibt prächtigen Schmuck für ihn in Auftrag.
Kapitel 10
Der Bodhisattva besucht seinen ersten Schultag und übertrifft selbst die erfahrensten Lehrer bei Weitem. Dieses Kapitel ist bemerkenswert, da es eine Liste der dem Bodhisattva bekannten Schriften enthält, die für die Geschichte der indischen Schriften von großer Bedeutung war, insbesondere durch den Vergleich verschiedener erhaltener Textversionen.
Kapitel 11
Als junger Knabe erreicht er auf einem Ausflug aufs Land die höchste Stufe des Samadhi.
Kapitel 12
Als junger Mann beweist er sein unglaubliches Können in den traditionellen weltlichen Künsten und gewinnt die Hand von Gopā, einem Śākya-Mädchen, deren Vater einen Beweis für die Qualitäten des Bodhisattva als geeigneten Ehemann verlangt.
Kapitel 13
Der Bodhisattva erreicht die Reife und genießt das Leben im Palast, wo er von allen Arten von Vergnügen umgeben ist, darunter ein großer Harem. Die Götter erinnern ihn daraufhin sanft an sein Gelübde, zu erwachen.
Kapitel 14
Der Bodhisattva unternimmt eine Reise außerhalb der Palastmauern, um die königlichen Parks zu besuchen. Auf dieser Reise begegnet er einem Kranken, einem alten Mann, einer Leiche und einem frommen Bettelmönch. Tief bewegt von diesen Anblicken, entsagt der Bodhisattva seinen königlichen Genüssen.
Prinz Siddhartha Gautama schneidet sich die Haare und wird ein Asket.
Kapitel 15
Der Bodhisattva verlässt den Palast, um das Leben eines spirituellen Suchers auf einer meditativen Reise zu beginnen.
Kapitel 16
Der Bodhisattva sucht die bedeutendsten spirituellen Lehrer seiner Zeit auf und übertrifft sie bald alle an Verständnis und meditativer Konzentration. Sein außergewöhnliches Charisma zieht viele Wesen an, darunter den König von Magadha, der den Bodhisattva bittet, in seinem Königreich zu leben, jedoch ohne Erfolg.
Kapitel 17
Der Bodhisattva folgt Rudraka, einem berühmten spirituellen Lehrer. Er meistert die vorgeschriebenen Übungen schnell, ist aber erneut von den Lehren enttäuscht. Der Bodhisattva beschließt, dass er die Erleuchtung selbst finden muss, und begibt sich auf eine sechsjährige Reise der strengen Askese. Diese Übungen bringen ihn an den Rand des Todes.
Kapitel 18
Der Bodhisattva erkennt, dass die asketischen Übungen nicht zur Erleuchtung führen, und, ermutigt von einigen schützenden Göttern, beginnt er wieder normal zu essen und erlangt seine Gesundheit zurück.
Kapitel 19
Im Bewusstsein, kurz vor der Erreichung seines Ziels zu stehen, begibt sich der Bodhisattva zum Bodhimanda, dem heiligen Ort, an dem alle Bodhisattvas in ihrer letzten Existenz die volle Erleuchtung erlangen.
Kapitel 20
Er erreicht den Ort der Erleuchtung, und die Götter vollbringen eine Vielzahl von Wundern und verwandeln die Gegend in ein göttliches Reich, das dem epischen Akt, der den Bodhisattva erwartet, würdig ist.
Kapitel 21
Māra, der mächtigste Dämon der Begierde, erscheint, um den Bodhisattva an der Erreichung seines Ziels zu hindern. Māra versucht, den Bodhisattva mit seinem mächtigen Heer zu erschrecken und ihn mit seinen verführerischen Töchtern zu verführen, doch es gelingt ihm nicht, den Bodhisattva von seinem Ziel abzubringen. Geschlagen gibt Māra auf.
Kapitel 22
Nun ist alles vorbereitet für die Erleuchtung des Bodhisattva unter dem Bodhi-Baum. Dieser allmähliche Prozess vollzieht sich die ganze Nacht hindurch, bis er im Morgengrauen vollständig erwacht und zum Buddha („Erwachter“) oder Tathagata wird, wie er nach seiner Erleuchtung genannt wird.
Die Götter bringen dem Buddha vier Schalen dar.
Kapitel 23
In Anerkennung seiner herausragenden Leistung besucht das gesamte Pantheon der Götter den Tathagata, bringt ihm Opfergaben dar und singt Loblieder.
