Huayan zong

Die Huayan zong (chin. 華嚴宗 Huāyán zōng; W.-G. Hua-yen tsung; Sans.: Avatamsaka), auch als Hua Yen - Schule oder Blumengirlande-Schule bekannt, war eine im 7. Jahrhundert gegründete Schule des chinesischen Buddhismus.
Patriarchen
Die Schule hatte die 5 Patriarchen Tu-shun (Dushun, 557-640), Chih-yen (Zhiyan, 602-668), Fa-tsang (Fazang, 643-712), Chengguan (Ch’eng-kuan, 738-839) und Tsung-mi (Zongmi,
780-841).
Dem ersten Patriarchen Tu-shun bzw. Fa-shun (557–640) wird die Metapher von Indra’s Juwelen-Netz zugeschrieben.
Der bedeutenste Patriarch war Fazang(643-712) [1], der die Natur der Mehrdeutigkeit durch das Attribut der kompletten Aufnahme von Hauptdharmas und sekundären Dharmas zu klären versuchte.
Die Schule ging aber im Kaiserreich des 10. Jahrhunderts unter und gelangte unter der Bezeichnung Hwaeom jong nach Korea und dann weiter nach Japan, wo sie die Bezeichnung Kegon-shū annahm, aber heute keine Bedeutung mehr hat. Der letzte Tempel ist der große Tōdai-ji.
Zweige
Kojima Taizan, ein japanischer Gelehrter des Huayanzong-Buddhismus, vermutete zwei Zentren oder Zweige des Huayanzong-Buddhismus in China: die Wutaishan-Enzyklopädie und die Zhongnanshan-Region.
Spuren des Huayanzong-Buddhismus finden sich auch in Dunhuang. Einige der Höhlenmalereien zeigen Themen der Huayan-Kultur mit Vairocana, und die Höhlenbibliothek enthält Übersetzungen des Avataṃsaka-Sūtra und Kommentare von Huayan-Patriarchen dazu sowie Abhandlungen zur Huayan-Philosophie. Die Dunhuang-Höhlenbibliothek bewahrte auch chinesische Kommentare zum Huayan Jing, die nicht in die chinesische buddhistische Tradition überliefert wurden. Die Manuskripte des Huayan Jing enthalten in Kolophonen einiger Manuskripte sogar die Namen der Stifter.
Lehre
Huayanzong ist ein Beispiel für einen voll entwickelten chinesischen Buddhismus, dem die Überlieferung des grundlegenden Textes des Huayanzong, und dessen sorgfältige Interpretation durch chinesische Mönche vorausgingen.
Die Grundlage des Huayan zong bildete das Avatamsaka Sutra oder Buddhavatamsaka-Sutra (Mahāvaipulya Buddhāvataṃsaka-sūtra, Dafang-guang fo huayan jing; kurz Huayan jing) und dessen Interpretation (Huayan lun), das Yuanjue jing sowie die Philosophie der Madhyamika und des Vijnanavada.
Die Huayanzong-Philosophie enthält etwa die vier Dharma-Dhātus und die bedingte Entstehung der Dharma-Dhātus, die zehn mystischen Tore, die sechs Schriftzeichen, die Klassifizierung der Lehren usw.
Dharmadhatu
Das Huayan lehrt die 4 Dharmadhatu (fa-chieh; fajie yuanqi shuo; dharmadhātu-pratītyasamutpāda : universelles abhängiges Mitentstehen)[2], die vier Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu sehen:
- Alle Dharmas sind als besondere getrennte Ereignisse gesehen
- Alle Ereignisse sind ein Ausdruck des absoluten Geistes
- Ereignisse und Wesen(Essenz) durchdringen sich gegenseitig
- Alle Ereignisse durchdringen sich
Die zentrale These war, daß alles mit allem im Universum in Verbindung stehe, daß das Universum ein großes Netzwerk kausaler Interdependenzen sei, was Fazanng als das Netz Indras bezeichnete, an dessen Knotenpunkten sich jeweils eine Perle befindet, die die anderen Perlen reflektiert. Desweiteren wurde zwischen einem allgemeinen Prinzip (li) und der konkreten Erscheinungsform (shi) unterschieden, die zueinander in einem Verhältnis wechselsetiger Durchdringung und Identität stehen.
