Bodhisattvas Bitte um Klärung: Unterschied zwischen den Versionen

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sodass die Kraft des Feuers schwindet,
sodass die Kraft des Feuers schwindet,
so ist es auch mit denen, die träge sind.
so ist es auch mit denen, die träge sind.
So wie jemand, der einen sonnenlichtfangenden Edelstein in Händen hält, es versäumt, Zunder zu verwenden, um dessen Glanz einzufangen, und das Feuer daher niemals entzündet werden kann, so ist es auch mit denen, die träge sind.
So wie jemand, der einen sonnenlichtfangenden Edelstein in Händen hält, es versäumt, Zunder zu verwenden, um dessen Glanz einzufangen, und das Feuer daher niemals entzündet werden kann, so ist es auch mit denen, die träge sind.
So wie ein kleines Kind im gleißenden Licht des Sonnenlichts die Augen schließen und erstaunt fragen könnte:
So wie ein kleines Kind im gleißenden Licht des Sonnenlichts die Augen schließen und erstaunt fragen könnte:

Version vom 12. Januar 2026, 12:20 Uhr

Die vier Wahrheiten der Aryas ist das Kapitel 8 des Avatamsaka Sutra.

Übersetzung

Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Erleuchteten Bodhisattva: „Sohn des Buddha, da die Natur des Geistes einzigartig ist, warum beobachtet man dann dennoch so viele verschiedene Unterscheidungen, wie etwa das Eingehen in gute oder schlechte Schicksale, das Erlangen vollständiger oder
mangelhafter Fähigkeiten, das Annehmen gleicher oder unterschiedlicher Wiedergeburten, das Werden von Schönheit oder Hässlichkeit oder das Erleben von unterschiedlichem Leid oder Glück? Und warum kennt dann die Handlung nicht den Geist, der Geist nicht die Handlung, das Gefühl nicht die Vergeltung, die Vergeltung nicht das Gefühl, der Geist nicht das Gefühl, das Gefühl nicht den Geist, die Ursache nicht den Zustand, der Zustand nicht die Ursache, die Erkenntnis nicht die Objekte und die Objekte nicht die Erkenntnis?“
Zu jener Zeit antwortete der Erleuchtete Bodhisattva mit Versen:
Der Würdige fragt nun nach der Bedeutung dessen, um die vielen verblendeten Wesen zu erwecken.
Ich werde diese Angelegenheiten ihrer Natur entsprechend beantworten.
Möge der Würdige aufmerksam zuhören.
Die Dharmas selbst sind frei von jeglicher Funktion und auch frei von jeglicher Wesensart.
Daher gilt für alle von ihnen, dass keine der beiden etwas voneinander weiß.
Dies ist vergleichbar mit dem Wasser eines Flusses, das, Stromschnellen bildend, gemeinsam dahinrauscht,
obwohl keines der Wasser etwas voneinander weiß.
So ist es auch mit allen Dharmas.
Dies ist auch vergleichbar mit einem großen Feuer, in dem lodernde Flammen gleichzeitig aufsteigen, obwohl keines der Flammen etwas voneinander weiß.
So ist es auch mit allen Dharmas.
Dies ist vergleichbar mit einem starken Wind, der aufkommt und, wenn er auf Dinge trifft, sie alle umweht und anstößt, selbst wenn sie nichts voneinander wissen.
So verhält es sich auch mit allen Dharmas.

