Apophisbuch

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Das Apophisbuch ist eine altägyptische Sammlung von magischen Ritualen und Texten aus Theben, die sich mit der „Unterwerfung des Apophis“ beschäftigen. Die Spruchsammlung bildet den Hauptteil des Papyrus Bremner-Rhind.

Der Papyrus Bremner-Rhind (heute im British Museum, pBM 10188) ist eine der wichtigsten altägyptischen Quellen für magische Rituale zur Abwehr des Chaos. Er stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. (Spätzeit) und enthält unter anderem das sogenannte „Buch vom Sturz des Apophis“.

Die wichtigsten Punkte zum Inhalt bezüglich Apophis:

  • Inhalt und Zweck: Das „Buch vom Sturz des Apophis“ (Kolumnen 22–32) ist eine Sammlung von Ritualen und Sprüchen, die dazu dienten, die schlangenartige Chaosgottheit Apophis (Apep) zu schwächen, zu töten und die Weltordnung (Maat) aufrechtzuerhalten.
  • Magische Zerstörung: Die Texte beschreiben detailliert, wie Apophis „niedergelegt“ wird, indem er mit Lanzen erstochen, mit Messern zerschnitten oder verbrannt wird.
  • Rituale im Alltag: Diese Sprüche sollten täglich im Amun-Tempel von Karnak rezitiert werden, um Re auf seiner Sonnenreise zu unterstützen und die Feinde des Sonnengottes (sowohl mythologische als auch reale Feinde des Königs) abzuwehren.
  • Verfluchung: Die Texte beinhalten Anweisungen, kleine Wachsfiguren oder Zeichnungen der Schlange Apophis anzufertigen, diese zu bespeien, zu zertrampeln und anschließend ins Feuer zu werfen.
  • „Die Namen des Apophis“: Der Papyrus enthält auch Listen mit Titeln und Namen des Chaosgottes (Kolumnen 32–33), um ihn identifizierbar und angreifbar zu machen.

Textauszug nach Roeder - Urkunden [1]

Schu und Tefnut erzeugten [Geb] und Nut,
Geb und Nut erzeugten Osiris, Horus ..., Seth, Isis, Nephthys
Aus einem Mutterleibe, [einen] von ihnen nach dem andern.
Ihre Kinder sind zahlreich in diesem Lande . . . .
Ich entsandte diese, die aus meinen Gliedern entstanden waren,
Um jenen bösen Feind* zu Fall zu bringen.
Er verfällt der Flamme, der Apophis!
Ein Messer steckt in seinem Kopf,
Sein Ohr wird abgeschnitten,
Sein Name existiert nicht (mehr) in diesem Lande.
Ich befahl, ihm Wunden (?) zu schlagen,
Ich verbrannte seine Knochen,
Ich vernichtete seine Seele, alltäglich
Ich schnitt seine Glieder ab von seinen Knochen,
Ich bewachte (?) seine Füße,
Ich zerschnitt seine Hände,
Ich verschloß seinen Mund und seine Lippen,
Ich zerhackte seine Zähne.
Ich schnitt seine Zunge ab aus seinem Schlunde,
Ich raubte (ihm) seine Sprache,
Ich blendete seine Augen,
Ich nahm das Gehör vcn ihm fort.
Ich entfernte 12sein Herz von seiner Stelle...
Ich vernichtete ihn völlig.
Sein Name ist nicht mehr,
Seine Kinder sind nicht mehr,
er ist nicht mehr, seine Anhänger (?) sind nicht mehr
er ist nicht mehr, sein Erbe ist nicht mehr.
.......................
Sie rezitierten meinen Namen, sie warfen ihre Feinde nieder, sie schufen den Zauber für das Niederwerfen des Äpophis.
Er ist gefangen in den Armen des Äker (Dämon); seine Ärme sind nicht (mehr), seine Beine sind nicht (mehr) .
Er gehört dem Äuge des Re, es hat Macht über ihn, es frißt an ihm.
Ich sandte aus, um ihn niederzuwerfen und seinen Namen zu verjagen, und seinen Namen und seinen Zauber zu vernichten.
Ich befehle ihn der Flamme, überweise ihn der Glut, ich überantwortete ihn dem Äuge des Re.
Das herrliche Äuge (P h.t) verschlingt ihn;
es frißt seine Seele, seinen Geist, seinen Leib, seinen Sdiatten, seinen Zauber.
Er ist nicht mehr, er pflanzt sich nicht fort in alle Ewigkeit.

Referenzen

Literatur

(British Museum No. 10188) BRUXELLES 1933

  • Faulkner 1933 , The Papyrus Bremner-Rhind (Brit. Mus. No. 10188)
  • U. Verhoeven, Untersuchungen zur späthieratischen Buchschrift, OLA 99 (2001), 80 [B].
  • J. Lustman, Étude Grammaticale du Papyrus Bremner-Rhind (Paris 1999).
  • R.O. Faulkner, The Bremner-Rhind Papyrus-I, JEA 22 (1936), 121-140; II, JEA 23 (1937), 10-16; III, JEA 23 (1937), 166-185; IV, JEA 24 (1938), 41-53 [Ü,K].
  • E.A. Wallis Budge, Facsimiles of Egyptian Hieratic Papyri in the British Museum, First Series (London 1910), pl. 1-19 [P]. Trismegistos Datenbank Nr.: 48496