Rosarium Philosophorum: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Rosarium Philosophorum (Rosengarten der Weisen) ist ein lateinisches Werk aus dem 13. Jahrhundert über die Stufen der [[Spirituelle Alchemie|spirituellen Alchemie]], die auch von den [[Rosenkreuzer]]n betrieben wurde. Es wird Arnaldus de Villanova (1235-1315) zugeschrieben. Die Titelseite zeigt eine Gruppe von Philosophen, die über die Herstellung des ''lapis philosophorum'' diskutieren. | Das Rosarium Philosophorum (Rosengarten der Weisen) ist ein lateinisches Werk aus dem 13. Jahrhundert über die Stufen der [[Spirituelle Alchemie|spirituellen Alchemie]], die auch von den [[Rosenkreuzer]]n betrieben wurde. Es wird Arnaldus de Villanova (1235-1315) zugeschrieben. Die Titelseite zeigt eine Gruppe von Philosophen, die über die Herstellung des ''lapis philosophorum'' diskutieren. | ||
== Auflagen == | |||
Das Buch wurde 1550 in Frankfurt auch als Teil II der ''De Alchimia Opuscula complura veterum philosophorum'' mit 20 Holzschnitten aufgelegt. Einige Bilder haben ähnliche Vorgänger wie im ''[[Buch der heiligen Dreifaltigkeit|Das Buch der Heiligen Dreifaltigkeit]]'' und Parallelen in der [[Philosophia Reformata]]. | Das Buch wurde 1550 in Frankfurt auch als Teil II der ''De Alchimia Opuscula complura veterum philosophorum'' mit 20 Holzschnitten aufgelegt. Einige Bilder haben ähnliche Vorgänger wie im ''[[Buch der heiligen Dreifaltigkeit|Das Buch der Heiligen Dreifaltigkeit]]'' und Parallelen in der [[Philosophia Reformata]]. | ||
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# London, Wellcome Library MS. 1091. | # London, Wellcome Library MS. 1091. | ||
# London, Wellcome Library MS. 4256. | # London, Wellcome Library MS. 4256. | ||
== Übersetzung == | |||
=== Übersetzung der englischen Version === | |||
<div class="mw-collapsible mw-collapsed akkordeon" style="border: 1px solid #a2a9b1; margin-bottom: 5px; background-color: white;"> | |||
<div style="font-weight: normal; padding: 5px 10px; cursor: pointer;"> === 1. Teil === </div> | |||
<div class="mw-collapsible-content" style="padding: 10px; background-color: #fff; border-top: 1px solid #a2a9b1;"> | |||
<poem> | |||
Wer die wahre Erkenntnis der höheren Wissenschaft der Philosophie erlangen möchte, der soll dieses kleine Buch fleißig studieren und es oft lesen, dann wird er sein ersehntes Ziel erreichen. Hört zu, ihr Kinder der alten Philosophen! Ich werde mit lauter und erhabener Stimme sprechen, denn ich komme zu euch, um euch den grundlegenden Zustand der menschlichen Dinge und den geheimsten Schatz aller Geheimnisse der ganzen Welt zu offenbaren. Ich werde es nicht verlogen und irrtümlich tun, sondern ganz klar und wahrhaftig. | |||
Deshalb hört mir aufmerksam zu, denn ich werde euch die Lehre und Weisheit vermitteln. Ich werde euch ein wahres Zeugnis dessen geben, was ich mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Händen gefühlt habe. Es gibt auch viele, die sich als betrügerische Prahler ausgeben und nach großen Mühen und Anstrengungen nichts als Elend erfahren. Ich werde daher klar und deutlich sprechen, damit sowohl Unkundige als auch Experten und Geschickte das Geheimnis dieses Mysteriums verstehen können. | |||
Niemand soll mich mit Recht verleumden oder gotteslästerlich bezeichnen, denn die antiken Philosophen haben so unklar und verworren geschrieben, dass sie weder verstanden werden noch übereinstimmen, weil verschiedene Männer, die nach dieser kostbaren Kunst suchten, entweder getäuscht oder von ihrem Vorhaben abgebracht wurden. Deshalb werde ich ohne Täuschung und Unklarheit das wahre Experiment vor euren Augen darlegen, zusammen mit den Ansichten der Philosophen, die unserem Zweck dienen, damit die Angelegenheit, um die wir bitten, klar und verständlich wird. | |||
Zunächst müssen wir feststellen, dass alle Menschen, die jenseits der Natur arbeiten, Betrüger sind und auf ungesetzliche Weise handeln. | |||
Ferner wird vom Menschen nichts anderes als Mensch geboren, und vom Tier nichts anderes als Tier, und jedes Gleiche bringt nichts anderes als seinesgleichen hervor. | |||
Daher kann derjenige, der nichts Eigenes hat, nicht nach Belieben etwas von einem anderen haben. | |||
Wir sagen dies, damit niemand sein Geld verliert. Denn manche Menschen, die sich durch den Verlust ihres Geldes täuschen lassen, und so in Armut leben, versuchen auch, andere Menschen zu verführen und sie in dasselbe Elend zu stürzen. | |||
Mein Rat ist jedoch, dass niemand in dieser Kunst zu voreilig sein soll, in der Hoffnung, etwas Großes zu erreichen, es sei denn, er kennt den Ursprung der wahren Natur und ihre Lehre. Ist dies bekannt, bedarf es nicht mehr als einer Sache, noch erfordert es große Ausgaben, denn es ist ein Stein, ein Heilmittel, ein Gefäß, eine Lehre und eine Gesinnung. | |||
Und wisse dies: Es ist eine wahrhaft wahre Kunst. Darüber hinaus hätten die Philosophen sich niemals die Mühe gemacht und studiert, solche Farbvielfalt und ihre Ordnung auszudrücken, wenn sie sie nicht gesehen und gefühlt hätten. | |||
Deshalb sagen wir noch einmal: Alle Menschen, die über die Natur hinausgehen, sind Betrüger und Betrogene. | |||
Deshalb lass deine Übung und Arbeit in der Natur wirken, denn unser Stein ist tierischen, pflanzlichen und mineralischen Ursprungs. | |||
Sei daher einig im Wesen der Natur und wage es nicht, hier dies und ein anderes Mal jenes zu versuchen, denn unsere Kunst wird nicht durch die Vielzahl der Dinge vollbracht, und obwohl ihre Namen vielfältig sind, ist sie doch immer nur eine Sache und von einer einzigen Natur. | |||
Denn was nicht in die Natur gelangt, was nicht von Natur aus in ihr ist, daher ist es notwendig, dass Handelnder und Leidender eins sind und in ihrer Art oder im Allgemeinen gleich, aber in ihrer Spezies verschieden, gemäß Merkur, wodurch die Frau vom Mann unterschieden wird, denn obwohl sie in einer Art übereinstimmen, unterscheiden sie sich doch deutlich, so wie Materie und Form verschieden sind, denn die Materie erleidet Einwirkung, aber die Form wirkt und formt die Materie nach ihrem Ebenbild. | |||
Daher begehrt die Materie naturgemäß die Form, wie die Frau den Mann und das Hässliche das Schöne, so dass der Körper | |||
den Geist freier umschließt, damit dieser zu seiner Vollkommenheit gelangen kann. | |||
Daher werdet ihr, indem ihr die natürlichen Wurzeln kennt, umso besser mit ihnen arbeiten können. Weil ich unseren Stein weder anders ausdrücken noch erklären kann, noch ihm einen anderen Namen geben kann, ist es durch das Vorhergehende offenkundig, dass unser Stein aus vier Elementen besteht, Reiche wie Arme besitzen ihn, und er ist überall zu finden. | |||
Er wird mit allen Dingen verglichen und besteht auch aus Körper, Seele und Geist und er wird von Natur zu Natur umgewandelt, bis hin zur höchsten Stufe seiner Vollkommenheit. | |||
Man hat auch gesagt, dass unser Stein aus einem einzigen Stoff besteht, und das ist wahr, denn die gesamte Kunstfertigkeit wird mit unserem Wasser vollbracht, denn dieses Wasser ist der Ursprung aller Metalle, und alle Metalle lösen sich darin auf, wie bereits erklärt wurde. | |||
Ebenso ist das Salz der Metalle der Stein der Weisen, denn unser Stein ist Wasser, das zu Gold und Silber erstarrt ist, und widersteht dem Feuer und löst sich wieder in das Wasser auf, aus dem er in seiner Art besteht. Daher ist die Reduktion von Körpern auf ihre Urmaterie, wie etwa auf Silberlebend, nichts anderes als die Auflösung der erstarrten Materie, durch die ein Schloss durch das Eindringen einer Natur in eine andere geöffnet wird. | |||
Daraufhin haben die Philosophen gesagt, dass Sol nichts anderes als gereiftes Silberlebend sei, denn im Merkur sind nur zwei Elemente wirksam, nämlich Erde und Wasser, die passiv sind, während die aktiven Elemente wie Luft und Feuer nur ihre Kraft und Wirkung entfalten, weil diese Dinge im reinen Merkur gemäß der gebotenen Verdauung und proportionalen Dekoktion aus der Kraft in die Wirkung überführt werden; dann entsteht Gold. Daher sind im Gold vier Elemente in gleichem Verhältnis zueinander angeordnet, und daher ist auch reifer und wirksamer Schwefel vorhanden. Unsere Kunst unterstützt die Natur, indem sie dem Merkur reifes Gold zuführt, in dem reifer und gut verdauter Schwefel enthalten ist, aber aus der Natur durch das Wirken der Natur. | |||
'''Arnoldus''': Wer diese Kunst erlernt und kein Philosoph ist, erweist sich als Narr, denn diese Wissenschaft ist nur den Philosophen vorbehalten. | |||
'''Der Ältere''': Diese Kunst ist Gottes Macht vorbehalten und ein Feind des Laienvolkes. | |||
Geber: Daher ist diese Kunst für arme und bedürftige Menschen nicht notwendig, sondern vielmehr ein Feind. | |||
'''Aristoteles''' im zweiten Buch seiner Politik: Es ist unmöglich für einen Armen, Philosoph zu sein. | |||
Es gibt nach den Philosophen einen zweifachen Weg in dieser Kunst: den universellen und den partikularen. Der universelle Weg ist leicht und selten und entspringt wahren und natürlichen Ursprüngen. Durch ihn härtet eine schnelle und verbessernde Kraft Quecksilber augenblicklich und in einem Augenblick und verwandelt jedes ordnungsgemäß vorbereitete Metall in echtes Gold oder Silber. | |||
''Der zweite Weg hingegen'' wird partikular genannt und ist schwer und mühsam. Beachten Sie Folgendes: Obwohl die Alchemie im universellen Sinne teils natürlich und teils künstlich ist, überwiegt doch ihre Natürlichkeit, da von Natur aus nichts Fremdes oder Ungewöhnliches in den Weg der wahren Alchemie gebracht wird. Die Natur hat, womit sie wirken kann, weil Aktives und Passives durch eine sachgerechte Verbindung und Anwendung verknüpft werden; den Rest aber vollbringt die Natur von selbst. | |||
'''Platon''': Unser Stein ist etwas, das weder das Feuer berührt hat noch vom Feuer berührt wurde; daraus entsteht unser Quecksilber. | |||
Es gibt drei Arten von Arbeitern in der Alchemie: den Alchemisten, den Lauchimisten und den Lachrymisten. Nicht jeder, der „Nimm, nimm!“ sagt, wird diese Kunst erlernen, denn es gibt nur ein Rezept, und ein Körper kann nicht in einen anderen übergehen. | |||
'''Gratianus''': Nimm dies und dies und tu dies und jenes, und du wirst dies erhalten, und dies ist allen Philosophen gemein. | |||
Daraufhin sagte der Philosoph: Das erste Wort, „Nimm, nimm!“, hat viele Irrtümer verursacht; daher besteht die erste Aufgabe darin, die Materie des Steins aufzulösen, das heißt, nicht gewöhnliches Quecksilber. | |||
'''Arnoldus''': Narren, die die Aussagen der Philosophen wörtlich verstehen, finden keine Wahrheit und nennen sie eine falsche Wissenschaft, weil sie sie ausprobiert und nichts gefunden haben. Dann verfallen sie in Verzweiflung und verdammen diese Wissenschaft und ihre Schriften. Daher misst die Wissenschaft ihnen wenig Bedeutung bei, denn unsere Wissenschaft von den Geheimnissen der Natur hat keinen Feind außer den Unwissenden, wie die folgenden Verse belegen: | |||
Dieser Stein wird gering geachtet von Menschen mit beschränktem Verstand Doch die Weisen und Gelehrten messen ihm große Bedeutung bei | |||
'''Alphidius''': Wisst dies: Gott hat nicht verordnet, dass dieser Stein, dessen großes Geheimnis so hochgelobt wird, zu einem hohen Preis erworben werden soll. | |||
Denn er liegt einfach auf dem Weg und kann sowohl von einem Armen als auch von einem Reichen erworben werden, damit jeder Mensch ihn durch Vernunft und Erkenntnis erlangen kann. „Argent Vive“ ist nicht der Stein, woraufhin Constantinus sagt: „Weil es schmelzbar ist, ist es nicht der Stein.“ | |||
Argent vive ist Feuer, woraufhin der Philosoph sagte: „Wisse also, dass Argent vive Feuer ist und Körper mehr verbrennt als Feuer.“ | |||
Wir sind der Anfang und die Urnatur der Metalle, durch uns entsteht die wichtigste Tinktur. | |||
Es gibt keine Quelle und kein Wasser, das mir gleicht. Ich heile und helfe Reich und Arm, Doch bin ich voller schädlichen Giftes. | |||
Die Säfte der Lunaria, Aqua Vitae, Fünfte Essenz, Weingeist, Pflanzenquecksilber sind eins. Die Säfte der Lunaria werden aus unserem Wein hergestellt, was nur wenigen unserer Kinder bekannt ist, und daraus wird unsere Lösung hergestellt, und unser trinkbares Gold wird daraus hergestellt, das dessen Mittel ist und ohne es nicht existieren kann. | |||
Denn der unvollkommene Körper wird in die Urmaterie verwandelt, und jene Wasser, vereint mit unserem Wasser, ergeben ein reines und klares Wasser, das alles reinigt und doch alles Notwendige in sich enthält. Und dieses Wasser, mit dem unsere Lehre vollbracht wird, ist kostbar und zugleich billig, denn es löst Körper nicht mit gewöhnlicher Lösung auf, wie der Unwissende behauptet, die den Körper in Wolkenwasser verwandelt, sondern durch die wahre philosophische Lösung, in der der Körper in sein ursprüngliches Wasser zurückverwandelt wird, aus dem er von Anbeginn an bestanden hat, eben dieser Körper. Das heißt, das Wasser verwandelt Körper in Asche. | |||
Doch wisst dies: Die Kunst der Alchemie ist eine Gabe des Heiligen Geistes, und wisst, dass wir in unseren Tagen Meister Arnold de Villa Nova am römischen Hof hatten, einen großen Arzt und Theologen, der auch ein bedeutender Alchemist war und kleine Goldstücke herstellte, die er für alle Prüfungen zur Verfügung stellte. | |||
'''Arnoldus''': Die Kunsthandwerker der Alchemie sollen dies wissen: Die Formen der Metalle können nur umgewandelt werden, wenn sie in ihre ursprüngliche Materie zurückgeführt werden, und dann werden sie in eine andere Form umgewandelt als die, die sie zuvor hatten. | |||
