Jan Assmann: Unterschied zwischen den Versionen
Adm1 (Diskussion | Beiträge) |
Adm1 (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 14: | Zeile 14: | ||
Viele seiner Schriften entstanden in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, der Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann. | Viele seiner Schriften entstanden in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, der Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann. | ||
Jan Assmann hat dabei den Begriff des kulturellen Gedächtnisses und die damit verbundenen wissenschaftlichen Konzepte mitgeprägt. | Jan Assmann hat dabei den Begriff des kulturellen Gedächtnisses und die damit verbundenen wissenschaftlichen Konzepte mitgeprägt. | ||
Neben diesen Themenkomplexen am Bild der ägyptischen Religion als eines Mysterienkultes. | Neben diesen Themenkomplexen forschte er am Bild der ägyptischen Religion als eines Mysterienkultes, den er aber genauso wie die Bücher Moses nicht entschlüsselte. | ||
Es folgte eine Honorarprofessur für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz, wo seine Frau Aleida Anglistik lehrte. | Es folgte eine Honorarprofessur für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz, wo seine Frau Aleida Anglistik lehrte. | ||
Jan Assmann starb am 19. Februar 2024 in Konstanz nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren. | Jan Assmann starb am 19. Februar 2024 in Konstanz nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren. | ||
== Wissenschaftliches Werk == | == Wissenschaftliches Werk == | ||
Aktuelle Version vom 16. März 2026, 20:06 Uhr

Johann Christoph „Jan“ Assmann (* 7. Juli 1938 in Langelsheim, Niedersachsen; † 19. Februar 2024 in Konstanz) war ein deutscher Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler.
Biografie
<poem> Jan Assmann war der Sohn eines Architekten. Er wuchs in Lübeck und Heidelberg auf. Später war er mit der Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann verheiratet. Aus der Ehe entstammen fünf Kinder.
Assmann studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Ägyptologie, Klassische Archäologie und Gräzistik in München, Heidelberg, Paris und Göttingen. Er wurde 1965 zum Dr. phil. promoviert. 1966/1967 erhielt er ein Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1967 bis 1971 arbeitete er als freier Mitarbeiter der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts und Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Assmann habilitierte sich im Jahre 1971 und folgte 1976 einem Ruf an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg auf den Lehrstuhl für Ägyptologie, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003 lehrte. Er beschäftigte sich mit dem Alten Ägypten und auch mit allgemeinen Grundfragen menschlicher Gesellschaften.
Viele seiner Schriften entstanden in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, der Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Jan Assmann hat dabei den Begriff des kulturellen Gedächtnisses und die damit verbundenen wissenschaftlichen Konzepte mitgeprägt. Neben diesen Themenkomplexen forschte er am Bild der ägyptischen Religion als eines Mysterienkultes, den er aber genauso wie die Bücher Moses nicht entschlüsselte.
Es folgte eine Honorarprofessur für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz, wo seine Frau Aleida Anglistik lehrte.
Jan Assmann starb am 19. Februar 2024 in Konstanz nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren.
Wissenschaftliches Werk
Seit 1967 engagierte sich Assmann in Theben-West bei einer epigraphisch-archäologischen Feldarbeit für die Beamtengräber der Saiten- und Ramessidenzeit und leitete ab 1978 ein Forschungsprojekt in Luxor (Oberägypten).
Als Kulturwissenschaftler entwickelte Jan Assmann zum Teil in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Aleida Assmann die Theorie des kulturellen Gedächtnisses, das auf dem vom französischen Philosophen und Soziologen Maurice Halbwachs entwickelten Konzept des kollektiven Gedächtnisses aufbaute. Eines seiner wichtigsten Werke ist die 1992 erstmals erschienene Monographie Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen.
Ebenfalls in weiteren Kreisen bekannt wurde Assmann durch seine Deutung der Entstehung des Monotheismus, dessen Anfänge seiner Auffassung zufolge mit dem Zeitpunkt des Auszugs der Israeliten aus Ägypten verbunden sind. In diesem Zusammenhang erklärt Jan Assmann den theologischen Wandel von einem unterstellten Pluralismus zum israelitischen Monotheismus. Damit einhergegangen sei die Entwicklung eines absoluten Wahrheitsbegriffs, der langfristig das pluralistische Nebeneinander des antiken Pantheons unmöglich gemacht habe und tief in das kulturelle Gedächtnis des modernen Menschen eingegangen sei. Seither sei für den Monotheismus ein Preis zu zahlen, der unter anderem in intensiven religiösen, kulturellen und politischen Auseinandersetzungen bestehe.
Assmmann und seine Frau waren zudem Mitglied verschiedenster Institute und Gesellschaften.
Literatur
Weblinks
- Wiki über Jan Assmann