300

Dies ist vergleichbar mit den vielen irdischen Bereichen, die jeweils voneinander abhängig sind, obwohl sie einander nicht kennen.
So verhält es sich auch mit allen Dharmas.
Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist, Intellekt, Sinnesorgane – Dadurch fließt und dreht man sich ewig im Kreislauf der Existenz, obwohl es kein Wesen gibt, das diese Drehung lenken könnte.
Es liegt in der Natur der Dharmas, dass sie ursprünglich unentstanden sind, obwohl auch bei ihrer Manifestation Produktion stattfindet.
Darin gibt es weder etwas, das Manifestationen hervorbringen kann noch etwas, das dadurch manifestiert wird.
Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist, Intellekt, Sinnesorgane – Sie alle sind leer und ohne jegliche [inhärent existierende] Natur, doch irrtümliches Denken unterscheidet und begreift sie als existent.
Bei prinzipiengemäßer Betrachtung erweist sich alles als frei von jeglicher [inhärenter] Natur.
Das Dharma-Auge ist unvorstellbar.
Eine solche Sichtweise ist nicht umgekehrt.
Ob „real“ oder „unreal“, ob „falsch“ oder „nicht falsch“, und ob „weltlich“ oder „weltüberschreitend“, man spricht nur durch künstliche Bezeichnungen davon.
Zu jener Zeit fragte der Bodhisattva Mañjuśrī den Bodhisattva des Höchsten Reichtums: „Sohn des Buddha, alle Wesen sind nichts als Nicht-Wesen. Warum passt sich der Tathā gata dann ihrer Zeit, ihrer Lebensspanne, ihren Körpern, ihren Handlungen, ihrem Verständnis, ihren Reden, ihren Geisteshaltungen, ihren Zwecken, ihrer Denkweise und ihrer Kontemplation an, wenn er seinen Körper manifestiert, um Wesen wie diese zu lehren und auszubilden?“
Daraufhin antwortete der Bodhisattva des Höchsten Reichtums mit Versen: „Dies ist das Reich derer, die sich an der Ruhe und dem umfassenden Wissen erfreuen. Ich werde dies nun dem Würdigen erläutern. Möge der Würdige dies nun hören und verinnerlichen.“ Bei der analytischen Betrachtung des eigenen Körpers: Wer in diesem Körper konstituiert das „Selbst“?

301

Wer es auf diese Weise versteht, wird die Existenz oder Nichtexistenz eines Selbst begreifen.
Dieser Körper ist künstlich erschaffen.
Und hat keinen festen Ort, an dem er weilt.
Wer diesen Körper wahrhaft versteht, bleibt frei von jeglicher Anhaftung an ihn.
Wenn man den Körper gründlich betrachtet, und dann alles in ihm klar sieht, erkennt man, dass alle Gebote leer und falsch sind, und trifft keine gedanklichen Unterscheidungen darüber.
Wer bewirkt das Entstehen des Lebens?
Und wer bewirkt sein Verschwinden und Erlöschen?
Wie das Erscheinen eines Rades, das von einer wirbelnden Flamme geformt wird, sind sein Anfang und sein Ende unbekannt.
Die Weisen sind fähig zu betrachten und zu erkennen, dass alles Existierende vergänglich ist, und dass alle Gebote leer und selbstlos sind, und lösen sich so für immer von allen Zeichen.
Die vielen karmischen Vergeltungsmaßnahmen entstehen gemäß den Taten.
Wie Träume sind sie nicht wirklich real.
In jedem Augenblick des Bewusstseins unterliegen sie dem Verfall.
Wie zuvor, so verhält es sich auch mit dem Folgenden.
Die Dharmas, wie sie in der Welt wahrgenommen werden, werden allein vom Verstand beherrscht.
Man greift, dem eigenen Verständnis entsprechend, die vielen Zeichen auf.
Aufgrund verzerrter Sichtweisen stimmen die Wahrnehmungen nicht mit der Realität überein.
Alles, was in der Welt diskutiert wird, ist ein Produkt von Unterscheidungen.
Es gab noch nie ein Dharma, das es vermochte, das Wesen der Dharmas zu durchdringen.
Durch die Macht von Subjekt und Objekt der Wahrnehmung, werden die vielen verschiedenen Dharmas geboren und ebenso schnell wieder vergehen.
In jedem folgenden Augenblick des Bewusstseins sind sie alle so.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Ersten Juwelen-Bodhisattva: „Sohn des Buddha, alle Wesen sind gleich, da sie die vier
großen Elemente besitzen und kein Selbst oder etwas haben, das zu einem Selbst gehört. Wie kommt es dann, dass es jene gibt, die leiden,
die Glückseligkeit erfahren, jene von schönem Aussehen, die hässlich sind, jene, die innerlich gut sind, jene, die äußerlich gut sind, jene, die wenig erhalten, und jene, die viel erhalten, wobei manche von ihnen im gegenwärtigen Leben Vergeltung erleiden und andere in späteren Leben, obwohl es im Dharma-Bereich weder Schönheit noch Hässlichkeit gibt?“