Und das liegt daran, dass die Verfälschung einer Sache die Entstehung einer anderen ist, sowohl bei künstlichen als auch bei natürlichen Dingen. | |||
Denn die Kunst ahmt die Natur nach und vervollkommnet und übertrifft sie in mancher Hinsicht, so wie der Natur durch den Fleiß des Arztes geholfen wird. | |||
'''Der Spiegel''': Nutze daher die Natur weise, denn die Natur kann nur in ihrer eigenen Natur verbessert werden. Füge ihr nichts Fremdes hinzu, weder Pulver noch irgendetwas anderes, denn verschiedene Eigenschaften machen den Stein nicht vollkommen, und nichts, was nicht aus ihm entsprungen ist, gelangt in ihn hinein. Denn wenn etwas Fremdes oder Ungewöhnliches hinzugegeben wird, wird er sofort verdorben, und das Gesuchte wird nicht erreicht. | |||
Daher sage ich dir: Solange du nicht zu Beginn des Abkochens ähnliche Dinge nimmst und sie behutsam führst, bis alles zu Wasser geworden ist, hast du das Werk nicht vollbracht. Darum will ich das kostbare Geheimnis den Schülern offenbaren, damit sie nicht vergeblich müde werden, denn dieses Lehramt besteht nichts anderes als darin, Silber und Schwefel zu kochen, bis das Silber vollständig vermischt ist. | |||
Dies schützt den Schwefel vor dem Verbrennen, wenn das Gefäß gut verschlossen ist, sodass das Silber nicht verdunstet und der Schwefel nicht | |||
verbrennt oder verbraucht wird, denn unser Silber ist unser reines Wasser. Und wir sehen das Beispiel im gewöhnlichen Wasser: Alles, was darin gekocht wird, verbrennt erst, wenn das Wasser verbraucht ist und das Feuer sehr stark ist. Und wenn das Wasser verbraucht ist, verbrennt das, was sich im Gefäß befindet. Deshalb haben die Philosophen uns geboten, die Öffnung des Gefäßes fest zu verschließen, damit unser gesegnetes Wasser nicht ausströmt, sondern das, was sich im Gefäß befindet, vor dem Verbrennen schützt. Wenn Wasser mit diesen Dingen vermischt wird, hindert es das Feuer daran, sie zu verbrennen, und dann sind diese Dinge vollbracht und vollbracht. | |||
Und je größer die Flamme ist, desto mehr muss sie im Innersten verborgen sein, damit sie nicht durch die Hitze des Feuers Schaden nimmt. | |||
Das Wasser nimmt sie in seinem Inneren auf und wehrt die Flamme des Feuers von ihnen ab. | |||
Ich wünsche mir jedoch, dass alle Suchenden dieser Kunst anfangs ein sanftes Feuer entzünden, bis Geduld zwischen Wasser und Feuer entsteht. | |||
Und wenn ihr seht, dass das Wasser stillsteht und nicht aufsteigt, dann braucht ihr euch nicht darum zu kümmern, welcher Art das Feuer ist. Dennoch ist es gut, es mit Geduld zu beherrschen, bis Geist und Körper eins sind, sodass die Körper zusammengesetzt und die Zusammengesetzten zusammengesetzt werden. | |||
Daher ist Wasser das, was weiß und rot macht. Es ist das Wasser, das tötet und wiederbelebt. Es ist das Wasser, das brennt und erhitzt. Es ist das Wasser, das auflöst und gerinnt. Es ist das Wasser, das verwest und danach Neues und Gegensätzliches hervorbringt. | |||
Darum, mein Sohn, rate ich dir, all deine Mühe und deinen Fleiß dem Auskochen des Wassers zu widmen. | |||
Und lass es dich nicht beunruhigen, wenn du die Frucht davon ernten und dich um nichts anderes als um Wasser kümmern willst. | |||
Koche das Wasser nach und nach aus, lass es gären, bis es seine Farbe in eine vollkommene verwandelt hat. | |||
Achte darauf, dass du anfangs nicht die Blüten und das Grün verbrennst und sei nicht zu voreilig in deinem Werk. | |||
Denke daran, dass deine Tür gut und fest verschlossen ist, damit niemand, der darin ist, entfliehen kann. | |||
So wirst du mit Gottes Hilfe den gewünschten Erfolg erzielen. Die Natur wirkt nach und nach, darum möchte ich, dass auch du so handelst, ja, lass deine Vorstellungskraft der Natur entsprechen und sieh, wie die Körper in den Schoß der Erde nach der Natur erneuert werden. | |||
Stell dir das mit wahrer Vorstellungskraft vor, nicht mit Fantasie, und sieh dir auch an, welche Farbe der daraus entstehende Sud hat, ob er heftig oder angenehm ist. | |||
'''Geber''' – Von der Erforschung der Wahrheit Wir haben in unseren Bänden die geheimen und natürlichen Kräfte und die Eigenschaften natürlicher Dinge betrachtet und durch unsere eigene Erfahrung die Erforschung einer völlig sicheren Sache. Wir haben nichts anderes gefunden als die Stoffe, aus denen unsere Medizin besteht, damit sie diese Eigenschaften in sich birgt, Körper zu verwandeln. | |||
'''Erstens''', damit sie eine äußerst feine Erde in sich birgt, unbrennbar und geeignet, alles mit ihrer eigenen Grundfeuchtigkeit zu binden. | |||
'''Zweitens''', damit sie eine luftige und feurige Feuchtigkeit gleichmäßig vereint, sodass, wenn eine Komponente flüchtig ist, die anderen es auch sind. | |||
Und weil diese Feuchtigkeit alle anderen Feuchtigkeiten überstrahlt, wird diese ausreichende Ascheschicht gebildet, soweit sie nicht fehlt, mit einer untrennbaren Beständigkeit der Erde, die sich ohne Verdunstung anhaftet. | |||
'''Drittens''', weil die natürliche Beschaffenheit der Feuchtigkeit so ist, dass sie aufgrund ihrer Homogenität in allen ihren Eigenschaften | |||
die Unterschiede der anhaftenden Erde durch die Umwandlung beider ausgleicht, weil sie in der Homogenität beider auf tugendhafte Weise mit einem unauflöslichen Band der Verbindung gemildert wird und nach dem Grad der abschließenden Zubereitung gute Schmelzeigenschaften aufweist. | |||
'''Viertens''', weil diese Homogenität von solcher Reinheit des Wesens und künstlich von allen brennbaren und verbrannten Substanzen gereinigt ist, dass alles, was mit ihr verbunden wird, nicht von ihr verbrannt wird, sondern sie vor dem Verbrennen bewahrt. | |||
'''Fünftens''', weil sie eine klare und helle Farbe in sich hat, weiß, rot, rein, unbrennbar, stabil und fest, die weder durch Feuer noch durch verbrannte Schwefele oder scharfe Ätzmittel verändert werden kann. | |||
'''Sechstens''', weil die gesamte eingepfropfte Verbindung mit ihrer endgültigen Wirkung von solch feiner und dünner Substanz ist, dass sie nach der letzten Zugabe des Dekokts von einer äußerst dünnen Schmelze, ähnlich Wasser, zurückbleibt und tief in die Veränderlichkeit des Letzten eindringt, unabhängig davon, wie die Schmelze oder das Schmelzen in der Wirkung auch immer sein mag. Sie haftet auf natürliche Weise mit ihrem Rauch, mit ihrer Affinität und Nähe, und mit untrennbarer Härte gegen den Eindruck des Feuers, selbst in seiner Stunde, in der sie Körper geistig in ihre eigene Natur zurückführt. | |||
Nach Berücksichtigung dieser Dinge finden wir durch unsere Untersuchung sieben notwendige und nützliche Eigenschaften in unserem Stein: | |||
Öligkeit, Dünnigkeit, Affinität der Substanz, Radikale Feuchtigkeit, Reinheit, Klarheit, Fixierende Erde und Tinktur. | |||
''Die erste Eigenschaft'', die Unterschiede aufweist, ist jedoch die Öligkeit, die in der Projektion ein universelles Schmelzen und Öffnen der Medizin bewirkt. Denn die plötzliche und bequeme Verschmelzung der Medizin ist vor allem nach der Projektion notwendig, die mit natürlicher Öligkeit vermischt und vermengt wird. | |||
''Das Zweite'' ist die Feinheit der Materie oder ihre spirituelle Subtilität, dünn und fließend in der Verschmelzung, wie Wasser, | |||
das bis zum Grund eines sich verändernden Dings vordringt, denn zweitens ist nach der Verschmelzung der Medizin deren Eindringen unmittelbar notwendig. | |||
''Drittens'' ist die Affinität oder Nähe zwischen dem Elixier und dem zu transformierenden Ding notwendig, die ein gewisses Anhaften oder Halten beim Zusammentreffen bewirkt, denn drittens ist nach dem Eindringen der Medizin das Anhaften oder Halten zweckmäßig und notwendig. | |||
''Die vierte Eigenschaft'' ist radikale Feuchtigkeit und feurige Verfestigung sowie die Härtung der gereinigten Bestandteile durch Anhaften ihrergleichen und durch eine untrennbare Verbindung aller gleichen Bestandteile, denn viertens ist nach dem Anhaften oder Verkleben die Härtung oder Verfestigung der Bestandteile mit ihrer radikalen und schleimigen Feuchtigkeit zweckmäßig und notwendig. | |||
''Die fünfte Eigenschaft'' ist Reinheit und vollkommene Klarheit, die in der gegenwärtigen Verbrennung einen herausragenden Glanz und Pracht verleiht, nicht jedoch jenen, die nach dem Verhärten der gereinigten Bestandteile hinzugefügt werden und übrig bleiben, denn das Mittel und das eigentliche Feuer können genügend sein, um alle fremden und verhärteten Überschüsse zu verbrennen, weshalb Fäulnis unmittelbar folgt und sehr | |||
notwendig ist. | |||
''Die sechste Eigenschaft'' ist feste Erde, gemäßigt, dünn, fein, fest, unbrennbar, die Dauerhaftigkeit der Fixierung verleiht, in Lösung haftet, in sich selbst steht und dem Feuer trotzt, denn sechstens ist die Fixierung nach der Reinigung notwendig. | |||
''Die siebte'' ist die Tinktur, die eine helle und vollkommene Farbe, weiß und tiefrot, verleiht und die Verfärbung und Verfestigung wandelbarer Dinge bewirkt, denn siebtens ist die richtige Tinktur nach der Fixierung notwendig, um jede wandelbare Substanz in wahres Gold und Silber mit all seinen sicheren und bekannten Unterschieden zu verwandeln. | |||
''Calidus der Philosoph'' spricht von unserem Wasser: Denn es ist ein Feuer, das alles verbrennt und zermahlt, Argent vive ist | |||
Essig. | |||
'''Sokrates in der Turba''': „Die erste Kraft ist Essig, das heißt Argent vive.“ | |||
Turba: „Wenn man den Körper ohne Essig ins Feuer legt, verbrennt er, das heißt ohne Argent vive … Es ist der schärfste Essig, der den bloßen Körper ausmacht, ohne den keine Farbe kommt.“ | |||
Beachten Sie wohl, dass den Philosophen in der Kunst unseres Lehramtes nichts verborgen bleibt, außer dem Geheimnis der Kunst, das niemandem offenbart werden darf, denn wer es täte, würde verflucht werden und den Zorn des Herrn auf sich ziehen und an der Lähmung sterben. Daher liegt aller Irrtum in der Kunst, weil sie ihr nicht das gebührende Material entnehmen. | |||
Daher wende dich ehrfürchtig der Natur zu; aus ihr, durch sie und in ihr ist unsere Kunst entstanden und in nichts anderem, und daher ist unser | |||
Lehramt ein Werk der Natur und nicht eines Handwerkers. Und so erlangt derjenige, der den Anfang nicht kennt, das Ende nicht, und wer nicht weiß, was er sucht, ist auch unwissend, was er finden wird. | |||
Wisse also, dass Kupfer, das das Gold der Philosophen ist, ihr Gold ist, aber der Ältere sagte: „Unser Gold ist nicht gewöhnliches Gold.“ | |||
Und ihr habt nach dem Grün gesucht, weil ihr dachtet, Kupfer sei aufgrund seines Grüns ein aussätziger Körper. | |||
Darum sage ich euch, dass alles Vollkommene am Kupfer nur dieses Grün ist, das darin ist. | |||
Denn dieses Grün wird durch unsere Kunst schnell in unser reinstes Gold verwandelt, und das haben wir versucht. | |||
Ihr aber könnt den Stein keinesfalls ohne das grüne, flüssige Duenech herstellen, das in unseren Mineralien wächst. | |||
O gesegnetes Grün, das alles hervorbringt. Ihr wisst, dass keine Pflanze und Frucht wächst, die nicht grün ist. | |||
Wisset also, dass die Entstehung dieses Dings grün ist, weshalb die Philosophen es ihr Wachstum oder ihre Quelle nannten. | |||
Und ebenso nannten sie es ihr Reinigungswasser oder Fäulniswasser, und sie sprachen die Wahrheit, denn es wird durch ihr Wasser gereinigt oder von seiner Schwärze befreit. Es wird gewaschen und wird dadurch weiß und später rot. Wisse also, dass es keine wahre Tinktur gibt, außer der unseres Kupfers. | |||
Koche es daher mit seiner Seele aus, zermahle es und fahre so fort, bis der Geist mit seinem Körper vereint und eins geworden ist, und du wirst dein Verlangen befriedigen. Die Weisen haben ihm viele Namen gegeben, aber beachte nur das, was an Silber und Körpern haftet, und du wirst die wahre Erkenntnis und Wissenschaft erlangen. | |||
Damit ihr euch aber nicht irrt, wisst, was es bedeutet, in Körpern zu haften. Manche behaupten, gewöhnliches Silber hafte in Körpern, was | |||
falsch ist. Denn sie meinen, das Kapitel Gebers über Silber zu verstehen, in dem er sagt: „Wenn wir andere Dinge untersuchen, finden wir durch unsere Suche nichts, was der Natur der Körper freundlicher wäre als Silber “. | |||
Doch all dies muss vom philosophischen Silber verstanden werden, denn es haftet nur in Körpern, und die alten Philosophen konnten nichts anderes finden, was an Körpern haften würde als ''philosophisches Silber'', denn gewöhnliches Silber haftet nicht in Körpern, sondern die Körper haften am Silber. | |||
Und dies ist durch Erfahrung wahr, denn wenn gewöhnliches Silber mit einem Körper verbunden wird, bleibt das Silber in seiner eigenen Natur oder löst sich auf und nimmt dem Körper nicht seine Natur an. Und deshalb haftet es nicht an den Körpern, sondern die Körper haften daran und bleiben daran haften, und deshalb werden viele Menschen bei der Arbeit mit diesem gewöhnlichen Silbernen Vive getäuscht, denn es ist klar, dass unser westlicher Stein, der das silberne ''Argent Vive'' übertrifft, der sich vor Gold erhoben und es überwunden hat, derjenige ist, der tötet und wieder zum Leben erweckt. Wisst daher, dass das geronnene und in seiner eigenen Natur abgetötete Silberne Vive der Vater aller Wunder dieses unserer Lehramtes ist, und es ist ein Geist und ein Körper, das heißt, ein geistiger Körper, weil es durch Sublimation aufsteigt. Und dies liegt daran, dass Geber sagte, die Betrachtung des Wahren, das alles bewirkt, sei die Betrachtung der Wahl der reinen Substanz des Silbernen Vive, aber von der insbesondere diese Substanz des Silbernen Vive gewählt werden kann, die eifrig gesucht werden muss. Und wir antworten, dass sie aus den Dingen gewählt wird, in denen sie ist. | |||
