Mahavastu II - Das Jātaka der Schildkröte: Unterschied zwischen den Versionen
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Sobald die Schildkröte wieder in ihrem natürlichen Element war, streckte sie ihre vier Gliedmaßen und ihren Hals aus[5] und entglitt dem Blumenhändler. Sie tauchte in den Fluss und kam nicht weit entfernt wieder ans Ufer und sprach in Versen zu dem Blumenhändler: | Sobald die Schildkröte wieder in ihrem natürlichen Element war, streckte sie ihre vier Gliedmaßen und ihren Hals aus[5] und entglitt dem Blumenhändler. Sie tauchte in den Fluss und kam nicht weit entfernt wieder ans Ufer und sprach in Versen zu dem Blumenhändler: | ||
(245) Der Pāripātri[6] ist sauber, doch weil ich so fest | (245) Der Pāripātri[6] ist sauber, doch weil ich so fest in der Erde an seinen Ufern wühlen konnte, bin ich mit Schlamm bedeckt. Wasche mich, Blumenhändler, und lege mich in deinen Korb.[7] | ||
Und ihr Mönche, antwortete der Blumenhändler der Schildkröte in Versen: | Und ihr Mönche, antwortete der Blumenhändler der Schildkröte in Versen: | ||
Der König hat mich reich beschenkt; ich habe die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben.[8] Dort, meine schöne Schildkröte, wirst du glücklich sein in meinem Korb voller Girlanden. | Der König hat mich reich beschenkt; ich habe die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben.[8] Dort, meine schöne Schildkröte, wirst du glücklich sein in meinem Korb voller Girlanden. | ||
Doch ihr Mönche, die Schildkröte (Kacchapa) antwortete dem Blumenhändler in Versen: | Doch ihr Mönche, die Schildkröte (Kacchapa) antwortete dem Blumenhändler in Versen: | ||
Der König mag dich reich beschenkt haben; Ihr mögt die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben haben. Doch redet ihr noch immer wie ein Betrunkener; geht und esst eure feine Schildkröte in Öl. | Der König mag dich reich beschenkt haben; Ihr mögt die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben haben. Doch redet ihr noch immer wie ein Betrunkener; geht und esst eure feine Schildkröte in Öl. | ||
Der Erhabene sprach: „Mögt ihr, ihr Mönche, wieder meinen, dass die feine Schildkröte damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit die Schildkröte. Ihr mögt meinen, dass der Florist damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? | Der Erhabene sprach: „Mögt ihr, ihr Mönche, wieder meinen, dass die feine Schildkröte damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit die Schildkröte. Ihr mögt meinen, dass der Florist damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. | ||
Das dürft ihr nicht denken. Und warum? | |||
Der böse Māra hier, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit der Florist. Auch damals entkam ich ihm durch meine einzigartige Klugheit, und auch jetzt bin ich Māras Herrschaft durch meine einzigartige Klugheit entkommen.“ | Der böse Māra hier, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit der Florist. Auch damals entkam ich ihm durch meine einzigartige Klugheit, und auch jetzt bin ich Māras Herrschaft durch meine einzigartige Klugheit entkommen.“ | ||
Version vom 1. März 2026, 10:11 Uhr
Das Mahavastu II - Das Jātaka der Schildkröte - (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)
Kacchapa Jātaka
(244) Die Mönche sprachen zum Erhabenen: „Dank seiner einzigartigen Intelligenz entkam der Erhabene, als er noch ein Vogel war, nachdem er in die Hände, die Macht und den Käfig Māras gefallen war.“ Der Erhabene antwortete: „Auch ich entkam ein anderes Mal dank meiner einzigartigen Intelligenz, nachdem ich in die Hände, die Macht und den Korb Māras gefallen war.“ Die Mönche fragten: „Gab es noch eine andere Gelegenheit, Herr?“ Der Erhabene antwortete: „Ja, Mönche.“
Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, nahe der Stadt Benares in der Provinz Kāśi, da floss ein Fluss namens Paripātrika.[1] An seinem Ufer lag ein Feld, das einem Blumenhändler gehörte.[2] Nun begab es sich, dass der Blumenhändler eines Tages auf das Feld kam,[3] um Blumen zu pflücken. Mit seinem Korb voller Blumen für Kränze eilte er in Richtung des Dorfes.
In diesem Moment kam eine Schildkröte (Kacchapa) aus dem Wasser und begann, unweit des Blumenhändlers Kuhdung zu fressen. Der Blumenhändler sah sie und dachte: „Diese Schildkröte wird mir heute einen schönen Topf voll Blumen einbringen.“[4] Also stellte er seinen Blumenkorb beiseite, fing die Schildkröte und setzte sie hinein.
Da sprach die Schildkröte mit menschlicher Stimme zu ihm: „Sieh her, ich bin ganz mit Schlamm bedeckt, also pass auf, dass der Schlamm deine Blumen nicht verdirbt. Wasch mich im Wasser und setz mich dann in den Korb. So werden die Blumen nicht verdorben.“ Der Blumenhändler sah sie an und sagte: „Das ist wirklich eine prächtige Schildkröte. Ich werde hingehen und sie im Wasser waschen, dann werden die Blumen nicht durch den Schlamm an ihr verdorben.“
Sobald die Schildkröte wieder in ihrem natürlichen Element war, streckte sie ihre vier Gliedmaßen und ihren Hals aus[5] und entglitt dem Blumenhändler. Sie tauchte in den Fluss und kam nicht weit entfernt wieder ans Ufer und sprach in Versen zu dem Blumenhändler:
(245) Der Pāripātri[6] ist sauber, doch weil ich so fest in der Erde an seinen Ufern wühlen konnte, bin ich mit Schlamm bedeckt. Wasche mich, Blumenhändler, und lege mich in deinen Korb.[7]
Und ihr Mönche, antwortete der Blumenhändler der Schildkröte in Versen:
Der König hat mich reich beschenkt; ich habe die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben.[8] Dort, meine schöne Schildkröte, wirst du glücklich sein in meinem Korb voller Girlanden.
Doch ihr Mönche, die Schildkröte (Kacchapa) antwortete dem Blumenhändler in Versen:
Der König mag dich reich beschenkt haben; Ihr mögt die drei kostbaren Dinge im Überfluss erworben haben. Doch redet ihr noch immer wie ein Betrunkener; geht und esst eure feine Schildkröte in Öl.
Der Erhabene sprach: „Mögt ihr, ihr Mönche, wieder meinen, dass die feine Schildkröte damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit die Schildkröte. Ihr mögt meinen, dass der Florist damals und bei jener Gelegenheit jemand anderes war.
Das dürft ihr nicht denken. Und warum?
Der böse Māra hier, ihr Mönche, war damals und bei jener Gelegenheit der Florist. Auch damals entkam ich ihm durch meine einzigartige Klugheit, und auch jetzt bin ich Māras Herrschaft durch meine einzigartige Klugheit entkommen.“
Hier endet das Kacchapa-Jātaka.