302

Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva des Ersten Juwels mit Versen:
Es entspricht den karmischen Handlungen, die man vollbringt, dass die entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen entstehen, obwohl, wie alle Buddhas gelehrt haben, kein Urheber von Handlungen existiert.
Es ist, als gäbe es einen reinen, hellen Spiegel, der, je nachdem, was vor ihm erschien, unterschiedliche Bilder erzeugte.
So ist es auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
Es ist auch, als gäbe es ein Feld und Samen, die nichts voneinander wussten, und doch auf natürliche Weise wachsen konnten.
So ist es auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
Es ist auch, als gäbe es einen geschickten Zauberer, der an einer Wegkreuzung weilte und viele Formen und Erscheinungen annahm.
So ist es auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
Es ist, als gäbe es eine Marionette, die verschiedene Laute von sich geben könnte, in der es weder ein „Selbst“ noch ein „Nicht-Selbst“ gäbe.
So verhält es sich auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
So verhält es sich auch mit den vielen Vogelarten, die, obwohl sie alle aus Eiern schlüpfen, jede von ihnen macht Laute, die sich von denen der anderen unterscheiden.
So verhält es sich auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
So wie im Mutterleib alle Sinnesorgane ihre volle Entwicklung erreichen, während die körperlichen Merkmale keinen Ursprung haben.
So verhält es sich auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
So verhält es sich auch in den Höllen, wo es viele verschiedene Arten von Leiden gibt, von denen keine einen Ursprung hat.
So verhält es sich auch mit dem Wesen karmischer Handlungen.
Dies ist vergleichbar mit dem Zustand eines Königs, der ein Rad dreht, vollständig ausgestattet mit seinen sieben höchsten Schätzen, von denen keiner einen Ursprung hat, den man jemals finden könnte. Genauso verhält es sich auch mit der Natur karmischer Handlungen.

303

Dies ist vergleichbar mit der Situation in allen Welten, die alle dem großen Feuer zum Opfer fallen werden, obwohl diese Feuer keinen Ursprung haben.
So verhält es sich auch mit der Natur karmischer Handlungen.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Bodhisattva der Ersten Qualitäten:
„Sohn des Buddha, das, wozu die Tatha-gata erweckte, war der eine Dharma. Wie kommt es, dass er dann von unzähligen Dharmas spricht, in unzähligen Kṣetras erscheint, unzählige Wesen lehrt, den Dharma mit unzähligen Stimmen auslegt, unzählige Körper manifestiert, unzählige Geister kennt, unzählige Taten des spirituellen Überwissens vollbringt, überall Erschütterungen und Bewegung in unzähligen Welten hervorrufen kann, unzählige außergewöhnliche und höchste Verzierungen manifestiert und unzählige verschiedene Reiche offenbart, obwohl keines dieser Unterscheidungsmerkmale in der Natur der Dharmas zu finden ist?“
Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva der Höchsten Eigenschaften mit folgenden Versen:
Die Bedeutung der Frage des Buddha-Sohnes ist äußerst tiefgründig und schwer vollständig zu erfassen.
Die Weisen, die diese Dinge verstehen, erfreuen sich ewig an den verdienstvollen Eigenschaften des Buddha.
Es ist wie mit der Erde, die, obwohl einzigartig, viele Wesen beherbergt, die jeweils einzeln auf ihr weilen, obwohl die Erde selbst kein Konzept von Einzigartigkeit oder Unterschied kennt.
So ist es auch mit dem Dharma der Buddhas.
So ist es auch mit dem Feuer, das, obwohl einzigartig, alles verbrennen kann, obwohl die Flammen des Feuers frei von jeglicher Unterscheidung sind.
So ist es auch mit dem Dharma der Buddhas.
Dies ist vergleichbar mit dem großen Ozean, der, obwohl einzigartig, tausende von Myriaden verschiedener, gewaltiger Wellen trägt, obwohl das Wasser selbst frei von jeglicher Unterscheidung ist.
So ist es auch mit dem Dharma der Buddhas.
Es ist wie der Wind, der, obwohl einzigartig, alles umweht, obwohl der Wind selbst keine Vorstellung von Einzigartigkeit oder Unterschied hat.
So ist es auch mit dem Dharma der Buddhas.
Es ist wie gewaltige Wolken und Donner, die überall auf der ganzen Erde Regen bringen, obwohl jeder Regentropfen dem anderen gleicht.
So ist es auch mit dem Dharma der Buddhas.