Darum, mein Sohn, betrachte und finde heraus, wo diese Substanz ist, und nimm sie und keine andere, wenn du zur wahren Erkenntnis gelangen willst. Ich sage dir in der Liebe Christi, dass weder wir noch die alten Philosophen jemals etwas finden konnten, das im Feuer beständig und lebendig ist, sondern nur jene geschmeidige, vollkommene und brennbare Feuchtigkeit. | |||
Und diese Feuchtigkeit, wenn sie richtig zubereitet ist, verwandelt alle Körper, die sie berührt, in wahres Gold, insbesondere den Mond. | |||
Die Wurzel dieser Kunst ist die Seife der Weisen, das Mineral aller Salze. Sie wird bitteres Salz genannt, weil sie aus dem Meer stammt und schärfer ist als alle anderen Salze. Körper und Geister werden damit kalziniert, und die Auflösungen und Gerinnungen des Elixiers werden damit hergestellt. | |||
'''Geber''': Beachte, dass kein Silber entstehen kann, solange nicht alle Stoffe aufgelöst sind. | |||
''Zweitens'', dass keine Lösung außer im dafür vorgesehenen Blut, also im Quecksilberwasser, hergestellt werden darf, das Drachenwasser genannt wird. | |||
''Drittens'', dass Drachenwasser nicht ohne Zusätze in einem Destillierkolben hergestellt werden darf, und bei der Herstellung entsteht ein starker Gestank. | |||
''Viertens'', dass sich mit diesem Wasser Amalgam, Körper, Geist und kurz gesagt alle Dinge im Allgemeinen, die seiner Natur entsprechen, auflösen lassen. | |||
'''Fünftens'', dass dieses Wasser rein und sauber sein und daher nur aus einem gereinigten Drachen hergestellt werden darf. | |||
Und der Drache soll gereinigt werden, indem man ihn dreimal erhöht und dann wiederbelebt. | |||
''Sechstens'', dass das Gelöste in warmem und feuchtem Wasser, also in Pferdemist, gereinigt werden muss. Daraus entsteht Schwärze. | |||
''Siebtens'', dass es in der trockenen Sonne, in der Feuchtigkeit des Balneo Maria, gerinnt. | |||
''Achtens'', dass die Zeit der Vollendung des Elixiers weniger als ein Jahr beträgt, so müssen wir doch erkennen, dass es sich um die Zeit der | |||
Entwicklung des Menschen im Mutterleib handelt. | |||
''Neuntens'', dass Quecksilber keinesfalls getötet wird, sondern durch den Geruch des Körpers, vollendet von Rot zu Rot und von Weiß zu Weiß. | |||
Und dass der Körper Gewicht verleihen kann, wobei sein eigenes Gewicht erhalten bleibt, gibt es vier Dinge, mit denen unsere Arbeit vollbracht wird: Gewicht, Feuer, Körper und Geist. | |||
''Zehntens'', dass alle wiederbelebten Dinge in der Kunst nicht abgelehnt werden dürfen. | |||
''Elftens'', dass, wenn die Sache vorbereitet und in das Gefäß gegeben ist, es dann Frauensache und Kinderspiel ist, weil die Meisterschaft in einem Gefäß vollbracht werden kann. Ebenso hat, wer wahres Quecksilber besitzt, auch das Elixier, denn das Elixier ist abgetötetes Quecksilber oder mit dem Geruch des Körpers fixiert, weil der Drache nur mit seinem Bruder und seiner Schwester stirbt. | |||
Beachten Sie ferner, dass Quecksilber gänzlich aus dem Körper bestehen muss, das heißt, dass Fixiertes mit Flüchtigem, das heißt mit reinem Quecksilber, flüchtig gemacht werden muss. | |||
Und es ist notwendig, dass mehr vom Flüchtigen als vom Festen vorhanden ist, vom Doppelten bis zum Fünffachen bis zum Sechsfachen bis zum Zehnfachen, und nicht weiter. Je mehr flüchtige Bestandteile vorhanden sind, desto langsamer werden sie fixiert, und das Feste wird innerhalb eines Monats flüchtig. Und beachte: Ein Elixier kann nur entstehen, wenn Körper und Geist alle Elemente durchlaufen. Das heißt, alle Naturen der Elemente, damit sie zuerst zu Erde werden, dann zu Luft, also Dampf, dann zu Wasser und schließlich zu Feuer, denn alles, was nicht vor dem Feuer flieht, noch im Feuer abnimmt oder verzehrt wird, wird Feuer genannt. | |||
Wer das Geheimnis dieser Kunst ergründen will, muss die Ursubstanz unserer Körper kennen, denn sonst wird er seine Mühe vergeblich vergeuden. | |||
Die Ursubstanz der Körper ist nicht gewöhnliches Quecksilber, sondern ein öliger und feuchter Dampf. | |||
Denn aus der Feuchtigkeit wird der Mineralstein gebildet und aus der Öligkeit der metallische Körper. Denn es ist angemessen, dass die Körper in solch einen öligen Dampf verwandelt werden, und bei der Verwandlung werden die Körper getötet und das Samenkorn des Körpers wird vernichtet. | |||
Und dies geschieht mit Hilfe unseres weißen und roten Wassers. | |||
Und versteht es, dass wenn das Korn, das heißt das Korn des Körpers, nicht in die Erde, das heißt in ihr erstes Wasser, geworfen wird, welches ein öliger Dampf oder das Quecksilber der Weisen und Philosophen ist, und ein solcher Dampf wird der bekannte Stein in den Kapiteln der Bücher genannt, der Anfang der Materie unserer Tätigkeit und öliger Schwefel, aus dem die fünfte Essenz gewonnen wird, bei der Vollendung Quecksilber jeden Körper in Sonne und Mond färbt, je nachdem, wie der Stein schließlich zubereitet wurde. | |||
Beachtet ferner, dass, obwohl alle alten Weisen der Alchemie vieles über Salz gesagt und geschlussfolgert haben und weil sie von der Seife der Weisen und dem Schlüssel sprechen, der schließt und öffnet und wieder schließt, und niemand ohne diesen Schlüssel öffnet, sie sagen, dass kein Mensch auf dieser Welt die Vollkommenheit dieser Wissenschaft erreichen kann, wenn er nicht weiß, wie man Salz nach seiner Zubereitung kalziniert. | |||
Und man sagt, es müsse drei Tage lang an einem gemäßigten Ort ruhen, damit die Hitze des Feuers und die Dämpfe verdunsten können. Daraus schließe ich, dass jedes gute und vollkommene Heilmittel der Alchemie, jedes Elixier oder Pulver wie Salz sein muss, selbst Salz sein und die Kraft des Salzes besitzen muss, langsam zu schmelzen und beim Auftragen auf geschmolzene oder feurige Metalle tief einzudringen. Geber warnt uns davor, wenn er sagt: „Das Heilmittel muss schneller schmelzen als Quecksilber, damit es vor dem Entweichen des Quecksilbers schmilzt und das Feuer es nicht verzehren oder zerstören kann. Dann wird es schmelzbares Salz und unverbrennbares Öl und die Seife der Weisen genannt.“ | |||
Beachte ebenso, dass das Salz der Metalle Quecksilber in wahres Sol und Luna verwandelt und so das Salz der Tiere jedes Tier in wahre Mäßigung und einen guten Teint verwandelt. Das Feuer des Dungs ist die wirkende Ursache im Werk der Verdauung unseres Steins, auch das Feuer von ''Balneo Maria'' hat keine Kraft, obwohl es an seinem Ort am gemäßigtsten ist. | |||
'''Alphidius''': Das, was ich dir zeigen werde, im Feuer zu kochen, bedeutet, es in feuchtem Pferdemist zu begraben, denn das Feuer der Weisen ist feucht und trüb, und es ist im zweiten Grad warm und im ersten Grad feucht. Die Eigenschaft dieses Feuers besteht nicht darin, das Öl, das die Substanz ist, zu zerstören, sondern es vermehrt sich aufgrund dieser gemäßigten Feuchtigkeit, denn nur diese Hitze ist gleichmäßig und gemäßigt, und dies ist für die Entstehung jener Sache sehr notwendig. | |||
'''Geber''': Weil die Dämpfe äußerst subtil sind und einer gemäßigten Dekoktion bedürfen, damit sie sich in sich selbst verdicken können, gemäß der Gleichheit, die nur für gemäßigte Hitze gilt, ist die Verdickung der Feuchtigkeit und Vollkommenheit der Mischung, und nicht zu weit gehend, denn die Entstehung und Fortpflanzung natürlicher Dinge erfolgt gewöhnlich durch gemäßigte und gleichmäßige Hitze, wie nur Pferdemist feucht und warm ist. | |||
'''Hermes, Das vierte Buch der Abhandlungen''': Es ziemt sich für den, der diese Kunst und geheime Weisheit erlernen will, das Laster der Arroganz von sich zu weisen und tugendhaft, ehrlich und tiefgründig im Verstand zu werden, höflich zu den Menschen, fröhlich und freundlich im Antlitz, geduldig und verschwiegen. Mein Sohn, vor allem rate ich dir, Gott zu fürchten, in dem der Blick auf dein Wesen ruht und in dem dir in allem, was dir entzogen ist, Hilfe zukommt. | |||
'''Geber, Das Buch der vollkommenen Meisterschaft''': Es ist notwendig, dass der Meister dieser Wissenschaft überaus scharfsinnig ist, und die Eigenschaften der Metalle und ihre Entstehung, die Schwächen und Unvollkommenheiten ihrer Mineralien kennt und versteht, bevor er sich dieser Kunst zuwenden kann. Kein Handwerker, der mit grobem und stumpfsinnigem Verstand beladen ist oder geizig oder habgierig in seinen Ausgaben ist, noch ein Mann mit zweifelhaftem oder wankelmütigem Gemüt, sei er übermäßig glücklich oder pingelig, sondern der Sohn der Gelehrsamkeit, erfüllt von subtilem und klugem Verstand, ausreichend reich, freigiebig, gesund, fest und beständig in seinem Vorhaben, geduldig, sanftmütig, langmütig und maßvoll. | |||
'''Alphidius''': Mein Sohn, wisse, dass du diese Wissenschaft erst erlangen kannst, wenn du deinen Geist auf Gott läuterst und Gott dich als standhaft und aufrichtig erkennt. Dann erst wird er dich zum Herrscher über die Welt machen. | |||
Aristoteles: Wenn Gott wüsste, dass im Menschen ein treuer Geist wohnt, würde er ihm dieses Geheimnis offenbaren. | |||
Die Korrektur des Unwissenden: Jede Kunst muss die Schlacke nachahmen und ihr Wesen verstehen, und so ahmt die Kunst ihre Natur nach. | |||
Wisse, du unwissender Mensch, dass die Natur selbst durch die Kunst erkannt wird und nicht verändert werden kann. | |||
Derjenige, der der Natur folgt, muss daher zwangsläufig zu einem vollkommenen Ende der Geheimnisse der Philosophen gelangen. | |||
Hermes und Geber: Wer diese Kunst einmal vollständig vollendet, sollte tausend Jahre leben und täglich viertausend Menschen ernähren, dem wird es niemals an etwas mangeln. | |||
'''Der Ältere''': Derjenige ist so reich, der den Stein besitzt, aus dem das Elixier gemacht ist, wie derjenige, der das Feuer besitzt, Feuer geben kann, wem er will, wann er will und so viel er will, ohne Gefahr oder Mangel für sich selbst. | |||
''Die Tafel der Höheren Wissenschaft'' | |||
Zuerst wird in unserem Grünen Löwen die wahre Materie und ihre Farbe beschrieben, die Adrop, Azoth oder Duenech genannt wird. | |||
''Im zweiten Kapitel'' wird, wie auch im dritten, beschrieben, wie Körper in philosophisches Silber aufgelöst werden, das heißt in Wasser unseres Quecksilbers, und daraus wird ein neuer Körper gebildet. | |||
''Im vierten Kapitel'' wird die Verwesung der Philosophen beschrieben, die in unseren Tagen nie beobachtet wurde und Schwefel genannt wird. | |||
''Im fünften Kapitel'' wird beschrieben, wie der größte Teil dieses Wassers zu schwarzer, fauliger Erde wird, von der alle Philosophen sprechen. | |||
''Im sechsten Teil'' wird geschildert, wie die schwarze Erde anfangs über dem Wasser schwebte und nach und nach im Boden des Gefäßes versank. | |||
''Im siebten Teil'' wird geschildert, wie sich die Erde wieder in ölfarbenem Wasser auflöst und dann das Öl der Philosophen genannt wird. | |||
''Im achten Teil'' wird geschildert, wie der Drache in seiner Schwärze geboren wird, sich mit seinem Quecksilber nährt, sich selbst tötet und darin ertrinkt. Das Wasser wird etwas gehellt, und das ist das Elixier. | |||
''Im neunten Teil'' wird geschildert, wie das Wasser vollständig von seiner Schwärze gereinigt wird und milchig-weiß bleibt, und viele Farben erscheinen in der Schwärze. | |||
''Im zehnten Teil'' wird geschildert, wie die schwarzen Wolken, die sich im Gefäß über dem Wasser befanden, in ihren Körper herabstiegen, von wo sie gekommen waren. | |||
''Im elften Kapitel'' wird beschrieben, wie Asche strahlend weiß wird, wie glänzender Marmor, und das ist das Weiße Elixier, und der Zuwachs ist Asche. | |||
''Im zwölften Kapitel'' wird beschrieben, wie diese Weiße in ein Rot wie ein Rubin verwandelt wird, und das ist das Rote Elixier. | |||
Und wenn du das ganze Werk vollkommen verstehen willst, dann lies einen Teil nach dem anderen, und du wirst Wunder sehen. | |||
Ich habe all dies in meinen Tagen gesehen, bis hin zum Löwen. Ich habe nicht von allem gesprochen, was zu diesem Werk gehört und notwendig ist, denn es gibt Dinge, über die die Menschen nicht sprechen dürfen. Und es ist unmöglich, diese Kunst zu erkennen, es sei denn, sie wird von Gott oder einem Meister, der ihn berühren kann, offenbart. Und wisse, dass dies ein sehr langer Weg ist, deshalb ist Geduld in diesem unserer Lehramtsgebiete notwendig. Argent vive ist Kochsalz. | |||
'''Rosarius''': Kochsalz löst Gold und Silber auf und verstärkt die Röte des Goldes und die Weißheit des Silbers; es wandelt Kupfer von seiner Körperlichkeit in seine Geistigkeit um, und dadurch werden Körper kalziniert. | |||
'''Licht der Lichter''': Hätte der allmächtige Gott dieses Salz nicht erschaffen, wäre das Elixier nicht möglich gewesen, und das Studium der Alchemie wäre vergebliche Mühe gewesen. Beachte dies: Es gibt vier Arten von Quecksilber – rohes Quecksilber, sublimiertes Quecksilber, Magnesiumquecksilber und salziges Quecksilber. Doch Quecksilber ist erfüllt von Mond(Luna): | |||
