Splendor Solis: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Buch besteht aus sieben Traktaten.<ref>[https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/nn_splendorsolis_1590?p=1 'Das gegenwertige Büchlein wird genandt Splendor Solis oder Sonnenglantz']</ref>. | Das Buch besteht aus sieben Traktaten.<ref>[https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/nn_splendorsolis_1590?p=1 'Das gegenwertige Büchlein wird genandt Splendor Solis oder Sonnenglantz']</ref>. | ||
Das zentrale Thema des Textes ist die Herstellung und Wirkungsweise des Steines der Weisen("Philosophi"). | Das zentrale Thema des Textes ist die Herstellung und Wirkungsweise des Steines der Weisen("Philosophi"). | ||
=== Beispiel : Traktat 1 === | === Beispiel : Traktat 1 und 35 === | ||
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Alphidius/ Einer der alten Weisen spricht: Einem Ÿeden/ der Jhme nicht mag vornemen zuüberkommen die Kunst des Steins der Philosophi: Dehme ist mehr nutz, daß er sich nichts darinnen übe/ dann daß er etwas versuche. | Alphidius/ Einer der alten Weisen spricht: Einem Ÿeden/ der Jhme nicht mag vornemen zuüberkommen die Kunst des Steins der Philosophi: Dehme ist mehr nutz, daß er sich nichts darinnen übe/ dann daß er etwas versuche. | ||
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dann sie hat ihren Anfang in der Natur/ Daraus folgt auch ein natürlich Ende in gerechter | dann sie hat ihren Anfang in der Natur/ Daraus folgt auch ein natürlich Ende in gerechter | ||
Form durch gerechte natürliche mittel. | Form durch gerechte natürliche mittel. | ||
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(35) : Die Andere Gleichnis. | |||
Hermes der Erste Meister diser Kunst | |||
spricht also: Das Wasser des Luffts/ so da ist zwischen Himmel v. Erden | |||
das ist eines Ÿeglichen dinges Leben. Dann durch seine Feuchtigkeit vnd Wärme ist es | |||
das Mittel der zweÿer Widerwertigen/ als Feuer vnd Waßer/ vnd daßelb Wasser hat abgeregnet über die Erden/ | |||
Der Himmel hat sich auffgethan vnd getauet auff Erden/ Davon ists süs worden wie ein Honig/ vnd befeüchtiget/ Deßhalben blüet sie/ vnd tregt mancherley Farben vnd Frucht/ Vnd in Jhrem mittel ist gewachsen ein groser Baum mit einem Silbern Stam/ | |||
der sich ausstrecket auff die Ortt der Welt/ Auff seinen Asten haben gesessen mancherley Vogel/ | |||
die alle gegen dem Tag sind abgeflogen/ Vnnd das [[Rabe]]n haupt ist weiß worden: »Derselbige Baum bringet Dreÿ- | |||
erleÿFrücht: Die Ersten seind die allerfeinisten Perlein/ die Ander wird genant | |||
von den Philosophen Terra Foliata: Die Dritte Frucht ist allerfeinstes Gold. | |||
Diser Baum gibt auch die Frucht der Gesundheit/ Er macht Warm/ daß Kalt ist/ vnd das warm macht er kalt/ | |||
das Truckne macht Er Feucht/ vnd dz Feuchte Trucken/ Das härte macht er Weich/ vnd das weiche härt/ | |||