304

Dies ist auch analog zur elementaren Erde, die, obwohl einzigartig, das Wachstum in den vielfältigen Arten von Sprossen hervorbringen kann, obwohl die Erde selbst keine solchen deutlichen Unterschiede aufweist.
So verhält es sich auch mit dem Dharma der Buddhas.
Dies ist wie die Sonne ohne Wolken oder Dunst, die alles in alle zehn Richtungen erleuchtet, obwohl die Lichtstrahlen selbst keine unterschiedliche Natur haben.
So verhält es sich auch mit dem Dharma der Buddhas.
Dies ist vergleichbar damit, wenn der Mond am Himmel steht, und es auf der ganzen Welt niemanden gibt, der ihn nicht sieht, obwohl der Mond nicht selbst zu den jeweiligen Orten geht.
So verhält es sich auch mit dem Dharma der Buddhas.
Dies ist analog zum großen Himmelskönig Brahma, der im gesamten Trichiliokosmos erscheinen kann, obwohl sein Körper frei von jeglichen Unterschieden bleibt.
So verhält es sich auch mit dem Dharma der Buddhas.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Bodhisattva der Ersten Augen:
„Sohn des Buddha, das Verdienstfeld des Tathagata ist dasselbe, einzigartig und für alle gleich. Wie kommt es dann, dass man Unterschiede in den karmischen Belohnungen sieht, die Wesen erhalten, wenn sie ihm Gaben darbringen? Sie haben beispielsweise viele verschiedene Formen, viele verschiedene Gestalten, viele verschiedene Clans, viele verschiedene Fähigkeiten, viele Unterschiede im Reichtum, viele verschiedene Herrscher, viele verschiedene Gefolge, viele verschiedene Ämter, viele verschiedene verdienstvolle Eigenschaften und viele Unterschiede in ihrer Weisheit, obwohl der Geist des Buddha unparteiisch und frei von jeglichen Unterschieden in seinen Gedanken ihnen gegenüber bleibt.“
Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva mit den ersten Augen mit Versen:
Es ist wie mit der großen Erde, die, obwohl einzigartig, jedem Samenkorn beim Keimen zustimmt, ohne es als Freund oder Feind zu betrachten.
So ist es auch mit dem Verdienstfeld des Buddha.
Es ist auch wie mit Wasser, das, obwohl es einen einheitlichen Geschmack hat, je nach Gefäß, in dem es sich befindet, unterschiedlich schmecken kann.
So ist es auch mit dem Verdienstfeld des Buddha.
Die Unterschiede entstehen durch die Geisteshaltung der Wesen.
Es ist auch wie mit einem geschickten Zauberer, der die Menge begeistern kann.

305

Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es bewirkt, dass Wesen Ehrfurcht und Freude empfinden.
Es ist vergleichbar mit einem König, der sowohl Talent als auch Weisheit besitzt, der die große Menge mit Freude erfüllen kann.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es ermöglicht der Menge, Glück zu finden.
Es ist wie ein makelloser und strahlender Spiegel, der Bilder zeigt, die den Formen entsprechen.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es entspricht dem Geist der Wesen, sodass sie die vielen Belohnungen erlangen.
Es ist wie ein Heilmittel, das jede Art von Vergiftung heilen kann.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es beseitigt alle durch Leiden verursachten Probleme.
Es ist auch wie die Sonne, wenn sie gerade aufgeht, und die Welt hell erleuchtet.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es vertreibt alle Dunkelheit.
Es ist auch wie der klare Vollmond, der die Erde überall erleuchtet.
So ist es auch mit dem Verdienstfeld des Buddha, denn es ist überall unparteiisch.
Es ist vergleichbar mit den Vairambha-Winden, die die Erde überall erschüttern.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es bewegt alle Wesen in den drei Daseinsbereichen.
Es ist vergleichbar mit dem Auflodern eines gewaltigen Feuers, das alles verbrennen kann.
Das Verdienstfeld des Buddha ist genau so, denn es vermag alles Bedingte zu verbrennen.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Bodhisattva der Ehrfurcht :
„Sohn des Buddha, die Lehre des Buddha ist einheitlich. Warum lösen sich dann nicht alle Wesen, die ihn sehen können, sofort von ihren Leiden und erlangen so Befreiung? Da es keine Unterschiede in ihren jeweiligen Daseinsgruppen gibt – Form-, Gefühls-, Wahrnehmungs-, karmischen Formfaktoren-, Bewusstseins-, Begierden-, Form- und formlosen Bereichen, Unwissenheit und Begierden, wie kann es sein, dass die Lehre des Buddha manchen Wesen nützt, anderen aber nicht?“