Quecksilber der Philosophen, das ist die Substanz, in der das Quecksilber der Philosophen enthalten ist. Und es ist das, was die Natur nur wenig bearbeitet und in eine metallische Form gebracht hat, und doch hat sie es unvollkommen gelassen. Daher müssen wir beachten, dass es sich um etwas handelt, das als das Mittel der Ingression bezeichnet wird, das weder vollkommen noch gänzlich unvollkommen ist. Weil aus dem Nichts nichts geschaffen werden kann und weil die Natur es nicht vollendet hat, kann der Handwerker es von der Unvollkommenheit zur Vollkommenheit führen, indem er der Natur selbst hilft, und das wird der Stein der Unsichtbarkeit, der Heilige Stein, das Gesegnete genannt. | |||
''Geber'': Silberner Schwefel hat keine Veränderung, daher besteht seine Reinigung in der Erneuerung seiner Erdigkeit und Wasserigkeit durch gezielte Maßnahmen. Ist er rein, gerinnt er mit der Kraft des nicht brennenden weißen Schwefels zu Silber, und dies ist so ausgezeichnet, | |||
dass man daraus durch geschickte Verarbeitung ein Elixier für Silber herstellen kann. Handelt es sich jedoch um ausgezeichneten, nicht rennenden roten Schwefel, so ist er so bemerkenswert, dass man daraus ein Elixier für Gold herstellen kann. Solcher Schwefel ist unser Schwefel und der | |||
''Schwefel der Weisen'', und er kommt nicht über der Erde vor, es sei denn, er wird aus diesen Gesteinen gewonnen. | |||
'''Arnoldus''': Der in Silber verborgene Schwefel verleiht diesem Silber eine goldene Gestalt durch die Farbe seines äußeren Minerals Schwefel. | |||
'''Avicenna''': Solcher Schwefel findet sich nicht auf der Erde, sondern nur in Körpern. Daher sollen diese Körper auf subtile Weise vorbereitet werden, damit wir Schwefel auf der Erde haben. Denn ein vollkommener Körper, durch unsere Kunstfertigkeit geschaffen, hilft und bewirkt etwas Unvollkommenes, ohne Beimischung anderer Kräfte oder Fremdstoffe. Andernfalls behindert der Schwefel, welcher Art er auch sein mag, das wahre Schmelzen, wie es sich bei Eisen zeigt, das nicht schmilzt, weil es bekanntermaßen gebundenen Schwefel enthält. Und obwohl es nicht gebunden ist, sondern richtig schmilzt, wird es doch vom Feuer behindert und verbrennt und verdampft, wie es sich bei Blei und anderen schwachen Körpern zeigt. Daher gehört gewöhnlicher Schwefel weder zur Wahrheit unserer Kunst noch zu ihrer Vollkommenheit, da er das Vollkommene in all seinen Wirkungen behindert. | |||
'''Geber''': Schwefel kann nur fixiert werden, wenn er zuvor kalziniert wird, und selbst dann ergibt er keine Schmelze. | |||
'''Der Ältere''': Schwefel und Arsen sind nicht die wahre Medizin dieses Lehramtes, da sie weder vollbringen noch wirken, wie es von allen anderen Mineralien hinreichend bekannt ist. | |||
'''Albertus''': Die Eigenschaft des Schwefels besteht darin, Quecksilber zu verfestigen und es mit Quecksilber zu verbinden oder zu vervollkommnen, aber die Tinktur besteht nur aus zwei vollkommenen Körpern, aus denen die Schwefelarten ausgewählt werden können. | |||
'''Der Philosoph''': Die Grundlage dieser Kunst ist die Sonne und ihr Schatten. | |||
Morienus: Drei Formen genügen für das ganze Lehramt: weißer Rauch, die erste Kraft, das heißt | |||
himmlisches Wasser, der Grüne Löwe, das Kupfer des Hermes, und stinkendes Wasser, die Mutter aller | |||
Metalle, aus denen, durch die und mit denen die Philosophen den Elixier am Anfang und am Ende bereiten. | |||
Darum verheimliche niemandem diese drei Formen bis zu ihrer Vollkommenheit, denn ein Narr behandelt dieses Lehramt mit | |||
allem anderen. | |||
Hermes: Die Philosophie hat drei Teile, das heißt Sonne, Mond und Merkur. Aus diesen vereint, verstand Vater | |||
Hermes, wie man eine Tinktur herstellt. | |||
Johannes von Aquin: Wer die Zerstörung des Goldes nicht kennt, kann auch seine Entstehung nicht verstehen, gemäß dem | |||
notwendigen Lauf der Natur, sodass es leichter ist, Gold herzustellen als es zu zerstören. Wer aber glaubt, Gold ohne diese Dinge zum gewünschten Ergebnis zu bringen, | |||
geht blindlings vor wie ein Esel zum Abendessen, denn | |||
der Körper kehrt nicht in den Körper zurück, noch der Geist in den Geist, denn die Form empfängt keinen Eindruck von der Form, noch Materie | |||
von der Materie, denn Gleiches hat weder Handlung noch Leidenschaft in Seinem Gleichen, wenn keines von ihnen würdiger ist als das andere, | |||
weil Gleiches keine Herrschaft oder Regierung über Gleiches hat. | |||
'''Aristoteles''': Es gibt keine wahre Entstehung außer der von Dingen, die in der Natur übereinstimmen, denn die Dinge geschehen nur | |||
nach ihrer Natur, denn die Weide bringt niemals Birnen hervor, noch der Strauch gute Granatäpfel, noch kann ein | |||
böser Baum gute Früchte tragen. | |||
'''Der Philosoph''': Unser Quecksilber wandelt sich in jede Natur oder Naturen um, mit denen es verbunden wird. Wer Gold zerstören kann, sodass es kein Gold mehr ist, erlangt das größte Geheimnis. | |||
'''Ein anderer Philosoph''': Gold ist schwer zu zerstören, aber noch schwerer herzustellen. Es ist leichter, es zufällig zu zerstören als es seinem Wesen nach zu erschaffen. Gold ist gänzlich Quecksilber, was sich in seinem Gewicht und der leichten Verknüpfbarkeit dieses Quecksilbers zeigt. Daher liegt die gesamte und grundlegende Absicht der Philosophen darin, denn es hat diese Tugenden und Vorzüge durch die himmlische Hitze und die Bewegung der Planeten erlangt, die sich von selbst nicht vermehren lassen. Doch ein Arbeiter, der diese Arbeit beginnt, kann all diese Eigenschaften des Quecksilbers durch [[Meditation]] und Hilfe des Feuers und durch eine Strategie, die die Arbeit aufgibt, erlangen. | |||
'''Albertus''': Es ist offenkundig, dass eine große Menge an Argent vive die Ursache für die Vollkommenheit der Körper ist, aber viel Schwefel | |||
die Ursache für [Un]vollkommenheit und Verderbnis ist. | |||
'''Euklid''' (der weiseste Mann): Wir sollten nichts anderes tun als mit Sol und Merkur zusammen, woraus der Stein der Weisen besteht. Vollkommenheit entsteht nicht, weil etwas bereits vollkommen ist, wie wir am Beispiel des Brots sehen. Gesäuertes Brot ist in seinem Zustand und Wesen vollkommen und erreicht sein Ende; es kann nicht mehr gesäuert werden, wie es mit Gold ist. Reines Gold wird durch die Prüfung des Feuers zu einem festen und unveränderlichen Körper, und es ist den Philosophen unmöglich, damit weiter zu gären oder zu säuern, es sei denn, sie hätten die Ursubstanz der Metalle, in der Gold in seine Ursubstanz und in die vermischten Elemente zerlegt werden kann. Lasst uns also jenes Thema betrachten, woraus Gold entstehen soll und das durch handwerkliches Können in den Mittelpunkt der philosophischen Forschung rückt, und durch geschickte Vorgehensweise können wir es in eine vollkommene Substanz oder in den Geist vollkommener Körper verwandeln, weshalb immer wieder viele Philosophen, die sich damit befassen, irregeführt werden, weil sie die Arbeit dort unterbrechen, wo sie beginnen sollte. O ihr Söhne der Lehre, die ihr hofft, die Frucht zu ernten, bevor sie reif ist, und zu mähen, bevor die Ernte kommt. | |||
'''Ein anderer Philosoph''': Aus dem Vollkommenen kann nichts getan oder geschaffen werden, denn die vollkommenen Formen der Dinge werden | |||
nicht in ihrem Wesen verändert, sondern vielmehr verdorben. Auch aus etwas gänzlich Unvollkommenem kann nichts geschaffen werden | |||
nach Kunst. Der Grund dafür ist, dass die Kunst die ersten Anlagen nicht hervorrufen kann, sondern unser Stein ein Mittelding zwischen vollkommenen und unvollkommenen Körpern ist, und was die Natur selbst begonnen hat, das wird durch die Kunst zur Vollendung gebracht. Und wenn du beginnst, auf Merkur selbst zu wirken, wo die Natur ihn unvollkommen gelassen hat, wirst du Vollkommenheit finden und dich freuen. | |||
Das Vollkommene wird nicht verändert, sondern verdorben; etwas Unvollkommenes aber kann durchaus verändert werden. Daher ist die Verderbnis des einen die Entstehung des anderen. | |||
'''Speculum''': Unser Stein muss notwendigerweise aus der Natur zweier Körper extrahiert werden, bevor das Elixier daraus hergestellt werden kann, denn es muss gereinigter und verdauter sein als Gold oder Silber, weil es dieses gänzlich von seiner verminderten Vollkommenheit in das Gold oder Silber der Philosophen verwandeln muss, was jene nicht vollbringen können. Denn wenn sie ihre Vollkommenheit einem anderen gäben, blieben sie unvollkommen, weil sie nur so viel färben können, wie sie selbst zeigen. Denn nichts wird weiß, außer entsprechend seiner eigenen Weißheit, und nichts wird rot, außer gemäß seiner eigenen Rotheit. Und deshalb werden die Arbeiten an unserem Stein ausgeführt, damit die Tinktur in ihm besser sei als in seiner Natur und das Elixier gemäß der Allegorie der Weisen, von klaren Formen, Sirup, Medizin und Reinigung | |||
aller Körper hergestellt werden könne, um sie zu reinigen und in wahres Silber und Gold zu verwandeln. | |||
'''Hermes''': Es findet die Vereinigung zweier Körper statt, und dies ist in unserem Lehramt notwendig. Wäre nur einer unserer beiden | |||
Körper in unserem Stein, so würde er niemals Farbe abgeben. | |||
Daher sagt der Philosoph: „Der Wind hat ihn in seinem Bauch getragen“, woraus ersichtlich ist, dass der Wind die Luft ist, die Luft das Leben und das Leben die Seele, das heißt Öl und Wasser. | |||
'''Arnoldus''': Die Versuchung offenbart die Ordnung der mittleren Feuermenge, denn beim Auflösen sollte das Feuer immer leicht, beim Sublimieren mittel, beim Gerinnen gemäßigt, beim Weißen stetig und beim Rubifizieren stark sein. Doch wenn du in diesen Punkten unwissentlich irrst, wirst du oft dein Pech und deine vergebliche Arbeit beklagen. Daher ist es notwendig, dass du der Arbeit fleißig folgst, denn die Kunst wird durch die Strategie gefördert und ebenso die Strategie durch die Kunst. Kümmere dich nur um die Vollendung und lass alles andere vorübergehen. | |||
'''Thomas von Aquin''': Die Materie des Steins ist dickflüssiges Wasser, doch Hitze oder Kälte sind das Mittel, das dieses Wasser gerinnt. | |||
Und sei dir gewiss, dass die Steine tierischen Ursprungs viel kostbarer sind als andere Steine. | |||
'''Licht der Lichter''': Ohne Duenech, das Grüne und Flüssige, kann kein Stein entstehen, denn es ist eine Kraft und in unseren Mineralien angelegt. | |||
'''Rasis''': Mein Sohn, betrachte die höchsten weltlichen Dinge, die von der Rechten und der Linken stammen, und steige dorthin hinauf, wo unser Stein zu finden ist, und zu jenem Berg, der alle Arten von Schwefel und Formen und ebenso Mineralien hervorbringt. | |||
'''Malchamech''': Der Stein, der für dieses Werk notwendig ist, besteht aus etwas Lebendigem. Du wirst diesen Stein finden überall, in Ebenen, Bergen und Gewässern, und sowohl Arme als auch Reiche besitzen ihn. Er ist äußerst billig und teuer, er vermehrt sich durch Flasche und Blut und ist demjenigen, der ihn besitzt und kennt, überauskostbar. | |||
Die Philosophen haben gesagt, unser Stein bestehe aus ''Geist, Seele und Leib'', und sie sprechen die Wahrheit, denn sie haben den unvollkommenen Leib als Leib, den Gärrest als Seele und das Wasser als Geist bezeichnet. Und sie haben sie wahrhaftig so genannt, denn der unvollkommene Leib ist für sich genommen ein kränklicher Leib, schwach und tot; das Wasser ist der Geist, der den Leib reinigt und ihn fein und weiß macht; der Gärrest ist die Seele, die dem unvollkommenen Leib Leben einhaucht, welches Leben er zuvor nicht hatte, und ihn in eine bessere Form bringt. Der Leib ist Venus und die Frau; der Geist ist Merkur und der Mann; die Seele ist Sonne und Mond. Der Körper muss in seine Urmaterie, das Quecksilber, zerfließen. | |||
'''Morienus''': Unser Quecksilber entsteht nur aus zerflossenen Körpern, nicht durch gewöhnliche Verflüssigung, sondern nur durch das, was | |||
bis zur Vereinigung von Mann und Frau in wahrer Ehe und bis zur Reinheit fortbesteht. | |||
'''Morienus''': Nehmt phlegmatisches und cholerisches Blut und zermahlt es, bis es den Himmel durchtränkt. | |||
'''Hermes''': Versteht, ihr Söhne der Weisheit, dass dieser kostbare Stein ruft: Verteidigt mich, und ich werde euch verteidigen. | |||
Gebt mir mein Recht, damit ich euch helfen kann, denn die Sonne ist mein, und ihre Strahlen sind mein Innerstes; aber der Mond ist mir eigen, und mein Licht übertrifft alles Licht, und meine Güter sind höher als alle Güter. Ich gebe viel Reichtum und Freuden denen, die danach verlangen, und wenn ich etwas suche, erkennen sie es an, ich lasse sie es verstehen und verleihe ihnen göttliche Kraft. Ich erzeuge Licht, aber mein Wesen ist Dunkelheit. Solange mein Metall nicht trocken ist, brauchen mich alle Körper, denn ich befeuchte sie. Ich tilge ihren Rost und entziehe ihnen ihre Substanz. Deshalb, wenn ich und mein Sohn vereint sind, kann nichts besser oder ehrenvoller auf der ganzen Welt sein. | |||
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== Literatur == | == Literatur == | ||
Version vom 18. Februar 2026, 17:49 Uhr

Das Rosarium Philosophorum (Rosengarten der Weisen) ist ein lateinisches Werk aus dem 13. Jahrhundert über die Stufen der spirituellen Alchemie, die auch von den Rosenkreuzern betrieben wurde. Es wird Arnaldus de Villanova (1235-1315) zugeschrieben. Die Titelseite zeigt eine Gruppe von Philosophen, die über die Herstellung des lapis philosophorum diskutieren.
Auflagen
Das Buch wurde 1550 in Frankfurt auch als Teil II der De Alchimia Opuscula complura veterum philosophorum mit 20 Holzschnitten aufgelegt. Einige Bilder haben ähnliche Vorgänger wie im Das Buch der Heiligen Dreifaltigkeit und Parallelen in der Philosophia Reformata.