Dharmadhatu ist der gereinigte höchste Geist, frei von Schleiern der Maya. Es ist die Essenz-Qualität oder Natur des Geistes, der Urgrund des Bewusstseins der Trikaya.
Wenn die Buddha-Natur verwirklicht worden ist, wird Dharmadhatu auch als dharmakaya, der Körper der Dharma-Wahrheit bezeichnet.
Es ist eine der fünf Weisheiten, und es ist auch mit Buddha Vairocana verbunden:
- obige Dharmadhatu Weisheit
- spiegelgleiche Weisheit
- Gleichheitsweisheit
- unterscheidende Weisheit
- allerfüllende Weisheit
Literatur
- Garfield, Jay L.; Edelglass, William (2011), The Oxford Handbook of World Philosophy
- Nakasone : Mapping the Ascent to Enlightenment
- Thomas Cleary, Entry Into the Inconceivable: An Introduction to Hua-Yen Buddhism, University of Hawaii Press, Reprint edition 1995. ISBN 0824816978
- A Study of Chinese Hua - Yen Buddhism - With Special Reference to the Dharmadhãtu (Fa-Chieh) Doctrine; Authors: Oh, Nam Kang
- huayen-sydney : Universal Enlightenment
- The Taoist Influence on Hua-yen Buddhism: A Case of the Sinicization of Buddhism in China
- Hamar, Imre : Huayan - Reflecting mirros: Perspectives on Huayan Buddhism (ASIATISCHE FORSCHUNGEN), 2007, (S. 189)
- The Significance of Paradoxical Language in Hua-Yen Buddhism. Wright, Dale S. (1982), In: Philosophy East and West 32 (3):325-338
- The Practice of Huayan Buddhism, Alan Fox
- Huayan Buddhism
- Deconstructing and Reconstructing Yogācāra: Ten Levels of Consciousness-only/One-mind in Huayan Buddhism , IMRE HAMAR
- Creating Huayan Lineage: Miraculous Stories About the Avatamsaka-sūtra, Imre Hamar (Budapest)
- The manifestation of the absolute in the phenomenal world - nature origination in Huayan exegesis, Imre Hamr
- An English Translation Of Fa-Tsang's Commentary On The Awakening Of Faith, Fa zang, Edwin Mellen Press 2004
- Emptiness, Identity and Interpenetration in Hua-yen Buddhism, by Atif Khalil
- The Buddhist Teaching of Totality: The Philosophy of Hwa Yen Buddhism, von Garma C C Chang, Pennsylvania State University Press 1971, ISBN-10: 0271011793 ISBN-13: 978-0271011790S. 208
- Process Metaphysics and Hua-Yen Buddhism: A Critical Study of Cumulative Penetration Vs. Interpenetration, von Steve Odin, Sri Satguru Publications 1995, ISBN-10: 8170304245 ISBN-13: 978-8170304241 S. 33
- The Buddhist Teaching of Totality - The Philosophy of Hwa Yen Buddhism, Garma C. C. Chang
- The Taoist Influence on Hua-yen Buddhism: A Case of the Sinicization of Buddhism in China - Chung-Hwa Buddhist Journal, No. 13.2, (2000) Taipei: Chung-Hwa Institute of Buddhist Studies ISSN: 1017-7132 Kang-nam Oh Professor of Religious Studies, University of Regina
- An English Translation and Annotation of “The Flower Ornament Golden Lion Treatise”, Authored by: Fazang (643-712), Translated by: Wong, Tai Wing (1982)
- Buddhismus: Handbuch und kritische Einführung, Oliver Freiberger, Christoph Kleine, Vandenhoeck & Ruprecht 2015, ISBN-10: 352550005X ISBN-13: 978-3525500057, S. 336
Referenzen
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Fazang
- ↑ tibetanbuddhistencyclopedia.com/en/index.php?title=Dharmadh%C4%81tu
Siehe auch
Weblinks
- Wiki über Huayan zong
- IPFS about Huayan
- Ripawiki about the Dharmadhatu
- The Greatness of the Influences of Dharmadhatu