306

Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva der Höchsten Fleißigkeit mit folgenden Versen:
Sohn des Buddha, höre aufmerksam zu, und ich werde dir gemäß der Wahrheit antworten.
Manche erlangen schnell Befreiung, während andere Schwierigkeiten haben, die Erlösung zu erlangen.
Wer sich von dem Übel unzähliger Übertretungen befreien möchte, sollte mutig und stets eifrig im Dharma des Buddha sein.
Wie eine schwache Flamme durch nasses Brennholz schnell erlischt, so ist es im Dharma des Buddha mit denen, die träge sind.
Wie man mit einem Bohrer versucht, ein Feuer zu entzünden,
aber immer wieder pausiert, bevor Flammen entstehen,
sodass die Kraft des Feuers schwindet,
so ist es auch mit denen, die träge sind.
So wie jemand, der einen sonnenlichtfangenden Edelstein in Händen hält, es versäumt, Zunder zu verwenden, um dessen Glanz einzufangen, und das Feuer daher niemals entzündet werden kann, so ist es auch mit denen, die träge sind.
So wie ein kleines Kind im gleißenden Licht des Sonnenlichts die Augen schließen und erstaunt fragen könnte:
Warum kann ich nichts sehen? So ist es auch mit denen, die träge sind.
Es ist, als ob jemand ohne Hände und Füße mit Pfeilen aus Miscanthus-Schilf die Erde aufbrechen wollte, indem er sie überall hineinschießt.
So ist es auch mit denen, die träge sind.
Es ist, als ob man mit der Spitze eines Haares das gesamte Wasser des Ozeans aufnehmen wollte, und ihn so austrocknen lassen wollte.
So ist es auch mit denen, die träge sind.
Es ist, als ob man, sobald die Kalpa-endenden Feuer bereits entfacht wären, mit nur wenig Wasser alle löschen wollte.
Im Dharma, den der Buddha lehrte, ist es ebenso mit denen, die träge sind.
Es ist, als ob man, während man in den Raum blickt, aufrecht säße, unbeweglich, und dann behauptete, dadurch emporzusteigen und durch ihn zu reisen.

307

So ist es auch mit denen, die träge sind. Damals fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Ersten Dharma Bodhisattva: „Sohn des Buddha, gemäß dem, was der Buddha gesagt hat, werden alle Wesen, die den rechten Dharma annehmen und befolgen, alle Leiden ablegen können.
Warum gibt es dann noch solche, die den rechten Dharma annehmen und befolgen, aber es nicht schaffen, die Leiden abzulegen, sondern stattdessen Gier,
Hass und Verblendung verfallen und sich von Arroganz, Verheimlichung, Zorn, Feindschaft, Neid, Geiz, Betrug und Schmeichelei leiten lassen, bis hin zu dem Punkt, bis sie von ihrer Macht geblendet sind und keinen Entschluss fassen, sie aufzugeben?
Wenn sie den Dharma annehmen und befolgen können, wie kommt es dann, dass sie durch ihre geistigen Handlungen dennoch Leiden hervorrufen?“
Zu jener Zeit antwortete der Erhabene Dharma-Bodhisattva mit folgenden Versen:
Sohn des Buddha, höre aufmerksam zu, was die wahre Bedeutung der Frage ist.
Man erlangt den Dharma des Tathagata nicht allein durch umfassendes Wissen.
Es ist, als ob jemand im Wasser triebe und aus Angst vor dem Ertrinken verdurstete.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt, selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob jemand ein exquisites Gericht zubereitete und, obwohl er hungrig war, nicht davon aß.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt, selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob jemand zwar geschickt im Verschreiben von Medikamenten wäre, aber sich selbst nicht von seiner Krankheit heilen könnte.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt, selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob jemand sich dem Zählen der Juwelen anderer widmete, obwohl er selbst keinen Cent besaß.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis vernachlässigt, selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob jemand im Palast eines Königs geboren würde, und dennoch Hunger und Kälte erleiden müsste.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis vernachlässigt, selbst wenn man sehr gelehrt ist.