Die 1572 in Basel gedruckten Artis auriferae reproduzierten die 20 Abbildungen als nachgeschnittene Holzschnitte.
Johann Daniel Mylius‘ Philosophia reformata von 1622 enthält auch die zwanzig Rosarium-Bilder, die von Balthazar Swan im Stil des frühen 17. Jahrhunderts neu gestaltet wurden.
1578 erschien eine tschechische Übersetzung von Jaroš Griemiller.
Im 18. Jahrhundert erschien die in Glasgow erhaltene englische Übersetzung.
Professor John Ferguson, der diese Handschrift im 19. Jahrhundert erwarb, gab in seiner Arbeit Bibliotheca Chemica[1] eine kurze Beschreibung des Rosarium.
Später wurde es von C.G. Jung in seinem Buch The Psychology of the Transference - The Practice of Psychotherapy(s.a. C. G. Jung - The Collected Works. XIV: Mysterium Coniunctionis) interpretiert (und natürlich im Sinne der Psychologie missverstanden)[2].
Das Werk

Im Text diskutiert eine Gruppe von Philosophen über die Herstellung des Lapis Philosophorum (Stein der Weisen)[3] wie
- Geber (Jabir ibn Hayyan): Ein bedeutender arabischer Alchemist und Gelehrter, der im 8. und 9. Jahrhundert lebte. Geber wird oft als einer der Pioniere der Alchemie angesehen und hat zahlreiche Schriften verfasst.
- Calidus (Khalid ibn Yazid): Ein weiterer arabischer Alchemist, der im 8. Jahrhundert aktiv war. Calidus war ein Schüler von Geber und setzte dessen alchemistische Forschung fort.
- Tuirba (Thābit ibn Qurra): Ein Mathematiker, Astronom und Übersetzer aus dem 9. Jahrhundert. Tuirba war ein vielseitiger Gelehrter, der sich auch mit alchemistischen Themen beschäftigte.
Die Sammlung beschreibt in 20 allegorischen Bildern[4] einen zehnstufigen Weg zur Bereitung dieses Steins der Weisen und zur Transmutation, wobei symbolisch verschlüsselt der Weg der inneren Wandlung aufgezeigt wird.
Ausgaben

Der lateinische Text ist in verschiedenen Manuskripten erhalten
- 16. Jahrhundert
- Glasgow University Library MS. Ferguson 6.
- British Library Sloane MS 2560.
- British Library Add MS 29895.
- Bodleian Library MS. Ashmole 1487.
- Paris, Bibliothèque Nationale MS. Lat. 7171.
- Biblioteca Apostolica Vaticana MS. Reg. Lat. 1278.
- Gotha, Forschungsbibliothek MS. Chart. B. 365.
- Darmstadt, Hessiche Landesbibliothek MS. 1049.
- Kassel, Landesbibliothek MS. 2° Chym. 21.
- Kassel, Landesbibliothek MS. 4° Chym. 81.
- Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum MS. 16752. [8vo. NW 1482.]
- Leiden MS. Vossianus Chym. F. 12. (dated 1575)
- Rome, Biblioteca dell'Accademia dei Lincei. MS. Verginelli-Rota 6 (dated 1597)
- Marburg MS. 101. (c. 1600)

- 17. Jahrhundert
- Glasgow University Library MS. Ferguson 96.
- Glasgow University Library MS. Ferguson 149.
- Getty Center. Manly Palmer Hall MS. 232.
- St. Gallen, Bibliothek Vadiana MS. 394 a.
- St. Gallen, Bibliothek Vadiana MS. 394 b.
- 18. Jahrhundert
- Glasgow University Library MS. Ferguson 210.
- Glasgow University Library MS. Ferguson 29.
- Glasgow University Library MS. Ferguson 74.
- Getty Center. Manly Palmer Hall MS. 49.
- Bibliotheca Philosophica Hermetica MS. 86.
- 19. Jahrhundert
- Bibliotheca Philosophica Hermetica MS. 219.
- Bibliotheca Philosophica Hermetica MS. 303.
- London, Wellcome Library MS. 1091.
- London, Wellcome Library MS. 4256.
Übersetzung
Übersetzung der englischen Version
Wer die wahre Erkenntnis der höheren Wissenschaft der Philosophie erlangen möchte, der soll dieses kleine Buch fleißig studieren und es oft lesen, dann wird er sein ersehntes Ziel erreichen. Hört zu, ihr Kinder der alten Philosophen! Ich werde mit lauter und erhabener Stimme sprechen, denn ich komme zu euch, um euch den grundlegenden Zustand der menschlichen Dinge und den geheimsten Schatz aller Geheimnisse der ganzen Welt zu offenbaren. Ich werde es nicht verlogen und irrtümlich tun, sondern ganz klar und wahrhaftig.
Deshalb hört mir aufmerksam zu, denn ich werde euch die Lehre und Weisheit vermitteln. Ich werde euch ein wahres Zeugnis dessen geben, was ich mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Händen gefühlt habe. Es gibt auch viele, die sich als betrügerische Prahler ausgeben und nach großen Mühen und Anstrengungen nichts als Elend erfahren. Ich werde daher klar und deutlich sprechen, damit sowohl Unkundige als auch Experten und Geschickte das Geheimnis dieses Mysteriums verstehen können.
Niemand soll mich mit Recht verleumden oder gotteslästerlich bezeichnen, denn die antiken Philosophen haben so unklar und verworren geschrieben, dass sie weder verstanden werden noch übereinstimmen, weil verschiedene Männer, die nach dieser kostbaren Kunst suchten, entweder getäuscht oder von ihrem Vorhaben abgebracht wurden. Deshalb werde ich ohne Täuschung und Unklarheit das wahre Experiment vor euren Augen darlegen, zusammen mit den Ansichten der Philosophen, die unserem Zweck dienen, damit die Angelegenheit, um die wir bitten, klar und verständlich wird.
Zunächst müssen wir feststellen, dass alle Menschen, die jenseits der Natur arbeiten, Betrüger sind und auf ungesetzliche Weise handeln.
Ferner wird vom Menschen nichts anderes als Mensch geboren, und vom Tier nichts anderes als Tier, und jedes Gleiche bringt nichts anderes als seinesgleichen hervor.
Daher kann derjenige, der nichts Eigenes hat, nicht nach Belieben etwas von einem anderen haben.
Wir sagen dies, damit niemand sein Geld verliert. Denn manche Menschen, die sich durch den Verlust ihres Geldes täuschen lassen, und so in Armut leben, versuchen auch, andere Menschen zu verführen und sie in dasselbe Elend zu stürzen.
Mein Rat ist jedoch, dass niemand in dieser Kunst zu voreilig sein soll, in der Hoffnung, etwas Großes zu erreichen, es sei denn, er kennt den Ursprung der wahren Natur und ihre Lehre. Ist dies bekannt, bedarf es nicht mehr als einer Sache, noch erfordert es große Ausgaben, denn es ist ein Stein, ein Heilmittel, ein Gefäß, eine Lehre und eine Gesinnung.
Und wisse dies: Es ist eine wahrhaft wahre Kunst. Darüber hinaus hätten die Philosophen sich niemals die Mühe gemacht und studiert, solche Farbvielfalt und ihre Ordnung auszudrücken, wenn sie sie nicht gesehen und gefühlt hätten.
Deshalb sagen wir noch einmal: Alle Menschen, die über die Natur hinausgehen, sind Betrüger und Betrogene.
Deshalb lass deine Übung und Arbeit in der Natur wirken, denn unser Stein ist tierischen, pflanzlichen und mineralischen Ursprungs.
Sei daher einig im Wesen der Natur und wage es nicht, hier dies und ein anderes Mal jenes zu versuchen, denn unsere Kunst wird nicht durch die Vielzahl der Dinge vollbracht, und obwohl ihre Namen vielfältig sind, ist sie doch immer nur eine Sache und von einer einzigen Natur.
Denn was nicht in die Natur gelangt, was nicht von Natur aus in ihr ist, daher ist es notwendig, dass Handelnder und Leidender eins sind und in ihrer Art oder im Allgemeinen gleich, aber in ihrer Spezies verschieden, gemäß Merkur, wodurch die Frau vom Mann unterschieden wird, denn obwohl sie in einer Art übereinstimmen, unterscheiden sie sich doch deutlich, so wie Materie und Form verschieden sind, denn die Materie erleidet Einwirkung, aber die Form wirkt und formt die Materie nach ihrem Ebenbild.
Daher begehrt die Materie naturgemäß die Form, wie die Frau den Mann und das Hässliche das Schöne, so dass der Körper
den Geist freier umschließt, damit dieser zu seiner Vollkommenheit gelangen kann.
Daher werdet ihr, indem ihr die natürlichen Wurzeln kennt, umso besser mit ihnen arbeiten können. Weil ich unseren Stein weder anders ausdrücken noch erklären kann, noch ihm einen anderen Namen geben kann, ist es durch das Vorhergehende offenkundig, dass unser Stein aus vier Elementen besteht, Reiche wie Arme besitzen ihn, und er ist überall zu finden.
Er wird mit allen Dingen verglichen und besteht auch aus Körper, Seele und Geist und er wird von Natur zu Natur umgewandelt, bis hin zur höchsten Stufe seiner Vollkommenheit.
Man hat auch gesagt, dass unser Stein aus einem einzigen Stoff besteht, und das ist wahr, denn die gesamte Kunstfertigkeit wird mit unserem Wasser vollbracht, denn dieses Wasser ist der Ursprung aller Metalle, und alle Metalle lösen sich darin auf, wie bereits erklärt wurde.
Ebenso ist das Salz der Metalle der Stein der Weisen, denn unser Stein ist Wasser, das zu Gold und Silber erstarrt ist, und widersteht dem Feuer und löst sich wieder in das Wasser auf, aus dem er in seiner Art besteht. Daher ist die Reduktion von Körpern auf ihre Urmaterie, wie etwa auf Silberlebend, nichts anderes als die Auflösung der erstarrten Materie, durch die ein Schloss durch das Eindringen einer Natur in eine andere geöffnet wird.
Daraufhin haben die Philosophen gesagt, dass Sol nichts anderes als gereiftes Silberlebend sei, denn im Merkur sind nur zwei Elemente wirksam, nämlich Erde und Wasser, die passiv sind, während die aktiven Elemente wie Luft und Feuer nur ihre Kraft und Wirkung entfalten, weil diese Dinge im reinen Merkur gemäß der gebotenen Verdauung und proportionalen Dekoktion aus der Kraft in die Wirkung überführt werden; dann entsteht Gold. Daher sind im Gold vier Elemente in gleichem Verhältnis zueinander angeordnet, und daher ist auch reifer und wirksamer Schwefel vorhanden. Unsere Kunst unterstützt die Natur, indem sie dem Merkur reifes Gold zuführt, in dem reifer und gut verdauter Schwefel enthalten ist, aber aus der Natur durch das Wirken der Natur.
Arnoldus: Wer diese Kunst erlernt und kein Philosoph ist, erweist sich als Narr, denn diese Wissenschaft ist nur den Philosophen vorbehalten.
Der Ältere: Diese Kunst ist Gottes Macht vorbehalten und ein Feind des Laienvolkes.
Geber: Daher ist diese Kunst für arme und bedürftige Menschen nicht notwendig, sondern vielmehr ein Feind.
Aristoteles im zweiten Buch seiner Politik: Es ist unmöglich für einen Armen, Philosoph zu sein.
Es gibt nach den Philosophen einen zweifachen Weg in dieser Kunst: den universellen und den partikularen. Der universelle Weg ist leicht und selten und entspringt wahren und natürlichen Ursprüngen. Durch ihn härtet eine schnelle und verbessernde Kraft Quecksilber augenblicklich und in einem Augenblick und verwandelt jedes ordnungsgemäß vorbereitete Metall in echtes Gold oder Silber.
Der zweite Weg hingegen wird partikular genannt und ist schwer und mühsam. Beachten Sie Folgendes: Obwohl die Alchemie im universellen Sinne teils natürlich und teils künstlich ist, überwiegt doch ihre Natürlichkeit, da von Natur aus nichts Fremdes oder Ungewöhnliches in den Weg der wahren Alchemie gebracht wird. Die Natur hat, womit sie wirken kann, weil Aktives und Passives durch eine sachgerechte Verbindung und Anwendung verknüpft werden; den Rest aber vollbringt die Natur von selbst.
Platon: Unser Stein ist etwas, das weder das Feuer berührt hat noch vom Feuer berührt wurde; daraus entsteht unser Quecksilber.
Es gibt drei Arten von Arbeitern in der Alchemie: den Alchemisten, den Lauchimisten und den Lachrymisten. Nicht jeder, der „Nimm, nimm!“ sagt, wird diese Kunst erlernen, denn es gibt nur ein Rezept, und ein Körper kann nicht in einen anderen übergehen.
Gratianus: Nimm dies und dies und tu dies und jenes, und du wirst dies erhalten, und dies ist allen Philosophen gemein.
Daraufhin sagte der Philosoph: Das erste Wort, „Nimm, nimm!“, hat viele Irrtümer verursacht; daher besteht die erste Aufgabe darin, die Materie des Steins aufzulösen, das heißt, nicht gewöhnliches Quecksilber.
Arnoldus: Narren, die die Aussagen der Philosophen wörtlich verstehen, finden keine Wahrheit und nennen sie eine falsche Wissenschaft, weil sie sie ausprobiert und nichts gefunden haben. Dann verfallen sie in Verzweiflung und verdammen diese Wissenschaft und ihre Schriften. Daher misst die Wissenschaft ihnen wenig Bedeutung bei, denn unsere Wissenschaft von den Geheimnissen der Natur hat keinen Feind außer den Unwissenden, wie die folgenden Verse belegen:
Dieser Stein wird gering geachtet von Menschen mit beschränktem Verstand Doch die Weisen und Gelehrten messen ihm große Bedeutung bei
Alphidius: Wisst dies: Gott hat nicht verordnet, dass dieser Stein, dessen großes Geheimnis so hochgelobt wird, zu einem hohen Preis erworben werden soll.
Denn er liegt einfach auf dem Weg und kann sowohl von einem Armen als auch von einem Reichen erworben werden, damit jeder Mensch ihn durch Vernunft und Erkenntnis erlangen kann. „Argent Vive“ ist nicht der Stein, woraufhin Constantinus sagt: „Weil es schmelzbar ist, ist es nicht der Stein.“
Argent vive ist Feuer, woraufhin der Philosoph sagte: „Wisse also, dass Argent vive Feuer ist und Körper mehr verbrennt als Feuer.“
Wir sind der Anfang und die Urnatur der Metalle, durch uns entsteht die wichtigste Tinktur.
Es gibt keine Quelle und kein Wasser, das mir gleicht. Ich heile und helfe Reich und Arm, Doch bin ich voller schädlichen Giftes.
Die Säfte der Lunaria, Aqua Vitae, Fünfte Essenz, Weingeist, Pflanzenquecksilber sind eins. Die Säfte der Lunaria werden aus unserem Wein hergestellt, was nur wenigen unserer Kinder bekannt ist, und daraus wird unsere Lösung hergestellt, und unser trinkbares Gold wird daraus hergestellt, das dessen Mittel ist und ohne es nicht existieren kann.