Kapitel 24
Sieben Wochen lang, nach seiner Erleuchtung, bleibt der Buddha allein im Wald und lehrt nicht. Er befürchtet, die Wahrheit, die er entdeckt hat, könnte für andere zu tiefgründig sein. So spricht er:
„Tiefgründig, friedvoll, rein, klar und unbedingt – Das ist die nektargleiche Wahrheit, die ich erkannt habe. Würde ich sie lehren, würde sie niemand verstehen. Deshalb bleibe ich still im Wald.“
Der Dämon Māra spürt dieses Dilemma und versucht, den Buddha ein letztes Mal zu überlisten. Er erscheint ihm und schlägt vor, dass dies vielleicht ein geeigneter Zeitpunkt für den Eintritt ins Parinirvāṇa wäre! Der Buddha weist Māras Rat zurück, und schließlich zieht sich Māra zurück. Während dieser ersten sieben Wochen begegnet der Buddha auch einigen Einheimischen, die durch die Gegend ziehen, aber er lehrt sie nicht.
Kapitel 25
Die Götter Brahmā, Śakra und die anderen Götter spüren das Zögern des Buddha. Sie besuchen ihn und bitten ihn formell, den Dharma zu lehren. Sie wiederholen die Bitte viermal, bevor der Buddha schließlich einwilligt. Nach seiner Zustimmung spricht der Buddha: „O „Brahmā, die Tore des Nektars sind geöffnet.“

Kapitel 26
Der Buddha beschließt, dass seine fünf ehemaligen Gefährten aus seiner Zeit der Askese die geeignetsten Schüler für seine erste Unterweisung sind. Er reist zum Wildpark außerhalb von Varanasi, um sie zu treffen. Anfangs sind die Gefährten misstrauisch, da der Buddha seine Askese aufgegeben hat, doch bald sind sie von seiner majestätischen Präsenz überwältigt und bitten ihn um Unterweisung. Die fünf Gefährten empfangen augenblicklich die Ordination, und in einem entscheidenden Moment lehrt der Buddha sie die Vier Edlen Wahrheiten: das Leiden, den Ursprung des Leidens, die Aufhebung des Leidens und den Weg zur Aufhebung des Leidens. So markiert dieses Ereignis die Geburt der Drei Juwelen: des Buddha, des Dharma und des Sangha.
Kapitel 27
Im Epilog spricht der Buddha schließlich. Er ermutigt seine Götter und Menschen, dieses Sutra zu befolgen und es nach besten Kräften zu verbreiten.
Die Geschichte endet in dem Moment, als der Buddha alle Qualitäten der Erleuchtung erlangt hat und bereit ist, die Welt zu beeinflussen, was er in den folgenden fünfundvierzig Jahren durch die unaufhörliche Lehre des Dharma und den Aufbau seiner Anhängerschaft tat.
Literatur
- Lalitavistara Sutra en PDF
- Salomon Lefmann (Übers.): Lalita Vistara. Erzählung von dem Leben und der Lehre des Çâkya Sim̃ha - Aus dem Original des Sanskrit und des Gâthâdialects zuerst ins Deutsche übersetzt und mit sachlichen Erklärungen versehen. Dümmler, Berlin 1874
- Salomon Lefmann (Hg.): Lalita Vistara, Leben und Lehre des Çâkya-Buddha. Textausgabe mit Varianten-, Metren- und Wörterverzeichnis, 2 Bde, Halle an der Saale, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses 1902, 1908, Sanskrit
- Lalitavistara - Die Empfängnis und Geburt des Buddha
- Miksic, J. (1990). Borobudur: Golden Tales of the Buddhas. Singapore: Periplus Editions Ltd.
- Unesco : Chandi Borobudur; a monument of mankind, Soekmono, R., ISBN: 92-3-101292-4, 90-232-1356-4 2016
Referenzen
- ↑ http://www.holybooks.com/life-buddha-pali-canon/ The Life of the Buddha according to the Pali Canon
Siehe auch
Weblinks
- Lalitavistara-Sutra de
- Lalitavistara-Sutra en
- E. J. Thomas: The Lalitavistara and Sarvastivada. In: Indian Historical Quarterly 16/2 (1940);
- R. Banerjee : Lalitavistara
- Borobudur reliefs of the Lalitavistara Sutra