Samantabhadraprajñāpāramitā
Das "Samantabhadraprajñāpāramitā" (ཤེར་ཕྱིན་ཀུན་ཏུ་བཟང་པོ། sher phyin kun tu bzang po;) bzw. das edle Mahāyāna - Sūtra „Die Samantabhadra-Vollkommenheit der Weisheit“ (’phags pa shes rab kyi pha rol tu phyin pa kun tu bzang po theg pa chen po’i mdo Āryaprajñāpāramitāsamantabhadramahāyānasūtra) ist im Toh 28 und im Degé Kangyur, Bd. 34 (sher phyin, ka ; Blätter 177.b–178.a ) nachzulesen.
Dieses Sūtra gehört zu den kurzen Prajñāpāramitā-Sūtras und ist insbesondere der Kategorie der fünf Bodhisattvas zugeordnet: Sūryagarbha, Candragarbha, Samantabhadra, Vajrapāṇi und Vajraketu. Trotz seiner Kürze weist es Parallelen zu anderen Sūtras auf, in denen Samantabhadra eine zentrale Rolle spielt und zwei Arten von Weisheit unterschieden werden.
Inhalt
Das Samantabhadra-Sutra der Weisheit ist ein kurzes Mahāyāna-Sutra und gehört zu den 23 Prajñāpāramitā-Sutras. Es ist eines von fünf Prajñāpāramitā-Sutras, die sich unabhängig von deiner Linie in allen Kangyurs finden. Nach Conze) werden deren Originale zwischen dem 6. und 7. oder 8. Jahrhundert v. Chr. datiert. Einige Jahrzehnte später wurden alle fünf in die Liste der kanonischen Übersetzungen in Butöns Geschichte aus dem 14. Jahrhundert aufgenommen. Butön merkt an, dass die fünf nicht in der traditionellen Liste der sechs „Mutter“- und elf „Kind“-Prajñāpāramitā-Sutras enthalten sind.
Die Texte sind nur in tibetischer Sprache überliefert, und es existieren keine Sanskrit-Versionen oder Übersetzungen im chinesischen Kanon. Da keine Kolophone vorhanden sind, sind die tibetischen Übersetzer unbekannt.
Die beiden Hauptmerkmale des Samantabhadraprajñāpāramitā - Sutras sind seine zentrale Aussage über Weisheit und deren Verbindung zum Bodhisattva Samantabhadra. Der erste Kernpunkt betrifft die Unterscheidung zwischen zwei Ebenen der Weisheit (Prajñā). Eine sehr ähnliche Unterscheidung zwischen „verunreinigter“ und „unverunreinigter“ Weisheit findet sich in der Candragarbha-Vollkommenheit der Weisheit. Der Buddha erklärt verunreinigte Weisheit als dualistisch und der Stufe hingebungsvollen Handelns zugehörig, während unverunreinigte Weisheit auf dem Pfad des Sehens entsteht.