Denn der unvollkommene Körper wird in die Urmaterie verwandelt, und jene Wasser, vereint mit unserem Wasser, ergeben ein reines und klares Wasser, das alles reinigt und doch alles Notwendige in sich enthält. Und dieses Wasser, mit dem unsere Lehre vollbracht wird, ist kostbar und zugleich billig, denn es löst Körper nicht mit gewöhnlicher Lösung auf, wie der Unwissende behauptet, die den Körper in Wolkenwasser verwandelt, sondern durch die wahre philosophische Lösung, in der der Körper in sein ursprüngliches Wasser zurückverwandelt wird, aus dem er von Anbeginn an bestanden hat, eben dieser Körper. Das heißt, das Wasser verwandelt Körper in Asche.
Doch wisst dies: Die Kunst der Alchemie ist eine Gabe des Heiligen Geistes, und wisst, dass wir in unseren Tagen Meister Arnold de Villa Nova am römischen Hof hatten, einen großen Arzt und Theologen, der auch ein bedeutender Alchemist war und kleine Goldstücke herstellte, die er für alle Prüfungen zur Verfügung stellte.
Arnoldus: Die Kunsthandwerker der Alchemie sollen dies wissen: Die Formen der Metalle können nur umgewandelt werden, wenn sie in ihre ursprüngliche Materie zurückgeführt werden, und dann werden sie in eine andere Form umgewandelt als die, die sie zuvor hatten.
Und das liegt daran, dass die Verfälschung einer Sache die Entstehung einer anderen ist, sowohl bei künstlichen als auch bei natürlichen Dingen.
Denn die Kunst ahmt die Natur nach und vervollkommnet und übertrifft sie in mancher Hinsicht, so wie der Natur durch den Fleiß des Arztes geholfen wird.
Der Spiegel: Nutze daher die Natur weise, denn die Natur kann nur in ihrer eigenen Natur verbessert werden. Füge ihr nichts Fremdes hinzu, weder Pulver noch irgendetwas anderes, denn verschiedene Eigenschaften machen den Stein nicht vollkommen, und nichts, was nicht aus ihm entsprungen ist, gelangt in ihn hinein. Denn wenn etwas Fremdes oder Ungewöhnliches hinzugegeben wird, wird er sofort verdorben, und das Gesuchte wird nicht erreicht.
Daher sage ich dir: Solange du nicht zu Beginn des Abkochens ähnliche Dinge nimmst und sie behutsam führst, bis alles zu Wasser geworden ist, hast du das Werk nicht vollbracht. Darum will ich das kostbare Geheimnis den Schülern offenbaren, damit sie nicht vergeblich müde werden, denn dieses Lehramt besteht nichts anderes als darin, Silber und Schwefel zu kochen, bis das Silber vollständig vermischt ist.
Dies schützt den Schwefel vor dem Verbrennen, wenn das Gefäß gut verschlossen ist, sodass das Silber nicht verdunstet und der Schwefel nicht
verbrennt oder verbraucht wird, denn unser Silber ist unser reines Wasser. Und wir sehen das Beispiel im gewöhnlichen Wasser: Alles, was darin gekocht wird, verbrennt erst, wenn das Wasser verbraucht ist und das Feuer sehr stark ist. Und wenn das Wasser verbraucht ist, verbrennt das, was sich im Gefäß befindet. Deshalb haben die Philosophen uns geboten, die Öffnung des Gefäßes fest zu verschließen, damit unser gesegnetes Wasser nicht ausströmt, sondern das, was sich im Gefäß befindet, vor dem Verbrennen schützt. Wenn Wasser mit diesen Dingen vermischt wird, hindert es das Feuer daran, sie zu verbrennen, und dann sind diese Dinge vollbracht und vollbracht.
Und je größer die Flamme ist, desto mehr muss sie im Innersten verborgen sein, damit sie nicht durch die Hitze des Feuers Schaden nimmt.
Das Wasser nimmt sie in seinem Inneren auf und wehrt die Flamme des Feuers von ihnen ab.
Ich wünsche mir jedoch, dass alle Suchenden dieser Kunst anfangs ein sanftes Feuer entzünden, bis Geduld zwischen Wasser und Feuer entsteht.
Und wenn ihr seht, dass das Wasser stillsteht und nicht aufsteigt, dann braucht ihr euch nicht darum zu kümmern, welcher Art das Feuer ist. Dennoch ist es gut, es mit Geduld zu beherrschen, bis Geist und Körper eins sind, sodass die Körper zusammengesetzt und die Zusammengesetzten zusammengesetzt werden.
Daher ist Wasser das, was weiß und rot macht. Es ist das Wasser, das tötet und wiederbelebt. Es ist das Wasser, das brennt und erhitzt. Es ist das Wasser, das auflöst und gerinnt. Es ist das Wasser, das verwest und danach Neues und Gegensätzliches hervorbringt.
Darum, mein Sohn, rate ich dir, all deine Mühe und deinen Fleiß dem Auskochen des Wassers zu widmen.
Und lass es dich nicht beunruhigen, wenn du die Frucht davon ernten und dich um nichts anderes als um Wasser kümmern willst.
Koche das Wasser nach und nach aus, lass es gären, bis es seine Farbe in eine vollkommene verwandelt hat.
Achte darauf, dass du anfangs nicht die Blüten und das Grün verbrennst und sei nicht zu voreilig in deinem Werk.
Denke daran, dass deine Tür gut und fest verschlossen ist, damit niemand, der darin ist, entfliehen kann.
So wirst du mit Gottes Hilfe den gewünschten Erfolg erzielen. Die Natur wirkt nach und nach, darum möchte ich, dass auch du so handelst, ja, lass deine Vorstellungskraft der Natur entsprechen und sieh, wie die Körper in den Schoß der Erde nach der Natur erneuert werden.
Stell dir das mit wahrer Vorstellungskraft vor, nicht mit Fantasie, und sieh dir auch an, welche Farbe der daraus entstehende Sud hat, ob er heftig oder angenehm ist.
Geber – Von der Erforschung der Wahrheit Wir haben in unseren Bänden die geheimen und natürlichen Kräfte und die Eigenschaften natürlicher Dinge betrachtet und durch unsere eigene Erfahrung die Erforschung einer völlig sicheren Sache. Wir haben nichts anderes gefunden als die Stoffe, aus denen unsere Medizin besteht, damit sie diese Eigenschaften in sich birgt, Körper zu verwandeln.
Erstens, damit sie eine äußerst feine Erde in sich birgt, unbrennbar und geeignet, alles mit ihrer eigenen Grundfeuchtigkeit zu binden.
Zweitens, damit sie eine luftige und feurige Feuchtigkeit gleichmäßig vereint, sodass, wenn eine Komponente flüchtig ist, die anderen es auch sind.
Und weil diese Feuchtigkeit alle anderen Feuchtigkeiten überstrahlt, wird diese ausreichende Ascheschicht gebildet, soweit sie nicht fehlt, mit einer untrennbaren Beständigkeit der Erde, die sich ohne Verdunstung anhaftet.
Drittens, weil die natürliche Beschaffenheit der Feuchtigkeit so ist, dass sie aufgrund ihrer Homogenität in allen ihren Eigenschaften
die Unterschiede der anhaftenden Erde durch die Umwandlung beider ausgleicht, weil sie in der Homogenität beider auf tugendhafte Weise mit einem unauflöslichen Band der Verbindung gemildert wird und nach dem Grad der abschließenden Zubereitung gute Schmelzeigenschaften aufweist.
Viertens, weil diese Homogenität von solcher Reinheit des Wesens und künstlich von allen brennbaren und verbrannten Substanzen gereinigt ist, dass alles, was mit ihr verbunden wird, nicht von ihr verbrannt wird, sondern sie vor dem Verbrennen bewahrt.
Fünftens, weil sie eine klare und helle Farbe in sich hat, weiß, rot, rein, unbrennbar, stabil und fest, die weder durch Feuer noch durch verbrannte Schwefele oder scharfe Ätzmittel verändert werden kann.
Sechstens, weil die gesamte eingepfropfte Verbindung mit ihrer endgültigen Wirkung von solch feiner und dünner Substanz ist, dass sie nach der letzten Zugabe des Dekokts von einer äußerst dünnen Schmelze, ähnlich Wasser, zurückbleibt und tief in die Veränderlichkeit des Letzten eindringt, unabhängig davon, wie die Schmelze oder das Schmelzen in der Wirkung auch immer sein mag. Sie haftet auf natürliche Weise mit ihrem Rauch, mit ihrer Affinität und Nähe, und mit untrennbarer Härte gegen den Eindruck des Feuers, selbst in seiner Stunde, in der sie Körper geistig in ihre eigene Natur zurückführt.
Nach Berücksichtigung dieser Dinge finden wir durch unsere Untersuchung sieben notwendige und nützliche Eigenschaften in unserem Stein:
Öligkeit, Dünnigkeit, Affinität der Substanz, Radikale Feuchtigkeit, Reinheit, Klarheit, Fixierende Erde und Tinktur.
Die erste Eigenschaft, die Unterschiede aufweist, ist jedoch die Öligkeit, die in der Projektion ein universelles Schmelzen und Öffnen der Medizin bewirkt. Denn die plötzliche und bequeme Verschmelzung der Medizin ist vor allem nach der Projektion notwendig, die mit natürlicher Öligkeit vermischt und vermengt wird.
Das Zweite ist die Feinheit der Materie oder ihre spirituelle Subtilität, dünn und fließend in der Verschmelzung, wie Wasser,
das bis zum Grund eines sich verändernden Dings vordringt, denn zweitens ist nach der Verschmelzung der Medizin deren Eindringen unmittelbar notwendig.
Drittens ist die Affinität oder Nähe zwischen dem Elixier und dem zu transformierenden Ding notwendig, die ein gewisses Anhaften oder Halten beim Zusammentreffen bewirkt, denn drittens ist nach dem Eindringen der Medizin das Anhaften oder Halten zweckmäßig und notwendig.
Die vierte Eigenschaft ist radikale Feuchtigkeit und feurige Verfestigung sowie die Härtung der gereinigten Bestandteile durch Anhaften ihrergleichen und durch eine untrennbare Verbindung aller gleichen Bestandteile, denn viertens ist nach dem Anhaften oder Verkleben die Härtung oder Verfestigung der Bestandteile mit ihrer radikalen und schleimigen Feuchtigkeit zweckmäßig und notwendig.
Die fünfte Eigenschaft ist Reinheit und vollkommene Klarheit, die in der gegenwärtigen Verbrennung einen herausragenden Glanz und Pracht verleiht, nicht jedoch jenen, die nach dem Verhärten der gereinigten Bestandteile hinzugefügt werden und übrig bleiben, denn das Mittel und das eigentliche Feuer können genügend sein, um alle fremden und verhärteten Überschüsse zu verbrennen, weshalb Fäulnis unmittelbar folgt und sehr
notwendig ist.
Die sechste Eigenschaft ist feste Erde, gemäßigt, dünn, fein, fest, unbrennbar, die Dauerhaftigkeit der Fixierung verleiht, in Lösung haftet, in sich selbst steht und dem Feuer trotzt, denn sechstens ist die Fixierung nach der Reinigung notwendig.
Die siebte ist die Tinktur, die eine helle und vollkommene Farbe, weiß und tiefrot, verleiht und die Verfärbung und Verfestigung wandelbarer Dinge bewirkt, denn siebtens ist die richtige Tinktur nach der Fixierung notwendig, um jede wandelbare Substanz in wahres Gold und Silber mit all seinen sicheren und bekannten Unterschieden zu verwandeln.
Calidus der Philosoph spricht von unserem Wasser: Denn es ist ein Feuer, das alles verbrennt und zermahlt, Argent vive ist
Essig.
Sokrates in der Turba: „Die erste Kraft ist Essig, das heißt Argent vive.“
Turba: „Wenn man den Körper ohne Essig ins Feuer legt, verbrennt er, das heißt ohne Argent vive … Es ist der schärfste Essig, der den bloßen Körper ausmacht, ohne den keine Farbe kommt.“
Beachten Sie wohl, dass den Philosophen in der Kunst unseres Lehramtes nichts verborgen bleibt, außer dem Geheimnis der Kunst, das niemandem offenbart werden darf, denn wer es täte, würde verflucht werden und den Zorn des Herrn auf sich ziehen und an der Lähmung sterben. Daher liegt aller Irrtum in der Kunst, weil sie ihr nicht das gebührende Material entnehmen.
Daher wende dich ehrfürchtig der Natur zu; aus ihr, durch sie und in ihr ist unsere Kunst entstanden und in nichts anderem, und daher ist unser
Lehramt ein Werk der Natur und nicht eines Handwerkers. Und so erlangt derjenige, der den Anfang nicht kennt, das Ende nicht, und wer nicht weiß, was er sucht, ist auch unwissend, was er finden wird.
Wisse also, dass Kupfer, das das Gold der Philosophen ist, ihr Gold ist, aber der Ältere sagte: „Unser Gold ist nicht gewöhnliches Gold.“
Und ihr habt nach dem Grün gesucht, weil ihr dachtet, Kupfer sei aufgrund seines Grüns ein aussätziger Körper.
Darum sage ich euch, dass alles Vollkommene am Kupfer nur dieses Grün ist, das darin ist.
Denn dieses Grün wird durch unsere Kunst schnell in unser reinstes Gold verwandelt, und das haben wir versucht.
Ihr aber könnt den Stein keinesfalls ohne das grüne, flüssige Duenech herstellen, das in unseren Mineralien wächst.
O gesegnetes Grün, das alles hervorbringt. Ihr wisst, dass keine Pflanze und Frucht wächst, die nicht grün ist.
Wisset also, dass die Entstehung dieses Dings grün ist, weshalb die Philosophen es ihr Wachstum oder ihre Quelle nannten.
Und ebenso nannten sie es ihr Reinigungswasser oder Fäulniswasser, und sie sprachen die Wahrheit, denn es wird durch ihr Wasser gereinigt oder von seiner Schwärze befreit. Es wird gewaschen und wird dadurch weiß und später rot. Wisse also, dass es keine wahre Tinktur gibt, außer der unseres Kupfers.
Koche es daher mit seiner Seele aus, zermahle es und fahre so fort, bis der Geist mit seinem Körper vereint und eins geworden ist, und du wirst dein Verlangen befriedigen. Die Weisen haben ihm viele Namen gegeben, aber beachte nur das, was an Silber und Körpern haftet, und du wirst die wahre Erkenntnis und Wissenschaft erlangen.
Damit ihr euch aber nicht irrt, wisst, was es bedeutet, in Körpern zu haften. Manche behaupten, gewöhnliches Silber hafte in Körpern, was
falsch ist. Denn sie meinen, das Kapitel Gebers über Silber zu verstehen, in dem er sagt: „Wenn wir andere Dinge untersuchen, finden wir durch unsere Suche nichts, was der Natur der Körper freundlicher wäre als Silber “.
Doch all dies muss vom philosophischen Silber verstanden werden, denn es haftet nur in Körpern, und die alten Philosophen konnten nichts anderes finden, was an Körpern haften würde als philosophisches Silber, denn gewöhnliches Silber haftet nicht in Körpern, sondern die Körper haften am Silber.