Vnd ist das Ende der gantzen Kunst.« Davon redet Auctor der Dreÿer Wort: Die DreÿFrücht seind Drey | |||
köstliche Wort der gantzen Meisterschafft/ Vnd dz meinet auch Galenus/ so er redet von dem Kraut Lunatica oder Berißa. | |||
Seine wurtzel ist eine Metalline Erde: hat ein Roten Stengel/ mit einer schwertz beflecket/ wechst leicht/ | |||
nimmet auch leicht ab/ gewinnet Citrin Blumen nach Drey Tagen/ so man das thut in Mercurium/ so verendert Sichs | |||
in ein volkommen Silber/ Vnd so man das weiter seudt/ verkert es sich in Gold: | |||
Daß dann Hundert theil Mercurium verkeret in das aller Feinste Goldt. | |||
Von diesem Baum redet Virgilius im Sechsten Buch Ethicorum, so Er meldet in einer Fabul: | |||
Wie das Eneas vnd Sylvius gingen zu einem Baum/ der hette güldene Zweig/ Vnd so offt man einen Zweig von dem abbrach/ | |||
So wuchs ein ander an dieselbe Stadt. | |||
<br> | |||
(131) BeschlusRede. | |||
Die allerteuereste Kunst vnd Trösterin der Armen/ die Edel Alchimia über alle Natürliche Kunst/ so die Menschen Ÿe auff Erden haben | |||
mügen/ ist zuachten eine Gabe von GOTT/ Dann Sie ist vffs allermeist in manchfältigen Sprüchen | |||
vnd figürlichen Vmbreden vnd gleichnussen der Alten | |||
Weissen verborgen/ Dann es spricht Seni- | |||
or der Philosophus: Es wird ein Verstendiger | |||
Mensch dise Kunst/ so er darnach gedencket/ bald ver- | |||
nemen/ So sein gemüht vnd Sinn erleuchtet sein/ | |||
aus den Büchern der erkantnuß diser Kunst/ Derhalben der weißlich wil thun/ der Ersuch die Weißheit der alten Weisen/ | |||
die sie übt/ vnd gehet in behendigkeit vilerley gleichnis/ vnterscheidung vnd heimligkeit der Sprüch/ | |||
Dadurch Jhr Handlung verborgen worden/ vnd vmbreden der entratnus gegenüber dürstig ist. | |||
Deme nachzugedencken/ ist gar ein Subtiler Sin/ vnd denen allein/ die in disen dingen verstand haben/ | |||
ist er gar leicht vnd natürlich/ Denen aber/ so der ding nicht verstand haben/ alß auch Senior spricht/ | |||
ist nichts verächtlichers/ dann diese Kunst/ Wiewol in der Natur ist nichts köstlichers/ dann der dise Kunst | |||
hat/ ist also reich/ als einer mit Feuer/ der einen Fewerstein hat/ davon er Feuer schlegt/ vnd gibt/ wehme/ | |||
wievil/ vnd wann er wil/ ohne abgang des Steins/ Also ists zugeben überflüssigs reiches Gold/ | |||
Sie ist auch einem besser/ dann alle Kauffmanschafft Golds vnd Silbers/ vnd Jhre Früchte seind besser denn aller welt gut/ | |||
Dann warumb? Durch Sie wird volbracht/ daß da fürdert Lang Leben vnd gesundheit/ Dann Jhr Jüngste frucht | |||
ist/ das warhafft Aurum/ vnd der allercräfftigst Balsam/ vnd die allerköstlichst gabe Gottes/ So die Alten Weisen in | |||
der Natur mit Kunst gewircket haben. | |||
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Version vom 17. Februar 2026, 22:08 Uhr
Das Splendor Solis(Sonnenglanz) ist ein mit allegorischen Bildern illustriertes alchemistisches Manuskript von Salomon Trismosin aus dem 16. Jahrhundert.

