Hydra
Die Hydra (altgriech. ὕδρα hýdra : Wasserschlange, Wassertier), eine Tocher der Echidna und des Typhon, ist ein vielköpfiges[1] Ungeheuer der griechischen Mythologie. Sie ist eine Schwester des Kerberos, der Chimaira und der Sphinx.
Sie haust im Süden Griechenlands, in den schwer zugänglichen Sümpfen von Lerna in der Argolis, weshalb sie auch die Lernäische Schlange genannt wird. Sie pflegt aufs Land herauszukommen, Viehherden zu zerreißen und Felder zu verwüsten. Nach Hesiod, Theogonie 317 wurde sie von Hera aufgezogen. Ihr Hauch ist tödlich. Wenn sie einen Kopf verliert, wachsen ihr zwei neue. Der Kopf in der Mitte unsterblich.
Herakles Kampf mit der Hydra =
thumb|200px|right|Herakles kämpft mit der Hydra Die Hydra zu erlegen war die zweite der 12 Aufgaben des Herakles. Als sie die Hydra nahe ihrer Höhle auf einem Hügel bei den Quellen der Amymone entdeckten, zwang Herakles die Schlange durch Schüsse brennender Pfeile, ihren Schlupfwinkel zu verlassen. Diese kam zischend hervor, ihre neun Hälse empor gerichtet. Herakles trat ihr unerschrocken entgegen, packte sie und hielt sie fest. Sie aber umschlang einen seiner Füße. Daraufhin begann Herakles, dem Ungeheuer mit seiner Keule die Köpfe zu zerschmettern. Anfänglich hatte er keinen Erfolg damit, denn kaum hatte er einen Kopf der Hydra zerschlagen, so wuchsen an Stelle des einen Kopfes zwei neue nach.[2]
Nach Hyginus, De astronomia 2,23 hatte die Göttin Hera der Hydra als Mitstreiter einen Riesenkrebs geschickt, der den Helden in einen Fuß biss. Herakles jedoch tötete jenen großen Krebs[3]. Hera honorierte daraufhin später die Bemühungen des Krebses, indem sie ihn als Sternbild Krebs an den Himmel setzte. Herakles rief den Iolaos zu Hilfe. Dieser hatte schon eine Fackel gerüstet, um einen Teil des nahen Waldes damit anzuzünden. Mit den Bränden brannte er jeden der enthaupteten Hälse aus, so dass keine neuen Köpfe mehr nachwachsen konnten[4]. Endlich schlug Herakles Hydra auch das unsterbliche Haupt ab. Er begrub es am Wege und wälzte einen Fels darüber. Den Rumpf der Hydra schlitzte er auf und in ihre giftige Galle[5] tauchte er seine Pfeile, die seitdem unheilbare, tödliche Wunden schlugen.
Eurystheus verweigerte Herakles jedoch die anrechnung dieser Arbeit, da sein Neffe Iolaos ihm geholfen hatte.
1758 beschreibt Carl von Linné ( Carolus Linnaeus) beschreibt im Abschnitt Animalia Paradoxa seiner Systema Naturæ[6] die Hydra: „HYDRA mit schlangenartigem Körper, zwei Füßen, sieben Hälsen und ebenso vielen Köpfen, aber ohne Flügel, was nach Hamburg an die Ähnlichkeit mit der apokalyptischen Hydra aus dem Johannesevangelium, Kapitel XII und XIII erinnert. "
Literatur
- Heinrich Wilhelm Stoll: Hydra. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,2, Leipzig 1890, Sp. 2769 f. (Digitalisat).
Einzelnachweise
- Hesiod, Theogonie 304–317
- Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,1
- Pausanias 2,37,4
- Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,*; Diodor 4,11
- Hyginus, De astronomia 2,23
- Euripides, Herakles 421 Herakles brennt selbst die Hälse aus.
- Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,6; Diodor 4,11,6; Hyginus, Fabulae 30 und 34
- Euripides, Herakles 422
- Caroli Linnæi Medic. & Botan. in Acad. Upsaliensi Professoris, ... Opera Varia in quibus continentur fundamenta botanica, sponsalia plantarum, et systema naturae, in quo propunentur Naturæ regna tria secundum Classes, Ordines, Genera & Species, Typographia Juntiniana, Lucca 1758, S. 361: „HYDRA corpore anguino, pedibus duobus, collis septem, & totidem capitibus, alarum expers, affervatur Hamburgi, similitudinem referens Hydrae Apocalypticae à S. JOANNE Cap.XII. & XIII. descriptae. Eaque tanquam veri animalis speciem, plurimis praebuit, sed falso. Natura sibi semper similis plura capita in uno corpore nunquam produxit naturaliter. Fraudem & artificium, cum ipsi vidimus, dentes Ferino mustelini, ab Amphibiorum dentibus diversi, facillime detexerunt.“.
Vgl. dazu Abbildungen und Erläuterungen in Martin Höppl: [Druckgraphik der Französischen Revolution. Kunstgeschichte, Kulturanthropologie und Kollektivpsyche]. In: Helikon. A Multidisciplinary Online Journal. 1, 2010, S. 144–183. (PDF; 7,2 MB)
- Liat Clark: Shutting down huge pirate sites has no 'positive effect'. In: Wired.co.uk. 15. Mai 2015, archiviert vom Original am 26. Mai 2016; abgerufen am 29. November 2024 (englisch).
- ↑ Euripides, Herakles 1190; Ovid, Metamorphosen 9,71; Diodor 4,11. 50: Vergil, Aeneis 6,576. 9: Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,1; Hyginus, Fabulae 30. 1: Pausanias 2,37,4 ; Hyginus, Fabulae 30
- ↑ Bibliotheke des Apollodor 2,5,2; Diodor 4,11
- ↑ Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,4
- ↑ Euripides, Herakles 421 brennt Herakles selbst die Hälse aus.
- ↑ Bibliotheke des Apollodor 2,5,2,6; Diodor 4,11,6; Hyginus, Fabulae 30 und 34 ; Euripides, Herakles 422
- ↑ Carolus Linnaeus: Systema Naturae 1735 Facsimile of the first edition