Und dies ist durch Erfahrung wahr, denn wenn gewöhnliches Silber mit einem Körper verbunden wird, bleibt das Silber in seiner eigenen Natur oder löst sich auf und nimmt dem Körper nicht seine Natur an. Und deshalb haftet es nicht an den Körpern, sondern die Körper haften daran und bleiben daran haften, und deshalb werden viele Menschen bei der Arbeit mit diesem gewöhnlichen Silbernen Vive getäuscht, denn es ist klar, dass unser westlicher Stein, der das silberne Argent Vive übertrifft, der sich vor Gold erhoben und es überwunden hat, derjenige ist, der tötet und wieder zum Leben erweckt. Wisst daher, dass das geronnene und in seiner eigenen Natur abgetötete Silberne Vive der Vater aller Wunder dieses unserer Lehramtes ist, und es ist ein Geist und ein Körper, das heißt, ein geistiger Körper, weil es durch Sublimation aufsteigt. Und dies liegt daran, dass Geber sagte, die Betrachtung des Wahren, das alles bewirkt, sei die Betrachtung der Wahl der reinen Substanz des Silbernen Vive, aber von der insbesondere diese Substanz des Silbernen Vive gewählt werden kann, die eifrig gesucht werden muss. Und wir antworten, dass sie aus den Dingen gewählt wird, in denen sie ist.
Darum, mein Sohn, betrachte und finde heraus, wo diese Substanz ist, und nimm sie und keine andere, wenn du zur wahren Erkenntnis gelangen willst. Ich sage dir in der Liebe Christi, dass weder wir noch die alten Philosophen jemals etwas finden konnten, das im Feuer beständig und lebendig ist, sondern nur jene geschmeidige, vollkommene und brennbare Feuchtigkeit.
Und diese Feuchtigkeit, wenn sie richtig zubereitet ist, verwandelt alle Körper, die sie berührt, in wahres Gold, insbesondere den Mond.
Die Wurzel dieser Kunst ist die Seife der Weisen, das Mineral aller Salze. Sie wird bitteres Salz genannt, weil sie aus dem Meer stammt und schärfer ist als alle anderen Salze. Körper und Geister werden damit kalziniert, und die Auflösungen und Gerinnungen des Elixiers werden damit hergestellt.
Geber: Beachte, dass kein Silber entstehen kann, solange nicht alle Stoffe aufgelöst sind.
Zweitens, dass keine Lösung außer im dafür vorgesehenen Blut, also im Quecksilberwasser, hergestellt werden darf, das Drachenwasser genannt wird.
Drittens, dass Drachenwasser nicht ohne Zusätze in einem Destillierkolben hergestellt werden darf, und bei der Herstellung entsteht ein starker Gestank.
Viertens, dass sich mit diesem Wasser Amalgam, Körper, Geist und kurz gesagt alle Dinge im Allgemeinen, die seiner Natur entsprechen, auflösen lassen.
'Fünftens, dass dieses Wasser rein und sauber sein und daher nur aus einem gereinigten Drachen hergestellt werden darf.
Und der Drache soll gereinigt werden, indem man ihn dreimal erhöht und dann wiederbelebt.
Sechstens, dass das Gelöste in warmem und feuchtem Wasser, also in Pferdemist, gereinigt werden muss. Daraus entsteht Schwärze.
Siebtens, dass es in der trockenen Sonne, in der Feuchtigkeit des Balneo Maria, gerinnt.
Achtens, dass die Zeit der Vollendung des Elixiers weniger als ein Jahr beträgt, so müssen wir doch erkennen, dass es sich um die Zeit der
Entwicklung des Menschen im Mutterleib handelt.
Neuntens, dass Quecksilber keinesfalls getötet wird, sondern durch den Geruch des Körpers, vollendet von Rot zu Rot und von Weiß zu Weiß.
Und dass der Körper Gewicht verleihen kann, wobei sein eigenes Gewicht erhalten bleibt, gibt es vier Dinge, mit denen unsere Arbeit vollbracht wird: Gewicht, Feuer, Körper und Geist.
Zehntens, dass alle wiederbelebten Dinge in der Kunst nicht abgelehnt werden dürfen.
Elftens, dass, wenn die Sache vorbereitet und in das Gefäß gegeben ist, es dann Frauensache und Kinderspiel ist, weil die Meisterschaft in einem Gefäß vollbracht werden kann. Ebenso hat, wer wahres Quecksilber besitzt, auch das Elixier, denn das Elixier ist abgetötetes Quecksilber oder mit dem Geruch des Körpers fixiert, weil der Drache nur mit seinem Bruder und seiner Schwester stirbt.
Beachten Sie ferner, dass Quecksilber gänzlich aus dem Körper bestehen muss, das heißt, dass Fixiertes mit Flüchtigem, das heißt mit reinem Quecksilber, flüchtig gemacht werden muss.
Und es ist notwendig, dass mehr vom Flüchtigen als vom Festen vorhanden ist, vom Doppelten bis zum Fünffachen bis zum Sechsfachen bis zum Zehnfachen, und nicht weiter. Je mehr flüchtige Bestandteile vorhanden sind, desto langsamer werden sie fixiert, und das Feste wird innerhalb eines Monats flüchtig. Und beachte: Ein Elixier kann nur entstehen, wenn Körper und Geist alle Elemente durchlaufen. Das heißt, alle Naturen der Elemente, damit sie zuerst zu Erde werden, dann zu Luft, also Dampf, dann zu Wasser und schließlich zu Feuer, denn alles, was nicht vor dem Feuer flieht, noch im Feuer abnimmt oder verzehrt wird, wird Feuer genannt.
Wer das Geheimnis dieser Kunst ergründen will, muss die Ursubstanz unserer Körper kennen, denn sonst wird er seine Mühe vergeblich vergeuden.
Die Ursubstanz der Körper ist nicht gewöhnliches Quecksilber, sondern ein öliger und feuchter Dampf.
Denn aus der Feuchtigkeit wird der Mineralstein gebildet und aus der Öligkeit der metallische Körper. Denn es ist angemessen, dass die Körper in solch einen öligen Dampf verwandelt werden, und bei der Verwandlung werden die Körper getötet und das Samenkorn des Körpers wird vernichtet.
Und dies geschieht mit Hilfe unseres weißen und roten Wassers.
Und versteht es, dass wenn das Korn, das heißt das Korn des Körpers, nicht in die Erde, das heißt in ihr erstes Wasser, geworfen wird, welches ein öliger Dampf oder das Quecksilber der Weisen und Philosophen ist, und ein solcher Dampf wird der bekannte Stein in den Kapiteln der Bücher genannt, der Anfang der Materie unserer Tätigkeit und öliger Schwefel, aus dem die fünfte Essenz gewonnen wird, bei der Vollendung Quecksilber jeden Körper in Sonne und Mond färbt, je nachdem, wie der Stein schließlich zubereitet wurde.
Beachtet ferner, dass, obwohl alle alten Weisen der Alchemie vieles über Salz gesagt und geschlussfolgert haben und weil sie von der Seife der Weisen und dem Schlüssel sprechen, der schließt und öffnet und wieder schließt, und niemand ohne diesen Schlüssel öffnet, sie sagen, dass kein Mensch auf dieser Welt die Vollkommenheit dieser Wissenschaft erreichen kann, wenn er nicht weiß, wie man Salz nach seiner Zubereitung kalziniert.
Und man sagt, es müsse drei Tage lang an einem gemäßigten Ort ruhen, damit die Hitze des Feuers und die Dämpfe verdunsten können. Daraus schließe ich, dass jedes gute und vollkommene Heilmittel der Alchemie, jedes Elixier oder Pulver wie Salz sein muss, selbst Salz sein und die Kraft des Salzes besitzen muss, langsam zu schmelzen und beim Auftragen auf geschmolzene oder feurige Metalle tief einzudringen. Geber warnt uns davor, wenn er sagt: „Das Heilmittel muss schneller schmelzen als Quecksilber, damit es vor dem Entweichen des Quecksilbers schmilzt und das Feuer es nicht verzehren oder zerstören kann. Dann wird es schmelzbares Salz und unverbrennbares Öl und die Seife der Weisen genannt.“
Beachte ebenso, dass das Salz der Metalle Quecksilber in wahres Sol und Luna verwandelt und so das Salz der Tiere jedes Tier in wahre Mäßigung und einen guten Teint verwandelt. Das Feuer des Dungs ist die wirkende Ursache im Werk der Verdauung unseres Steins, auch das Feuer von Balneo Maria hat keine Kraft, obwohl es an seinem Ort am gemäßigtsten ist.
Alphidius: Das, was ich dir zeigen werde, im Feuer zu kochen, bedeutet, es in feuchtem Pferdemist zu begraben, denn das Feuer der Weisen ist feucht und trüb, und es ist im zweiten Grad warm und im ersten Grad feucht. Die Eigenschaft dieses Feuers besteht nicht darin, das Öl, das die Substanz ist, zu zerstören, sondern es vermehrt sich aufgrund dieser gemäßigten Feuchtigkeit, denn nur diese Hitze ist gleichmäßig und gemäßigt, und dies ist für die Entstehung jener Sache sehr notwendig.
Geber: Weil die Dämpfe äußerst subtil sind und einer gemäßigten Dekoktion bedürfen, damit sie sich in sich selbst verdicken können, gemäß der Gleichheit, die nur für gemäßigte Hitze gilt, ist die Verdickung der Feuchtigkeit und Vollkommenheit der Mischung, und nicht zu weit gehend, denn die Entstehung und Fortpflanzung natürlicher Dinge erfolgt gewöhnlich durch gemäßigte und gleichmäßige Hitze, wie nur Pferdemist feucht und warm ist.
Hermes, Das vierte Buch der Abhandlungen: Es ziemt sich für den, der diese Kunst und geheime Weisheit erlernen will, das Laster der Arroganz von sich zu weisen und tugendhaft, ehrlich und tiefgründig im Verstand zu werden, höflich zu den Menschen, fröhlich und freundlich im Antlitz, geduldig und verschwiegen. Mein Sohn, vor allem rate ich dir, Gott zu fürchten, in dem der Blick auf dein Wesen ruht und in dem dir in allem, was dir entzogen ist, Hilfe zukommt.
Geber, Das Buch der vollkommenen Meisterschaft: Es ist notwendig, dass der Meister dieser Wissenschaft überaus scharfsinnig ist, und die Eigenschaften der Metalle und ihre Entstehung, die Schwächen und Unvollkommenheiten ihrer Mineralien kennt und versteht, bevor er sich dieser Kunst zuwenden kann. Kein Handwerker, der mit grobem und stumpfsinnigem Verstand beladen ist oder geizig oder habgierig in seinen Ausgaben ist, noch ein Mann mit zweifelhaftem oder wankelmütigem Gemüt, sei er übermäßig glücklich oder pingelig, sondern der Sohn der Gelehrsamkeit, erfüllt von subtilem und klugem Verstand, ausreichend reich, freigiebig, gesund, fest und beständig in seinem Vorhaben, geduldig, sanftmütig, langmütig und maßvoll.
Alphidius: Mein Sohn, wisse, dass du diese Wissenschaft erst erlangen kannst, wenn du deinen Geist auf Gott läuterst und Gott dich als standhaft und aufrichtig erkennt. Dann erst wird er dich zum Herrscher über die Welt machen.
Aristoteles: Wenn Gott wüsste, dass im Menschen ein treuer Geist wohnt, würde er ihm dieses Geheimnis offenbaren.
Die Korrektur des Unwissenden: Jede Kunst muss die Schlacke nachahmen und ihr Wesen verstehen, und so ahmt die Kunst ihre Natur nach.
Wisse, du unwissender Mensch, dass die Natur selbst durch die Kunst erkannt wird und nicht verändert werden kann.
Derjenige, der der Natur folgt, muss daher zwangsläufig zu einem vollkommenen Ende der Geheimnisse der Philosophen gelangen.
Hermes und Geber: Wer diese Kunst einmal vollständig vollendet, sollte tausend Jahre leben und täglich viertausend Menschen ernähren, dem wird es niemals an etwas mangeln.
Der Ältere: Derjenige ist so reich, der den Stein besitzt, aus dem das Elixier gemacht ist, wie derjenige, der das Feuer besitzt, Feuer geben kann, wem er will, wann er will und so viel er will, ohne Gefahr oder Mangel für sich selbst.
Die Tafel der Höheren Wissenschaft
Zuerst wird in unserem Grünen Löwen die wahre Materie und ihre Farbe beschrieben, die Adrop, Azoth oder Duenech genannt wird.
Im zweiten Kapitel wird, wie auch im dritten, beschrieben, wie Körper in philosophisches Silber aufgelöst werden, das heißt in Wasser unseres Quecksilbers, und daraus wird ein neuer Körper gebildet.
Im vierten Kapitel wird die Verwesung der Philosophen beschrieben, die in unseren Tagen nie beobachtet wurde und Schwefel genannt wird.
Im fünften Kapitel wird beschrieben, wie der größte Teil dieses Wassers zu schwarzer, fauliger Erde wird, von der alle Philosophen sprechen.
Im sechsten Teil wird geschildert, wie die schwarze Erde anfangs über dem Wasser schwebte und nach und nach im Boden des Gefäßes versank.
Im siebten Teil wird geschildert, wie sich die Erde wieder in ölfarbenem Wasser auflöst und dann das Öl der Philosophen genannt wird.
Im achten Teil wird geschildert, wie der Drache in seiner Schwärze geboren wird, sich mit seinem Quecksilber nährt, sich selbst tötet und darin ertrinkt. Das Wasser wird etwas gehellt, und das ist das Elixier.
Im neunten Teil wird geschildert, wie das Wasser vollständig von seiner Schwärze gereinigt wird und milchig-weiß bleibt, und viele Farben erscheinen in der Schwärze.
Im zehnten Teil wird geschildert, wie die schwarzen Wolken, die sich im Gefäß über dem Wasser befanden, in ihren Körper herabstiegen, von wo sie gekommen waren.
Im elften Kapitel wird beschrieben, wie Asche strahlend weiß wird, wie glänzender Marmor, und das ist das Weiße Elixier, und der Zuwachs ist Asche.
Im zwölften Kapitel wird beschrieben, wie diese Weiße in ein Rot wie ein Rubin verwandelt wird, und das ist das Rote Elixier.
Und wenn du das ganze Werk vollkommen verstehen willst, dann lies einen Teil nach dem anderen, und du wirst Wunder sehen.
Ich habe all dies in meinen Tagen gesehen, bis hin zum Löwen. Ich habe nicht von allem gesprochen, was zu diesem Werk gehört und notwendig ist, denn es gibt Dinge, über die die Menschen nicht sprechen dürfen. Und es ist unmöglich, diese Kunst zu erkennen, es sei denn, sie wird von Gott oder einem Meister, der ihn berühren kann, offenbart. Und wisse, dass dies ein sehr langer Weg ist, deshalb ist Geduld in diesem unserer Lehramtsgebiete notwendig. Argent vive ist Kochsalz.
Rosarius: Kochsalz löst Gold und Silber auf und verstärkt die Röte des Goldes und die Weißheit des Silbers; es wandelt Kupfer von seiner Körperlichkeit in seine Geistigkeit um, und dadurch werden Körper kalziniert.
Licht der Lichter: Hätte der allmächtige Gott dieses Salz nicht erschaffen, wäre das Elixier nicht möglich gewesen, und das Studium der Alchemie wäre vergebliche Mühe gewesen. Beachte dies: Es gibt vier Arten von Quecksilber – rohes Quecksilber, sublimiertes Quecksilber, Magnesiumquecksilber und salziges Quecksilber. Doch Quecksilber ist erfüllt von Mond(Luna):
Quecksilber der Philosophen, das ist die Substanz, in der das Quecksilber der Philosophen enthalten ist. Und es ist das, was die Natur nur wenig bearbeitet und in eine metallische Form gebracht hat, und doch hat sie es unvollkommen gelassen. Daher müssen wir beachten, dass es sich um etwas handelt, das als das Mittel der Ingression bezeichnet wird, das weder vollkommen noch gänzlich unvollkommen ist. Weil aus dem Nichts nichts geschaffen werden kann und weil die Natur es nicht vollendet hat, kann der Handwerker es von der Unvollkommenheit zur Vollkommenheit führen, indem er der Natur selbst hilft, und das wird der Stein der Unsichtbarkeit, der Heilige Stein, das Gesegnete genannt.
