Niau und Niaut
Niau und Niaut (ägyptisch: njꜣw / njꜣwt) , oft auch Nia und Niaut transkribiert) sind in der ägyptischen Mythologie ein Götterpaar, das zur sogenannten Ogdoade von Hermopolis gehört. Sie personifizieren das Konzept des „Nichts“, der „Leere“ oder des „Fehlens von Dingen“ im Zustand vor der Schöpfung.
Die Ägypter glaubten, dass vor der Erschaffung der Welt ein dunkles, richtungsloses Chaos existierte, das aus acht Urgottheiten bestand – vier männlichen (oft als Froschköpfe dargestellt) und vier weiblichen (oft Schlangenköpfe).
Das Paar Niau/Niaut steht stellvertretend für die Abwesenheit von Substanz.
Während Nun und Naunet für das Urwasser, Heh und Hauhet für die Unendlichkeit und Kek und Kauket für die Dunkelheit stehen, repräsentieren Niau und Niaut das Fehlen von Form oder das Nichts.
In manchen Darstellungen werden sie durch Amun und Amaunet (die Verborgenen), welche die „Verborgenheit“ oder das Unsichtbare verkörpern, und vereinzelt auch durch Gereh und Gerhet(Mangel) ersetzt. Neheh ist das ägyptische Wort für Ewigkeit im Sinne der unendlichen Zeitfülle immer wiederkehrender Jahre.
Zusammen mit den anderen Paaren der Ogdoade schufen sie das Licht als Funken aus ihrem Herzen, als das Leben aus dem Urchaos entstand.
Literatur
- Kurt Sethe : Amun und die acht Urgötter von Hermopolis: eine Untersuchung über Ursprung und Wesen des ägyptischen Götterkönigs, Ausgabe 4, Verlag der Akademie der Wissenschaften, in Kommission bei W. de Gruyter, 1929
- Jan Assmann : Karl Richard Lepsius und die altägyptische Religion
- Hans Bannet , Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, de Gruyter