Übersetzungen
Die früheste mitteldeutsche Fassung stammt aus den Jahren 1532–1535 und ist Teil der Sammlung des Kupferstichkabinetts (Handschrift 78 D 3) der Staatlichen Museen Berlin. Weitere Exemplare befinden sich unter anderem in der londoner British Library und in der Pariser Nationalbibliothek. Das Werk wurde 1612 ins Französische übersetzt und von William Backhouse ins Englische übersetzt(Harley Ms. 3469)[1].
Das Buch besteht aus sieben Traktaten.[2]. Das zentrale Thema des Textes ist die Herstellung und Wirkungsweise des Steines der Weisen("Philosophi").
Beispiel : Traktat 1 und 35
Alphidius/ Einer der alten Weisen spricht: Einem Ÿeden/ der Jhme nicht mag vornemen zuüberkommen die Kunst des Steins der Philosophi: Dehme ist mehr nutz, daß er sich nichts darinnen übe/ dann daß er etwas versuche.
Dergleichen redet Rasis im Büchlein des Lichts der Licht:
Es ist sich allen mit fleis zuverhütten, Jch erman sie auch hiemit am höchsten/ Daß sich nimanden
vermeße zuverstehen die Vnerkante Vermischungeder Element. Vnd das wil Rosinius sprechende:
Alle die sich einlaßen in dise Kunst/ vnnd mangeln des Verstandes vnd erkantnus derer ding/
so die Philosophi in ihre Bücher geschriben haben:
die irren vnzehlich. Dann die Philosophi haben diser Kunst grund gesetzet/ in ein natürlichen
anfang aller verborgenen wirckung: Wiewol es ist offenbar/ das alle Leibliche ding ihren Vrsprung/
standt vnd wesen nemen aus der Erden/ nach ordenung der zeit/ so die Einflüß der Gestirn oder Planeten/
alß da sein: Sonn vnd Mond vnd die andern/ mit sampt den Vier Qualitäten der Element/
die sich ohne vnterlaß bewegen/ dorein wircken/ dardurch herfür gebracht werden/ aller vnd Jeder wachsender
vnd geberender ding/ eines Ÿeden sonderlich geschlecht vnd gestalt in aigner Substants/ als dann solchs im
anfang der beschaffung von Gott dem Erschaffer geschafft vnd gesetzet worden.
Demnach nemen auch alle Metall in ihren begin aus der Erden in einer sondern vnd aigenen Materi zusammen gefloßen/
aus den Vier aigenschafften der Vier Element mit einpflantzung der Metallischen Kräfft/
vnd ihre Sâmligkeit von den Einflüßen der Planeten darauff dinend:
Als solchs wolbeschreibet der Natürliche Meister Aristoteles am Vierten Buch Metheororum/
da er redet: Wie das Quecksilber sey eine gemeine Materi aller Metall. Aber es ist zuwißen:
Daß in der Natur das Erste ist die Materi zusammen geheuffet/ aus den Vier Elementen/ allein nach er-
kantnus vnd Eigenschafft der Natur/ dieselben Materi heisen die Philosophi Mercurium oder Quecksilbr.
Wie aber diser Mercurius durch die wirckung der Natur zu einer volkommenen Form des Golds/ Silbers
oder der andern Metall kompt/ ist nicht noth alhier zuwißen/ Es schreibens die Natürlichen Lehrer gnug-
sam in ihren Büchern. Auff solches ist gesetzet vnd gegründet die Kunst des Steins der Philosophi/
dann sie hat ihren Anfang in der Natur/ Daraus folgt auch ein natürlich Ende in gerechter
Form durch gerechte natürliche mittel.
(35) : Die Andere Gleichnis.
Hermes der Erste Meister diser Kunst
spricht also: Das Wasser des Luffts/ so da ist zwischen Himmel v. Erden
das ist eines Ÿeglichen dinges Leben. Dann durch seine Feuchtigkeit vnd Wärme ist es
das Mittel der zweÿer Widerwertigen/ als Feuer vnd Waßer/ vnd daßelb Wasser hat abgeregnet über die Erden/
Der Himmel hat sich auffgethan vnd getauet auff Erden/ Davon ists süs worden wie ein Honig/ vnd befeüchtiget/ Deßhalben blüet sie/ vnd tregt mancherley Farben vnd Frucht/ Vnd in Jhrem mittel ist gewachsen ein groser Baum mit einem Silbern Stam/
der sich ausstrecket auff die Ortt der Welt/ Auff seinen Asten haben gesessen mancherley Vogel/
die alle gegen dem Tag sind abgeflogen/ Vnnd das Raben haupt ist weiß worden: »Derselbige Baum bringet Dreÿ-