308


2.126
308 Das Sutra über den Blumenschmuck
Es ist, als ob ein Tauber Musik spielte,
zum Vergnügen anderer, obwohl er sie selbst nicht hören konnte.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt,
selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob ein Blinder viele Bilder malte,
und sie anderen zeigte, ohne sie je selbst gesehen zu haben.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt,
selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob der Kapitän eines Hochseeschiffs
auf dem Meer den Tod fände.
So ist es, wenn man die Dharma-Praxis nicht pflegt,
selbst wenn man sehr gelehrt ist.
Es ist, als ob jemand an einer Weggabelung stünde und
ausführlich über die vielen guten Taten sprach,
obwohl er selbst noch keine wahre Tugend besitzt.
So ist es, wenn man nicht praktiziert.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Bodhisattva der Höchsten Weisheit:
„Sohn des Buddha, im Dharma des Buddha wird die Weisheit als das Höchste angesehen. Warum lobt dann die Tathā gata um der Wesen willen manchmal das Geben, manchmal das Befolgen moralischer Gebote, manchmal die Geduld, manchmal die Kraft, manchmal die Konzentration (dhyā na), manchmal die Weisheit und manchmal auch Güte, Mitgefühl, Mitfreude oder Gleichmut, sodass es letztlich keinen einzigen Dharma gibt, durch den man anuttara-samyak-saṃ bodhi verwirklichen könnte?“
Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva der Höchsten Weisheit mit folgenden Versen:
Sohn des Buddha, du, der du in deiner Fähigkeit, die Gedanken der Wesen zu erkennen, so selten bist, höre bitte aufmerksam zu, was ich nun sage, gemäß dem, worum der Würdige gebeten hat.
Von allen Meistern in allen Zeitaltern der Vergangenheit, der Zukunft und der Gegenwart lehrt keiner nur einen einzigen Dharma, durch den man den Pfad verwirklicht.
Der Buddha kennt die Gedanken der Wesen und erkennt so ihre jeweilige Natur – jedes Wesen ist anders.
Daher passt er seine Lehre dem an, was für die Befreiung jedes Einzelnen angemessen ist, und lehrt so den Dharma.