Das zweite Hauptmerkmal des Sūtra ist seine Verbindung zum Bodhisattva Samantabhadra. Dieser tritt in vielen Mahāyāna-Sutras als Gesprächspartner auf. In den Sutras der Buddhāvataṃsaka-Familie spielt er eine wichtige Rolle, in den langen Prajñāpāramitā-Sutras wird er nicht erwähnt. Der vorliegende Text greift zwei Passagen aus dem letzten Kapitel des Gaṇḍavyūhasūtra auf, das sich insbesondere mit der Gestalt Samantabhadras befasst. Erstens bezieht sich die Aussage in unserem Text, „alle verharrten in der Haltung, Samantabhadras Streben gemeistert zu haben“, auf das Streben, das Samantabhadra im letzten Kapitel beschreibt und anschließend in seinem berühmten „Gebet für gutes Verhalten“ (Bhadracarīpraṇidhāna, bzang spyod smon lam) darlegt. Zweitens erinnert die Erwähnung von Samantabhadras meditativer Stabilität, die Weltsysteme und Buddhafelder erschüttert, an folgende Passage im letzten Kapitel: „Manche reifen durch das Denken an mich an einem Tag … Manche reifen durch das Sehen meines Lichts, manche durch das Sehen der Lichtstrahlen, die ich ausstrahle, manche durch das Erschüttern der Welt, manche durch die Manifestation meines Körpers und manche durch die Freude daran.“
Diese Arbeit basiert auf dem Degé-Xylographen und wurde durch die Vergleichende Edition (dpe bsdur ma) des Kangyur, die Handschrift des Klosters Hemis und die Handschrift des Palastes von Shey ergänzt. Edward Conze (1973) stützte sich in seiner englischen Übersetzung auf das Narthang Kangyur, während George Driessens in seiner französischen Übersetzung (1996) auf das Degé Kangyur Bezug nimmt. Eine neuere chinesische Übersetzung wurde vom Kumarajiva-Projekt online veröffentlicht.
Übersetzung
In einem Meditationsort in Magadha vollbringen der Buddha Śākyamuni und der Bodhisattva Samantabhadra, umgeben von vielen Bodhisattvas, in tiefer Meditation Wunder. Samantabhadra bittet den Buddha, zwischen zwei Stufen der Weisheitsvollkommenheit zu unterscheiden. Daraufhin definiert der Buddha diese beiden Stufen.
Verehrung allen Buddhas und Bodhisattvas!
So hörte ich einst. Der Erhabene weilte im Land Magadha an einem einsamen Ort, dem Wesen des Dharma, [F.178.a] begleitet von Bodhisattvas, die sich dort aus unzähligen Buddhafeldern in den zehn Himmelsrichtungen versammelt hatten und so zahlreich waren wie die winzigen Partikel dieser Buddhafelder. Sie alle hielten an dem Verhalten fest, als hätten sie Samantabhadras Streben gemeistert.
1.2
Dann trat der Bodhisattva Samantabhadra in die meditative Stabilität ein, die als Offenbarung der Nicht-Begrifflichkeit aller Phänomene bezeichnet wird. Durch die Kraft dieser meditativen Stabilität wurden alle Weltsysteme, so zahlreich wie die winzigen Partikel der Buddhafelder, erschüttert. Der Erhabene berührte daraufhin mit seiner Hand den Kopf des Bodhisattva Samantabhadra, und durch diese Berührung erbebten auch alle Buddha-Felder. Die Götter priesen ihn mit einem harmonischen Vers:
1.3
„Licht der Welt, unvergleichlich unter Göttern und Menschen,
Deine Eigenschaften vollkommen wie ein Ozean,
Du befreist die Wesen aus dem Ozean des Werdens.
Führer, wir bitten dich, beschütze uns!“
1.4
Dann fragte der Bodhisattva Samantabhadra den Erhabenen: „Erhabener, wie sollen wir uns im Ziel der Übung üben, das der Weisheit ähnelt, und in dem, was Weisheit ist?“
1.5
Der Erhabene antwortete: „Samantabhadra, das, was der Weisheit ähnelt, ist die Weisheit derer, die den weltlichen Pfad der Anhäufung beschreiten. Das, was Weisheit ist, ist die Weisheit des ersten Grades und darüber hinaus.“
1.6
Nachdem der Erhabene diese Worte gesprochen hatte, jubelten der Bodhisattva Samantabhadra und die ganze Welt mit ihren Göttern und Menschen und priesen, was der Erhabene gesagt hatte.
1.7
Damit ist das „Edle Samantabhadra Mahāyāna Sūtra“ abgeschlossen.
Literatur
- The Samantabhadra Perfection of Wisdom(Samantabhadraprajñāpāramitā)
Weblinks
- Sherab : Kumarajiva - Project
- khyentsefoundation : Kumarajiva Project