Mahamudra-Meditation
Das Mahamudra breitete sich ab dem 8. Jh. in Tibet aus und gehört heute zu den Lehren von Kagyü, Sakya und Gelug.
Das ähnliche Dzogchen wird hauptsächlich im Nyingma praktiziert. Dzogchen betont die direkte Wahrnehmung der dem Geist innewohnenden Vollkommenheit. Es lehrt die spontane Befreiung, in der sich Gedanken und Gefühle auf natürliche Weise, ohne Unterdrückung oder Manipulation, lösen. Dazu werden auch vorbereitende Übungen (Ngöndro) praktiziert.
Mahamudra konzentriert sich ebenfalls auf die Erkenntnis der Natur des Geistes, bietet aber strukturiertere Meditationen. Es umfasst auch Übungen, die begriffliches Denken und dualistische Wahrnehmung schrittweise auflösen und so zu einer direkten Erfahrung von Leerheit und Klarheit führen.
Mahamudra-Meditation oder Gewahrseins-Meditation ist im Grunde die Kultivierung von Achtsamkeit und Wachsamkeit unseres Geistes. Mit dem Verstand zu arbeiten, um ihn glücklich und positiv und klar zu machen ist extrem wichtig.
Um die wahre Natur unseres Geistes zu erkennen, wird die Unterstützung durch die zentralen Anweisungen eines vertrauenswürdigen und verwirklichten Lehrers der Mahamudra-Tradition als unumgänglich erachtet. Mahamudra verfügt über eine Tradition geschickter Methoden, die die Natur des Geistes direkt aufzeigen. Die Techniken unterscheiden in den verschiedenen Traditionen durch die Betonung verschiedener Betrachtungsaspekte.
Der Mahamudra-Weg der Erleuchtung gliedert sich in drei Teile:
- grundlegendes Mahamudra,
- Pfad-Mahamudra, die eigentliche Meditationspraxis[1] (Mahāmudrā Vipasyana)
- Frucht-Mahamudra.
Das grundlegenden Mahamudra vermittelt im Wesentlichen ein Verständnis der grundlegendsten Realität unseres Geistes und der Welt. Das Frucht-Mahamudra ist eine Beschreibung dessen, wohin uns der Pfad führt. Dies ergibt ein vollständiges Bild des Mahamudra-Weges der Erleuchtung.
Die einfachen Mahamudra-Anweisungen vom Mahamudra-Meister Sogyal Rinpoche lassen sich zusammenfassen:
- Sich nicht von der natürlichen Präsenz des Bewusstseins entfernen.
- Nicht suchen.
- Nicht objektivieren.
- Keine Bewusstseinszustände erzeugen.
- Jegliche Anstrengung einstellen und ruhen (Mahāmudrā Shamatha)
- In der tiefen Ruhe des natürlichen Bewusstseins ruhen
Erkennen und Verweilen im natürlichen Sein, frei von Subjekt und Objekt.
Literatur
- An Introduction to Mahamudra Meditation, Geshe Lharampa, Khenchen Thrangu
- Mastering Meditation: Instructions on Calm Abiding and Mahamudra, Chöden Rinpoché , Wisdom Publications 2020, Englisch, ISBN-10 : 1614296189 ISBN-13 : 978-1614296188
- Meditationguide to Mahamudra
- Alexander Schiller : Die “Vier Yoga”-Stufen der Mahâmudrâ-Meditationstradition
- THE SEVEN SIDDHI TEXTS - Mahāmudrā Instructions from the Oḍiyāna Mahāsiddhas, Adam Krug
Referenzen
Weblinks
- Mahamudra - The Ultimate Buddhist Meditation
- Berzin : Was ist Mahmudra - mit Kommentar zur Mahamudra-Meditation
- Mahamudra-Meditation über die Natur des Geistes
- Die anfängliche Stufe der Mahamudra-Meditation, Dr. Alexander Berzin
- Mahamudra: Reinigung der geistigen Aktivität, Dr. Alexander Berzin
- Studybuddhism : Mahamudra: Tantra Level Mahamudra Practice, 14. Dalai Lama