309

Er lobt das Geben für die Geizigen, lobt die moralischen Gebote für die, die Verbote brechen, lobt die Geduld für die Zornigen, lobt die Tatkraft für die Faulen, lobt die Konzentration (Dhyāna) für die Zerstreuten, lobt die Weisheit für die Verblendeten, lobt das Mitgefühl für die Unmenschlichen, lobt das große Erbarmen für die Zornigen und Gewalttätigen, lobt die Freude für die Kummernden, und lobt die Vergebung für die Verschlagenen.
Durch diese schrittweise Kultivierung vervollkommnet man allmählich alle Lehren des Buddha.
Wie man zuerst das Fundament legt und erst danach Paläste oder Häuser baut, so verhält es sich auch mit dem Geben und den moralischen Geboten,
den Grundlagen der vielfältigen Praktiken des Bodhisattva.
So wie man Stadtmauern errichtet um seine Bevölkerung zu schützen, so dienen Geduld und Kraft dem Schutz der Bodhisattvas.
So wie ein überaus mächtiger König, der von allen, die er regiert, unterstützt und bewundert wird, so stützt sich der Bodhisattva auf meditative Versenkung und Weisheit.
Und so wie der König, der das Rad dreht, alles Glück spenden kann, so sind auch die vier unparteiischen Geister, die den Bodhisattvas Glück schenken.
Zu jener Zeit fragte Mañjuśrī Bodhisattva den Höchsten Würdigen Bodhisattva: „Sohn des Buddha, nur durch den einen Pfad erlangten alle Buddhas, die Bhagavats, die Befreiung. Warum sieht man dann jetzt, dass es in allen Buddha-Welten so viele Unterschiede in allen Aspekten gibt?
Zum Beispiel gibt es Unterschiede in ihren Welten, ihren Daseinsbereichen, ihrer Dharma-Lehre, ihrer Ausbildung anderer, ihren Lebensspannen, ihrer Ausstrahlung, ihrem spirituellen Überwissen, ihren Gemeinschaften, ihren Lehrmethoden und der Dauer ihres Dharma. Dennoch gibt es keinen von ihnen, der nicht alle Dharmas eines Buddha vollendet und den Anuttara-Samyak-Saṃ Bodhi verwirklicht.“
Zu jener Zeit antwortete der Erhabene Bodhisattva mit Versen:
Mañjuśrī, der Dharma ist ewig und unverändert.
Die Dharma-Könige kennen nur einen einzigen Dharma.

310

Alle, die frei von Hindernissen sind, nutzen einen einzigen Weg, um dem Samsara zu entkommen.
Der Körper aller Buddhas ist nichts anderes als ihr einziger Dharma-Körper.
Sie besitzen einen einzigen Geist und eine einzige Weisheit.
Und was die Kräfte und die Furchtlosigkeit betrifft – auch diese sind vollkommen.
Sie stimmen mit all ihren Gedanken der Hingabe überein, die sie einst fassten, als sie sich auf den Weg zum Bodhi machten, wodurch sie jene Kshatra-Ländereien und Gemeinschaften sowie jene Wege der Dharma-Lehre erlangten.
Alle Buddha-Kshatras sind in all ihren Verzierungen vollkommen.
Es entspricht den Unterschieden in den Praktiken der Wesen, dass es solche Unterschiede in dem gibt, was sie sehen.
Die Buddha-Kshatras und der Buddha-Körper, die Gemeinschaften und ihre Lehrreden.
Dharmas der Buddhas wie diese sind so beschaffen, dass kein Wesen sie sehen kann.
Sobald ihr Geist gereinigt ist und ihre Gelübde vollständig erfüllt sind werde ein Mensch mit solch durchdringender Klarheit dies erkennen können.
Es liegt in der Natur der Wesen und der Kraft, die den Früchten ihrer karmischen Handlungen innewohnt, dass sie solche Unterschiede wahrnehmen.
Dies geschieht aufgrund der gewaltigen spirituellen Kräfte des Buddha.
Die Buddha-Kṣetras sind frei von Diskriminierung, sie hegen weder Abneigung noch Zuneigung.
Sie passen sich einfach dem Geist der Wesen an.
So werden Unterschiede wahrgenommen.
Deshalb sieht jeder Mensch in der Welt etwas anderes.
Es handelt sich nicht um einen Irrtum sei seitens der Tatha Gatas, der großen Rishis.
In allen Welten sehen diejenigen, die Unterweisung empfangen sollen, immer den Helden unter den Menschen.
So ist der Dharma aller Buddhas.
Damals wandten sich die Bodhisattvas an Mañjuśrī Bodhisattva und sprachen:
„Sohn des Buddha, nun, da wir alle unsere Auffassung zu diesen Dingen dargelegt haben, wünschen wir uns nur, dass der Würdige seine wunderbare Beredsamkeit entfaltet und alle Wirkungsbereiche des Tathagata erläutert.“