erleÿFrücht: Die Ersten seind die allerfeinisten Perlein/ die Ander wird genant
von den Philosophen Terra Foliata: Die Dritte Frucht ist allerfeinstes Gold.
Diser Baum gibt auch die Frucht der Gesundheit/ Er macht Warm/ daß Kalt ist/ vnd das warm macht er kalt/
das Truckne macht Er Feucht/ vnd dz Feuchte Trucken/ Das härte macht er Weich/ vnd das weiche härt/
Vnd ist das Ende der gantzen Kunst.« Davon redet Auctor der Dreÿer Wort: Die DreÿFrücht seind Drey
köstliche Wort der gantzen Meisterschafft/ Vnd dz meinet auch Galenus/ so er redet von dem Kraut Lunatica oder Berißa.
Seine wurtzel ist eine Metalline Erde: hat ein Roten Stengel/ mit einer schwertz beflecket/ wechst leicht/
nimmet auch leicht ab/ gewinnet Citrin Blumen nach Drey Tagen/ so man das thut in Mercurium/ so verendert Sichs
in ein volkommen Silber/ Vnd so man das weiter seudt/ verkert es sich in Gold:
Daß dann Hundert theil Mercurium verkeret in das aller Feinste Goldt.
Von diesem Baum redet Virgilius im Sechsten Buch Ethicorum, so Er meldet in einer Fabul:
Wie das Eneas vnd Sylvius gingen zu einem Baum/ der hette güldene Zweig/ Vnd so offt man einen Zweig von dem abbrach/
So wuchs ein ander an dieselbe Stadt.
(131) BeschlusRede.
Die allerteuereste Kunst vnd Trösterin der Armen/ die Edel Alchimia über alle Natürliche Kunst/ so die Menschen Ÿe auff Erden haben
mügen/ ist zuachten eine Gabe von GOTT/ Dann Sie ist vffs allermeist in manchfältigen Sprüchen
vnd figürlichen Vmbreden vnd gleichnussen der Alten
Weissen verborgen/ Dann es spricht Seni-
or der Philosophus: Es wird ein Verstendiger
Mensch dise Kunst/ so er darnach gedencket/ bald ver-
nemen/ So sein gemüht vnd Sinn erleuchtet sein/
aus den Büchern der erkantnuß diser Kunst/ Derhalben der weißlich wil thun/ der Ersuch die Weißheit der alten Weisen/
die sie übt/ vnd gehet in behendigkeit vilerley gleichnis/ vnterscheidung vnd heimligkeit der Sprüch/
Dadurch Jhr Handlung verborgen worden/ vnd vmbreden der entratnus gegenüber dürstig ist.
Deme nachzugedencken/ ist gar ein Subtiler Sin/ vnd denen allein/ die in disen dingen verstand haben/
ist er gar leicht vnd natürlich/ Denen aber/ so der ding nicht verstand haben/ alß auch Senior spricht/
ist nichts verächtlichers/ dann diese Kunst/ Wiewol in der Natur ist nichts köstlichers/ dann der dise Kunst
hat/ ist also reich/ als einer mit Feuer/ der einen Fewerstein hat/ davon er Feuer schlegt/ vnd gibt/ wehme/
wievil/ vnd wann er wil/ ohne abgang des Steins/ Also ists zugeben überflüssigs reiches Gold/
Sie ist auch einem besser/ dann alle Kauffmanschafft Golds vnd Silbers/ vnd Jhre Früchte seind besser denn aller welt gut/
Dann warumb? Durch Sie wird volbracht/ daß da fürdert Lang Leben vnd gesundheit/ Dann Jhr Jüngste frucht
ist/ das warhafft Aurum/ vnd der allercräfftigst Balsam/ vnd die allerköstlichst gabe Gottes/ So die Alten Weisen in
der Natur mit Kunst gewircket haben.
Bilder
Die Bilder sind eine gemischte Abfolge der Stufen des Pfades zum Stein.
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Emblem 1 -

Emblem 2 -

Emblem 3 -

Emblem 4 -

Emblem 5 -

Emblem 6 -

Emblem 7 -

Emblem 8 -

Emblem 9 -

Emblem 10 -

Emblem 11 -

Emblem 12 -

Emblem 13 -

Emblem 14 -

Emblem 15 -

Emblem 16 -

Emblem 17 -

Emblem 18 -

Emblem 19 -

Emblem 20
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Literatur
- museum-digital : Splendor Solis
- Alchemywebsite : Splendor solis mit Bildern
- Splendor Solis - Das Purpurbad der Seele: Zweiundzwanzig Pforten der initiatischen Alchemie (Fabrica libri), Gabriele Quinque , Pomaska-Brand, 2012, ISBN-10: 393593789X ISBN-13: 978-3935937894
Referenzen
Weblinks
- Wiki Commons : Splendor Solis Bnf
- Hermetics.org : Splendor Solis
- Wiki zum Splendor Solis