Geber: Silberner Schwefel hat keine Veränderung, daher besteht seine Reinigung in der Erneuerung seiner Erdigkeit und Wasserigkeit durch gezielte Maßnahmen. Ist er rein, gerinnt er mit der Kraft des nicht brennenden weißen Schwefels zu Silber, und dies ist so ausgezeichnet,
dass man daraus durch geschickte Verarbeitung ein Elixier für Silber herstellen kann. Handelt es sich jedoch um ausgezeichneten, nicht rennenden roten Schwefel, so ist er so bemerkenswert, dass man daraus ein Elixier für Gold herstellen kann. Solcher Schwefel ist unser Schwefel und der
Schwefel der Weisen, und er kommt nicht über der Erde vor, es sei denn, er wird aus diesen Gesteinen gewonnen.
Arnoldus: Der in Silber verborgene Schwefel verleiht diesem Silber eine goldene Gestalt durch die Farbe seines äußeren Minerals Schwefel.
Avicenna: Solcher Schwefel findet sich nicht auf der Erde, sondern nur in Körpern. Daher sollen diese Körper auf subtile Weise vorbereitet werden, damit wir Schwefel auf der Erde haben. Denn ein vollkommener Körper, durch unsere Kunstfertigkeit geschaffen, hilft und bewirkt etwas Unvollkommenes, ohne Beimischung anderer Kräfte oder Fremdstoffe. Andernfalls behindert der Schwefel, welcher Art er auch sein mag, das wahre Schmelzen, wie es sich bei Eisen zeigt, das nicht schmilzt, weil es bekanntermaßen gebundenen Schwefel enthält. Und obwohl es nicht gebunden ist, sondern richtig schmilzt, wird es doch vom Feuer behindert und verbrennt und verdampft, wie es sich bei Blei und anderen schwachen Körpern zeigt. Daher gehört gewöhnlicher Schwefel weder zur Wahrheit unserer Kunst noch zu ihrer Vollkommenheit, da er das Vollkommene in all seinen Wirkungen behindert.
Geber: Schwefel kann nur fixiert werden, wenn er zuvor kalziniert wird, und selbst dann ergibt er keine Schmelze.
Der Ältere: Schwefel und Arsen sind nicht die wahre Medizin dieses Lehramtes, da sie weder vollbringen noch wirken, wie es von allen anderen Mineralien hinreichend bekannt ist.
Albertus: Die Eigenschaft des Schwefels besteht darin, Quecksilber zu verfestigen und es mit Quecksilber zu verbinden oder zu vervollkommnen, aber die Tinktur besteht nur aus zwei vollkommenen Körpern, aus denen die Schwefelarten ausgewählt werden können.
Der Philosoph: Die Grundlage dieser Kunst ist die Sonne und ihr Schatten.
Morienus: Drei Formen genügen für das ganze Lehramt: weißer Rauch, die erste Kraft, das heißt
himmlisches Wasser, der Grüne Löwe, das Kupfer des Hermes, und stinkendes Wasser, die Mutter aller
Metalle, aus denen, durch die und mit denen die Philosophen den Elixier am Anfang und am Ende bereiten.
Darum verheimliche niemandem diese drei Formen bis zu ihrer Vollkommenheit, denn ein Narr behandelt dieses Lehramt mit
allem anderen.
Hermes: Die Philosophie hat drei Teile, das heißt Sonne, Mond und Merkur. Aus diesen vereint, verstand Vater
Hermes, wie man eine Tinktur herstellt.
Johannes von Aquin: Wer die Zerstörung des Goldes nicht kennt, kann auch seine Entstehung nicht verstehen, gemäß dem
notwendigen Lauf der Natur, sodass es leichter ist, Gold herzustellen als es zu zerstören. Wer aber glaubt, Gold ohne diese Dinge zum gewünschten Ergebnis zu bringen,
geht blindlings vor wie ein Esel zum Abendessen, denn
der Körper kehrt nicht in den Körper zurück, noch der Geist in den Geist, denn die Form empfängt keinen Eindruck von der Form, noch Materie
von der Materie, denn Gleiches hat weder Handlung noch Leidenschaft in Seinem Gleichen, wenn keines von ihnen würdiger ist als das andere,
weil Gleiches keine Herrschaft oder Regierung über Gleiches hat.
Aristoteles: Es gibt keine wahre Entstehung außer der von Dingen, die in der Natur übereinstimmen, denn die Dinge geschehen nur
nach ihrer Natur, denn die Weide bringt niemals Birnen hervor, noch der Strauch gute Granatäpfel, noch kann ein
böser Baum gute Früchte tragen.
Der Philosoph: Unser Quecksilber wandelt sich in jede Natur oder Naturen um, mit denen es verbunden wird. Wer Gold zerstören kann, sodass es kein Gold mehr ist, erlangt das größte Geheimnis.
Ein anderer Philosoph: Gold ist schwer zu zerstören, aber noch schwerer herzustellen. Es ist leichter, es zufällig zu zerstören als es seinem Wesen nach zu erschaffen. Gold ist gänzlich Quecksilber, was sich in seinem Gewicht und der leichten Verknüpfbarkeit dieses Quecksilbers zeigt. Daher liegt die gesamte und grundlegende Absicht der Philosophen darin, denn es hat diese Tugenden und Vorzüge durch die himmlische Hitze und die Bewegung der Planeten erlangt, die sich von selbst nicht vermehren lassen. Doch ein Arbeiter, der diese Arbeit beginnt, kann all diese Eigenschaften des Quecksilbers durch Meditation und Hilfe des Feuers und durch eine Strategie, die die Arbeit aufgibt, erlangen.
Albertus: Es ist offenkundig, dass eine große Menge an Argent vive die Ursache für die Vollkommenheit der Körper ist, aber viel Schwefel
die Ursache für [Un]vollkommenheit und Verderbnis ist.
Euklid (der weiseste Mann): Wir sollten nichts anderes tun als mit Sol und Merkur zusammen, woraus der Stein der Weisen besteht. Vollkommenheit entsteht nicht, weil etwas bereits vollkommen ist, wie wir am Beispiel des Brots sehen. Gesäuertes Brot ist in seinem Zustand und Wesen vollkommen und erreicht sein Ende; es kann nicht mehr gesäuert werden, wie es mit Gold ist. Reines Gold wird durch die Prüfung des Feuers zu einem festen und unveränderlichen Körper, und es ist den Philosophen unmöglich, damit weiter zu gären oder zu säuern, es sei denn, sie hätten die Ursubstanz der Metalle, in der Gold in seine Ursubstanz und in die vermischten Elemente zerlegt werden kann. Lasst uns also jenes Thema betrachten, woraus Gold entstehen soll und das durch handwerkliches Können in den Mittelpunkt der philosophischen Forschung rückt, und durch geschickte Vorgehensweise können wir es in eine vollkommene Substanz oder in den Geist vollkommener Körper verwandeln, weshalb immer wieder viele Philosophen, die sich damit befassen, irregeführt werden, weil sie die Arbeit dort unterbrechen, wo sie beginnen sollte. O ihr Söhne der Lehre, die ihr hofft, die Frucht zu ernten, bevor sie reif ist, und zu mähen, bevor die Ernte kommt.
Ein anderer Philosoph: Aus dem Vollkommenen kann nichts getan oder geschaffen werden, denn die vollkommenen Formen der Dinge werden
nicht in ihrem Wesen verändert, sondern vielmehr verdorben. Auch aus etwas gänzlich Unvollkommenem kann nichts geschaffen werden
nach Kunst. Der Grund dafür ist, dass die Kunst die ersten Anlagen nicht hervorrufen kann, sondern unser Stein ein Mittelding zwischen vollkommenen und unvollkommenen Körpern ist, und was die Natur selbst begonnen hat, das wird durch die Kunst zur Vollendung gebracht. Und wenn du beginnst, auf Merkur selbst zu wirken, wo die Natur ihn unvollkommen gelassen hat, wirst du Vollkommenheit finden und dich freuen.
Das Vollkommene wird nicht verändert, sondern verdorben; etwas Unvollkommenes aber kann durchaus verändert werden. Daher ist die Verderbnis des einen die Entstehung des anderen.
Speculum: Unser Stein muss notwendigerweise aus der Natur zweier Körper extrahiert werden, bevor das Elixier daraus hergestellt werden kann, denn es muss gereinigter und verdauter sein als Gold oder Silber, weil es dieses gänzlich von seiner verminderten Vollkommenheit in das Gold oder Silber der Philosophen verwandeln muss, was jene nicht vollbringen können. Denn wenn sie ihre Vollkommenheit einem anderen gäben, blieben sie unvollkommen, weil sie nur so viel färben können, wie sie selbst zeigen. Denn nichts wird weiß, außer entsprechend seiner eigenen Weißheit, und nichts wird rot, außer gemäß seiner eigenen Rotheit. Und deshalb werden die Arbeiten an unserem Stein ausgeführt, damit die Tinktur in ihm besser sei als in seiner Natur und das Elixier gemäß der Allegorie der Weisen, von klaren Formen, Sirup, Medizin und Reinigung
aller Körper hergestellt werden könne, um sie zu reinigen und in wahres Silber und Gold zu verwandeln.
Hermes: Es findet die Vereinigung zweier Körper statt, und dies ist in unserem Lehramt notwendig. Wäre nur einer unserer beiden
Körper in unserem Stein, so würde er niemals Farbe abgeben.
Daher sagt der Philosoph: „Der Wind hat ihn in seinem Bauch getragen“, woraus ersichtlich ist, dass der Wind die Luft ist, die Luft das Leben und das Leben die Seele, das heißt Öl und Wasser.
Arnoldus: Die Versuchung offenbart die Ordnung der mittleren Feuermenge, denn beim Auflösen sollte das Feuer immer leicht, beim Sublimieren mittel, beim Gerinnen gemäßigt, beim Weißen stetig und beim Rubifizieren stark sein. Doch wenn du in diesen Punkten unwissentlich irrst, wirst du oft dein Pech und deine vergebliche Arbeit beklagen. Daher ist es notwendig, dass du der Arbeit fleißig folgst, denn die Kunst wird durch die Strategie gefördert und ebenso die Strategie durch die Kunst. Kümmere dich nur um die Vollendung und lass alles andere vorübergehen.
Thomas von Aquin: Die Materie des Steins ist dickflüssiges Wasser, doch Hitze oder Kälte sind das Mittel, das dieses Wasser gerinnt.
Und sei dir gewiss, dass die Steine tierischen Ursprungs viel kostbarer sind als andere Steine.
Licht der Lichter: Ohne Duenech, das Grüne und Flüssige, kann kein Stein entstehen, denn es ist eine Kraft und in unseren Mineralien angelegt.
Rasis: Mein Sohn, betrachte die höchsten weltlichen Dinge, die von der Rechten und der Linken stammen, und steige dorthin hinauf, wo unser Stein zu finden ist, und zu jenem Berg, der alle Arten von Schwefel und Formen und ebenso Mineralien hervorbringt.
Malchamech: Der Stein, der für dieses Werk notwendig ist, besteht aus etwas Lebendigem. Du wirst diesen Stein finden überall, in Ebenen, Bergen und Gewässern, und sowohl Arme als auch Reiche besitzen ihn. Er ist äußerst billig und teuer, er vermehrt sich durch Flasche und Blut und ist demjenigen, der ihn besitzt und kennt, überauskostbar.
Die Philosophen haben gesagt, unser Stein bestehe aus Geist, Seele und Leib, und sie sprechen die Wahrheit, denn sie haben den unvollkommenen Leib als Leib, den Gärrest als Seele und das Wasser als Geist bezeichnet. Und sie haben sie wahrhaftig so genannt, denn der unvollkommene Leib ist für sich genommen ein kränklicher Leib, schwach und tot; das Wasser ist der Geist, der den Leib reinigt und ihn fein und weiß macht; der Gärrest ist die Seele, die dem unvollkommenen Leib Leben einhaucht, welches Leben er zuvor nicht hatte, und ihn in eine bessere Form bringt. Der Leib ist Venus und die Frau; der Geist ist Merkur und der Mann; die Seele ist Sonne und Mond. Der Körper muss in seine Urmaterie, das Quecksilber, zerfließen.
Morienus: Unser Quecksilber entsteht nur aus zerflossenen Körpern, nicht durch gewöhnliche Verflüssigung, sondern nur durch das, was
bis zur Vereinigung von Mann und Frau in wahrer Ehe und bis zur Reinheit fortbesteht.
Morienus: Nehmt phlegmatisches und cholerisches Blut und zermahlt es, bis es den Himmel durchtränkt.
Hermes: Versteht, ihr Söhne der Weisheit, dass dieser kostbare Stein ruft: Verteidigt mich, und ich werde euch verteidigen.
Gebt mir mein Recht, damit ich euch helfen kann, denn die Sonne ist mein, und ihre Strahlen sind mein Innerstes; aber der Mond ist mir eigen, und mein Licht übertrifft alles Licht, und meine Güter sind höher als alle Güter. Ich gebe viel Reichtum und Freuden denen, die danach verlangen, und wenn ich etwas suche, erkennen sie es an, ich lasse sie es verstehen und verleihe ihnen göttliche Kraft. Ich erzeuge Licht, aber mein Wesen ist Dunkelheit. Solange mein Metall nicht trocken ist, brauchen mich alle Körper, denn ich befeuchte sie. Ich tilge ihren Rost und entziehe ihnen ihre Substanz. Deshalb, wenn ich und mein Sohn vereint sind, kann nichts besser oder ehrenvoller auf der ganzen Welt sein.
Literatur

- The Rosarium PDF
- Rosarium Philosophorum - mit Bildern
- Rosarium Philosophorum - bunt
- 18th century English translation of the Rosarium in MS Ferguson 210 - The text was
originally printed as part II of De Alchemia Opuscula complura veterum philosophorum..., Frankfurt, 1550
- The summary of the Rosary
- De alchimia opuscula complura veterum philosophorum (quorum catalogum sequens pagella indicabit)
- Slub : De alchimia opuscula complura veterum philosophorum, Jacob, Erscheinungsdatum 1550, Sprache Lateinisch
- Das Buch der Heiligen Dreifaltigkeit
Referenzen

- ↑ https://archive.org/details/bibliothecachemi01glasuoft Bibliotheka chymica
- ↑ https://www.individualpsychotherapy.co.uk/Articles/Article/the-twenty-woodcuts-of-the-rosarium-philosophorum-and-their-implications-for-psychotherapy-4-of-4-/
- ↑ Summary of the rosary
- ↑ http://universelle-lehre.de/tarot/esoterische-symbolik/rosarium.html
Weblinks
- Die 20 Bilder des Rosariums
- Alchemywebsite : Rosarium in englischer Sprache
- Alchemywebsite : Virtual Gallery
- Uni Glasgow The Rosarium Philosophorum
- Das deutsche Museum zur Alchemie PDF
- en Wiki zum Rosarium
- Wiki zum Buch der heiligen Dreifaltigkeit