311

Was sind die Wirkungsbereiche des Buddha? Was sind die Ursachen der Wirkungsbereiche des Buddha?
Was befreien die Wirkungsbereiche des Buddha? Was durchdringen die Wirkungsbereiche des Buddha?
Was konstituiert die Weisheit der Wirkungsbereiche des Buddha?
Welche Dharmas sind mit den Wirkungsbereichen des Buddha verbunden? Was konstituiert den Diskurs, der mit den Wirkungsbereichen des Buddha verbunden ist? Was konstituiert das Wissen, das mit den Wirkungsbereichen des Buddha verbunden ist?
Was konstituiert die Erkenntnisse, die mit den Wirkungsbereichen des Buddha verbunden sind?
Was konstituiert die Manifestationen der Wirkungsbereiche des Buddha? Und was konstituiert die Weite der Wirkungsbereiche, die mit den Wirkungsbereichen des Buddha verbunden sind?
Zu jener Zeit antwortete der Bodhisattva Mañjuśrī mit folgenden Versen:
Was den tiefgründigen Wirkungsbereich des Tathā gata betrifft, so ist sein Fassungsvermögen gleich dem des leeren Raumes.
Alle Wesen treten in ihn ein, und doch gibt es in Wahrheit nichts, was in ihn eintritt.
Was die überaus wunderbaren Ursachen des tiefgründigen Wirkungsbereichs des Tathāgata betrifft, so wäre man, selbst wenn man sie ein ganzes Jahr lang (koṭī) lang erläuterte, unfähig, sie vollständig zu erfassen.
Dem Geist der Wesen und ihrem Weisheitsgrad entsprechend, dann sie zum Eintritt zu führen, sodass alle Nutzen daraus ziehen. Wesen auf diese Weise zu befreien, ist das, was den Wirkungsbereich aller Buddhas ausmacht.
Eintreten und mit allen im Einklang, in allen Ländern und Welten, ist der Weisheitskörper formlos und für andere unsichtbar.
Die souveräne Weisheit der Buddhas ist in allen drei Zeitepochen ungehindert.
Ein Wirkungsbereich, der von solch einer Weisheit durchdrungen ist, ist so unparteiisch wie der leere Raum selbst.
Die Dharma-Ebene und die Ebenen der Wesen sind letztlich nicht voneinander zu unterscheiden.
Das vollkommene Wissen um absolut alles – Dies ist der Wirkungsbereich des Tathagata.

312

Die Weisheit des Buddha vermag sich anzupassen und zu begreifen alle Stimmen in allen Welten, und unterscheidet dennoch nicht zwischen ihnen.
Dies ist etwas, das das Bewusstsein nicht erfassen kann, noch ist es ein Wirkungsbereich, der durch Denken ergründet werden kann.
Ihr ursprünglich reines Wesen wird allen Wesen offenbart.
Es ist weder mit Karma noch mit Leiden verbunden.
Es enthält nichts und hat keinen Ort, an dem es weilt.
Es hat keine Erleuchtung und keinen Ort, an den es geht, und es ist unparteiisch in seinem Wirken in der ganzen Welt.
Die Geister aller Wesen überall in allen drei Zeitepochen – in nur einem einzigen Augenblick des Geistes erfasst die Tatha gata
sie alle klar.
Zu jener Zeit, in dieser Sahā-Welt, wurden alle Unterschiede aller Wesen in ihren Dharmas, karmischen Handlungen, Welten, Körpern, Fähigkeiten, Geburten, karmischen Früchten der Einhaltung moralischer Gebote, karmischen Früchten der Übertretung moralischer Gebote und karmischen Früchten, die mit ihren Welten verbunden sind, vollständig durch die spirituellen Kräfte des Buddha offenbart.
... Auf dieselbe Weise, allein durch die spirituellen Kräfte des Buddha, manifestierten sich alle Unterschiede aller Wesen in ihren Dharmas und so weiter bis hin zu allen Unterschieden in den karmischen Früchten, die mit ihren Welten verbunden sind, im Osten deutlich
in all den Hunderttausenden von Koṭīs von Nayutas von Welten in all den unzähligen, unermesslichen, grenzenlosen, unvergleichlichen, unzählbaren, unbeschreiblichen, unvorstellbaren, unermesslichen und unaussprechlichen Zahlen von Welten, die sich bis an die äußersten Enden des Dharma-Bereichs und des Bereichs des leeren Raums erstrecken.
So geschah dies auch im
Süden, Westen und Norden sowie in den vier Mittelpunkten, oben und unten.

Ende von Kapitel Zehn

Literatur